Hart erkämpfter Heimerfolg

Der EC-KAC behielt seine weiße Weste in Playoff-Heimspielen auch am Dienstag gegen den HCB Südtirol. Die Rotjacken siegten mit 5:4 und führen in der Finalserie demnach mit 2:0.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC startete mit einem sportlichen Ausrufezeichen in die Finalserie, am Sonntagabend besiegten die Rotjacken zum Auftakt den Grunddurchgangssieger HCB Südtirol mit 6:0. Damit schafften die Klagenfurter gleich in der ersten Begegnung das angestrebte Break, zumal eine 1:0-Serienführung für sie ein durchaus gutes Omen bedeutet: Jede der jüngsten acht Playoff-Konfrontationen, in denen der EC-KAC Spiel eins für sich entschied, beendete er in der Folge auch siegreich. Letztmals nicht der Fall war dies im Finale 2012 gegen Linz. Auch die Saisonbilanz gegen die Füchse sprach für Rot-Weiß, fünf der sieben bisherigen Duelle im aktuellen Spieljahr gingen an Klagenfurt, das zudem jedes seiner jüngsten sieben Heimspiele in der Stadthalle gewinnen konnte.

Der HCB Südtirol musste zum Start in die Finalserie seine 20. Niederlage im 60. Saisonspiel hinnehmen. Anders als bei ihren beiden ersten Endspielteilnahmen (2014 und 2018), die beide jeweils mit dem Titelgewinn endeten, verloren die Italiener heuer also die erste Finalpartie. In der Fremde vermochten die Füchse heuer meist zu überzeugen, in 28 Begegnungen wurden sie nur neun Mal in regulärer Spielzeit bezwungen, insgesamt unterlagen sie als Gastmannschaft in elf Fällen. Die Stadthalle verließ der HCB bei seinen beiden letzten Auftritten im Januar und Februar jeweils als (knapper) Verlierer, im ersten Auswärtsspiel in Klagenfurt im laufenden Spieljahr hatte man nach drei Treffern im Startdrittel noch mit 3:2 gesiegt. Die Italiener sind im Übrigen der neunte Regular Season Champion der letzten zehn Jahre, der sich anschließend auch für die Finalserie qualifizierte.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC ergaben sich keine personellen Veränderungen gegenüber dem ersten Finalspiel am Sonntag: Unverändert standen die Langzeitverletzten David Fischer, Paul Postma und Dennis Sticha nicht zur Verfügung, alle anderen Kaderspieler waren einsatzfähig. Die Rotjacken boten damit drei Verteidigungspaare und vier Sturmlinien in identer personeller Konstellation wie zuletzt auf, Michael Kernberger und Alexander Cijan wurden als zusätzliche Alternativen im Lineup platziert. Zwischen den Pfosten stand erneut Sebastian Dahm, der mit einer seit 146:45 Einsatzminuten andauernden Torsperre in die Partie ging. Das KAC-Aufgebot umfasste damit wieder 17 österreichische Cracks, fünf Imports und insgesamt 46,75 Kaderpunkte.

 

Der Spielverlauf:

Bereits in der ersten Spielminute kamen die Rotjacken zu einem „Drei-gegen-Eins“-Konter, der von Manuel Geier abgeschlossen wurde, Dennis Robertson fälschte die Scheibe aber ins Fangnetz ab. Johannes Bischofberger zog kurz darauf vom linken Flügel flach zum Tor, sein Backhander blieb am Schoner von Goalie Leland Irving hängen (2.). Auch die nächste Möglichkeit ging auf das Konto der Klagenfurter, als Nick Petersen auf Rok Tičar durchsteckte, der mit viel Platz einen Schlagschuss vom linken Anspielpunkt aus anbrachte, diesen aber lediglich an den Außenpfosten setzte (3.). Da diese Anfangsoffensive der Klagenfurter keinen Treffer einbrachte, war es der HCB Südtirol, der in Führung gehen konnte:  Ein Fehlpass von Lukas Haudum in der neutralen Zone führte zum „Give-and-Go“ zwischen Angelo Miceli und Dennis Robertson, der den Puck schlussendlich vom rechten Faceoff-Punkt aus flach in die lange Ecke setzte (8.). Um ein Haar hätten die Füchse im folgenden Angriff erneut angeschrieben, am Ende eines tiefen „Drei-gegen-Zwei“ kam Ben Youds im Slot zum Abschluss, Martin Schumnig vermochte den Wrister aber noch über den Kasten abzulenken (8.). Dann wieder der EC-KAC: Rok Tičar deutete den Weg hinter dem Tor vorbei an, spielte die Scheibe schließlich jedoch gefährlich an den Crease zu Nick Petersen, dessen Schuss vom Schlittschuh eines Gegners aufs Tor abgelenkt wurde, doch Leland Irving war auf dem Posten (12.). Nachdem Luca Frigo mit einem Rückhandschuss am Torraum stehend erfolglos geblieben war (13.), kam Daniel Obersteiner in halbrechter Position an den Rebound eines Stefan Geier-Abschlusses, er setzt diesen jedoch an Irvings Maske (14.). Nach einem riskanten Dahm-Ausflug brachte Simon Pitschieler den Puck aus unmöglichem Winkel auf den Kasten, vom Schläger des Goalies abgefälscht rutschte die Scheibe parallel zur Torlinie am leeren Gehäuse vorbei (19.). In der Schlussminute des Startdrittels gelang den Rotjacken dann aber der Ausgleich: Samuel Witting nahm im Forecheck Ben Youds das Spielgerät ab und servierte an den Torraum zu Manuel Geier, der den HCB-Schlussmann tunneln konnte (20.).

Der EC-KAC nahm ein Überzahlspiel mit in das Mitteldrittel und konnte dieses in die erstmalige Führung an diesem Abend ummünzen: Matt Fraser nahm Leland Irving vor dem Kasten die Sicht und fälschte einen Blueliner von Blaž Gregorc unhaltbar für den Keeper über dessen Fanghand hinweg in die lange Ecke ab (22.). In der 26. Spielminute fand ein Steilpass von Clemens Unterweger den Schläger von Johannes Bischofberger, dessen für Thomas Hundertpfund gedachter Querpass knapp vor dem Kasten von Nick Plastino unterbunden wurde. Die Füchse kamen wenig später zum „Zwei-gegen-Eins“-Konter, der vom linken Flügel aus von Brett Findlay selbst abgeschlossen wurde, doch Sebastian Dahm wehrte mit der Schulter ab (26.). Auch in ihrem ersten Überzahlspiel der Partie trugen die Gäste aus Italien einen Tempoangriff vor, Angelo Miceli verzögerte auf links geschickt und bediente den mitgelaufenen Gleason Fournier, der aus kurzer Distanz zum 2:2 einschoss (29.). Nach einem nicht genutzten Powerplay der Rotjacken kamen die Gastgeber in der 35. Minute zu einem Konter über Samuel Witting, der das Zuspiel von Johannes Bischofberger an den langen Pfosten retournierte, der flinke Flügelstürmer war bereits hinter Bolzanos Schlussmann, fand jedoch einen so schlechten Winkel vor, dass der den Puck nur an die Außenstange setzte. Es folgten Möglichkeiten für Ganahl (36.) und Giliati (37.), dann ging Rot-Weiß erneut in Führung: Eine unzureichende Klärung von Alberga fing Lukas Haudum weit Linksaußen an der blauen Linie ab, er brachte die Scheibe aufs Gehäuse, Fraser irritierte Irving und dieser war in der kurzen Ecke bezwungen (38.). Die Italiener glichen aber noch vor der zweiten Pause aus: Nach einem Offensivzonen-Faceoff, drängte Anthony Bardaro über Rechtsaußen flach zum Kasten, Dahm kam im Poke Check an den Puck, hievte diesen jedoch an den Handschuh von Steven Strong, von dem aus sich das Spielgerät hinter dem Goalie ins verschobene Tor senkte. Nach Videostudium erklärten die Referees den Treffer korrekter Weise für gültig (40.).

Für einen Check gegen den Kopf von Thomas Vallant fasste Luca Frigo gleich zu Beginn des Schlussdrittels vier Strafminuten aus, in der ersten Hälfte des Powerplays scheiterten die Rotjacken noch mit einigen Fernschüssen, die allesamt neben dem Kasten landeten. Dann schlug Klagenfurts zweite Überzahlformation zu: Lukas Haudum hämmerte ein Unterweger-Zuspiel vom rechten Anspielpunkt aus per Direktschuss unter die Querlatte (44.). Der Grunddurchgangssieger ließ sich davon jedoch nicht beirren und initiierte nun seine deutlich druckvollste Phase der Begegnung. Stefano Giliati kam in der neutralen Zone in Scheibenbesitz, setzte sich zentral gegen zwei Klagenfurter durch und scheiterte anschließend am Catcher von Sebastian Dahm (45.), dessen Fanghand in Minute 50 auch einen Frigo-Schuss aus dem Slot entschärfte. Kurz darauf blieb Daniel Frank am Rebound nach Robertson-Shot erfolglos (52.), Angelo Miceli setzte über rechts Gleason Fournier in Szene, doch auch er konnte den rot-weißen Schlussmann nicht überwinden (53.). Nach einem Entlastungsangriff stellten die Klagenfurter auf 5:3: Thomas Hundertpfund luchste Gleason Fournier im Zweikampf tief in der Offensivzone die Scheibe ab und steckte diese auf Johannes Bischofberger durch, der von halbrechts via Unterkante der Querlatte einschoss (55.). Ein spätes Überzahlspiel konnte der HCB Südtirol trotz zwischenzeitlichem „Sechs-auf-Vier“ nicht ausnutzen, 63 Sekunden vor dem Ende wurde es aber noch einmal spannend: Dennis Robertson schoss aus der Entfernung, Thomas Hundertfund fälschte ab, sodass der Puck am langen Pfosten bei Daniel Catenacci landete, der mit feiner Hand-Augen-Koordination in das halbleere Gehäuse abtropfen ließ (59.). Ein finaler Push der Gäste richtete keinen Schaden mehr an, der EC-KAC verteidigte sich gekonnt und brachte den zweiten Finalsieg über die Distanz. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wenn man ein Spiel mit 6:0 gewinnt, ist es mental nicht ganz einfach, unbeeinflusst in die nächste Partie zu gehen - und ich denke, dass uns das heute nicht sonderlich gut gelungen ist. Wir hatten sicher schon viel bessere Heimspiele heuer. Es gab einige positive Aspekte, aber insgesamt waren wir spielerisch nicht sehr gut. Allerdings haben wir stark gefightet, speziell im dritten Abschnitt war viel Herzblut dabei und das hat uns heute den Sieg gebracht. Wir haben nun keine schlechte Ausgangsposition, aber meines Erachtens ist Spiel drei einer Serie meist jenes, das den Ausschlag gibt, dementsprechend werden wir auch an die Aufgabe am Freitag herangehen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC konnte saisonübergreifend auch sein fünftes Finalspiel in Folge gewinnen, nach zwölf Playoff-Partien 2021 halten die Rotjacken nun bereits bei zehn Siegen. Sie verfügen in der Serie über eine 2:0-Führung, die in der Vergangenheit meist ein gutes Omen für die Klagenfurter war: Einen derartigen Vorsprung in einer „Best-of-Seven“-Konfrontation hatte Rot-Weiß in der Klubgeschichte bislang 13 Mal inne, in zwölf Fällen setzte man sich am Ende auch durch. Begegnung Nummer drei im Finale findet am Freitag wieder auswärts in Bolzano statt, Spielbeginn ist um 19.30 Uhr, erneut übertragen Puls24 und Sky Sport Austria live.