Farmteam bleibt bei Torfestival ohne Punkt

In einer abwechslungsreichen, über weite Strecken jedoch wenig hochklassigen Begegnung musste sich der EC-KAC II am Mittwoch dem Kitzbüheler EC mit 4:6 geschlagen geben.

Farmteam bleibt bei Torfestival ohne Punkt

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC II sah sich in seinen ersten vier Partien der Zwischenrunde mit ebenso vielen Niederlagen konfrontiert. Für die ohne Bonuspunkte in die Qualifikationsrunde gestarteten Klagenfurter stand daher schon nach dem 1:3 in Kitzbühel am vergangenen Samstag fest, dass der Sprung in die Play-Offs nicht mehr gelingen kann. Seinen einzigen Zähler in der zweiten Phase des Grunddurchgangs holte das Team von Ryan Foster und Kirk Furey vergangene Woche im Heimspiel gegen den HC Neumarkt/Egna, als nach einem schwachen Startdrittel eine veritable Steigerung gelang, am Ende jedoch mit 2:3 nach Verlängerung verloren wurde.
Auch für den Kitzbüheler EC scheint der Zug in Richtung Viertelfinale bereits abgefahren: Vor dem samstägigen Heimerfolg über die jungen Rotjacken unterlagen die Adler bei Neumarkt/Egna (0:3) und gegen Sterzing (2:3). In der Fremde taten sich die Tiroler im bisherigen Saisonverlauf recht schwer, aus 16 Partien standen lediglich vier Siege zu Buche. Der letzte davon gelang am 30. und letzten Spieltag vor der Trennung des Rankings in Platzierungs- und Qualifikationsrunde mit einem 6:3 in Klagenfurt.

 

Die Personalien:

Den jungen Rotjacken fehlten gegen Kitzbühel erstmals seit Wochen keine Spieler aus gesundheitlichen Gründen, dennoch mussten Ryan Foster und Kirk Furey auf eine ganze Reihe von Spielern verzichten: Marco Brucker steht im Kader des A-Nationalteams, das Quintett Daniel Obersteiner, Martin Goritschnig, Wolfgang Puff, Simon Hammerle und Luca Rodiga ist für das U19 Team Austria im Einsatz, der potenzielle Nachrücker Thimo Nickl verstärkt die österreichische U18-Auswahl. Gegenüber dem Auswärtsspiel in Tirol am Samstag kehrten Thomas Vallant und Philipp Kreuzer (beide Kampfmannschaft) zurück ins Aufgebot, dem mit Marek David, Michael Rainer und Debütant Jakob Nusser auch drei U18-Cracks angehörten. Im Tor stand Jakob Holzer.

 

Der Spielverlauf:

Schon in Spielminute zwei scheiterte KAC-Verteidiger Michael Kernberger mit einem Solo, Kitzbühel-Goalie Trelc konnte den Puck noch hoch ins Hintertor-Netz abfälschen. Doch direkt vom folgenden Faceoff vor dem KEC-Gehäuse weg ging der EC-KAC II in Führung: Marco Richter besorgte aus spitzem Winkel die Führung (2.). Im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts bestimmten vornehmlich die Tiroler das Spiel, Kitzbühel vergab jedoch eine Reihe an aussichtsreichen Gelegenheiten. So traf etwa Ainārs Podziņš vom rechten Flügel aus mit einem Schlenzer nur den Pfosten (9.). Zum Ausgleich kam der KEC in Minute 14: Peter Lenes stürmte einem unerlaubten Weitschuss nach, legte den eroberten Puck vors Tor, wo ihn Deivids Sarkanis im zweiten Versuch in die Maschen wuchtete. Die Gäste blieben am Drücker, einen Wristshot von Kevin Wirl parierte KAC-Goalie Jakob Holzer mit der Schulter (16.), ehe Marc Trummer eine Direktabnahme erneut ans Gestänge setzte (18.). In der Schlussminute des ersten Drittels vergab Niki Kraus aus zentraler Position und im direkten Gegenzug kam Kitzbühel zur erstmaligen Führung: Ein Pass von hinter dem Tor aus hebelte die ungeordnete Abwehr der jungen Rotjacken aus, Henrik Hochfilzer sendete ein.

Der zweite Durchgang war erst zwölf Sekunden alt, als die Adler das Score weiter erhöhen konnten: Via Innenstange setzte Ainārs Podziņš einen Rebound in die Maschen. Im Powerplay konnte Klagenfurt jedoch verkürzen: Florian Kurath schob sich aus der rechten Spielfeldecke vors Tor und bezwang Tomaž Trelc im kurzen Eck (22.). Vom Scheibenaufwurf weg stürmte umgehend wieder Kitzbühel nach vor, ein satter Wristshot von Hochfilzer resultierte jedoch nur im dritten Metalltreffer der Gäste in dieser Partie (22.). Nach einem zünftigen Faustkampf zwischen Ramón Schnetzer und Christoph Hörtnagl schlug der KEC wieder zu: Einen "Zwei-gegen-Eins"-Konter schloss Mike Hummer nach schönem Hochfilzer-Querpass zum 2:4 ab (26.). Doch die jungen Rotjacken gaben sich noch nicht geschlagen und wurden für diesen Kampfgeist auch belohnt: Mit einem Wrap-Around verkürzte Thomas Vallant (27.) und nur 62 Sekunden später lieferte erneut Vallant von hinter der offensiven Grundlinie aus ein schönes Zuspiel ins Zentrum auf René Krumpl, der den Puck zwar nicht richtig traf, ihn aber dennoch im Kasten unterbrachte - 4:4 (28.). Klagenfurts beste Chance auf die neuerliche Führung ließ Kevin Schettina aus, der nach einem Sololauf beim Rückhand-Abschluss zu wenig Druck auf den Schläger brachte (32.).

Im Schlussdrittel verlor die Begegnung der beiden Tabellennachzügler an Klasse und Tempo. Die besseren Gelegenheiten fand nun der EC-KAC II vor: Bei numerischer Überlegenheit tanzte Philipp Kreuzer durch die Kitzbühler Hintermannschaft, scheiterte dann aber im letzten Moment an Goalie Trelc (45.). Tip-In-Versuche von Philipp Waldner (49./daneben) und Marco Richter (50./drüber) landeten nur knapp neben dem Gestänge. Auf der Gegenseite schlitterte eine Lenes-Deflection um Zentimeter am halbleeren Tor vorbei (55.), ehe Kitzbühel doch noch der spielentscheidende Treffer gelang. Ein an sich harmlos wirkender Schlenzer von Christoph Hörtnagl, abgegeben von der blauen Linie, schlug überraschend ein (56.). Als die jungen Rotjacken Goalie Holzer durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten, machte der KEC das halbe Dutzend voll: Christoph Echtler knallte den Puck an den Pfosten, im zweiten Versuch fixierte Ainārs Podziņš jedoch den Endstand von 4:6 (59.). (HB)

 

Der Kommentar:

"Nach einem eher schwachen ersten Drittel haben wir ab Durchgang Nummer zwei brav gekämpft und uns gut präsentiert, da gelang es uns, eine große Zahl guter Chancen herauszuspielen, die wir auch zum Ausgleich genutzt haben. Meines Erachtens waren wir im dritten Abschnitt die bessere Mannschaft, doch letztlich konnte sich Kitzbühel durchsetzen. Auch wenn es in den finalen drei Partien für uns nun um nicht mehr viel geht, wollen wir uns respektabel aus der Saison verabschieden." (Kirk Furey, Assistant Coach EC-KAC II)

 

Der Ausblick:

Bereits seit dem vergangenen Wochenende steht fest, dass die Play-Offs in der Premierensaison der Sky Alps Hockey League ohne rot-weiße Beteiligung stattfinden werden. In den verbleibenden drei Partien treten die jungen Rotjacken zwei Mal auswärts an: So auch in ihrem nächsten Spiel am kommenden Dienstag (Spielbeginn: 20.30 Uhr) bei den Sterzing Broncos. Gegen die Wipptaler steigt zwei Tage später (16. Februar, 19.30 Uhr) dann auch das letzte KAC-Heimspiel der AHL-Saison 2016/17.