Heimniederlage nach farblosem Auftritt

Der EC-KAC musste sich zum Saisonauftakt in der ICE Hockey League den Black Wings 1992 vor eigenem Publikum mit 1:4 geschlagen geben.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte fünf seiner sechs Pre-Season-Spiele gewinnen: Nach eher gemächlichem Start gegen Jesenice und Ljubljana (jeweils 4:2) übersprangen die Rotjacken die Hürde Bratislava Capitals (2:1), ehe sie bei deren Namenskollegen aus Wien mit 3:7 unterlagen. Zum Abschluss der Vorbereitung überzeugten die Klagenfurter mit dem Sieg beim Red Bulls Salute-Einladungsturnier, wo sowohl der EC Salzburg (4:0) als auch der EHC München (2:1) bezwungen wurden.

Die Black Wings 1992 bilanzierten in vier Spielen in der Pre-Season ausgeglichen, sowohl im „Back-to-Back“ gegen České Budějovice als auch in den Begegnungen mit den ICE-Kollegen aus Innsbruck und Graz gab es jeweils einen Sieg und eine Niederlage. An Klagenfurt haben die Oberösterreicher gute Erinnerungen: Im Vorjahr siegten sie, damals noch als EHC Linz, bei jedem ihrer vier Auftritte in der Stadthalle. Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 konnten die Rotjacken keinen anderen Klub relativ betrachtet seltener bezwingen als die Black Wings (75 Linzer Erfolge in 135 Duellen).

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten beim Heimauftakt auf den rekonvaleszenten Verteidiger David Fischer verzichten. Goalie David Madlener stieg bereits wieder ins Mannschaftstraining ein, verbringt das Wochenende aber im Farmteam, um in dessen beiden finalen Pre-Season-Partien nach mehr als sieben Monaten ohne Einsatz Spielpraxis zu sammeln. Der leicht erkrankte Thomas Hundertpfund meldete sich rechtzeitig gesund, sodass der EC-KAC mit insgesamt 18 Österreichern (davon neun Eigenbauspielern) im Lineup in das erste Saisonspiel ging. Mit Sebastian Dahm, Blaž Gregorc, David Maier und Samuel Witting gaben vier Cracks ihr Ligaspieldebüt für den Rekordmeister.

 

Der Spielverlauf:

Die Gäste starteten aggressiv in die Begegnung und kamen bereits nach wenigen Sekunden zu ihrer ersten Torchance: Brian Lebler erarbeitete sich die Scheibe an der Bande und legte sie zur Mitte auf Dragan Umičević, der allerdings an Sebastian Dahm scheitete (1.). Auf der Gegenseite leitete Thomas Hundertpfund mit einem Pass in den Slot auf Manuel Ganahl die erste KAC-Möglichkeit ein, der Kapitän blieb aber erfolglos (2.). Die Gäste drückten anschließend auf den ersten Treffer und nahmen den Kasten der Rotjacken unter Beschuss: In der zweiten Minute spielte Marco Brucker im Konter quer auf Stefan Gaffal, der seinen Meister in Dahm fand, im nächsten Odd-Man-Rush der Oberösterreicher entschied sich Andrew Nielsen dazu, selbst zu schießen, konnte aber ebenso wenig anschreiben, wie Stefan Gaffal, der am langen Pfosten stehend einen feinen Pass von Will Pelletier aus der Rundung nicht verwerten konnte (3. bzw. 4.). Nachdem Moritz Matzka sich völlig unbedrängt bis vor den rot-weißen Kasten vortanken konnte, mit der Backhand aber lediglich den Außenpfosten traf, zog auf der Gegenseite Blaž Gregorc von der blauen Linie ab und die Scheibe prallte von der Bande zurück in den Torraum zum lauernden Manuel Geier, der aber vor dem halbleeren Gehäuse über das Spielgerät wischte (6.). Kurz danach durften sich die Black Wings erstmals in Überzahl beweisen und konnten sogleich in Führung gehen: Dahm parierte gleich zwei Schüsse von Juha-Pekka Hytönen und Andrew Kozek aus kurzer Distanz, doch dann war Brian Lebler zur Stelle, um den Rebound über die Linie zu schieben (9.). Ihrerseits bei numerischer Überlegenheit agierend kamen die Klagenfurter zu zwei Hochkarätern. Zuerst spielte Nick Petersen Lukas Haudum im Slot an, der strich mit seinem Schläger aber über den Puck. Dann spielte Manuel Ganahl quer auf Thomas Hundertpfund, dessen Onetimer das Ziel knapp verfehlte (jeweils 15.). In der nächsten Szene brachte Martin Schumnig einen Schuss vom rechten Flügel an, Thomas Hundertpfund wurde von Charles-David Beaudoin gut zugestellt und am Nachschuss gehindert (16.). Am anderen Ende der Eisfläche tankte sich Hytönen durch die Mitte und tauchte alleine vor dem Rotjacken-Goalie auf, der sowohl den Backhander des Finnen als auch den Rebound von Brian Lebler entschärfen konnte (17.). Noch im ersten Drittel kam der EC-KAC zu seinem zweiten Powerplay der Partie, welches aber trotz zweier Schlagschüsse von der blauen Linie aus, abgegeben von Blaž Gregorc und Clemens Unterweger, erfolglos verstrich (18. bzw. 20.).

Gleich zu Beginn des Mittelabschnittes brachten die Rotjacken eine schöne Kombination aufs Eis, die von Thomas Koch mit einem Schuss vom rechten Faceoff-Punkt aus abgeschlossen wurde, aber Hytönen war mit dem Block zur Stelle (21.). Nach einem Stockschlag von Lukas Haudum durften sich die Linzer einmal mehr im Powerplay beweisen - Sébastien Piché zog von der blauen Linie ab und Blaž Gregorc verhinderte mit dem Skate im letzten Moment einen weiteren Lebler-Rebound (26.). Nachdem Haudum mit einem tollen Solo durch die neutrale Zone und schließlich über den rechten Flügel vor dem Tor mit einem Haken auf die Vorhand zum Abschluss gekommen war, aber nicht anschreiben konnte, kamen die Gäste ihrerseits zum abermaligen Torerfolg: Ein Missverständnis der Klagenfurter führte zu einem „Zwei-gegen-Null“-Konter der Linzer: Umičević traf das Gestänge, der Puck kam hinter Sebastian Dahm zum Liegen und Brian Lebler reagierte am schnellsten und erhöhte auf 2:0 (31.). In der 33. Minute bediente Johanns Bischofberger von hinter dem Tor aus Thomas Hundertpfund, der zuerst über die Scheibe wischte und im zweiten Versuch zu zentral auf David Kickert abschloss. Die Rotjacken ließen anschließend zwei weitere Überzahlspiele, 27 Sekunden davon gar bei doppelter Überlegenheit, ungenutzt und gingen so mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die zweite Drittelpause.

Im Schlussabschnitt hatte Thomas Hundertpfund kurz nach Wiederbeginn die Großchance auf den Anschlusstreffer, als er vom rechten Anspielpunkt aus die lange Ecke anvisierte, aber nur den Pfosten traf (42.). Zur Mitte des letzten Drittels bauten die Linzer wieder mehr Druck auf, was sich schließlich auch bezahlt machen sollte: Marc-André Dorion spielte mit viel Übersicht quer auf Will Pelletier, der sich von hinter dem Kasten zum langen Pfosten geschlichen hatte und Sebastian Dahm keine Abwehrchance ließ (49.). Kurz darauf bot sich den Rotjacken eine „Zwei-gegen-Eins“-Kontermöglichkeit über Nick Petersen und Thomas Koch, Hytönen fing jedoch den finalen Querpass ab (51.). Als sich Sebastien Piché in der nächsten Aktion mit einem schönen Haken vor das Klagenfurter Tor tankte, wurde er von Samuel Witting mit einem Stockschlag am Abschluss gehindert, auf die fällige Hinausstellung folgte eine zweite, äußerst kleinliche gegen Thomas Koch. Die doppelte Überzahl münzten die Black Wings in ihren vierten Treffer um: Dahm parierte einen Piché-Schuss mit den Pads, der Rebound landete direkt am Schläger von Umičević, der auf Lebler im Slot weiterleitete, dessen Tor zum persönlichen Hattrick den Spielstand auf 4:0 erhöhte (56.). Ein „Drei-gegen-Eins“-Angriff der Rotjacken wurde aufgrund einer Auseinandersetzung zwischen Andrew Nielsen und David Maier fernab vom Spielgeschehen von den Referees jäh gestoppt, im darauffolgenden Powerplay konnten die Klagenfurter dann aber erstmals an diesem Abend anschreiben: Blaž Gregorc hämmerte die Scheibe von der blauen Linie aus in Richtung Gästetor und Lukas Haudum fälschte im Slot stehend perfekt in die Maschen ab (58.). Der EC-KAC drückte zwar noch auf den zweiten Treffer, dieser sollte aber nicht mehr gelingen, sodass es beim enttäuschenden Endstand von 1:4 aus rot-weißer Sicht blieb. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir waren den gesamten Abend hindurch mit angezogener Handbremse unterwegs. Nie schafften wir es, Momentum aufzubauen, wir waren zu passiv und wirkten von außen betrachtet fast abwesend. Die Erwartungen, die wir selbst hatten, waren nach einer guten Pre-Season sehr hoch, wir waren uns aber als Gruppe zu sicher, nun auch in der Meisterschaft derartig performen zu können, dabei haben wir auf die grundlegenden Dinge vergessen, die erfüllt werden müssen, um Spiele zu gewinnen. Vor uns liegt viel Arbeit - eine Erkenntnis, die mich nicht sonderlich überrascht.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach der Heimniederlage gegen Linz zum Saisonauftakt sind die Rotjacken am Wochenende auswärts im Einsatz: Am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.30 Uhr) treten sie beim Dornbirner EC an, Puls24 überträgt diese Partie live, auch Radio Kärnten berichtet direkt aus dem Messestadion. Die Mannschaft des EC-KAC wird nach einer frühen Trainingseinheit bereits am Samstagvormittag in Richtung Vorarlberg aufbrechen.