Knapper Verlust nach durchwachsenem Startdrittel

Drei Gegentreffer im ersten Abschnitt waren für den EC-KAC am Dienstagabend eine zu große Bürde, die Rotjacken unterlagen dem HCB Südtirol mit 2:3.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging mit guter Form in das Heimspiel gegen den relativen Tabellenführer: Die Rotjacken punkteten in jeder ihrer jüngsten sieben Begegnungen und gewannen sechs davon, darunter alle vier im Kalenderjahr 2021 ausgetragenen, in denen sie ein starkes Torverhältnis von 22:6 verbuchen konnten. Diese Serie brachte die Klagenfurter auf den dritten Platz im Ranking und verschaffte ihnen einen blendende Ausgangsposition im Kampf um die fünfte Pick Round-Teilnahme in Folge. Auf den HCB Südtirol traf Rot-Weiß im bisherigen Saisonverlauf erst ein Mal: Mitte Dezember siegte man auswärts dank zweier Powerplaytreffer und einem Haudum-Tor in der Overtime mit 3:2 nach Verlängerung.

Der HCB Südtirol dominierte die bet-at-home ICE Hockey League über weite Strecken der bisherigen Saison, in 24 von 29 absolvierten Begegnungen wurde zumindest ein Zähler eingefahren. Die exzellente Bilanz der Füchse erlitt am vergangenen Wochenende zwei kleine Makel, sowohl Fehérvár AV19 am Samstag (0:1) als auch der EC Salzburg am Sonntag (2:3) entführten drei Punkte aus der PalaOnda. Die 2013 in die Liga gekommenen Italiener hatten bei Auswärtsspielen in Klagenfurt lange Zeit einen schweren Stand (insgesamt sieben Siege bei 24 Auftritten, Anm.), konnten aber ihre beiden jüngsten Partien in der Stadthalle im Januar und Februar des letzten Jahres jeweils knapp für sich entscheiden (1:0 und 2:1).

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten nach wie vor auf Blaž Gregorc und den langzeitverletzten David Fischer verzichten, alle anderen Kaderspieler standen zur Verfügung. Gegenüber dem jüngsten Heimsieg gegen Bratislava kam es im Lineup zu zwei Veränderungen: Extrastürmer Valentin Hammerle stand gegen Bolzano nicht im Aufgebot, er lief stattdessen im Farmteam auf, das in der Alps Hockey League parallel in Jesenice antrat. Zudem wurde auf der Torhüterposition gewechselt: David Madlener, der in den vergangenen zehn Spielen erkrankt fehlte oder sich mit der Rolle als Backup zufriedengeben musste, erhielt seinen ersten Start seit dem 13. Dezember.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken hatten den besseren Start in die Partie, die erste gute Möglichkeit leitete Lukas Haudum ein, als er sich eine von Leland Irving weggeblockte Scheibe sicherte und am Torraum Matt Fraser bediente, der allerdings erfolglos blieb (4.). Nachdem Angelo Miceli nach einem Vorstoß über den linken Flügel nur das Außennetz getroffen hatte, benötigten die Gäste im anschließenden Überzahlspiel lediglich acht Sekunden, um in Führung zu gehen: Mike Halmo zog aus der Halbdistanz ab, Ivan Deluca fälschte vor dem Kasten ab und Daniel Catenacci schob den Rebound nach Madlener-Padsave über die Linie (8.). Nur 21 Sekunden später stellte Daniel Frank nach Alberga-Schuss aus dem Slot auf 2:0, auch er wischte einen Rebound ins Gehäuse (8.). Die Rotjacken nahmen daraufhin ein Timeout, welches auch Wirkung zeigen sollte: Paul Postma ging am rechten Flügel tief, hatte das Auge für Dennis Sticha, dieser übernahm den Puck im halbrechter Position direkt und knallte ihn unter die Querlatte (11.). Kurz darauf hatten die Klagenfurter die Chance auf den Ausgleich, als Lukas Haudum das Spielgerät von hinter der Torlinie an den Crease zu Matt Fraser beförderte, der allerdings an Leland Irving scheiterte (13.). Auf der Gegenseite machten es die Füchse besser und stellten in der 17. Spielminute auf 3:1: Brett Findlay spielte die Scheibe von der blauen Linie aus in die Rundung zu Dustin Gazley, der über die verlängerte Torlinie zum Kasten zog und dann mit der Rückhand über den Schoner von David Madlener hinweg einnetzte. Als spät im ersten Durchgang Manuel Ganahl einen Befreiungsschlag aus der Luft fing und steil auf Rok Tičar schlenzte, lenkte dieser den Puck noch gefährlich ab, Bolzanos Schlussmann rettete aber mit einem Desperation Save (19.).

Gleich zu Beginn des Mittelabschnittes bot sich dem EC-KAC bei numerischer Überlegenheit eine Großchance: Thomas Koch spielte die Scheibe vom rechten Flügel aus an den Torraum, wo Rok Tičar abfälschte und dann seinen eigenen Rebound beinahe in der kurzen Ecke versenkte, doch Leland Irving konnte gerade noch mit dem Catcher retten (21.). In der 25. Minute verlor Paul Postma die Scheibe an der Bande, wodurch Anton Bernard zum Abschluss aus kurzer Distanz kam, David Madlener war zur Stelle. Kurz darauf konnten die Rotjacken auf 2:3 verkürzen: Johannes Bischofberger fälschte einen Vallant-Kracher im Slot unhaltbar ab und es schlug in der kurzen Kreuzecke ein (26.). In der nächsten Szene zog Clemens Unterweger von der blauen Linie aus ab, die Scheibe kam nach dem Save von Irving am Torraum zum Liegen, Nick Petersen war zwar zur Stelle, sein Schläger wurde aber gut blockiert und er damit am Abschluss gehindert (29.). Kurz darauf wurde ein Youds-Schuss vom linken Flügel aus vor dem Kasten gefährlich abgelenkt, fand seinen Weg in die Maschen jedoch nicht (30.). In der 33. Minute ließ Paul Postma einmal mehr seine Klasse aufblitzen, als er bei einem Alleingang die komplette HCB-Abwehr aussteigen ließ und die Scheibe dann zur Mitte legte, wo sich jedoch kein Abnehmer fand. Nur wenige Sekunden später bediente Thomas Hundertpfund von rechts aus Daniel Obersteiner im Slot, dieser scheiterte aber aus kurzer Distanz (33.). Im nächsten rot-weißen  Powerplay zog Postma gleich drei Mal aus der Distanz ab, ein Schuss wurde geblockt, zwei Mal war Irving zur Stelle, der in dieser Phase auch einen Petersen-Fernschuss entschärfen konnte (36.). 

Kurz nach Wiederbeginn brachte Nick Plastino den Puck von Rechtsaußen gefährlich vors Tor, wo Marco Insam auf den Abpraller lauerte, David Madlener reagierte aber geistesgegenwärtig und spitzelte das Spielgerät mit seinem Stock aus der Gefahrenzone (41.). Anschließend hatte Thomas Hundertpfund das Auge für Steven Strong, der einen Wristshot aus dem Slot abfeuerte, welchen Leland Irving jedoch mit der Fanghand entschärfen konnte (43.). In der 46. Spielminute hatte Bozen nach einem schönen „Give-and-Go“ zwischen Daniel Catenacci und Mike Halmo die Großchance auf den vierten Treffer, der Letztgenannte scheiterte aber frei vor David Madlener, der toll parierte. Als Miceli über rechts kommend nach innen zog, arbeitete der KAC-Goalie den Puck im Verbund mit seiner Abwehr förmlich am Pfosten vorbei (49.). Dann kamen wieder die Rotjacken zu Offensivszenen: Nach einer Torumrundung legte Manuel Geier zurück auf Thomas Vallant, dessen Direktabnahme nur knapp am Pfosten vorbeisegelte (53.). Matt Fraser verpasste mit der Backhand einen aussichtsreichen Abschluss aus der Nahdistanz nur hauchdünn (55.). Ein kapitaler Wechselfehler der Hausherren ermöglichte dem HCB in der Schlussphase noch ein Powerplay, Dustin Gazley, der im Slot an seinen eigenen Rebound gekommen war, verzog jedoch (57.). Weil Plastino in der neutralen Zone Ganahl von den Kufen geholt hatte, ging es bald mit „Vier-gegen-Vier“ weiter. Auch hier kamen die Gäste zu einer guten Möglichkeit, Luca Frigo chippte den Rebound nach Stollery-Schuss mit der Rückhand über die Querlatte (59.). In der Schlussminute agierten die Rotjacken mit sechs Feldspielern, mehr als ein Abschluss von Nick Petersen, der ins Außennetz ging, sowie geblockte Schüsse von Paul Postma von der blauen Linie und Thomas Koch vom rechten Flügel aus, waren aber nicht mehr drin. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir kamen zu soft ins Spiel, hielten uns nicht an unser Konzept, verloren die Zweikämpfe und waren auch eisläuferisch nicht gut. So haben wir dem Gegner seine drei Tore förmlich geschenkt, Bolzano ist eine smarte Mannschaft und hat dieses Angebot angenommen. Wir haben dann nach der ersten Pause aber zu unserer Identität gefunden, ich bin sehr zufrieden damit, wie wir in den letzten 40 Minuten aufgetreten sind, und ich denke, dass wir heute auch durchaus den einen oder anderen Punkt verdient hätten. Spiele wie heute oder auch Partien gegen Salzburg sind der Maßstab für uns und heute haben wir gesehen, dass zwei gute Drittel nicht reichen, sondern wir 60 volle Minuten brauchen, um zu gewinnen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach vier Siegen in Folge musste der EC-KAC gegen den HCB Südtirol eine knappe Heimniederlage hinnehmen, die nun wieder die Tabelle anführenden Füchse haben damit jedes der zehn ICE-Teams mindestens ein Mal geschlagen. Auf die Rotjacken warten im Verlauf der Woche noch zwei weitere, jeweils sehr attraktive Heimspiele: Am Freitagabend (19.15 Uhr) empfangen die Klagenfurter den EC Salzburg, diese Begegnung wird im Livestream auf live.ice.hockey übertragen (Sendungsbeginn: 19.00 Uhr). Zwei Tage später gastiert dann erneut der HCB Südtirol in der Stadthalle (16.30 Uhr, live auf Puls24).