KAC dreht Partie gegen Wien im Schlussdrittel

Mit zwei Treffern bei "Vier-gegen-Vier" im dritten Abschnitt sicherte sich der EC-KAC einen 3:2-Heimerfolg gegen Wien und damit auch idealen Start in die Pick Round.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC war am Freitag spielfrei, bestritt gegen Wien also seine erste Partie im Rahmen der Pick Round. In deren Tabelle nahmen die Rotjacken unverändert den dritten Rang ein, da sie aus der ersten Phase des Grunddurchgangs einen Bonuspunkt mit in den zweiten Saisonabschnitt gebracht hatten. Gegen die Vienna Capitals vermochten die Klagenfurter zuletzt zu überzeugen, sie siegten spielzeitübergreifend in sechs der jüngsten sieben Konfrontationen und wurden vom aktuellen Vizemeister in keinem dieser Duelle in regulärer Spielzeit bezwungen.

Die Vienna Capitals, die zum achten Mal in Serie in der oberen Gruppe der Zwischenrunde stehen, starteten am Freitag mit einem souveränen 5:2-Heimerfolg gegen die Graz 99ers in die Pick Round. Der Hauptstadtklub ist damit weiterhin erster Verfolger von Spitzenreiter Salzburg. Im bisherigen Saisonverlauf gewann Wien zehn seiner 20 Auswärtsspiele und erreichte damit im vierten Jahr in Serie die 50-Prozent-Marke hinsichtlich Erfolgen in der Fremde. Die letzten drei Auftritte der Capitals außerhalb der Donaustadt endeten allerdings (in Salzburg, Graz und Klagenfurt) allesamt mit Niederlagen.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste unverändert Lars Haugen, Nick Petersen, Lukas Haudum und Marcel Witting (alle verletzt) vorgeben. Die zuletzt geschonten David Fischer, Patrick Harand und Johannes Bischofberger kehrten gegen Wien hingegen wieder in das Lineup zurück, was zur Folge hatte, dass Steven Strong für dieses Spiel aus dem Aufgebot rutschte. Die Rotjacken gingen demnach mit der nahezu identen Aufstellung in die Partie wie beim jüngsten Heimsieg gegen die Capitals in der vergangenen Woche, lediglich Neuzugang Rok Tičar, der eine Sturmformation mit Thomas Koch und Matthew Neal bildete, kam hinzu.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken kamen bereits in der ersten Spielminute zu ihrer ersten Möglichkeit: Martin Schumnig zog von der blauen Linie ab, Matthew Neal war im Slot für die Deflection zur Stelle, aber der Puck ging knapp am Kasten vorbei. Nach einem Scheibenverlust des EC-KAC in der neutralen Zone schnappte sich Ty Loney das Spielgerät und setzte Marc-André Dorion für den Blueliner in Szene, dieser zischte aber am Pfosten vorbei (8.). Anschließend durften sich die Klagenfurter erstmals an diesem Abend in Überzahl beweisen: Thomas Koch spielte den Puck zur Mitte auf den freistehenden Manuel Geier, dieser wischte aber über die Scheibe (9.), Thomas Hundertpfund verzog aus der Halbdistanz (10.). In der elften Spielminute gingen die Capitals dann etwas überraschend mit in Führung: Rafael Rotter behauptete das Spielgerät hinter dem rot-weißen Kasten stark und bediente dann Sondre Olden, der sich vor das Tor schlich und in die lange Ecke einnetzte. Auch in ihrem zweiten Powerplay kamen die Rotjacken nur zu wenigen zwingenden Chancen, Manuel Ganahls abgerissenen Schuss vermochte Ryan Zapolski mit der Spitze seiner Beinschoner am Gehäuse vorbei zu lenken (15.), wenig später wurde ein Rückhand-Versuch des Stürmers geblockt (16.). Auf der Gegenseite zog Rafael Rotter aus spitzem Winkel ab, sein Schlagschuss streifte jedoch nur das Außennetz (18.). 

Nachdem die Hausherren auch ihr drittes Powerplay ungenutzt ließen (Manuel Geier stocherte einen Querpass von Rok Tičar am Pfosten vorbei/23.), kamen sie in der 24. Spielminute zum verdienten Ausgleich: Siim Liivik drang in die Offensivzone ein, ließ auf Andrew Kozek abtropfen und dessen Wristshot rutschte Wiens Goalie zwischen Arm und Oberkörper hindurch in die Maschen. Doch nur gut zwei Minuten später holten sich die Hauptstädter ihre Führung zurück, als Rafael Rotter einen Rebound nach Flood-Distanzschuss mit der Rückhand über die Linie schob (27.). Kurz darauf kamen die Capitals beinahe zu ihrem nächsten Treffer: Nach einem Missverständnis in der KAC-Abwehr kam Mike Zalewksi unmittelbar vor dem KAC-Tor an die Scheibe, scheiterte aber an David Madlener und dem Gestänge (28.). Die Hausherren jagten danach den Ausgleich, aber eine Direktabnahme von Petter Hansson flog am Kasten vorbei (29.) und Matthew Neal brachte am Crease nicht mehr genügend Richtung auf einen Tičar-Querpass (33.). Nachdem der Rotjacken-Schlussmann ein Solo Oldens entschärft hatte (33.), gelang den Klagenfurtern um ein Haar das 2:2, doch der frei vor Zapolski aufgetauchte Rok Tičar traf aus kurzer Distanz nur Metall (36.). Als sich Marco Richter nach sechs, sieben Crosschecks in seinen Rücken mit einem Facewash bei Dorion revanchierte, bekam der KAC-Stürmer zwei Strafminuten mehr aufgebrummt, weil ihm wenig später auch Siim Liivik in die Kühlbox folgte, kamen die Capitals zu einer 97-sekündigen doppelten Überzahl. Die Gastgeber verteidigten sich in dieser Phase prächtig: David Fischer blockte einen aussichtsreichen Flood-Onetimer (39.) und David Madlener war bei einem Wukovits-Schuss von halblinks mit der Fanghand zur Stelle (40.).

Früh im dritten Durchgang war Wien am Drücker: Der aus der Ecke gekommene Wukovits schoss vom rechten Faceoff-Punkt aus nur um Zentimeter an der langen Stange vorbei, einen Holzapfel-Schuss aus kurzer Distanz parierte Madlener (jeweils 42.). Es folgte die an Torchancen reichste Phase der Partie: Zapolski ließ einen Hansson-Schuss aus, Tičar wurde aber am Rebound gehindert (44.), Hundertpfund scheiterte bei numerischem Vorteil von halblinks am Torhüter (47.), auf der Gegenseite rettete der KAC-Goalie in der Grätsche gegen den per Diagonalpass angespielten Taylor Vause (48.). Auch in ihrem fünften Powerplay des Abends gelang den Rotjacken trotz toller Chancen kein Treffer: Der von Tičar in Szene gesetzte Neal schloss aus zentraler Position zu mittig auf Zapolski ab, eine Kozek-Deflection flog hauchdünn am Gestänge vorbei (jeweils 52.). Als dann nach einem Doppelausschluss „Vier-gegen-Vier“ gespielt wurde, drehten die Klagenfurter das Score mit zwei Treffern innerhalb von nur 78 Sekunden: Rok Tičar steckte steil auf Martin Schumnig durch und der aufgerückte Verteidiger vollendete schön in die rechte Kreuzecke (54.). Im nächsten Wechsel brachte Clemens Unterweger den Puck aufs Tor, Thomas Hundertpfund nahm den Abpraller auf und legte ihn nach Haken auf die Vorhand am Goalie vorbei in die Maschen (56.). In der Schlussphase drängten die Capitals energisch auf den Ausgleich: Ein satter Schlagschuss von Ali Wukovits knallte an Madleners Maske (57.) und als Wien am Ende „Sechs-gegen-Vier“ spielte, brillierte der KAC-Goalie zunächst gegen Rotter und Wukovits in extremis (59.), ehe er mit der Abwehr einer Loney-Deflection die drei rot-weißen Punkte final festhielt (60.). (NB/HB)

 

Der Kommentar:

„Ein guter Sieg für uns in einem Spiel, das von beiden Teams nicht das höchste Level an Intensität aufgewiesen hat. Wir haben in dieser Woche sehr hart trainiert, waren daher nicht immer spritzig, haben die heute gestellte Aufgabe unterm Strich aber gut gelöst. Der letzte Abschnitt war von uns gut, Rok Tičar hat Martin Schumnig wunderbar freigespielt und Thomas Hundertpfund kaltschnäuzig den Deckel draufgemacht. Wir sind in dieser Pick Round jetzt voll im Rennen, außerdem war das generell ein wichtiger Sieg, denn heuer haben wir vor Spielpausen in der Regel verloren, nicht so heute. Wir gehen also mit einem positiven Gefühl in dieses Break und freuen uns schon auf die nächsten Partien.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem 15. Sieg im 21. Heimspiel der Saison stockte der EC-KAC sein Punktekonto in der Pick Round auf vier auf, die Rotjacken liegen (bei einem Spiel weniger) damit nur noch einen Zähler hinter den Vienna Capitals auf Tabellenplatz drei. Nach dem nun folgenden International Break wird der amtierende Meister auch sein zweites Spiel in der Zwischenrunde vor heimischer Kulisse bestreiten: Am Mittwoch, dem 12. Februar (Spielbeginn: 19.15 Uhr), sind die Graz 99ers in Klagenfurt zu Gast, die mit zwei Niederlagen in Wien und gegen Salzburg in die Pick Round starteten.