Kein KAC-Treffer in Linz

Zum Abschluss der ersten Grunddurchgangsphase in der Erste Bank Eishockey Liga unterlag der EC-KAC, der ohne acht Stammkräfte antrat, beim EHC Linz mit 0:3.

Foto: EHC Linz/Draxler

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC besiegte am Freitagabend vor eigenem Publikum die Vienna Capitals mit 3:1 und fixierte damit seine Teilnahme an der oberen Gruppe der Zwischenrunde. Gleichzeitig buchten die Rotjacken damit auch ihr Play-Off-Ticket und sicherten sich zudem einen Bonuspunkt für die Pick Round. Die Auswärtspartie in Linz hatte für die Klagenfurter daher nur noch eingeschränkte Bedeutung. An der Unteren Donaulände lief es für den EC-KAC zuletzt recht gut: Beim ersten Auftritt der Saison Ende Oktober gewann Rot-Weiß im Penaltyschießen, es war dies der dritte Auswärtserfolg gegen die Black Wings am Stück.

Der EHC Linz unterlag am Freitag bei Schlusslicht Dornbirn mit 3:4 nach Verlängerung, wodurch er seine letzte rechnerische Chance einbüßte, es noch in die Pick Round zu schaffen. Wie bereits im Vorjahr müssen die Oberösterreicher den Sprung in die Play-Offs über die untere Gruppe der Zwischenrunde schaffen. Hinsichtlich der Ausgangsposition in der Qualification Round war das Heimspiel gegen Klagenfurt von großer Bedeutung, war die Bandbreite an möglichen Bonuspunkten für die Black Wings mit vier bis acht Zählern doch noch sehr groß. Optimismus durfte Linz aus den bisherigen Saisonbegegnungen schöpfen: Gegen keine andere Mannschaft holte der EC-KAC im laufenden Spieljahr bislang weniger Punkte als gegen den EHC (zwei von neun möglichen, Anm.).

 

Die Personalien:

Der EC-KAC reiste ohne acht Stammkräfte nach Linz: Lars Haugen, Nick Petersen, Lukas Haudum, Marcel Witting und Philipp Kreuzer fehlten verletzt, David Fischer, Patrick Harand, Johannes Bischofberger wurden geschont. Gegenüber dem Heimsieg gegen Wien am Freitag kamen drei Cracks neu in das Aufgebot: Neuzugang Rok Tičar gab sein Debüt im KAC-Trikot, aus dem Farmteam rückten Verteidiger Kele Steffler und Stürmer Dennis Sticha in das Lineup auf. Gewechselt wurde auf der Torhüterposition: Nach 63 AHL-Karriereeinsätzen gab Florian Vorauer sein Debüt in der Kampfmannschaft, erstmals seit November 2009 oder 660 Partien starteten die Rotjacken damit wieder mit einem Eigenbauspieler zwischen den Pfosten in ein Ligaspiel. Das KAC-Lineup war mit einem Durchschnittsalter von 27,1 Jahren das jüngste der bisherigen Spielzeit.

 

Der Spielverlauf:

In einem ausgeglichenen Auftaktdrittel hatten die Rotjacken die erste Gelegenheit: Ein weiter Doppelpass mit Matthew Neal brachte Rok Tičar in Position (1.), Linz-Goalie Jeff Glass machte in dieser Situation aber ebenso die kurze Ecke zu wie wenig später bei einem Abschluss von Marco Richter (3.). Danach stand sein Gegenüber Florian Vorauer im Mittelpunkt: Er parierte einen satten Handgelenksschuss von Brian Lebler aus dem Zentrum mit den Beinschonern (5.), auch im folgenden Angriff verneinte der junge Klagenfurter den Linzer Torjäger mit den Pads und parierte zusätzlich auch den Rückhand-Rebound von Dragan Umičević (6.). Der erste Treffer im Spiel gelang dennoch den Hausherren: Matt Finn jagte einen Onetimer von der blauen Linie aus aufs Tor, ein leichtes Abfälschen irritierte Vorauer, der den Puck passieren lassen musste (8.). Der EC-KAC drängte sofort auf den Ausgleich: Den Hansson-Schlenzer am Ende eines „Zwei-gegen-Eins“-Angriffs wehrte Glass mit der Schulter ab, den von Tičar aufs Tor gebrachten Abpraller parierte der Schlussmann ebenso (8.). Von Andrew Kozek von Rechtsaußen bedient, verzog Thomas Koch aus guter Position (10.), dann brachte Tičar das Spielgerät nach Neal-Zuspiel im Zentrum nicht richtig unter Kontrolle (12.). Auch die größte Möglichkeit auf den Ausgleichstreffer ging auf das Konto dieses Duos: Mit einem feinen Rückhandpass gegen die Laufrichtung fand Matthew Neal den am Torraum freien Rok Tičar, seinen Schuss hatte Glass aber mit dem Catcher (15.). 

Der im ersten Abschnitt sehr auffällige Slowene war auch an der ersten guten Gelegenheit im zweiten Durchgang beteiligt: Er fälschte einen scharfen Diagonalpass von Neal in der Mitte gut ab, Glass parierte, Obersteiner gelangte nicht an den Rebound (22.). Im zweiten KAC-Powerplay der Partie gab der Linzer Goalie zwei Abpraller her, beim ersten kamen Ganahl und Kozek etwas zu spät (24.), den zweiten fischte Glass vor dem einschussbereiten Neal selbst aus der Luft (25.). Von den Gastgebern kam in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs offensiv recht wenig, erst in Minute 31 fälschte Andreas Kristler einen Florek-Querpass knapp am Gehäuse vorbei ab. Im nächsten Überzahlspiel der Rotjacken war Glass bei einer Obersteiner-Direktabnahme vom rechten Faceoff-Punkt aus mit der Fanghand zur Stelle (32.), effektiver agierten im Powerplay die Black Wings: Rick Schofield spielte von Rechtsaußen an den Torraum, wo Brian Lebler den Puck mit der Rückhand um Vorauer herum zum 2:0 in die Maschen legte (35.). Nachdem ein Tip-In von Rok Tičar über die Querlatte gesegelt war (36.), erhöhte Linz das Score weiter: Nach flinkem Umschalten brachte Justin Florek von rechts einen feinen Rückhand-Flip-Pass ins Zentrum, Hunter Fejes stand richtig und steckte das Zuspiel in die Maschen (37.).

Früh im dritten Abschnitt hob Fejes mit einem starken Antritt ein Icing auf und legte auf den zentral ungedeckten Kristler zurück, der mit seinem Schuss aber an Vorauer scheiterte (42.). Folgende Powerplays für beide Teams brachten wenig Zählbares, als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde stand erneut Jeff Glass im Mittelpunkt, indem er einen Hundertpfund-Schuss aus kürzester Distanz, ermöglicht durch eine schöne Kombination seiner Sturmformation, entschärfen konnte (48.). Ein tolles Neal-Zuspiel fand den zwischen den Hashmarks völlig freien Daniel Obersteiner, der mit seinem Schuss aber ebenso am Linzer Goalie scheiterte (50.). Dann kreierten die Hausherren wieder offensive Szenen: Kristler legte einen Rebound über die Querlatte (51.), Lebler scheiterte nach KAC-Fehlpass von halbrechts an Vorauer, der mit der Stockhand abwehrte (52.). Als sich beide Teams bereits mit dem Ausgang der Partie abgefunden hatten, hielt Jeff Glass sein Shutout fest: Einen Schumnig-Schuss gegen die Bewegungsrichtung parierte er mit den Pads (58.), Sekunden vor dem Ende rettete er im Liegen gegen den stark aufspielenden Debütanten Rok Tičar (60.). (HB)

 

Der Kommentar:

„So sieht ein Spiel aus, wenn man nicht zu einhundert Prozent bei der Sache ist. Wir hatten heute genug Chancen, waren aber nicht mit jeder Faser unseres Körpers auf den Kampf eingestellt und agierten darum vergleichsweise soft und passiv. Linz hat sich gut verteidigt und konnte auf einen starken Goalie bauen, wir brachten heute aber nicht jene Energie aufs Eis, die nötig gewesen wäre, um dieses Spiel zu gewinnen. Angesichts der Ausgangssituation ist das menschlich und auch verständlich, aber wir werden uns jetzt sieben Tage lang sehr intensiv und strebsam auf den Pick Round-Auftakt vorbereiten, um dort wieder KAC-Eishockey zu spielen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC steht zum vierten Mal in Folge in der für ihn am 2. Februar beginnenden Pick Round, in der der EC Salzburg, die Vienna Capitals, die Graz 99ers und der HCB Südtirol die Gegner im Kampf um die beste Ausgangsposition für die Play-Offs sein werden. Gegen sämtliche vier Teams konnten die Rotjacken in der ersten Phase des Grunddurchgangs eine für sie positive Bilanz ziehen (insgesamt 29:19 Punkte). Der amtierende Meister ist zum Zwischenrundenauftakt spielfrei und greift am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Wien in das Geschehen ein. Der Vorverkauf für die vier Pick Round-Partien auf Klagenfurter Eis startet morgen Montag um 9.00 Uhr.