Klarer KAC-Sieg im dritten Halbfinalspiel

Mit ihrer stärksten Leistung in den bisherigen Playoffs besiegten die Rotjacken am Donnerstagabend den EC Salzburg mit 6:0 und holten sich damit auch Spiel drei in der Serie.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC startete mit zwei Siegen in die Halbfinalserie, die Klagenfurter konnten den EC Salzburg sowohl am Sonntag zu Hause (4:2) als auch am Dienstag auswärts (3:2 nach Verlängerung) bezwingen. Über eine 2:0-Führung in einer „Best-of-Seven“-Konfrontation verfügten die Rotjacken in ihrer Klubgeschichte insgesamt zwölf Mal, in elf Fällen davon entschieden sie die jeweilige Serie auch für sich. Die Formkurve des Rekordmeisters zeigte zuletzt steil nach oben, neun der jüngsten zehn Partien wurden gewonnen. Auf eigenem Eis siegte Rot-Weiß zuletzt fünf Mal in Folge, die letzte Gastmannschaft, die die Stadthalle als Gewinner verließ, war Ende Februar der nunmehrige Semifinalgegner aus Salzburg.

Der EC Salzburg sah sich im Halbfinale wie schon in der ersten Playoff-Runde mit einem 0:2-Defizit konfrontiert, im Viertelfinale gegen den Dornbirner EC folgten daraufhin vier Siege am Stück. Dieser Turnaround war in der Bullen-Historie kein Einzelfall: Bereits drei Mal (bei fünf entsprechenden Situationen) konnte Salzburg eine „Best-of-Seven“-Serie nach zwischenzeitlichem 0:2 noch gewinnen. Gegen die Rotjacken hatten die Mozartstädter in der laufenden Saison meist einen recht schweren Stand, in sechs der acht bisherigen Begegnungen mussten sie sich geschlagen geben, in Klagenfurt siegten die Bullen bei vier Auftritten nur ein Mal.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken boten im dritten Halbfinalspiel (wie übrigens auch der EC Salzburg) das exakt gleiche Lineup auf wie im zweiten Duell vor zwei Tagen: In der Abwehr fehlten David Fischer, Paul Postma und Steven Strong, im Angriff stand Dennis Sticha nicht zur Verfügung. Niklas Würschl in der Defensive und Alexander Cijan in der Offensive standen als zusätzliche Kräfte im Aufgebot, das insgesamt fünf Importspieler und 17 österreichische Cracks umfasste. In Summe brachte der EC-KAC in dieser Begegnung damit 45,25 der zulässigen 60,00 Kaderpunkte zum Einsatz.

 

Der Spielverlauf:

Nachdem die Gäste bereits in der ersten Minute mit einem Konter über John Hughes, Jack Skille und schließlich Alexander Rauchenwald, der mit seinem Abschluss das Ziel allerdings verfehlte, zur ersten Möglichkeit der Partie gekommen waren, gingen die Rotjacken wenig später in Führung. Johannes Bischofberger setzte den Onetimer von der blauen Linie aus am Kasten vorbei, doch die Scheibe landete via Bande genau bei Thomas Hundertpfund, der aus kurzer Distanz keine Probleme hatte, ins halbleere Tor einzuschießen (4.). Postwendend versuchte es Derek Joslin mit einem Backhander aus spitzem Winkel, verfehlte die kurze Kreuzecke aber knapp (4.), ehe sich Thomas Koch die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie sicherte und Nick Petersen vor dem Tor in Szene setzte, der jedoch an Goalie J.-P. Lamoureux scheiterte (5.). Auch die nächsten Offensivaktionen gingen auf das Konto der Rotjacken: Stefan Geier wartete in Minute sechs am rechten Flügel positioniert kurz ab und spielte dann den Querpass auf den heranstürmenden Clemens Unterweger, dessen Direktschuss vom Bullen-Keeper aber entschärft werden konnte. Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter wurde der finale Bischofberger-Querpass auf den mitgelaufenen Gregorc noch abgefangen, die vom Flügelstürmer anschließend von hinter dem Tor aus bedienten Tičar und Petersen scheiterten ebenso (jeweils 8.). Nachdem Sebastian Dahm einen Urbom-Schuss von Linksaußen sicher mit dem Catcher pariert hatte (14.), suchte Derek Joslin von der Rundung aus den Weg zum Tor, konnte den Puck aber nicht am Schoner des Klagenfurter Schlussmannes vorbei schieben (15.). 69 Sekunden vor Drittelende erhöhten die Rotjacken den Spielstand schließlich auf 2:0: Thomas Hundertpfund fälschte einen Unterweger-Hammer unangenehm für Lamoureux ab, der Rebound landete bei Samuel Witting, der diesen am Torraum positioniert aus der Drehung flach über die Linie drückte (19.). 

Salzburg kam gleich vom Opening Faceoff des Mittelabschnitts weg zu einer ersten guten Gelegenheit, Jack Skilles Schlenzer aus dem Slot war aber bei Sebastian Dahm gut aufgehoben (21.). Als John Hughes den US-Amerikaner kurz darauf auf halbrechts bediente, setzte dieser den Puck knapp am Tor vorbei, auch Peter Hochkofler konnte das Spielgerät nach einen Wraparound-Versuch nicht in die Maschen befördern (22.). In der 25. Minute nutzte Johannes Bischofberger ein Missverständnis in der Salzburger Defensive aus und setzte zentral Thomas Hundertpfund in Szene, dessen Direktschuss segelte aber über die Querlatte hinweg. Kurz darauf fälschte Rok Tičar einen Distanzschuss von Blaž Gregorc ab, Salzburgs Goalie lenkte die Scheibe am Tor vorbei (26.). Ein toller Schumnig-Steilpass fand dann das Blatt von Stefan Geier, der unter Bedrängnis einen Rückhandschuss anbringen konnte, diesen aber hauchdünn an der langen Ecke vorbei setzte (29.). Nachdem Sebastian Dahm einen Onetimer von Derek Joslin ins Fangnetz abgewehrt hatte, bewies Blaž Gregorc Übersicht und bediente Rok Tičar am langen Pfosten, doch ein Salzburger Schläger verhinderte den Schuss ins halbleere Gehäuse (jeweils 30.). In der 32. Minute brachte John Hughes einen verdeckten Wristshot aus dem hohen Slot auf das Klagenfurter Tor, Dahm war aber mit den Pads zur Stelle, Filip Varejcka verzog anschließend mit der Backhand am Crease stehend und schoss wenige Sekunden später vom rechten Pfosten aus am langen Eck vorbei (jeweils 32.). Nach zwei eher mäßigen Überzahlspielen erzeugten die Rotjacken in ihrem dritten Powerplay deutlich mehr Druck: Rok Tičar scheiterte mit einer Deflection nach Petersen-Schuss, Thomas Koch setzte den folgenden Nachschuss vom rechten Flügel aus knapp am Kasten vorbei und Matt Fraser blieb mit der Rückhand am Torraum positioniert an J.-P. Lamoureux hängen (jeweils 36.). Lukas Schreier blockte anschießend noch zwei Haudum-Schüsse, ehe es zwölf Sekunden vor Ablauf der Strafzeit doch noch klingelte: Ein abgefälschter Schuss von Lukas Haudum landete bei Manuel Ganahl, der ins Zentrum auf den besser postierten Thomas Hundertpfund durchsteckte, dieser hebelte den Puck in die kurze Ecke (37.). 

Im Schlussabschnitt setzten die Bullen die ersten Offensivakzente: Dominique Heinrich fälschte einen Schofield-Schuss von Linksaußen im Slot ab, blieb aber am Schoner von Sebastian Dahm hängen (41.). Auf der Gegenseite durften die Klagenfurter erneut jubeln: Rok Tičar leitete die Scheibe aus dem Zentrum an den rechten Flügel zu Nick Petersen weiter, der flach zum Tor zog und sie mit der Rückhand mustergültig unter die Querlatte knallte (42.). Auf der Gegenseite wurde ein Baltram-Abschluss, der Salzburger Stürmer hatte den Puck aus kurzer Distanz und kniend auf den Kasten gebracht, noch geblockt (43.), dann jubelte wieder Rot-Weiß: Petersen schob das Spielgerät an der offensiven blauen Linie mit der Rückhand in den Lauf von Manuel Ganahl, dieser schloss sein Solo durch die Beine von Lamoureux hindurch ab und beendete damit auch den Arbeitstag des Salzburger Schlussmanns (46.). Die Klagenfurter verstanden es in der Folge sehr gut, jegliche Ambitionen der Gäste zu unterbinden, wirklich zwingende Torchancen ergaben sich für einige Minuten nicht. Nach einem McIntyre-Foul an Michael Kernberger kam der EC-KAC noch zu einem vierten Überzahlspiel, das zwar trotz einer guten Tičar-Gelegenheit nicht in einem Torerfolg mündete, doch drei Sekunden nach Ablauf der Strafzeit machte Rot-Weiß das halbe Dutzend voll: Matt Fraser brach beim Schlagschuss aus dem Slot der Schläger, die Scheibe driftete dennoch in Richtung Torraum, wo sie Nick Petersen trotz eines Trippings des eingewechselten Goalies Jesper Eliasson und eines Crosschecks von Derek Joslin noch so verlängern konnte, dass sie über die Linie glitt (57.) - der Schlusspunkt in einer am Scoreboard letztlich einseitigen Begegnung. (NB)

 

Der Kommentar:

„In den Playoffs geht es darum, sich von Spiel zu Spiel zu steigern. Wir haben heute gegenüber der ersten und zweiten Partie in dieser Serie wieder einen kleinen Schritt vorwärts gemacht, waren in manchen Bereichen unseres Spiels schon ziemlich gut. Ich denke aber, dass wir noch genug Raum haben, um uns zu verbessern. Letztlich war das heute nur eine Begegnung, ein Abend, das Ergebnis ist schön, aber unser Fokus wird sich dadurch nicht verändern. Unser Mindset ist, dass wir jetzt schon an die nächste Partie in Salzburg denken und daran, wie wir dort auftreten wollen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken setzten ihren famosen „Halbfinal-Lauf“ auch am Donnerstagabend fort, saisonübergreifend (2017, 2019 und 2021) haben die Klagenfurter nun elf Semifinalpartien hintereinander gewonnen. Im Duell mit dem EC Salzburg liegt der EC-KAC aktuell mit 3:0 in Führung, ein weiterer Erfolg würde für das Team von Petri Matikainen und Juha Vuori den Aufstieg in das Finale bedeuten. Die erste von bis zu vier Gelegenheiten, diesen Sieg einzufahren, ergibt sich bereits übermorgen Samstag, wenn in der Mozartstadt Begegnung Nummer vier in dieser Serie am Programm steht. Spielbeginn im Volksgarten ist um 19.30 Uhr, einmal mehr überträgt Puls24 live.