Frühe Gegentore führen zu Niederlage

Zwei Verlusttreffer in den ersten fünf Spielminuten waren für den EC-KAC am Mittwochabend zu viel: Die Rotjacken unterlagen in der Champions Hockey League dem EHC Biel-Bienne mit 3:6.

Foto: CHL/Jannach

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken gewannen drei ihrer vier bisherigen Gruppenspiele in der Champions Hockey League und gingen damit (nach Tappara Tamperes Auswärtssieg bei Frisk Asker am Dienstagabend) vom zweiten Platz der Gruppe A aus in das Duell mit dem punktegleichen EHC Biel-Bienne. Wenn sich Tampere in der kommenden Woche auf eigenem Eis gegen Asker keine Blöße gibt, sichern sich die Finnen das erste der beiden zu vergebenden Tickets für das Achtelfinale. Das zweite würde dann im direkten „Hin- und Rückspiel“-Duell zwischen Klagenfurt und Biel vergeben werden. Um in die KO-Phase aufzusteigen, benötigen die Kärntner aus den beiden Konfrontationen vier Zähler oder alternativ drei Punkte und eine Tordifferenz von zumindest +3.

Auch der EHC Biel-Bienne gewann seine beiden Begegnungen mit Frisk Asker und zu Hause gegen Tappara, in Tampere unterlagen die Schweizer im Gegensatz zum EC-KAC (3:8) jedoch nur knapp mit 0:1, sodass sie im Kampf um den Achtelfinaleinzug über die leicht besseren Karten verfügen als die Klagenfurter. Biel-Bienne bestritt in der laufenden Saison in der Champions Hockey League und der Nationalliga A gemeinsam 15 Bewerbsspiele, in nur drei davon blieb der Klub aus dem Kanton Bern ohne Zähler.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC fehlten unverändert Steven Strong und Niki Kraus (verletzt), zudem pausierte zur Sicherheit auch der angeschlagene Manuel Ganahl, der allerdings schon wieder im Mannschaftstraining steht. Demnach boten die Klagenfurter im Vergleich zum jüngsten Ligaspiel gegen Graz ein nahezu unverändertes Lineup auf. Der einzige Wechsel wurde auf der Position des siebten Verteidigers vollzogen, wo Petter Hansson an Stelle von Ramón Schnetzer zum Einsatz kam. Im Tor der Rotjacken stand auch gegen Biel-Bienne wieder Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Bereits nach 57 gespielten Sekunden bekamen die Rotjacken nach einer Spielverzögerung von Marc-Antoine Pouliot ihr erstes Powerplay zugesprochen. Gegen David Fischer parierte Goalie Elien Paupe mit dem Blocker, eine Kozek-Deflection flog knapp am Pfosten vorbei (jeweils 2.). Dann konterte Biel-Bienne in Unterzahl und traf: Peter Schneider war über links auf und davon, zog vor Lars Haugen in die Mitte und schob die Scheibe am Norweger vorbei über die Linie (3.). Nur gut zwei Minuten später durften die Gäste bereits über ihren zweiten Treffer jubeln: Janis Moser wurde in der Defensivzone der Rotjacken zu zögerlich attackiert, scheiterte zunächst noch mit seinem Rückhand-Versuch, versenkte dann jedoch seinen eigenen Rebound in den Maschen (5.). In der Folge übernahmen die Klagenfurter das Kommando, waren im Abschluss jedoch nicht vom Glück verfolgt: Adam Comrie und Thomas Koch scheiterten am Torhüter (jeweils 7.), noch in der gleichen Minute schlug ein Wristshot Siim Liiviks von halblinks nur am Lattenkreuz ein. Gegen Matthew Neal zeichnete sich Biels Goalie mit dem Beinschoner (11.), bei einer Direktabnahme von Petter Hansson mit der Fanghand aus (13.). Die Gäste verlagerten sich auf Konter: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff rettete Haugen (10.), den Abschluss eines „Drei-gegen-Zwei“-Gegenstoßes pfefferte Pouliot an den Pfosten (14.). Trotz eines deutlichen Vorsprungs an Torschussversuchen - 23 gegenüber 6 - stapften die Gastgeber mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die erste Pause.

Im Mitteldrittel dauerte es keine zwei Minuten, ehe der EC-KAC das Defizit halbiert hatte: Von hinter dem Tor aus bediente Nick Petersen an den rechten Hashmarks Lukas Haudum, der halbhoch in die lange Ecke einsendete (22.). Doch die Freude währte nicht lange, denn in der 25. Spielminute schickte Jan Neuenschwander Peter Schneider auf die Reise, der den Puck im Breakaway nach Vorhand-Rückhand-Bewegung unter die Querlatte setzen konnte. Bei den Klagenfurtern scheitere Haudum mit einem Wrap-Around auf die Rückhand (26.), ein gezogener Wristshot von Clemens Unterweger sprang von der Innenstange auf den anderen Pfosten und zurück ins Spielfeld (28.). Glücklicher agierten vor dem Kasten die Gäste: Als die Scheibe, nachdem David Fischer hinter dem eigenen Tor zu Fall gekommen war, durch den Crease schlitterte, war erneut Peter Schneider zur Stelle und lupfte sie zum 1:4 unter die Querlatte (33.). Noch vor der zweiten Pause konnten die Klagenfurter bei numerischem Vorteil verkürzen: Fischer schlenzte vom linken Flügel aus, Golie Paupe ließ prallen, Matthew Neal steckte den Rebound geistesgegenwärtig an den besser postierten Andrew Kozek weiter, der keine Probleme hatte, auf 2:4 zu stellen (39.).

Im dritten Durchgang setzte der EC-KAC seine Aufholjagd fort, der für den erkrankten Lars Haugen eingewechselte David Madlener konnte sich schon bald über Treffer Nummer drei seiner Vorderleute freuen: Ein Fischer-Onetimer von links im Powerplay rutschte dem Bieler Schlussmann durch die sprichwörtlichen Hosenträger (43.). Doch auch die Gäste vermochten mit dem numerischen Vorteil gut umzugehen, sie konvertierten gleich ihr erstes Überzahlspiel der Partie in einen Treffer: Topscorer Toni Rajala fälschte im Slot einen strammen Pouliot-Wristshot gekonnt und unhaltbar ab - 3:5 (45.). Beinahe hätte Daniel Obersteiner die Rotjacken wieder zurück ins Spiel gebracht, er stocherte die Scheibe jedoch freistehend um wenige Zentimeter am Gestänge vorbei (48.). Der Mann des Abends sorgte dann knapp neun Minuten vor dem Ende für die endgültige Entscheidung: Peter Schneider setzte sich bei einem Breakaway gegen den ihn bedrängenden Martin Schumnig durch, bezwang Madlener und konnte sich damit über seinen bereits vierten Treffer in diesem Spiel freuen (52.). Damit war auch bereits der Endstand fixiert, denn Matthew Neal schlenzte einen Abpraller lediglich an die Querlatte (54.) und ein Snapshot des durchgebrochenen Rajala flog über das Gehäuse. (NB/HB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben heute viel Gutes gezeigt, aber der Gegner hat seine Chancen unglaublich effizient genutzt und außerdem haben wir uns einige Gegentore förmlich selbst geschossen. Unsere taktische Anlage war gut und wurde vom Team auch gut umgesetzt, unser Weg ist der richtige. Wir messen uns in der Champions Hockey League mit den besten Teams in Europa, das ist unsere Ambition, da wollen wir mitmischen. Das ist uns spielerisch auch heute gelungen, allerdings bekamen wir vorexerziert, wie man mit Möglichkeiten umgeht. Das Ergebnis ist für sich stehend natürlich eine Enttäuschung, aber ich denke, dass wir heute viel Positives gezeigt und Lehrreiches mitgenommen haben.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC wurde durch die Heimniederlage gegen den EHC Biel-Bienne in der Tabelle der Gruppe A von den Schweizern überholt und liegt nun punktegleich mit dem Zweiplatzierten, Tappara Tampere, auf Rang drei. Die Chancen auf den Aufstieg in die KO-Phase der Champions Hockey League schwanden für die Rotjacken am Mittwochabend allerdings erheblich: Die Klagenfurter müssen nun im letzten Gruppenspiel am kommenden Dienstag (Spielbeginn: 19.45 Uhr) in Biel-Bienne entweder mehr Zähler holen als Tampere in seinem Heimspiel gegen den noch punktelosen norwegischen Meister Frisk Asker oder aber den EHCB mit zumindest fünf Treffern Differenz bezwingen.