KAC erneut ohne Gegentor

Spielerisch überzeugende Rotjacken besiegten am Sonntagnachmittag mit Orli Znojmo einen Konkurrenten aus dem direkten Tabellenumfeld klar und verdient mit 4:0.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte in fünf seiner letzten sechs Partien punkten, lediglich im Heimspiel gegen den HCB Südtirol am vergangenen Dienstag (0:1) blieben die Rotjacken ohne Zähler. Ihr letztes Spiel gewannen die Klagenfurter am Freitagabend beim Tabellenletzten in Dornbirn mit 3:0, wodurch sie sich in der Tabelle wieder auf den dritten Rang nach vorne schoben. Von den bislang drei Saisonduellen mit Znojmo, in denen am Ende jeweils nur ein einziger Treffer Sieger und Verlierer trennte, konnte der amtierende Meister zwei für sich entscheiden, zudem bauten die Rotjacken auf eine beeindruckende Serie gegen die Tschechen auf eigenem Eis: Jede der letzten sieben Heimpartien gegen die Adler konnte der EC-KAC gewinnen.

Orli Znojmo war am Freitag spielfrei und wurde in der Tabelle daher von Klagenfurt und Linz überholt und auf Rang fünf verwiesen. Die Südmähren hatten rund um den Jahreswechsel ihre Probleme, von fünf aufeinanderfolgenden Partien vermochten sie nur eine (zu Hause gegen Linz/7:2) zu gewinnen. Ihr letztes Spiel gestalteten die Adler allerdings positiv, am Dienstag bezwangen sie zu Hause des HC Innsbruck mit 4:2. Fünf Runden vor dem Ende der ersten Grunddurchgangsphase wiesen die Tschechen (35 Spiele) einen Zähler Vorsprung auf den HCB Südtirol (36 Partien) auf, mit fünf bzw. sechs Punkten Rückstand folgten Villach und Graz (jeweils 34 Begegnungen).

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken füllten sich vor dem Heimspiel gegen Orli Znojmo die Reihen: Die leicht erkrankten Andrew Kozek und Johannes Bischofberger waren wieder vollständig gesund und konnten uneingeschränkt mitwirken. Das vorgesehene Comeback von Lars Haugen am Spielberichtsbogen musste jedoch kurzfristig verschoben werden, nachdem sich der Goalie nach dem Morning Skate nicht gut gefühlt hatte. Neben ihm fehlten mit den rekonvaleszenten Stürmern Nick Petersen und Marcel Witting nur noch zwei Feldspieler. Daniel Obersteiner behielt seinen Platz an der Seite von Koch/Neal, Andrew Kozek stürmte neben Haudum/Richter.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken dominierten den ersten Abschnitt und kamen, nachdem Stefan Geier einen Schumnig-Schuss knapp neben den Pfosten abgefälscht hatte (3.), in der vierten Minute zu ihrer ersten Großchance durch Johannes Bischofberger, der mit einem Wristshot aus dem Slot an Torhüter Dominik Groh scheiterte, ehe der Nachschuss von David Fischer geblockt wurde. Kurz darauf warf sich ein Tscheche auch in einen Schuss von links, abgegeben von Thomas Koch, Daniel Obersteiner blieb anschließend aus kurzer Distanz erfolglos (jeweils 5.). Znojmo konnte seine erste Möglichkeit in der sechsten Minute verbuchen, als Aleš Sova von der blauen Linie abzog, Lukáš Vopelka fälschte ab, doch David Madlener war mit dem Schoner zur Stelle. Auf der Gegenseite zeichnete Andrew Kozek für die nächste rot-weiße Offensivaktion verantwortlich, Groh wehrte seinen Handgelenksschuss vom linken Faceoff-Kreis aus aber mit der Schulter ab (7.), dann lenkte Matthew Neal einen Fischer-Kracher knapp neben den Kasten (9.). In der nächsten Szene hatte Philip McRae am Torraum den Querpass an den langen Pfosten im Sinn, dieser wurde aber unterbunden und leitete ein Breakaway über Manuel Ganahl ein, der die Scheibe, auch bedingt durch einen Stockschlag von Adam Sedlák, nicht am tschechischen Schlussmann vorbei brachte (15.). Mit Ablauf der fälligen Strafzeit legte Siim Liivik den Puck aus spitzem Winkel an den Torraum - Manuel Geier und Adam Comrie setzten nach, aber Dominik Groh behielt die Oberhand (17.). Gleich darauf folgte das nächste Powerplay für den EC-KAC und nun konnte Rot-Weiß daraus auch Kapital schlagen: Ein wohl nicht zwingend so gedachter Obersteiner-Rückhandpass von der Halfwall fand den vor dem Tor völlig alleine gelassenen Thomas Koch, der einen Haken auf die Rückhand anbrachte und eiskalt zum 1:0 einnetze (18.). 

Kurz nach Wiederbeginn bot sich den Rotjacken eine „Zwei-gegen-Eins“-Kontermöglichkeit im tollen Zusammenspiel von Manuel Ganahl und Johannes Bischofberger, der gute Übersicht bewies und die Scheibe in den Slot auf den nachkommenden Thomas Hundertpfund servierte, dessen Abnahme den bereits am Boden liegenden Gäste-Torhüter aber nur am Gesäß traf (21.). In der 23. Minute versuchte es Antonín Bořuta mit einem Blueliner, dieser wurde von Matěj Češík noch abgefälscht, zischte aber am Gehäuse vorbei (23.). Mit einem schnellen Aufbau leiteten die Klagenfurter ihre nächste Chance über Marco Richter ein, der vom rechten Anspielpunkt aus abzog: Dominik Groh ließ einen gefährlichen Rebound zu, aber Lukas Haudum konnte diesen nicht verwerten (25.). Wenig später musste der Schlussmann der Tschechen aber neuerlich hinter sich greifen: Nach einem parierten Schuss von Adam Comrie landete der erste Rebound von Andrew Kozek an der Stange, von einem Abwehrspieler der Gäste tropfte der Puck zum 2:0 über die Linie (25.). Im nächsten Shift erhöhte Petter Hansson nach perfekter Vorlage von Thomas Hundertpfund mit einem Onetimer aus dem Slot beinahe auf 3:0, doch Groh war auf dem Posten (26.). Ein erstes Überzahlspiel der Tschechen verteidigten die Rotjacken gut, als Klagenfurt selbst zur Powerplaygelegenheit kam, verfehlte Matthew Neal das Tor nur knapp, Thomas Koch hatte diagonal schön durchgesteckt (34.). Als die Gäste ein weiteres Mal mit einem Mann mehr am Eis standen, klärte der EC-KAC vier Mal die Zone, in der Endphase der Zwei-Minuten-Sequenz musste David Madlener im Spagat und mit der Fanghand sein ganzes Können aufbieten, um den Anschlusstreffer durch Tomáš Svoboda zu verhindern (38.). Eine wunderbare Pass-Kombination der Hundertpfund-Linie führte in der Schlussminute des zweiten Durchgangs um ein Haar zum nächsten Tor, Johannes Bischofberger brachte aus spitzem Winkel jedoch zu wenig Druck auf seinen Schläger, um den Puck in das halbleere Gehäuse abzulenken (40.). 

Die erste Möglichkeit im letzten Drittel ging auf das Konto der Gäste, doch Češík blieb nach Vorarbeit von Bartoš mit einem Handgelenksschuss aus dem Slot am Schoner von David Madlener hängen (42.). Dann drehten aber wieder die Rotjacken auf: Manuel Ganahl schob sich über links energisch auf den Kasten zu, der in den Slot zurückspringende Rebound landete genau bei Adam Comrie, dessen Direktabnahme aber um Zentimeter an der rechten Kreuzecke vorbeiflog (44.). Kurz darauf musste sich der Keeper Znojmos aber ein drittes Mal geschlagen geben, als sich Manuel Geier am linken Anspielpunkt die Scheibe sicherte, vors Tor zog und mit der Rückhand über den Catcher von Groh hinweg abschloss (49.). Damit war die Vorentscheidung gefallen, die Geschichte dieser Partie jedoch noch nicht zu Ende erzählt: Ein Powerplay der Gäste mutierte zum Bilderbuch-Penalty Killing der Klagenfurter, die sich gleich sechs Mal aus der eigenen Zone befreien konnten und durch Hundertpfund (Solo) und Bischofberger (vor dem halbleeren Tor) sogar zwei goldene Gelegenheiten auf den Shorthander vorfanden (jeweils 54.). Nachdem Lukas Haudum nach feiner Einzelaktion im letzten Moment noch gestoppt wurde (56.), setzte der EC-KAC im folgenden Shift den Schlusspunkt einer starken Vorstellung: Von der eigenen Zone aus setzte Johannes Bischofberger Manuel Ganahl via Bande so in Szene, dass dieser im Solo auf den Kasten der Adler zustürmen konnte, mit einem schönen Haken auf die Rückhand und Abschluss unter das Tordach fixierte Ganahl den Endstand von 4:0. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir waren taktisch heute sehr gut. Znojmo ist ein offensiv höchst gefährliches Team, wir gaben ihnen aber über 60 Minuten hinweg kaum Gelegenheiten, dies unter Beweis zu stellen. Mir hat unser Auftritt gut gefallen, man sah, dass sich unsere Mannschaft die Bedeutung dieser Partie sehr verinnerlicht hatte, unser Puck Management war stark. Es gilt aber wie immer, weder zu hoch zu fliegen noch zu tief zu tauchen, schon übermorgen steht die nächste Partie am Programm und da müssen wir in den Details unseres Konzepts wieder vieles richtig machen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem zweiten Shutout-Sieg an diesem Wochenende, insgesamt dem bereits elften „Zu Null“ in dieser Saison, festigte der EC-KAC seinen dritten Tabellenrang hinter dem EC Salzburg und den Vienna Capitals, die am Sonntagabend bereits ihr Pick Round-Ticket und damit auch ihre Play-Off-Teilnahme fixieren konnten. Die Rotjacken weisen (bei einem Spiel weniger) nun fünf Zähler Vorsprung auf Platz sechs auf, den aktuell der HCB Südtirol innehat. Die nächsten Aufgaben für den amtierenden Meister sind am Dienstagabend (19.15 Uhr) das Auswärtsspiel bei Fehérvár AV19 und dann am Freitag (19.15 Uhr) die Heimbegegnung mit dem HC Innsbruck im Rahmen der Student Night.