Knappes 3:4 in Salzburg verlängert die Serie

Nach sechs Siegen in Folge musste der EC-KAC am Samstagabend wieder eine Niederlage hinnehmen, die Rotjacken unterlagen beim EC Salzburg im vierten Halbfinalspiel mit 3:4.

Foto: GEPA/RedBull/Walter

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte jedes der ersten drei Halbfinalspiele - 4:2 und 6:0 zu Hause, 3:2 nach Verlängerung auswärts - für sich entscheiden und fand im Volksgarten damit die erste von bis zu vier Gelegenheiten vor, die Serie für sich zu entscheiden und in das Finale aufzusteigen. In dieser Auswärtspartie verteidigten die Rotjacken zwei starke Streaks: Die Klagenfurter konnten jedes ihrer letzten sechs (Playoff-)Spiele gewinnen und siegten saisonübergreifend außerdem in elf Halbfinalbegegnungen am Stück. Rot-Weiß präsentierte sich in der bisherigen Post Season mit 31 erzielten Toren als treffsicherste Mannschaft der Liga, zudem ließen man in den letzten sechs Begegnungen nur neun Gegentore zu.

Der EC Salzburg stand im Heimspiel gegen den EC-KAC bereits mit dem Rücken zur Wand: In jedem weiteren Halbfinalspiel würde eine Niederlage der Bullen für sie auch das Saisonende bedeuten. Seit seinem Einstieg in Österreichs höchste Spielklasse im Jahr 2004 bestritt das Red Bull-Team 36 vollständige Playoff-Serien, in jeder davon gewann man zumindest zwei Partien. Gegen die Rotjacken fand die Mannschaft von Head Coach Matt McIlvane im Verlauf der aktuellen Spielzeit jedoch nur selten probate Mittel: Sieben der neun Saisonduelle gingen für Salzburg verloren, darunter drei der vier auf eigenem Eis ausgetragenen Begegnungen.

 

Die Personalien:

Wie schon seit Saisonbeginn (David Fischer) bzw. Mitte Februar (Paul Postma, Dennis Sticha) fehlten dem EC-KAC auch in diesem Spiel drei langzeitverletzte Akteure, nachdem er im ersten Spiel der Halbfinalserie gefoult worden war, stand auch Steven Strong unverändert nicht zur Verfügung. Zudem mussten die Rotjacken (wie schon im Schlussdrittel beim Heimsieg am Donnerstag) ohne den angeschlagenen Stefan Geier auskommen. An seiner Stelle rückte Alexander Cijan in den Block mit Manuel Geier und Daniel Obersteiner auf, Marcel Witting - seine erste Nominierung seit 3. Januar oder 28 Spielen - war als zusätzlicher Stürmer mit im Aufgebot dabei. Ebenfalls mitwirken konnte (mit Gittervisier) der im Heimspiel vor zwei Tagen zwischenzeitlich verletzt ausgeschiedene Verteidiger Martin Schumnig, dessen erlittene Verletzungen im Gesicht hinreichend versorgt werden konnten.

 

Der Spielverlauf:

Die erste aussichtsreiche Gelegenheit in dieser Begegnung hatten die Gastgeber, David McIntyre kam flach über links zum Tor, Sebastian Dahm machte die kurze Ecke zu, den Rebound setzte Lukas Schreier von zwischen den Hashmarks aus über die Kreuzecke (3.). Gleich im nächsten Angriff gingen die Bullen in Führung: Aus der rechten Ecke kommend bediente Filip Varejcka am rechten Faceoff-Kreis Dominique Heinrich, der mit der Rückhand in die kurze Ecke traf (4.). Nachdem Dahm einen Hughes-Abschluss aus kurzer Distanz pariert hatte, erzielten die Rotjacken den Ausgleich: Eine Direktabnahme von Blaž Gregorc aus einiger Distanz wurde von McIntyre so abgefälscht, dass sie Goalie Jesper Eliasson unter dem Arm durchrutschte (5.). Der schwedische Schlussmann brillierte dann, als er den Abschluss eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters bei numerischer Unterlegenheit durch Johannes Bischofberger entschärfte (7.). Die Hausherren gingen ein zweites Mal in Führung: Lukas Schreier hielt auf der linken Seite die blaue Linie, der Puck landete beim am Crease völlig freien Austin Ortega, der einem Poke Check von Dahm ausweichen und die Scheibe dann durch die Beine des Torhüters schieben konnte (11.). Bei einem tiefen „Zwei-gegen-Eins“-Angriff schoss Thomas Koch knapp an der kurzen Stange vorbei (14.), einen durch den Slot rutschenden Puck setzte Thomas Hundertpfund auf Eliassons Pads (15.). In einem Powerplay spät im Startdrittel kam Salzburg noch zu einer guten Gelegenheit: Von der verlängerten Torlinie aus fand ein Rauchenwald-Diagonalpass am langen Pfosten Ortega, Klagenfurts Schlussmann verschob jedoch gut seitwärts und wehrte ab (20.).

Ein frühes Unterzahlspiel im zweiten Durchgang verteidigte Klagenfurt mit vier Clearings gut, als man wenig später selbst zum numerischen Vorteil kam, sorgte Nick Petersen für den Ausgleich: Er setzte einen satten Handgelenksschuss vom hinteren Ende des linken Anspielkreises aus in die kurze Ecke (25.). Der über rechts nach vorne preschende Martin Schumnig erzeugte ein „Drei-gegen-Zwei“, seinen späten Querpass fälschte Derek Joslin mit dem Schlittschuh gefährlich auf den eigenen Kasten ab, Jesper Eliasson bekam aber noch rechtzeitig die Beinschoner zusammen und fixierte die Scheibe (27.). Daniel Obersteiner verzog aus dem Zentrum (29.), dann ging Salzburg zum dritten Mal in Führung: Stefan Espeland fand von der blauen Linie aus den am linken Faceoff-Punkt lauernden und ungedeckten John Hughes, der per Onetimer einschoss (32.). Nachdem ein Schlenzer von Clemens Unterweger aus großer Entfernung noch den Außenpfosten touchiert hatte, mussten die Rotjacken Jack Skille bei zwei Kontern jeweils regelwidrig stoppen, die vier Unterzahlminuten überstand der EC-KAC mit insgesamt acht Befreiungen und einem provozierten Icing allerdings hervorragend. Halbchancen dieser Phase waren eine Schofield-Deflection, die Dahm mit dem Schoner stoppte (38.), sowie ein zu hoch angetragener Hughes-Querpass auf Raffl an den langen Pfosten (39.). Als Rot-Weiß wieder komplett war und konterte, legte Nick Petersen nach links auf Michael Kernberger ab, dessen Schuss aber zu zentral auf den Goalie flog (39.).

Im dritten Abschnitt zog Lukas Haudum über die Seite zum Tor und schloss ab, den mittig vor den Kasten zurückspringenden Puck erreichten jedoch weder Thomas Koch noch Matt Fraser (42.). Bei numerischer Unterlegenheit für den EC-KAC ergab sich eine Solochance für Thomas Hundertpfund, Eliasson rettete mit feinem Poke Check, der Klagenfurter Stürmer blieb aber am Puck, legte diesen zurück auf den nachstoßenden Martin Schumnig, der das halbleere Gehäuse vor sich hatte, das jedoch zum Zeitpunkt der Schussabgabe schon aus der Verankerung gehoben war (44.). Noch im gleichen Salzburg-Powerplay schoss Jack Skille von den Hashmarks aus mit der Rückhand am Tor vorbei (44.), als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, folgte die kurioseste Szene des Abends: Johannes Bischofberger, Thomas Koch, drei Salzburger Feldspieler und Goalie Eliasson rangelten im Torraum, die Scheibe rutschte nach außen zu Nick Petersen, der sie aus einem Meter Entfernung auf das offene Netz chippte, dabei jedoch nur das Bein von Alexander Pallestrang traf. Die Sequenz war noch nicht vorbei, erneut kam Petersen an den Puck, nun schob er ihn aber an die Außenstange (46.). Das dritte KAC-Powerplay des Abends verstrich anders als das zweite ohne Torerfolg, dann spitzte sich das Geschehen in einer abwechslungsreichen Schlussphase zu: Lukas Haudum zog auf Rechtsaußen an Espeland vorbei, drängte vor den Kasten, stach das Spielgerät aber nur an den Pfosten (55.). Dann nahmen die Klagenfurter ihren Goalie vom Eis, Salzburg kam zum Empty Net-Treffer: David McIntyre schlenzte von der roten Linie aus, Thomas Vallants Rettungsversuch erfolgte zu spät, er lenkte die Scheibe in das eigene Tor ab (59.). Wieder griffen die Rotjacken mit sechs Skatern an, noch einmal konnten sie verkürzen: Martin Schumnig legte von neben dem Kasten aus in den Slot zurück, von wo aus Blaž Gregorc seinen Doppelpack schnürte (60.). Die verbleibenden 43 Sekunden waren für den EC-KAC dann aber zu kurz, um auch noch zum Ausgleichstreffer zu kommen. (HB)

 

Der Kommentar:

„Unser Startdrittel war sehr schlecht, Salzburg war eisläuferisch überlegen und wir kamen kaum in die Gänge, liefen nur hinterher. Wir wurden dann Schritt für Schritt besser, aber unser Mindset war heute insgesamt nicht gut, wir spielten nicht jenes Eishockey, das wir spielen möchten, nahmen zudem viel zu viele Strafen. Ich ging stets von einer langen und intensiven Serie aus, jetzt wechseln wir am Montag zurück nach Klagenfurt und dort müssen wir uns wieder deutlich giftiger und pfiffiger präsentieren, wieder mehr davon aufs Eis bringen, wofür wir bekannt sind.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach sechs Erfolgen am Stück sowie saisonübergreifend elf gewonnenen Halbfinalspielen hintereinander musste der EC-KAC wieder eine Niederlage einstecken. Trotz des knappen 3:4-Verlusts in Salzburg verfügen die Rotjacken jedoch weiterhin über eine solide 3:1-Führung in dieser Semifinalserie. Die zweite von vier Möglichkeiten, den Einzug ins Finale zu schaffen, haben die Klagenfurter bereits übermorgen Montag, dann auf eigenem Eis: Spielbeginn ist wiederum um 19.30 Uhr, einmal mehr überträgt Puls24 live im TV und Videostream.