KAC besiegt Bolzano erneut

Im sechsten Saisonduell mit Grunddurchgangssieger HCB Südtirol feierte der EC-KAC seinen vierten Sieg, die Rotjacken gewannen am Dienstagabend auswärts mit 3:2.

Foto: HCB Südtirol/Antonello

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste am vergangenen Freitag seine dritte Niederlage im fünften Pick Round-Spiel hinnehmen, auf eigenem Eis unterlagen die Rotjacken dem EC Salzburg nach zwei Gegentreffern in den beiden letzten Minuten der Partie mit 3:5. Dennoch stehen die Klagenfurter unverändert auf dem zweiten Tabellenplatz hinter dem bereits als Grunddurchgangssieger feststehenden HCB Südtirol. Von den bislang fünf Saisonduellen mit den Italienern konnte Rot-Weiß drei gewinnen, so auch das jüngste vor zehn Tagen in der Stadthalle. In der Fremde lief es für den EC-KAC heuer sehr gut, von 66 möglichen wurden 45 Punkte eingefahren, kein Team in der Liga sammelte auswärts mehr Zähler.

Der HCB Südtirol setzte sich am Sonntag beim EC Salzburg mit 4:0 durch und sicherte sich damit nach Platz eins in der ersten Grunddurchgangsphase diese Position auch vorzeitig in der Abschlusstabelle der Pick Round. Wie im Vorjahr gehen die Füchse damit als Nummer eins in die Playoffs, sie werden in sämtlichen Runden der KO-Phase der Meisterschaft Heimrecht genießen. In der laufenden Zwischenrunde gewann Bolzano fünf seiner sechs Spiele, lediglich dem EC-KAC musste man sich in einer Partie, die nachträglich zu Sperren für drei der beteiligten Akteure führte, auswärts mit 2:4 geschlagen geben. Auf heimischem Eis war der HCB heuer bislang kaum zu bezwingen, die Truppe von Greg Ireland punktete in 20 ihrer 22 Begegnungen in der PalaOnda.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC kehrte der zuletzt gesperrte Manuel Geier in das Aufgebot zurück, er nahm wieder die Mittelstürmer-Position zwischen Stefan Geier und Daniel Obersteiner ein. Alexander Cijan rückte damit auf den Spot als zusätzlicher Stürmer, in der Defensive war neben dem etablierten Sextett außerdem Michael Kernberger mit dabei. Weil im Tor erneut Sebastian Dahm stand, boten die Rotjacken exakt jene 22 Akteure auf, noch dazu in unveränderter Konstellation, die auch beim 4:2-Heimsieg im jüngsten Duell mit dem HCB Südtirol zum Einsatz gekommen waren.

 

Der Spielverlauf:

Gleich mit seiner ersten Möglichkeit ging der HCB Südtirol in Führung: Nach einem Faceoff in der Offensivzone der Rotjacken befreiten sich die Füchse bis an die rote Linie, von wo aus Mike Halmo mit der Rückhand ideal in den Lauf von Daniel Catenacci querlegte, der nach seinem Sololauf Sebastian Dahm mit der Vorhand bezwingen konnte (2.). Die Klagenfurter hatten in den folgenden Minuten mehr Scheibenbesitz, zu den besseren Gelegenheiten kam aber der Tabellenführer: Daniel Frank blieb vom Crease aus bei einem Rebound nach Gazley-Fernschuss an Dahms Schoner hängen (6.), als sich Angelo Miceli im ersten HCB-Powerplay dem Torraum entlangschob, war der KAC-Goalie ebenfalls mit den Beinschonern zur Stelle (9.). Knapp nach Drittelmitte kamen die Klagenfurter zum schönen Ausgleich: Manuel Ganahl schlenzte von der blauen Linie aus und an den linken Hashmarks fälschte Rok Tičar sehenswert mit der Schlägerschaufel unters Tordach ab (11.). Dann ein Schreckensmoment für den EC-KAC: Von Catenacci gestoßen, verlor Martin Schumnig das Gleichgewicht und krachte ungebremst in die Bande. Lange blieb er am Eis liegen, ehe er es auf den eigenen Beinen in die Kabine schaffte, die Partie war für den Verteidiger aber gelaufen. Die Rotjacken reagierten auf den Schock mit einem druckvollen Shift, in dem Torhüter Justin Fazio in gleich zwei Situationen einiges Glück hatte, dann aber doch bezwungen werden konnte: Einen in den halbrechten Slot unzureichend geklärten Puck setzte Thomas Vallant per Direktabnahme in die Maschen (12.). Es folgten zwei Großchancen auf beiden Seiten: Nach einem Robertson-Schuss im Powerplay legte Brett Findlay nach außen auf den vorm halbleeren Kasten einschussbereiten Marco Insam ab, Thomas Hundertpfund konnte den Pass aber gerade noch abfangen (14.). Als Nick Petersen auf Rok Tičar durchsteckte, umkurvte dieser den Torhüter auf die Rückhandseite, brachte die Scheibe aber nicht mehr über dessen Schoner (16.). Die letzte gute Einschussgelegenheit in Durchgang eins hatte Blaž Gregorc, der aus halblinker Position und von Petersen bedient das Ziel bei numerischem Vorteil jedoch knapp verfehlte (18.).

Früh im zweiten Drittel zog Mike Halmo von der linken Seite nach innen, wischte im Zentrum aber über den Puck (21.), als ein Bischofberger-Versuch genau zu Thomas Hundertpfund abgefälscht wurde und dieser sofort abzog, landete das Spielgerät nur am Beinschoner Fazios (23.). Dann hatten die Gastgeber Pech: Domenico Alberga eroberte hinter dem Kasten die Scheibe und legte sie an den rechten Faceoff-Kreis zurück, von wo aus Robertson sofort abzog, mit seinem Schuss aber nur das Gestänge streifte (24.). Im KAC-Powerplay parierte der HCB-Schlussmann einen gezogenen Haudum-Wristshot von halbrechts mit dem Blocker (27.), auf der Gegenseite fälschte Insam einen weiteren guten Schuss von Dennis Robertson genau in die Fanghand von Sebastian Dahm ab (30.). Auf ein starkes Penalty Killing Klagenfurts mit fünf Befreiungen folgte das nächste Überzahlspiel für die Rotjacken, in dem Haudum an den Torraum zu Hundertpfund durchreichte, dieser jedoch zwei Mal am Torhüter scheiterte (34.). Weil in der Schlussphase des zweiten Drittels der über das gesamte Spiel hinweg mit Stockschlägen malträtierte Nick Petersen einen Faustschlag im Gesicht von Mike Halmo platzierte, kam Bolzano zu seinem fünften Powerplay des Abends, das die Füchse schließlich auch in einen Treffer konvertieren konnten: Robertson zog von Linksaußen ab, Thomas Vallant fälschte unglücklich ab und via Innenstange landete der Puck in den Maschen (40.).

Im dritten Abschnitt, Alexander Cijan ersetzte Nick Petersen, während dieser seine zusätzliche Disziplinarstrafe absaß, hatte Rot-Weiß die erste Gelegenheit, Tičar wurde jedoch bei einem schnell vorgetragenen Angriff zu weit nach außen abgedrängt, um noch gefährlich abschließen zu können (42.). Einen „Drei-gegen-Zwei“-Konter der Hausherren fing Thomas Koch gekonnt mit dem Schlittschuh ab (45.), dann ergab sich für die Klagenfurter eine 89-sekündige doppelte numerische Überlegenheit: Clemens Unterweger setzte einen Onetimer über das Tor, Matt Fraser scheiterte an Fazio, Blaž Gregorc brach der Schläger (jeweils 47.) und Rok Tičars Versuch aus dem Slot wurde geblockt (48.). Ihr sechstes Überzahlspiel konnten die Rotjacken dann aber nutzen, um neuerlich in Führung zu gehen: Der Tičar-Querpass von rechts auf den am langen Pfosten lauernden Petersen wurde zwar abgefangen, Fraser reagierte jedoch am schnellsten und schob die Scheibe zum 3:2 für den EC-KAC ins Tor (52.). Der HCB Südtirol stürmte nun druckvoll, doch mit einer Großtat in der Grätsche stoppte Sebastian Dahm ein Gazley-Solo (53.), später parierte er in Unterzahl einen Robertson-Schuss (55.) und auch Sekunden vor dem Ende war der Däne nicht zu bezwingen, als er sich einem Catenacci-Abschluss aus dem Zentrum entgegenstemmte. Kurz zuvor hatte Thomas Koch auf das verwaiste HCB-Gehäuse gelupft, Gleason Fournier den Puck aber aus der Luft gefangen (jeweils 60.). Der zweite Sieg beim dritten Auftritt in der PalaOnda in dieser Spielzeit war dem EC-KAC nicht mehr zu nehmen. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir waren heute als Mannschaft bereit und zielstrebig, hatten in den letzten Tagen einige gute Meetings und das hat man am Eis auch bemerkt. Der Kampfgeist und Einsatz waren über 60 Minuten da und das hat uns heute den Sieg gebracht. Es ist sehr bitter, dass Martin Schumnig verletzt ausgeschieden ist, Michael Kernberger wurde somit ins kalte Wasser geworfen, hat seine Aufgabe aber gut erfüllt. Die heutigen drei Punkte fußen zweifellos auf einer geschlossenen Leistung der gesamten Mannschaft, das freut uns, wir blicken aber schon auf das Wochenende, an dem noch zwei für uns sehr wichtige Partien am Programm stehen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC konnte den Grunddurchgangssieger HCB Südtirol auch im zweiten direkten Duell in der Pick Round besiegen und seinen zweiten Tabellenplatz somit weiter absichern. Aufgrund der Ergebnisse vom Dienstagabend steht fest, dass die Rotjacken im Playoff-Viertelfinale ab 12. März Heimrecht genießen werden. Der Auswärtserfolg in Italien brachte die Klagenfurter zudem in eine gute Ausgangsposition für den weiteren Wochenverlauf: Sie treten am Freitag (19.15 Uhr) bei den Vienna Capitals an und empfangen am Sonntag (17.30 Uhr) Fehérvár AV19 in der Stadthalle. Holt der EC-KAC einen weiteren Punkt (von sechs möglichen), sichert er sich das Wahlrecht des Viertelfinalgegners, fahren die Rotjacken zwei Zähler ein, qualifizieren sie sich zum insgesamt vierten Mal für die Champions Hockey League.