Farmteam sammelt Punkte und große Erinnerungen

Von hunderten Fans des Fußballklubs Eintracht Frankfurt frenetisch unterstützt siegte das Farmteam des EC-KAC am Donnerstagabend beim EC Salzburg II nach Penaltyschießen mit 4:3.

Farmteam sammelt Punkte und große Erinnerungen

 

Die Personalien:

Unverändert musste der EC-KAC II auf Kele Steffler, Nicolaus Casati, Jakob Jagarinec und Kapitän Markus Pirmann (alle verletzt) verzichten. Außerdem standen gegenüber dem Auswärtssieg in Wien am Dienstag Niklas Würschl und Dennis Sticha nicht zur Verfügung, die am Donnerstag beide in der Kampfmannschaft eingesetzt wurden. Auch auf Kräfte aus der U18-Mannschaft konnten die jungen Rotjacken nicht zurückgreifen, da diese parallel mit einem Heimspiel die Play-Offs in der EBJL eröffnete.

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC II war im Farmteam-Duell mit dem EC Salzburg II, dem man sich am vergangenen Samstag auf eigenem Eis mit 5:7 geschlagen geben musste, deutlich unterlegen: Am Ende der Partie lautete das Torschussverhältnis 52:12 für die Jungbullen. Dass die jungen Rotjacken den Volksgarten dennoch als Sieger (nach Penaltyschießen) verließen, lag an einer aufopferungsvollen, auf den überragenden Goalie Florian Vorauer gestützten Defensivleistung und der unverhofften, aber umso intensiveren Unterstützung von den Rängen: Gut 400 Fans des Fußballklubs Eintracht Frankfurt entschieden sich nach der Absage des für den gleichen Abend geplanten Europapokalspiels für einen Besuch der Salzburger Eisarena, wo sie neben Huldigungen des eigenen Vereins auch sehr viel Support für das KAC-Farmteam lieferten.

Gerade als die Eintracht-Fans sarkastisch „Fußball interessiert uns nicht“-Choräle anstimmten, im Eishockeyspiel lief die zehnte Spielminute, gaben ihnen die jungen Rotjacken erstmals Grund zum Jubel: Bei numerischer Überlegenheit nahm sich Marco Richter im halblinken Rückraum viel Zeit,  nach einigen Schritten in Richtung Slot zog er aus dem Handgelenk ab und bezwang Salzburg-Goalie Mauritz Merra durch die Beine. Aus einem flink vorgetragenen Angriff mit zwei finalen Querpässen kamen die Gastgeber zum Ausgleich, letztlich war es am langen Pfosten der Ex-Klagenfurter Samuel Witting, der die Scheibe aus kurzer Distanz (und sehr zum Missfallen der Frankfurter Tribünengäste) in die Maschen befördern konnte (16.).

Trotz eines Torschussverhältnisses von 16:2 ging es mit einem Spielstand von 1:1 zum ersten Mal in die Kabinen, mit ihrem vierten Abschluss auf das Gehäuse schrieben die Gäste dann - erneut im Powerplay - zum zweiten Mal an: Nach erfolgreicher Aufstellung in der Offensivzone gelangte der Puck zum zentral an der blauen Linie lauernden Simon Hammerle, der in den hohen Slot glitt und von dort aus einen platzierten Wristshot in die Maschen setzte (26.). „Klagenfurt, Klagenfurt“-Sprechchöre hallten von den zu Stehern umfunktionierten Längsseiten-Sitzplätzen des Volksgarten. Nun hatte der EC Salzburg jedoch eine recht rasche Antwort parat: Estlands Nationalspieler Robert Arrak drang über links in die Zone ein, spielte einen guten Querpass an die rechten Hashmarks, wo Maximilian Rebernig einen gezogenen Wristshot in die lange Ecke setzte. Daraus resultierte einerseits der neue Spielstand von 2:2 und andererseits ein lautstarkes Pfeifkonzert des dem EC-KAC II verbundenen Frankfurt-Anhangs. Dessen Stimmung kehrte sich jedoch schon bald wieder um: Nach einem Doppelpass mit Mark Kompain in der eigenen Zone machte sich Valentin Hammerle auf den Weg, kurz nach Eintritt in das Angriffsdrittel schloss er aus dem Handgelenk ab und der Puck schlug halbhoch in der rechten Ecke des Tores ein (31.). Dieser rot-weiße Vorsprung hielt dann auch bis zur zweiten Pausensirene, weil zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung über die Auszeichnung zum „Man of the Match“ längst zu Gunsten des überragenden KAC-Goalies Florian Vorauer gefallen war.

Im dritten Abschnitt kam Salzburg durch den Schweden Max Tjernström, der vom rechten Faceoff-Kreis aus einen Wristshot in die kurze Ecke knallte, zum neuerlichen Ausgleich (44.), danach verteidigten sich die Klagenfurter aber so geschickt, dass sie sich über mehr als 20 Netto-Minuten hinweg schadlos halten und somit ein Penaltyschießen erzwingen konnten. Vor dem Shootout prasselten einmal mehr „Klagenfurt, Klagenfurt“-Chöre von den Tribünen und weil diese dem Rhythmus des „Auswärtssieg, Auswärtssieg“-Gesangs folgten, bedankte sich der EC-KAC II beim Frankfurter Publikum mit einem ebensolchen für die Unterstützung: Topscorer Rok Kapel verwertete zwei Mal, Florian Vorauer hielt drei der vier Salzburger Versuche und der Extrapunkt ging nach Klagenfurt, das an diesem Abend für knapp 140 Brutto-Minuten in Hessen lag. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war das Herausragendste, das ich in meinen knapp zwei Jahren mit dieser Mannschaft erlebt habe, vermutlich auch das Beste, das aufs Eis gebracht wurde, seit unser Verein vor vier Jahren dieses Farmteam gegründet hat. Ja, wir waren nahezu über die gesamte Spieldauer hinweg in der eigenen Zone festgeschnürt, und ja, wir hatten ein extrem ausgedünntes Lineup, aber das Team hat, beflügelt von der verrückten Kulisse, gekämpft und gekämpft. Ich bin enorm stolz auf unsere Mannschaft, die heute bewiesen hat, wieviel Charakter in ihr steckt.“ (Kirk Furey, Head Coach EC-KAC II)

 

Die Fakten:

Alps Hockey League, Qualifikationsrunde, 7. Spieltag
EC Salzburg II – EC-KAC II 3:4 n.P. (1:1,1:2,1:0)
Tore EC-KAC II: Marco Richter (09:35/PP1), Simon Hammerle (26:19/PP1), Valentin Hammerle (30:51), Rok Kapel (65:00/PS)

Aufstellung EC-KAC II: Vorauer (Holzer) / Strong-Patterer, Duller-Moser, Bergmann / Richter-Kapel-Kreuzer, V.Hammerle-S.Hammerle-Kompain, Szabad-Ploner-Schönett, Ofner

 

Das nächste AHL-Spiel:

EC-KAC II – Vienna Capitals II (Samstag, 29. Februar 2020, 15.00 Uhr)