KAC entscheidet Kampf gegen Bolzano für sich

Die Rotjacken kauften Tabellenführer HCB Südtirol am Sonntagabend in einer intensiven, ruppigen Partie die Schneid ab und siegten auf eigenem Eis mit 4:2.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC kehrte am Freitagabend mit einem 5:2-Auswärtssieg beim EC Salzburg auf Tabellenplatz zwei zurück. Es war dies der erste Erfolg der Klagenfurter im dritten Pick Round-Spiel, zuvor waren sie zu Hause den Vienna Capitals (1:2 nach Verlängerung) und auswärts Fehérvár AV19 (3:5) unterlegen. Insgesamt siegten die Rotjacken in 13 ihrer 17 Spiele im Kalenderjahr 2021, von den vier Niederlagen mussten sie zwei gegen den HCB Südtirol (2:3 und 3:4) einstecken. Von den bislang vier Saisonduellen mit dem Leader gewann jedes Team zwei, in allen Begegnungen entschied nur ein Treffer zwischen Sieg und Niederlage.

Der HCB Südtirol dominierte in der Spielzeit 2020/21 bislang die bet-at-home ICE Hockey League, in 42 Partien punktete das Team von Head Coach Greg Ireland stolze 34 Mal. Auch die ersten beiden Pick Round-Spiele entschieden die Füchse für sich, auf eigenem Eis schlugen sie Salzburg mit 4:2, in Wien setzten sie sich nach Overtime mit 4:3 durch. In die Stadthalle kamen die Italiener also mit einer eindrucksvollen Serie im Gepäck, saisonübergreifend wurde jede der letzten neun Pick Round-Begegnungen gewonnen. Gegen den EC-KAC überzeugte der HCB in der jüngeren Vergangenheit vor allem mit seiner stabilen Defensive: In keinem der letzten zehn Spiele gegen Bolzano gelangen den Rotjacken mehr als drei Treffer.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC trat mit dem exakt gleichen Lineup an wie beim Auswärtserfolg in Salzburg am Freitag: Sebastian Dahm stand im Tor, neben den sechs Abwehr- und zwölf Angriffsspielern waren hinten Michael Kernberger und vorne Alexander Cijan als zusätzliche Kräfte mit im Aufgebot. Es fehlten demnach David Fischer, Paul Postma, Niki Kraus (allesamt Langzeitausfälle) und Dennis Sticha (verletzt). Die Rotjacken liefen in dieser Begegnung mit 17 österreichischen Cracks auf (Saisonschnitt 16,4).

 

Der Spielverlauf:

Bereits in der Anfangsphase der Partie gab es Chancen auf beiden Seiten: Rok Tičar scheiterte mit einer Deflection nach Unterweger-Schuss nur knapp (2.), auf der Gegenseite tankte sich Brett Findlay durch den Slot, traf mit seinem Schuss nur die Querlatte, Sebastian Dahm konnte die kurz im Torraum liegende Scheibe gerade noch vor dem heraneilenden Dustin Gazley wegschieben (4.). Nur wenige Sekunden später bejubelten die Rotjacken den Führungstreffer: Clemens Unterweger nahm den Handgelenksschuss von der blauen Linie aus, Matt Fraser verstellte dem Keeper die Sicht und es schlug in der Kreuzecke ein (4.). Nachdem die Gäste gleich zwei Powerplays ungenutzt ließen, bei der aussichtsreichsten Möglichkeit machte Dahm gegen Insam am Rebound alles zu (9.), konnte sich HCB-Torhüter Leland Irving in der 12. Minute mit einem tollen Fanghand-Save gegen Thomas Koch auszeichnen, der einen Gregorc-Schuss im Slot abgefälscht hatte. Kurz darauf umkurvte der Defender am linken Faceoff-Kreis den am Boden liegenden Daniel Catenacci, nahm den Weg um das Tor herum und spielte an den Crease zu Matt Fraser, der bei der Schussabgabe noch behindert wurde und so an Irving scheiterte (13.). In der 18. Spielminute kam der Tabellenführer gleich zu mehreren Möglichkeiten: Zuerst legte Daniel Frank den Puck aus der Tiefe an den Torraum, von wo aus Dustin Gazley erfolglos blieb, dann zischte ein Blueliner von Gleason Fournier hauchdünn am Pfosten vorbei, ehe Sebastian Dahm einen Schlagschuss von Anton Bernard aus dem Slot entschärfen konnte. Auch in der Schlussphase von Durchgang eins gab es noch jeweils einen Hochkaräter auf beiden Seiten: Ivan Tauferer setzte mit einem schönen Pass Daniel Catenacci in Szene, der über den rechten Flügel zum Tor zog, die Scheibe aber nicht über die Linie drücken konnte (19.). Mit der Pausensirene bot sich den Rotjacken ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter über Thomas Hundertpfund, der quer auf Samuel Witting spielte, doch dessen Onetimer flog zu zentral auf Leland Irving (20.). 

In der 24. Minute kam Matt Fraser im Slot zum Schuss, Irving rutschte die Scheibe durch die Beine, kullerte dann aber am Pfosten vorbei. Der Klagenfurter holte sich seinen eigenen Rebound, scheiterte aber erneut am Keeper, der nach einer schönen Seitwärtsbewegung zur Stelle war. Kurz darauf erhöhten die Rotjacken in ihrem ersten Powerplay der Partie auf 2:0, Lukas Haudum knallte einen Unterweger-Querpass an der blauen Linie per Onetimer unter die Querlatte (26.). Ebenso bei numerischer Überlegenheit kamen die Südtiroler wieder auf einen Treffer heran: Mike Halmo ging im Slot quer und setzte dann einen Handgelenksschuss von halblinks in die lange Kreuzecke (30.). Als Manuel Geier im Zweikampf an der Bande Catenacci wegstieß, rächte sich dieser mit einem Crosscheck ins Gesicht des KAC-Stürmers, für beide Akteure war die Partie damit vorzeitig beendet (Verletzung bzw. Spieldauer-Disziplinarstrafe). Im langen Powerplay kamen die Klagenfurter zu einigen Chancen, aber keinem weiteren Treffer: Ganahl ging links steil, schoss jedoch flach an der langen Ecke vorbei (34.), Haudum scheiterte vom rechten Anspielpunkt aus an Irving, Fraser verfehlte den Kasten aus kurzer Distanz (jeweils 35.). Für den HCB Südtirol ergab sich dann sogar ein „Drei-gegen-Eins“-Konter, den Halmo selbst abschloss, Dahm reagierte mit dem Catcher aber bravourös (36.). Als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, verdoppelte der EC-KAC seinen Vorsprung: Steven Strong überraschte Irving mit einem Flip aus spitzem Winkel (38.). Vor der zweiten Pausensirene hatten die Füchse noch eine Großchance auf den neuerlichen Anschlusstreffer: Nach einem schönen Gazley-Pass von rechts zur Mitte hielt Brett Findlay den Schläger hin und wollte in die Maschen abtropfen lassen, aber Sebastian Dahm parierte mit den Pads (38.). 

Zu Beginn des Schlussdrittels bediente Thomas Hundertpfund mit einem Rückpass von hinter dem Kasten aus den heranstürmenden Johannes Bischofberger, der sofort abzog, jedoch nur einen HCB-Verteidiger traf (42.). Auf der Gegenseite brachte Tauferer den Puck von Rechtsaußen zum Tor, wo dieser kurzfristig am Crease lag, Findlay reagierte zwar am schnellsten, konnte das Spielgerät aber dennoch nicht über die Linie drücken, gleich erging es seinem Linienkollegen Frank (46.). Nach einem neuerlichen, unnötig harten Einsteigen von Halmo (Bandencheck von hinten gegen Rok Tičar) fasste der Stürmer erneut zwei Strafminuten aus, im folgenden Powerplay kamen die Rotjacken zu Chancen durch Lukas Haudum (Snapshot von rechts, Irving parierte) und Matt Fraser, der einen Gregorc-Schuss knapp am Pfosten vorbei abfälschte (jeweils 50.). Ihrerseits bei numerischer Überlegenheit agierend, kamen die Gäste auf 2:3 aus ihrer Sicht heran: Im Getümmel am Torraum brachte Steven Strong den Puck mit der Hand aus der Gefahrenzone, servierte sie damit aber genau Brett Findlay, der sie aus kurzer Distanz unter die Querlatte setzte (52.). Die Italiener versuchten, in der Schlussphase mit einem Mann mehr auf dem Eis zum Ausgleich zu kommen, doch Manuel Ganahl und Nick Petersen eroberten in der Rundung die Scheibe, der Letztgenannte bediente Rok Tičar, der mit seinem Schuss ins verwaiste Tor den 4:2 Endstand herstellte (59.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Ein guter Auftritt unserer Mannschaft, das hatte heute teilweise den Anschein einer Playoff-Partie. Wir haben am Eis sehr viel harte Arbeit geleistet, blieben unserem System über die volle Spielzeit hinweg treu, jeder Spieler hat seinen Beitrag zu diesem Erfolg abgeliefert. Das Spiel wurde in einzelnen Phasen recht schmutzig geführt. Wenn Bolzano diese Karte spielen möchte, ist das für mich kein Problem, wir werden nicht zurückstecken, niemals. Aber wichtig ist, dass wir als verschworenes Team eine tolle kämpferische Leistung geboten haben und so zu drei Punkten kamen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem dritten Sieg im fünften Saisonduell mit dem HCB Südtirol schloss der EC-KAC nach Punkten zum Tabellenführer aus Italien auf, beide Teams halten nun bei neun Zählern. Allerdings haben die Klagenfurter bereits ein Spiel mehr bestritten, sie haben die Hälfte der Pick Round damit hinter sich und sind am Dienstag dementsprechend spielfrei. Wieder im Einsatz sind die Rotjacken am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr), wenn sie den aktuellen Fünften, den EC Salzburg, in der Stadthalle empfangen. Diese Begegnung wird vom Klub über die Liga-Plattform live.ice.hockey als Stream übertragen, Sendungsbeginn ist um 17.15 Uhr.