Erste Auswärtsniederlage für den EC-KAC

Trotz einer insbesondere im ersten und dritten Spielabschnitt guten Vorstellung unterlag der EC-KAC beim ungeschlagenen Tabellenführer Salzburg mit 2:4.

Foto: GEPA/RedBull/Steiner

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte am Freitag im Kärntner Derby gegen den EC VSV seinen ersten Heimerfolg in der laufenden Spielzeit einfahren, die Klagenfurter besiegten Villach mit 3:1 und kletterten damit auf den vierten Tabellenplatz der bet-at-home ICE Hockey League. Nach Salzburg reisten die Rotjacken als auswärts heuer noch ungeschlagenes Team, sowohl in Dornbirn (3:1) als auch in Székesfehérvár (4:1) fuhr die Mannschaft von Petri Matikainen und Juha Vuori jeweils drei Zähler ein. Dem EC Salzburg begegnete der Rekordmeister in den vergangenen Saisonen meist auf Augenhöhe, allerdings gingen die drei bisherigen Duelle im Kalenderjahr 2020 allesamt an die Bullen. 

Der EC Salzburg startete famos in die neue Spielzeit und die neue Liga: Die Truppe von Head Coach von Matt McIlvane gewann jede ihrer bislang drei Saisonpartien klar. Auf eigenem Eis ließ man dem EC VSV (6:1) und den Bratislava Capitals (5:1) keine Chance, am Freitag schrieb man nun auch auswärts (6:3 bei den Black Wings 1992) an. Damit unterstrichen die Roten Bullen ihre Anwartschaft auf ihren ersten Ligatitel seit 2016. Auf den EC-KAC trafen die Mozartstädter bereits in der Pre-Season: Beim Red Bulls Salute-Einladungsturnier in Kitzbühel vor drei Wochen setzten sich die Klagenfurter klar mit 4:0 durch, allerdings fehlten Salzburg damals einige Stammspieler.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten in dieser Begegnung auf drei Stammkräfte in der Abwehr verzichten: Neben den Langzeitverletzten David Fischer und Steven Strong fehlte kurzfristig auch Neuzugang Fredrik Eriksson, der in der Nacht zum Spieltag leicht erkrankte. Seinen Platz an der Seite von Martin Schumnig nahm Kele Steffler ein, Niklas Würschl rückte wieder in das Aufgebot auf. Die zweite Veränderung im Lineup gegenüber dem Derbysieg vom Freitag betraf die Torhüterposition: In Salzburg kam David Madlener zu seinem Saisondebüt, Sebastian Dahm erhielt eine Pause.

 

Der Spielverlauf:

In einem sehr schnellen ersten Abschnitt kamen beide Teams bereits in Minute eins zu jeweils einer Gelegenheit: J.-P. Lamoureux parierte einen Ganahl-Abschluss aus dem Zentrum, auf der Gegenseite kam Alexander Rauchenwald an seinen eigenen Rebound, setzte die Scheibe aber über das Gehäuse. Gefährlich wurde es dann, als John Jason Peterka tief am rechten Flügel an den Puck kam, Justin Schütz wischte am Crease jedoch über den Querpass (6.). In Führung ging Salzburg schließlich, als Thomas Raffl von halbrechts abzog, David Madlener mit dem Blocker parierte und letzten Endes Rick Schofield den Rebound von zwischen den Hashmarks aus in die Maschen setzen konnte (8.). Ein langer, gut gespielter Offensivzonen-Shift der Haudum-Linie blieb ohne Auswirkung auf den Spielstand, im folgenden Wechsel umkurvte Rok Tičar den Kasten und legte zurück auf Nick Petersen, dessen Direktabnahme aber neben dem Tor landete (13.). Bei verdeckten Distanzschüssen von Unterweger und Gregorc war Lamoureux auf dem Posten (jeweils 15.), dann kamen die Rotjacken zu ihrem ersten Überzahlspiel. Dieses Powerplay vermochten die Klagenfurter gut aufzuziehen, doch weder ein Tičar-Schlenzer von rechts (16.) noch ein satter Blueliner von Unterweger (17.) fanden den Weg ins Tor. Als die Gastgeber wieder Vollzähligkeit erreicht hatten, zog John Hughes von der linken Halfwall aus unbedrängt nach innen, scheiterte mit seinem Abschluss aber an einer Kombination aus Block und Goalie David Madlener (17.).

Nach dem ausgeglichenen Startabschnitt stand Durchgang Nummer zwei ganz im Zeichen des EC Salzburg, der sich zahlreiche gute Gelegenheiten herausspielte. David Madlener brillierte in dieser Phase: Gegen Peterka von rechts machte er die kurze Ecke zu (22.), bei einem von Hughes selbst abgeschlossenen „Zwei-gegen-Eins“-Angriff blieb er ebenso Sieger (25.). Der aus der Ecke bediente Justin Schütz zog einen Wristshot über den Kasten (26.), ehe sich bei numerischer Unterlegenheit wieder der KAC-Goalie auszeichnen konnte, als er gegen Alexander Rauchenwald im letzten Moment den rechten Beinschoner ausfuhr (27.). Ein Schofield-Schuss aus dem hohen Slot  im Powerplay streifte den Außenpfosten (28.), auf der Gegenseite, ebenfalls bei numerischer Überlegenheit, brachte Johannes Bischofberger am Crease ein vielversprechendes Vertikalzuspiel von Obersteiner nicht unter Kontrolle (30.). Ein Aufbaufehler des EC-KAC ermöglichte den Bullen ein „Drei-gegen-Eins“, bei dem der zurückhechtende Michael Kernberger den finalen Pass wegnehmen konnte (32.), als Schütz über links ins Zentrum zog und flach auf die lange Ecke abschloss, war Madlener zur Stelle (34.). Aus Salzburgs zweitem Powerplay des Abends resultierte dann der zweite Treffer der Hausherren: John Hughes spielte diagonal zurück auf Taylor Chorney, der vom rechten Faceoff-Punkt aus per Onetimer einsendete (39.). Auch die letzte Gelegenheit im Mittelabschnitt gehörte den Bullen: Einen aussichtsreichen „Zwei-gegen-Eins“-Angriff konnte der zurückeilende Rok Tičar noch stoppen, indem er Schütz am Abschluss hinderte (40.). 

Die Rotjacken rehabilitierten sich für das durchwachsene zweite Drittel mit einem sehr couragierten dritten Durchgang. Thomas Hundertfund scheiterte aus spitzem Winkel an Lamoureux und fand dann keinen Abnehmer, als er seinen eigenen Rebound an den Torraum servierte (42.), ein Schuss aus dem Zentrum von Lukas Haudum wurde noch neben das Gehäuse abgefälscht (43.). Im nächsten Salzburger Überzahlspiel blieb David Madlener gegen Pallestrang (44.) und Hughes (45.) Sieger, ehe Raffl zwei Mal in bester Position knapp die Deflections von Chorney-Zuspielen verpasste (jeweils 46.). Nachdem Klagenfurts Schlussmann einen Sololauf von Schütz gestoppt hatte (48.), trafen die Hausherren doch zum dritten Mal: Rick Schofield hatte in Bedrängnis neben dem Pfosten noch das Auge für Thomas Raffl, der sich den Puck vor dem Kasten auf die Rückhand legte und ihn dann unter die Querlatte lupfte (48.). Bei numerischer Unterlegenheit kam schließlich auch der EC-KAC aufs Scoreboard: Johannes Bischofberger rochierte nach einem Sprint über 30 Meter mit Thomas Koch,  der vom rechten Flügel aus sehenswert in die lange Kreuzecke einschoss (52.). Salzburg blieb im Powerplay und konnte den numerischen Vorteil sogleich zum vierten Treffer nutzen: Gegen Rauchenwald fuhr David Madlener noch stark den Pad aus, Sekunden später schlug ein Joslin-Wristshot von der blauen Linie aus aber hoch im Tor ein (53.). Die Klagenfurter steckten nicht auf und kamen nun zu Chancen im Minutentakt: Johannes Bischofberger tänzelte am Crease entlang, wurde aber noch ab Abschluss gehindert (53.), Rok Tičar scheiterte im Solo nach Petersen-Steilpass (54.) und Martin Schumnig blieb von Stefan Geier bedient bei einem „Zwei-gegen-Eins“ ebenfalls an Lamoureux hängen (55.). Direkt nach seinem vierten ungenutzten Powerplay des Abends schrieb der Rekordmeister dann erneut an: Nachdem Bischofberger und Obersteiner vor dem Kasten gerackert hatten, kam die Scheibe zu Manuel Ganahl, der sie von der linken Seite aus flach vors Tor brachte, wo sie den Weg durch die Beinschoner des Goalies hindurch über die Linie fand (58.). Weil Alexander Rauchenwald den  Stock gegen Marcel Witting zu hoch hatte, kam der EC-KAC in der Schlussphase noch zu einer (bei gleichzeitiger Herausnahme des Goalies doppelten) Überzahl, in der die Kärntner aus allen Lagen feuerten: Viveiros blockte einen guten Tičar-Onetimer, den nächsten Versuch des Slowenen ließ Lamoureux wegspringen, Petersen gelangte nicht an den Abpraller (jeweils 59.). Da am Ende Salzburgs Schlussmann auch einen Obersteiner-Rebound nach Ganahl-Schuss von links hielt (60.), blieb es beim Endstand von 4:2 für den damit weiterhin unbesiegten Tabellenführer. (HB)

 

Der Kommentar:

„Unser Auftritt war im ersten Abschnitt in Ordnung, da stimmte das Energielevel, der zweite Durchgang war aber sehr schwierig für uns. Da war Salzburg ganz deutlich und in allen Aspekten besser. Zum dritten Abschnitt haben wir daher Änderungen in allen Formationen vorgenommen, was auch Wirkung gezeigt hat, verloren in einem schwachen Moment aber die Zuordnung und kassierten so den dritten Gegentreffer. Unser Powerplay wurde im Spielverlauf besser, weil wir mehr Schüsse nahmen. Insgesamt kein schlechter Auftritt von uns aber nicht gut genug, um gegen eine so starke Mannschaft, die eisläuferisch und in den Zweikämpfen sehr gut agiert, zu punkten.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC hat bislang sechs Saisonspiele in der bet-at-home ICE Hockey League absolviert, jeweils drei konnten die Klagenfurter gewinnen, drei gingen verloren. Am kommenden Freitag sind die Rotjacken nun spielfrei, ihr nächster Auftritt folgt erst in einer Woche, wenn am Sonntagabend der HC Innsbruck in der Stadthalle zu Gast sein wird. Der Kartenvorverkauf (tickets.kac.at) für diese Begegnung beginnt für letztjährige Abonnenten morgen Montag (9.00 Uhr) bzw. für alle übrigen Anhänger übermorgen Dienstag.