KAC auch gegen Bratislava klarer Sieger

Die Rotjacken gewannen am Sonntag auch ihr viertes Spiel im neuen Jahr: Gegen die Bratislava Capitals setzte sich der EC-KAC zu Hause mit 6:1 durch.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC präsentierte sich im neuen Jahr 2021 in blendender Verfassung, aus ihren ersten drei Partien holten die Rotjacken 9:0 Punkte bei 16:5 Toren. Nach dem Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten Villach am vergangenen Sonntag (4:3) und dem Erfolg bei Schlusslicht Linz am Freitag (6:0) empfingen die Klagenfurter am Sonntag mit Bratislava den Drittletzten des aktuellen Rankings. Zu Hause konnte Rot-Weiß zwar in jeder seiner jüngsten drei Partien anschreiben, davor unterlag man in der Stadthalle jedoch ebenso oft am Stück, darunter auch am 13. Dezember beim letzten Aufeinandertreffen mit dem Liganeuling aus der Slowakei (2:3).

Die Bratislava Capitals gingen nur nach einer ihrer letzten sechs Begegnungen als Sieger vom Eis, am vergangenen Sonntag setzten sie sich bei den Black Wings 1992 mit 4:3 durch. Insgesamt holten die Slowaken bislang elf Saisonsiege, neun davon gegen Teams, die aktuell auf den letzten vier Rängen der Tabelle liegen. Die einzige Mannschaft aus den Top-Sieben, die von den Capitals heuer bezwungen werden konnte, war (gleich doppelt) der EC-KAC: Ende November siegte Bratislava zu Hause mit 2:1, Mitte Dezember auswärts mit 3:2. Da die Slowaken am Sonntag Probleme bei der Einreise nach Österreich und damit erst verspätet in Klagenfurt ankamen, wurde der Spielbeginn von 17.30 Uhr auf 18.30 Uhr nach hinten verlegt.

 

Die Personalien:

Sämtliche nach dem Auswärtsspiel in Linz angeschlagenen Cracks (Martin Schumnig, Rok Tičar, Dennis Sticha, Daniel Obersteiner) erhielten am Sonntagvormittag aus der medizinischen Abteilung grünes Licht für einen Einsatz gegen Bratislava. Die Rotjacken mussten demnach nur auf die beiden verletzten Import-Verteidiger David Fischer und Blaž Gregorc verzichten. Gegenüber dem Spiel am Freitag rückten in der Abwehr Michael Kernberger und im Angriff Valentin Hammerle wieder in das Lineup auf. In der Defensive wechselte Clemens Unterweger an die Seite von Paul Postma, Kele Steffler bildete eine Paarung mit Thomas Vallant. Die vier Sturmformationen blieben hinsichtlich ihrer Zusammensetzung unverändert, im Tor stand erneut Sebastian Dahm.

 

Der Spielverlauf:

Die Gäste, die nach einer langen Anreise erst 50 Minuten vor dem Eröffnungsfaceoff in der Stadthalle eingetroffen waren, hatten nach nur 19 Sekunden erstmals Glück: Matt Fraser fälschte einen Strong-Schlenzer nur hauchdünn am Kasten vorbei ab. Die Slowaken fanden aber schnell in die Begegnung: Einen Guimond-Chip aufs Tor parierte Dahm (2.), der auch bei einem Faith-Schuss aus der Drehung (3.) und einem Fortier-Abschluss von links (5.) zur Stelle war. Anschließend übernahmen die Klagenfurter das Kommando und kamen zu guten Chancen: Zuerst legte Manuel Ganahl den Puck auf links zu Rok Tičar, der nur knapp verzog, dann ließ Lukas Haudum am rechten Flügel Dávid Buc aussteigen, doch sein Schuss wurde von einem Schläger über den Kasten hinweg abgelenkt (9. bzw. 11.). In der nächsten Aktion legte Rok Tičar den Puck gefährlich in den Slot auf Manuel Ganahl, der diesen nicht richtig unter Kontrolle brachte, der nachstoßende Nick Petersen konnte abziehen, blieb allerdings aus kurzer Distanz erfolglos (12.). Dann fälschte der Rotjacken-Kapitän ein Tičar-Zuspiel elegant durch die eigenen Beine hindurch ab, doch Samuel Baroš war auf dem Posten, ehe Johannes Bischofberger Ryan Culkin mit einem schönen Haken zur Mitte aussteigen ließ, seinen Wrister aber ebenfalls in den Catcher des Keepers  setzte (12. bzw. 14.). In der 15. Minute gingen die Rotjacken durchaus verdient in Front: Rok Tičar hämmerte einen Onetimer aus der Halbdistanz auf den Kasten der Gäste und Dávid Buc fälschte die Scheibe unglücklich ins eigene Tor ab. Die Capitals kamen vor der ersten Pause zu zwei guten Ausgleichschancen: Nach einem Wrap-Around von Miloš Bubela scheiterte Maxim Čajkovič am Rebound an Dahm (16.), Mitch Hults überlief links zwei Klagenfurter und streifte mir seinem Schlenzer schließlich die Außenstange (18.).

Der Start in den Mittelabschnitt verlief für den EC-KAC nach Plan und brachte sogleich den zweiten Treffer: Nick Petersen hämmerte einen Onetimer nach Tičar-Zuspiel auf den Kasten, Samuel Baroš war mit dem Schoner dran, aber Sacha Guimond traf mit seinem  anschließenden Klärungsversuch Paul Postma, der die Scheibe aus kurzer Distanz am bereits geschlagenen Keeper vorbei über die Linie schob (22.). Nachdem Brock Higgs ein Fortier-Zuspiel aus der Tiefe an den Crease nicht verwerten konnte (23.), kamen die Slowaken in der 27. Spielminute auf einen Treffer heran: Matt Fraser verlor die Scheibe hinter dem eigenen Tor an Maxim Čajkovič, der das Auge für den im Slot gänzlich freien Miloš Bubela hatte, welcher Sebastian Dahm über den Blocker hinweg bezwang. Die Klagenfurter gaben aber weiterhin den Ton an und stellten, nachdem ein Wristshot von Paul Postma nur am Pfosten gelandet war (28.), den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her: Nick Petersen spielte den Puck aus dem hohen Slot gegen die Bewegungsrichtung zum linken Faceoff-Kreis, von wo aus Steven Strong in der kurzen Ecke erfolgreich war (30.). Sebastian Dahm entschärfte anschließend einen von Denis Hudec abgefälschten Šedivý-Schuss (31.), Thomas Hundertpfund scheiterte aus kurzer Distanz mit einem Backhander an Samuel Baroš (32.) und Manuel Ganahl hämmerte einen Handgelenksschuss aus halb-linker Position nur hauchdünn am Pfosten vorbei (34.). In der 36. Minute erzielte Filip Ahl nach Abpraller, mit der Rückhand und aus kürzester Distanz beinahe den zweiten Treffer für Bratislava, aber Thomas Hundertpfund rettete mit einem Haken und kassierte dafür die erste Strafe der Partie. Nach 34 Sekunden in Unterzahl erhöhten die Rotjacken mit einem Shorthanded Goal auf 4:1: Im Konter legte Stefan Geier quer auf Thomas Koch, dessen Schlagschuss vom rechten Faceoff-Kreis aus Samuel Baroš bezwang (37.). 

Der im Schlussabschnitt eingewechselte Torhüter Jared Coreau musste sich gleich unter Beweis stellen: Er entschärfte einen scharfen Haudum-Wristshot mit der Fanghand, ehe Rok Tičar ein Petersen-Zuspiel aus der Rundung am langen Pfosten stehend nicht verwerten konnte (jeweils 41.). Nach einem guten ersten Überzahlspiel, welches die Klagenfurter allerdings nicht in einen Treffer konvertieren konnten, stellte Manuel Ganahl in der 49. Spielminute auf 5:1: Paul Postma brachte einen Wristshot von der blauen Linie aus auf den Kasten und der Kapitän fälschte vor Coreau unhaltbar ab. Nach einer Serie von Strafen fanden sich die Rotjacken knapp zehn Minuten vor Spielende in einer „Vier-gegen-Drei“-Überzahlsituation wieder, in der sie das halbe Dutzend vollmachen konnten: Nick Petersen legte die Scheibe in den Slot, wo Paul Postma völlig freistehend zum Handgelenksschuss kam, welcher hinter Jared Coreau zum 6:1 einschlug (51.). Einen seltenen Gegenangriff starteten die Gäste kurz vor Ende über Ryan Culkin, der auf Denis Hudec ablegte, doch Sebastian Dahm war auf dem Posten (56.). Auf der Gegenseite steckte Thomas Hundertpfund im hohen Slot vertikal auf Johannes Bischofberger durch, der sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzen konnte, dann aber beim „Five Hole“-Versuch am Schlussmann hängenblieb (57.). Ein weiteres spätes Überzahlspiel konnten die Klagenfurter nicht mehr nützen, somit blieb es beim auch in dieser Höhe verdienten 6:1-Heimerfolg. (NB)

 

Der Kommentar:

„Unter den heutigen Umständen haben wir eine gute Partie abgeliefert. Bratislava ist eine konterstarke Mannschaft mit einer gefährlichen ersten Angriffslinie, die flink und körperlich stark ist. Wir haben einen sauberen Heim-Auftritt hingelegt, waren meist am sprichwörtlichen Gaspedal. Im zweiten Abschnitt haben sich einige Ungenauigkeiten im Umgang mit der Scheibe eingeschlichen, aber auch dieses Problem konnten wir beheben. Das Scoring hat sich gut verteilt, elf verschiedene Spieler haben gepunktet, das ist gut für das Selbstvertrauen der einzelnen Cracks. Ich denke, man hat gesehen, dass wir derzeit in die richtige Richtung unterwegs sind.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem vierten Sieg im vierten Spiel im Kalenderjahr 2021 (nun 12:0 Punkte und 22:6 Tore) überholte der EC-KAC in der Tabelle die Vienna Capitals und schob sich damit auf Rang drei. Vor den Rotjacken liegt eine intensive Woche mit drei Heimspielen gegen Spitzenteams der bet-at-home ICE Hockey League: Bereits am Dienstag (19.15 Uhr, live.ice.hockey) empfangen die Klagenfurter den HCB Südtirol, der dann am Sonntag (16.30 Uhr, live auf Puls24) erneut in der Stadthalle gastieren wird. Dazwischen, am Freitag (19.15 Uhr, live.ice.hockey), trifft Rot-Weiß auf den EC Salzburg.