Heimniederlage der Rotjacken

Der EC-KAC egalisierte im Heimspiel gegen den EC Salzburg am Freitagabend im letzten Drittel zwar einen Zwei-Tore-Rückstand, die Bullen legten aber noch zwei Mal nach und siegten mit 5:3.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der mit zwei Niederlagen in die Pick Round gestartete EC-KAC entschied am vergangenen Wochenende gleich zwei wichtige Partien für sich: Die Rotjacken siegten beim EC Salzburg mit 5:2 und zu Hause gegen Leader HCB Südtirol mit 4:2. Damit kehrte Klagenfurt wieder auf Tabellenplatz zwei zurück, von dem aus man - nun auf eigenem Eis - gegen die Bullen in die zweite Hälfte der Zwischenrunde startete. Mit dem Team aus der Mozartstadt machte Rot-Weiß heuer meist gute Erfahrungen, nach einer Auswärtsniederlage im ersten Saisonduell fuhr man in den vier Konfrontationen seither stets Siege ein. In der Stadthalle punktete der EC-KAC in jeder seiner jüngsten sieben Partien, sechs davon wurden gewonnen, lediglich den Vienna Capitals musste man sich in der Verlängerung geschlagen geben,

Wie der EC-KAC eröffnete auch der EC Salzburg die Pick Round mit zwei Niederlagen (in Bolzano und gegen Klagenfurt), auf die zwei Siege folgten: Die Bullen schlugen am vergangenen Sonntag zu Hause Székesfehérvár klar mit 4:1 und setzten sich am Dienstag auswärts in Wien mit 4:3 nach Penaltyschießen durch. In die Stadthalle kam der Ligakrösus damit auf Tabellenrang vier liegend, der nach der Pick Round bekanntlich Heimrecht bedeuten würde. Die Mozartstädter wiesen zuletzt eine etwas schwankende Formkurve auf, aus den letzten 17 Partien resultierten nur fünf „Dreier“, zwei weitere Begegnungen gewann man in der Verlängerung bzw. im Shootout.

 

Die Personalien:

Neben den Langzeitverletzten David Fischer, Paul Postma und Niki Kraus sowie dem verletzten Dennis Sticha musste der EC-KAC in dieser Begegnung auch auf Manuel Geier (gesperrt) verzichten. An seiner Stelle kam Rückkehrer Alexander Cijan, der ihn schon am vergangenen Sonntag im Schlussdrittel ersetzt hatte, zu seinem ersten Einsatz in der Kampfmannschaft seines Stammvereins von Beginn an, Daniel Obersteiner rückte in dieser Formation auf die Centerposition. Seinen ersten Auftritt in Österreichs höchster Liga hatte Eigenbauspieler Finn van Ee, der als zusätzlicher Stürmer mit im Aufgebot war, um die entsprechenden Abläufe kennenzulernen und mitzuerleben.

 

Der Spielverlauf:

Die erste gute Möglichkeit der Partie hatten die Rotjacken über Clemens Unterweger, der an der rechten Halfwall auf Rok Tičar durchsteckte. Der Slowene tankte sich mit einem Haken vors Tor durch, brachte den Puck aber nicht an Goalie Jesper Eliasson vorbei (2.). Auf Seiten Salzburgs vergab Filip Varejcka die ersten beiden Gelegenheiten (Snapshot aus dem Slot/2., Abschluss vom Crease, gehalten von Dahm/6.). In der achten Spielminute zog Rick Schofield über rechts kommend zum Tor und brachte einen Schuss aus spitzem Winkel an, die Scheibe wollte aber im ersten Versuch ebenso wenig über die Linie wie in den zwei, drei Nachstocherversuchen, wie auch das Video-Review bestätigte. Auf der Gegenseite schnappte sich Thomas Vallant tief in der Offensivzone die Scheibe und schloss via Backhander aus kurzer Distanz ab, hierbei wurde er von Alexander Rauchenwald mit einem Stockschlag behindert, was den Rotjacken ihr erstes Überzahlspiel bescherte (8.). Dieses dauerte allerdings nicht lange, dann musste auch Thomas Hundertpfund in die Kühlbox (9.). Bei numerischem Vorteil ging Salzburg wenig später in Führung: Stefan Espeland hatte das Auge für Thomas Raffl, der den Puck am langen Pfosten und aus kurzer Distanz unter die Querlatte knallte (11.). In der 17. Spielminute erarbeiteten sich die Rotjacken gleich zwei gute Möglichkeiten: Zuerst bediente Rok Tičar am rechten Flügel Nick Petersen, dessen Schlagschuss zischte allerdings knapp am langen Pfosten vorbei. Dann zog der Kanadier mit einem schönen Haken zum Tor, blieb aber am Schoner von Eliasson hängen, weder Thomas Koch noch Martin Schumnig konnten den Nachschuss über die Linie drücken. Kurz vor Drittelende bot sich den Bullen ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter über Alexander Rauchenwald, der am linken Flügel stolperte, den Puck aber dennoch in den Slot zu Thomas Raffl brachte, der mit einem Backhander erfolglos blieb (19.). Als Lukas Haudum an der rechten Halfwall seinen Gegenspieler aussteigen ließ und nach innen zog, setzte er seinen Wristshot nur an die Schulter des Torhüters (20.). 

Kurz nach Wiederbeginn verdoppelten die Gäste beinahe ihren Vorsprung: Rick Schofield steckte zentral auf Thomas Raffl durch, der alleine vor Sebastian Dahm zum Schuss kam, von der Schulter des Goalies und der Querlatte abgelenkt landete der Puck im Hintertornetz (21.). In der 23. Minute kamen die Rotjacken dann zum Ausgleich: Thomas Hundertpfund hämmerte den Puck in seinem 700. Ligaspiel von der blauen Linie aus kompromisslos in die Maschen, Samuel Witting hatte den Screen gut gesetzt. Nach einem schönen Baltram-Zuspiel aus der Tiefe scheiterte Alexander Rauchenwald am Crease stehend am rot-weißen Keeper, dann setzte sich David McIntyre mit einem Haken am linken Flügel durch und visierte die lange Kreuzecke an, blieb aber an der Schulter von Sebastian Dahm hängen (25. bzw. 26.). Mit einem Backhand-Pass setzte anschließend Alexander Cijan im Slot Daniel Obersteiner in Szene, dieser verfehlte das Ziel aber hauchdünn (28.). Auf der Gegenseite liefen die Bullen zum Konter an: Thomas Raffl legte den Puck von Blaž Gregorc bedrängt mit der Rückhand zurück auf Rick Schofield, der ihn zum 1:2 über die Linie drückte (28.). Nach einem Fehlpass der Klagenfurter in der eigenen Defensivzone kam Peter Hochkofler am linken Anspielpunkt aus der Drehung zum Schuss, scheiterte aber an Sebastian Dahm (34.), Jesper Eliasson parierte am anderen Ende des Spielfeldes einen Unterweger-Schuss vom rechten Flügel aus und den folgenden Nachschuss durch Manuel Ganahl (35.), der Abschluss eines kurzzeitigen „Drei-gegen-Eins“-Angriffs von Johannes Bischofberger flog zu zentral auf den Schweden. Die Großchance auf den neuerlichen Ausgleich bot sich dem EC-KAC in Minute 38: Rok Tičar chippte den Puck über die Bande zu Nick Petersen, der vom rechten Flügel aus jedoch nur den Pfosten traf. 

Gleich zu Beginn des dritten Abschnitts traf Alexander Pallestrang aus spitzem Winkel das Außennetz, dann machte Sebastian Dahm gegen Alexander Rauchenwald die kurze Ecke zu (41.). Bei numerischer Überlegenheit zog Derek Joslin von der blauen Linie aus ab, der Puck ging am Tor vorbei, sprang aber von der Bande gefährlich in den Torraum zu Thomas Raffl, der aus kurzer Distanz erfolglos blieb (44.). In der 47. Minute bediente Lukas Haudum aus zentraler Position Nick Petersen am rechten Flügel, dieser zog mit einem Haken zum Tor, scheiterte aber in weiterer Folge mit einem Backhander an Eliasson. Kurz darauf bauten die Bullen ihre Führung aus: Thomas Raffl gewann den Zweikampf in der Rundung und spielte den Puck ins Getümmel vors Tor, Alexander Cijan kratzte ihn gerade noch von der Linie, bediente mit dieser Rettungsaktion aber John Hughes, der direkt zum 3:1 einnetzte (49.). Die Rotjacken hatten die passende Antwort parat und verkürzten keine zwei Minuten später: Martin Schumnig versenkte das Spielgerät nach Bischofberger-Pass vom rechten Faceoff-Kreis aus in der kurzen Ecke (51.). Nach einem überstandenen Unterzahlspiel gelang den Klagenfurtern in der 56. Minute der ersehnte Ausgleich: Nick Petersen verlor im Slot die Kontrolle über die Scheibe, der heranstürmende Clemens Unterweger pfefferte sie aber aus der Halbdistanz in die Maschen (56.). Knapp zwei Minuten vor Ende der Partie holten sich die Gäste ihre Führung wieder zurück: Rauchenwald gewann das Offensivanspiel zurück auf Dominique Heinrich, dessen Schuss von weit Linksaußen mehrfach abgefälscht wurde und letztlich durch die Beine von Sebastian Dahm hindurchrutschte (59.). Mit 19 Sekunden auf der Uhr stellte Johan Urbom mit dem Empty Netter von der eigenen Zone aus den 3:5-Endstand aus Sicht der Rotjacken her (60.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Ich denke, unsere heutige Vorstellung war recht lausig. Wir haben nicht enttäuscht, aber die Arbeitsmoral und die Intensität, Kernelemente in unserem Spiel, waren heute nicht durchgehend gegeben. Dafür wurden wir umgehend mit einer Niederlage bestraft. Vielleicht hat es so kommen müssen, damit wir uns wieder darauf besinnen, was die Identität unserer Mannschaft ausmacht. Wenn uns das gelingt, werden wir erfolgreich sein, wenn nicht, sehen wir so aus wie heute.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken mussten sich im fünften Spiel der Pick Round zum zweiten Mal mit 3:5 bei zwei Gegentreffern in den beiden finalen Minuten der Partie geschlagen geben. Sie behalten zwar ihren zweiten Tabellenplatz, liegen jedoch nur noch einen Zähler vor dem EC Salzburg und deren zwei vor den Vienna Capitals. Am Sonntag sind die Klagenfurter spielfrei, sie werden dafür in der letzten Woche des Grunddurchgangs gleich drei Mal im Einsatz sein. Zunächst treten sie am Dienstag (19.45 Uhr, live.ice.hockey) bei Tabellenführer HCB Südtirol an, dann warten am Freitag das Auswärtsspiel in Wien und zum Abschluss der Regular Season am Sonntag die Heimpartie gegen Fehérvár AV19.