KAC-Sieg in Salzburg zum Saisonstart

Kompaktes Defensivverhalten und zwei Powerplaytreffer sicherten den Rotjacken zum Saisonauftakt am Freitagabend einen 4:2-Auswärtssieg beim EC Salzburg.

Foto: GEPA/RedBull/Steiner

 

Die Ausgangssituation:

Der EC Salzburg ging nach der bitteren Niederlage im siebten und entscheidenden Finalspiel der vergangenen Spielzeit als Vizemeister in die EBEL-Saison 2018/19. Die Bullen stellten in ihren bisherigen Testspielen sowie in der Champions Hockey League ihre gute Form unter Beweis und standen in insgesamt sechs Begegnungen nur ein Mal - auswärts gegen den schwedischen Meister Växjö - als Verlierer nach 60 Minuten da. Gegen die Rotjacken lief es für Salzburg zuletzt blendend: Sämtliche sechs Duelle der vergangenen Saison wurden gewonnen, die drei jüngsten jedoch erst in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen.

Hinter dem EC-KAC liegt eine Vorbereitungsphase, in der der Umstellung auf das neue Spielsystem deutlichen Vorrang gegenüber dem Erzielen positiver Ergebnisse eingeräumt wurde. Daher konnte man  - am vergangenen Sonntag gegen Medveščak - auch nur einen Sieg in acht Pre-Season-Partien feiern. In Salzburg taten sich die Rotjacken historisch betrachtet meist recht schwer, von 63 Auftritten konnten nur 20 erfolgreich gestaltet werden, elf davon in regulärer Spielzeit. Für die jüngere Vergangenheit ist jedoch ein Aufwärtstrend zu attestieren: Immerhin fünf der letzten zwölf Begegnungen im Volksgarten endeten mit einem rot-weißen Erfolg.

 

Die Personalien:

Im ersten Ligaspiel der neuen Saison konnte der Trainerstab um Petri Matikainen personell fast aus dem Vollen schöpfen, mit Ausnahme von Christoph Duller (Unterkörperverletzung) stand der komplette Kader zur Verfügung. Aufgeboten wurden die aus den jüngsten Testspielen bekannten vier Angriffsformationen, auch bei den drei Paarungen in der Defensive kam es zu keinen Veränderungen. Im Tor gab als Starter der im Sommer verpflichtete Lars Haugen sein EBEL-Debüt.

 

Der Spielverlauf:

Mit gut zehn Minuten Verspätung aufgrund der tollen und würdigen Verabschiedungszeremonie für den ehemaligen Salzburg- und KAC-Spieler Daniel Welser startete die EBEL-Saison 2018/19 auch für die Bullen und die Rotjacken. Die Hausherren fanden in der dritten Minute die erste dicke Gelegenheit vor: Dominique Heinrich steckte vertikal auf Chris VandeVelde durch, der Torhüter Lars Haugen mit einem Haken verlud, dann jedoch über den Puck wischte. Im folgenden ersten Überzahlspiel kam Salzburg zu zwei Abschlüssen aus dem Slot, sowohl gegen Herburger als auch gegen VandeVelde parierte der KAC-Goalie stark (4.). Auch bei der nächsten angezeigten Strafe gegen die Rotjacken bewahrte Lars Haugen sein Team vor einem Rückstand, als er bei einem Abschluss des frei vor ihm aufgetauchten Thomas Raffl mit der Fanghand zur Stelle war (9.). Ihr drittes Überzahlspiel konvertierten die Bullen dann jedoch in einen Treffer: Ein Fernschuss von Bobby Raymond wurde im Slot so abgefälscht, dass sich der Puck in einer Parabelkurve hinter dem KAC-Schlussmann ins Tor senkte (12.). Als äußerst effizient präsentierten sich in den folgenden Minuten dann jedoch die Rotjacken, die jeweils bei numerischer Überlegenheit zwei Mal anschreiben konnten, beide Treffer gingen auf das Konto von Adam Comrie. Zunächst sendete er einen satten Schlagschuss aus der Distanz ein (13.), nur 76 Sekunden später erwischte er Salzburgs Schlussmann zwischen den Beinschonern (14.). Ein Aufbäumen der Gastgeber nach dem erstmaligen Rückstand verhinderten die Klagenfurter mit konsequentem Spiel in der eigenen Zone, sinnbildlich standen sechs geblockte Schüsse alleine in den ersten 17 Spielminuten. Zusätzlich konnten sich die Rotjacken auf Goalie Lars Haugen verlassen, so etwa bei einem verdeckten Fernschuss von Heinrich (20.).

Früh im zweiten Durchgang verhängte Schiedsrichter Kellner eine harte Strafe gegen Kapitän Manuel Geier wegen Beinstellens, Salzburg schlug ein zweites Mal Kapital aus der Möglichkeit der numerischen Überlegenheit: Raphael Herburger klopfte aus kurzer Distanz einen Rebound in die Maschen (22.). Doch Rot-Weiß ließ sich vom Gegentreffer nicht beirren und ging erneut in Führung: Marco Richter behauptete den Puck hinter dem gegnerischen Kasten gegen gleich zwei Gegenspieler, ehe er genau im richtigen Moment zurücklegte, Mitch Wahl übernahm an den rechten Hashmarks direkt und stellte via Innenstange auf 3:2 für den EC-KAC (25.). Schon kurz zuvor hatte der US-Amerikaner eine glänzende Chance aus spitzem Winkel vorgefunden, Torhüter Steve Michalek kratzte die Scheibe jedoch nach spektakulärer Seitwärtsbewegung von der Linie (23.). Für die erstmalige Zwei-Tore-Führung der Gäste sorgte dann Stefan Geier: Nach einem Fernschuss von Martin Schumnig, der von der Bande hinter dem Kasten auf den linken Flügel sprang, reagierte der Stürmer blitzschnell und schickte den Puck direkt in die Maschen (28.). Die Klagenfurter blieben am Drücker, im Powerplay schrammte Adam Comrie knapp an seinem dritten Treffer des Abends vorbei (29.), der aufgerückte Robin Gartner ging bei einer Doppelchance ebenfalls leer aus (34.).  Dazwischen zeichnete sich Haugen gegen VandeVelde aus (31.), ehe der Norweger in der Schlussphase des zweiten Abschnitts dann auch im Glück war: Nach einer Abwehr mit der Schulter sprang der Abpraller direkt zum an den linken Hashmarks aufgetauchten Matthias Trattnig, der das halbleere Gehäuse vor sich hatte, den Puck aber nicht genau traf (39.).

Im dritten Drittel gelang es den Rotjacken über weite Strecken vorzüglich, Salzburg weit weg vom eigenen Tor zu halten, nach 26 Schüssen der Bullen in den ersten 40 Minuten ließ Klagenfurt im Schlussabschnitt nur noch deren sieben zu. Mit den lautstarken KAC-Fans im Sektor hinter ihm im Rücken brillierte Lars Haugen weiter: Bei einem Rückhandversuch von Layne Viveiros ebenso wie gegen den von Ryan Duncan schön per Steilpass bedienten Brant Harris (jeweils 45.). Nach einem vergebenen „Zwei-gegen-Eins“-Konter mit Andrew Kozek, bei dem sich Nick Petersen selbst zum Abschluss entschied (51.), griffen die Bullen wieder an: Sie rotierten gut aus der Ecke heraus, sodass letztlich Regner frei im hohen Slot zum Abschluss kam, dabei jedoch seinen Meister im KAC-Goalie fand (51.). Der Rekordmeister verteidigte sich unverändert geschickt, Salzburgs einzige große Möglichkeit der Schlussphase hatte John Hughes, der sich zwischen zwei Abwehrspielern durchschob, seinen Schuss dann jedoch an die Maske von Haugen setzte (58.). Auch mit einem sechsten Feldspieler konnten die Bullen am Ende nicht mehr verkürzen, der EC-KAC siegte erstmals seit den Play-Offs 2017 wieder in regulärer Spielzeit im Volksgarten. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir hatten einen schwierigen Start, spielten die Hälfte der ersten elf Minuten in Unterzahl. Wir Trainer haben aber von Beginn an gemerkt, dass unser Team viel aus den letzten Wochen gelernt hat. Als Mannschaft haben wir sehr gut und kompakt agiert, mit Fortdauer der Partie steigerte sich auch unser Selbstvertrauen. Der zweite Abschnitt war schon nahe an dem Eishockey dran, das wir uns vorstellen, im dritten Drittel waren wir smart, haben nicht an den möglichen Sieg gedacht, sondern uns darauf konzentriert, bei unserem System zu bleiben. Mit durchgehend vier Linien haben wir viel Energie aufs Eis gebracht, Lars Haugen hat großartig gespielt, ein guter Abend.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach dem Auftaktsieg in Salzburg warten acht weitere Auswärtsspiele hintereinander auf den EC-KAC. Das nächste folgt allerdings nicht wie geplant am Sonntag, die Partie bei Orli Znojmo wurde aufgrund von Umbauarbeiten in der Heimstätte der Tschechen auf den 9. Oktober verlegt. Somit treten die Rotjacken erst am kommenden Freitag (Spielbeginn: 18.45 Uhr) wieder zu einem EBEL-Spiel an, wenn sie in Ungarn bei Fehérvár AV19 zu Gast sind.