Kein Punktezuwachs in Vorarlberg

Auf zwei Gegentreffer im Schlussdrittel fanden die Rotjacken am Freitagabend keine Antwort, sie unterlagen im Auswärtsspiel beim Dornbirner EC mit 1:3. 

Foto: DEC/Blende47

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken konnten in jeder ihrer drei Partien seit der Meisterschaftspause punkten: Nach der Shootout-Heimniederlage gegen den Dornbirner EC siegten sie zuletzt sowohl gegen Fehérvár AV19 (5:0) als auch beim HC Innsbruck (2:1) und gingen damit auf Tabellenplatz drei liegend in ihr bereits zweites Auswärtsspiel in Vorarlberg in dieser Saison. In der Fremde fuhren die Klagenfurter in der laufenden Spielzeit meist sehr erfreuliche Ergebnisse ein, drei von vier Partien wurden gewonnen, lediglich in Salzburg zog man Mitte Oktober den Kürzeren. Auch im Messestadion fühlten sich die Rotjacken zuletzt recht wohl, gelangen ihnen dort doch fünf Siege am Stück. 

Der Dornbirner EC konnte sein Punktekonto in vier seiner fünf seit der Ligaunterbrechung ausgetragenen Partien aufstocken, zuletzt besiegten die Bulldogs am Mittwochabend die Black Wings 1992 nach früher 3:0-Führung mit 5:3. Den Rekordmeister empfing der DEC damit als Tabellensechster. Das letzte Duell zwischen diesen beiden Klubs, ausgetragen vor elf Tagen in Klagenfurt, entschieden die Vorarlberger mit 4:3 nach Penaltyschießen für sich, es war dies der erste Dornbirner Sieg gegen den EC-KAC nach zuvor neun Niederlagen in Serie.

 

Die Personalien:

Vor der Auswärtspartie in Vorarlberg wurde die Personalsituation bei den Rotjacken erneut ein Stück prekärer, insgesamt gleich acht Cracks, die heuer bereits in Ligaspielen eingesetzt wurden, standen nicht zur Verfügung. Letzter Neuzugang auf dieser Liste war der angeschlagene Verteidiger Fredrik Eriksson, der zwar nach Dornbirn mitgereist war, jedoch nicht rechtzeitig gänzlich fit wurde. Die Klagenfurter boten daher vor Starting Goalie David Madlener lediglich fünf Verteidiger auf, Michael Kernberger verblieb im Angriff. Dennis Sticha kehrte gegen den DEC ins Lineup zurück und bildete einen Block mit Thomas Hundertpfund und Manuel Ganahl. Insgesamt umfasste das Aufgebot der Klagenfurter von Backup-Torhüter Sebastian Dahm abgesehen nur drei Importspieler.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten ambitioniert in die Partie und hielten die Bulldogs in den Anfangsminuten weit vom eigenen Verteidigungsdrittel entfernt. Die erste Gelegenheit ergab sich für Rok Tičar, der einen Schlenzer von Blaž Gregorc abfälschte, Torhüter Thomas Höneckl war mit den Beinschonern zur Stelle (2.). Auch danach hatten die Gäste Vorteile in Sachen Puckbesitz, zu den klareren Chancen  kam jedoch der DEC: In einem Getümmel vor dem KAC-Tor behielt Andrew Yogan die Übersicht, mit der Rückhand schlenzte er die Scheibe von den linken Hashmarks aus auf den Kasten, traf jedoch nur den Pfosten (7.). Dornbirns Torjäger kam in seinem nächsten Shift gar zu einer Solo-Chance, David Madlener machte die finale Bewegung des Stürmers jedoch mit, sodass dieser nur ins Außennetz traf (10.). Eine schön anzusehende Kombination mit Tičar nach dem Zoneneintritt brachte in Minute 17 Petersen zum Abschluss, seinen scharfen Wristshot vermochte Höneckl jedoch mit dem Blocker zu parieren. Auf der Gegenseite kam der dritte Block der Bulldogs zu einer großen Möglichkeit: Macierzynski legte die Scheibe von hinter dem Kasten in den Slot, von wo aus Schwinger und Häußle jedoch insgesamt drei Mal an den Pads von Madlener scheiterten (18.). In der Endphase des Startdrittels durften sich die Rotjacken erstmals im Powerplay versuchen, konnten den numerischen Vorteil jedoch nicht in einen Treffer ummünzen: Lukas Haudum fälschte einen scharfen Diagonalpass von Tičar an der langen Kreuzecke vorbei ab (19.). 

Im zweiten Abschnitt hebelte ein Vertikalpass durch die Mitte die KAC-Abwehr aus, Daniel Woger lief das Solo auf David Madlener, dieser rettete allerdings mit der Fanghand (24.). In ihrem zweiten Überzahlspiel der Partie schrammten die Klagenfurter mehrfach nur knapp am Führungstreffer vorbei: Ein Unterweger-Onetimer wurde neben den Kasten abgefälscht, Hundertpfund feuerte vom rechten Faceoff-Kreis aus knapp über die Querlatte und der in Bedrängnis nach innen ziehende Ganahl brachte noch einen Abschluss an, der jedoch frontal auf die Stange klatschte (jeweils 25.). Auch bei Even Strength kamen die Rotjacken zu ihren Gelegenheiten: Als Nick Petersen einen Wristshot von Kele Steffler abfälschte, flog der Puck nur um Zentimeter am Gehäuse vorbei (30.). Über die gesamte Dauer der Partie hinweg erlaubte der EC-KAC den Gastgebern zu viele Solo-Möglichkeiten, so auch in Minute 33, als Kevin Macierzynski alleine auf David Madlener zulief, der jedoch genau im richtigen Moment die Beine schloss und parieren konnte. Ein erstes Unterzahlspiel überstand Klagenfurt mit sechs Befreiungen bravourös, danach gingen die Bulldogs aber in Führung: Nachdem ein KAC-Aufbau hängengeblieben war, zog Anton Stråka vom linken Flügel aus auf die kurze Ecke ab, die Scheibe sprang von der Stange auf den Schoner Madleners und von dort ins Tor - 1:0 (37.). Dornbirns Führung hielt jedoch nur 54 Sekunden lang: Dann feuerte Thomas Vallant von der blauen Linie aus, Nick Petersen fälschte so ab, dass der Puck genau zu Daniel Obersteiner sprang, der rasch und technisch versiert reagierte und das Spielgerät aus kurzer Distanz in die Maschen setzte (38.). 

Eine brenzlige Situation früh in Durchgang drei, als Torhüter Madlener lange ohne Stock auskommen musste, überstanden die Rotjacken unbeschadet (41.), auch im zweiten Unterzahlspiel des Abends verteidigten sie sich zunächst gut, ehe der DEC die Schlinge enger zog: Die Penalty Killer des EC-KAC orientierten sich zu stark in Richtung Halfwall, Andrew Yogan konnte auf Matt MacKenzie querlegen und dieser setzte den Puck vom linken Anspielpunkt aus halbhoch in die lange Ecke (48.). Fast wäre den Klagenfurtern erneut zeitnah der Ausgleich geglückt, doch Nick Petersen scheiterte an Thomas Höneckl und den Obersteiner-Nachschuss konnte ein DEC-Verteidiger noch aus der Gefahrenzone kehren (48.). Im Powerplay lag der Ausgleich für Rot-Weiß in der Luft: Thomas Koch steckte an den Crease zu Nick Petersen durch, der mit der Rückhand am Schoner des Goalies hängenblieb, nach einer Torumrundung von Koch und Petersen traf Rok Tičar von halbrechts nur das Gestänge (jeweils 49.). Auch in seinem vierten Überzahlspiel des Abends kam der EC-KAC zu aussichtsreichen Möglichkeiten, doch Koch verzog vom linken Flügel aus und auch Schlagschüsse von Unterweger und Hundertpfund fanden den Weg in das Tor nicht (jeweils 54.). Als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, stellte der DEC die Weichen endgültig auf Sieg: Wieder kamen die Hausherren zu einem Solo (Daniel Woger), wieder parierte Madlener, doch diesmal war Andrew Yogan steil nachgegangen, sodass er den Abpraller über die Pads von Madlener hinweg über die Linie lupfen konnte (55.). Die Rotjacken mobilisierten in der Schlussphase – ohne Goalie und bei „Sechs-gegen-Vier“ – noch einmal alles, doch Lukas Haudum (Doppelchance/59.) und Nick Petersen (60.) vergaben ihre Möglichleiten ebenso wie Rok Tičar (60.), sodass das 3:1 auch den Endstand darstellte. (HB)

 

Der Kommentar:

„Es ist bekannt, dass Dornbirn heuer ein schwer zu bespielender Gegner ist, das hat sich auch heute gezeigt. Ich bin mit unserer Vorstellung nicht grundsätzlich unzufrieden, auch wenn man das nach einer Niederlage nicht sagen sollte. Aber das Level an Intensität, das wir aufs Eis gebracht haben, war gut, gescheitert sind wir einmal mehr an unserer Chancenverwertung, wobei Dornbirns Goalie auch sehr gut gespielt hat. Entschieden wurde die Partie in meinen Augen durch das Powerplaytor im dritten Abschnitt, in dieser einen Szene schlug das Pendel in einem guten und hart umkämpften Eishockeyspiel zu Gunsten des Gegners aus.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach seiner zweiten Niederlage im fünften Auswärtsspiel der Saison tritt der EC-KAC nun wieder in der heimischen Stadthalle an. Übermorgen Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) empfangen die Rotjacken den EC Salzburg, der in Klagenfurt sein erstes Ligaspiel seit dem 23. Oktober absolvieren wird. Diese Begegnung wird vom EC-KAC in Form eines TV-gerechten Online-Videostreams übertragen, wobei erstmals die Streaming-Plattform der ICE Hockey League (live.ice.hockey) als Ausstrahlungskanal dient. Streaming-Tickets für diese Begegnung kosten wie üblich €6,90, Sendungsbeginn ist um 17.15 Uhr.