Koch-Goldtor entscheidet den Schlager

Mit dem einzigen Treffer des Abends entschied Routinier Thomas Koch in der Verlängerung das Heimspiel des EC-KAC gegen den HCB Südtirol.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC empfing den Tabellenführer der bet-at-home ICE Hockey League als punktebeste Mannschaft der Liga im Monat Januar, die Klagenfurter konnten fünf ihrer bislang sechs im neuen Kalenderjahr ausgetragenen Partien in regulärer Spielzeit gewinnen. Zuletzt gelang den Rotjacken am vergangenen Freitag ein 6:3-Heimerfolg gegen den EC Salzburg, davor mussten sie sich am Dienstag dem HCB Südtirol nach durchwachsenem Startdrittel mit 2:3 geschlagen geben. In der Stadthalle trafen damit die beiden nach Zählern pro Saisonspiel besten Teams der Liga aufeinander: Rot-Weiß sammelte im Schnitt 1,88 Punkte, die Füchse 2,16.

Der HCB Südtirol konnte seine beiden bisherigen Begegnungen in der laufenden Woche gewinnen, nach dem 3:2-Sieg in Klagenfurt am Dienstag setzte man sich am Freitag mit dem gleichen Resultat - allerdings erst nach Penaltyschießen - in Villach durch. Die Italiener besserten damit ihre hervorragende Saisonbilanz weiter auf, in nur fünf von 31 Partien blieben sie heuer bislang ohne Zähler. In der Stadthalle setzten sich die Füchse zuletzt bei jedem ihrer jüngsten drei Auftritte in Regulation und mit einem Treffer Differenz durch, insgesamt fielen in diesen drei Konfrontationen nur neun Tore. Vor dem dritten Saisonduell trennte die beiden Teams sieben Zähler, wobei der HCB Südtirol auch noch ein Spiel weniger ausgetragen hat.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC konnte auf alle Akteure zurückgreifen, die auch beim Heimsieg gegen Salzburg am Freitagabend aufgelaufen waren. Zusätzlich meldete sich der leicht verletzte Lukas Haudum wieder fit, er kehrte in seine angestammte Formation mit Thomas Koch und Matt Fraser zurück. Dennis Sticha wechselte damit wieder in die Linie zu Manuel und Stefan Geier. Michael Kernberger in der Abwehr und Valentin Hammerle im Angriff waren als zusätzliche Kräfte im Aufgebot. Im Tor der Rotjacken stand erneut Sebastian Dahm.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten energisch in die Partie und konnten sich zu Beginn mehrfach im Offensivdrittel festsetzen. Die erste gute Möglichkeit hatte in der dritten Spielminute Thomas Hundertpfund mit einem Onetimer aus dem Slot, er scheiterte aber am Schoner von Goalie Leland Irving. Auf der Gegenseite hielt Nick Plastino von der blauen Linie aus drauf, Luca Frigo fälschte am Crease stehend ab, aber Sebastian Dahm war auf dem Posten (4.). Anschließend suchte Daniel Catenacci über rechts den Weg zum Tor und kam zum Abschluss aus kurzer Distanz, der Rotjacken-Keeper machte die kurze Ecke zu und parierte auch den Nachschuss von Mike Halmo, der anschließend von Thomas Vallant mit dem Stock getroffen wurde (4.). Das daraus resultierende HCB-Powerplay konnten die Rotjacken weitestgehend neutralisieren, kurz vor Ablauf der Strafzeit traf Brett Findlay nach Miceli-Zuspiel vom rechten Flügel aus allerdings den Pfosten (6.). Nachdem Thomas Hundertpfund im Slot von Daniel Frank mit einem Haken am Abschluss gehindert wurde, folgte dem Bolzano-Stürmer wenig später auch Ben Youds in die Kühlbox, den Klagenfurtern bot sich damit eine 81-sekündige doppelte Überzahl. Kapital konnten sie daraus aber keines schlagen: Rok Tičar scheiterte mit einem Onetimer, Thomas Koch blieb vom rechten Faceoffkreis aus erfolglos (10. bzw. 11.). Die größte Chance im Startdrittel hatte der EC-KAC schließlich in Spielminute 14: Nach einer Kombination an  Querpässen kam Manuel Ganahl halbrechts und frei vor dem Torhüter zum Abschluss, Irving konnte die Bewegung aber mitmachen und den Puck mit Schoner und Fanghand vor der Linie halten. Abermals im Powerplay agierend, erhielt der am rechten Flügel völlig alleine gelassene Brett Findlay den Puck, zog zum Tor und wollte Sebastian Dahm durch die Beine bezwingen, der Schlussmann brachte die Pads aber im letzten Moment zusammen und lenkte die Scheibe am kurzen Pfosten vorbei (16.). Ein feiner Doppelpass mit Paul Postma brachte in der Schlussphase des ersten Durchgangs Thomas Koch in Position, der Routinier schoss aber knapp an der kurzen Ecke vorbei, den folgenden, noch abgefälschten Unterweger-Blueliner parierte Irving mit der Fanghand (18.).

Auch in Durchgang zwei hatten die Rotjacken die erste Gelegenheit, eine Direktabnahme Postmas von halbrechts landete aber nur im Außennetz (22.). Auf der Gegenseite nutzte Gleason Fournier einen suboptimalen KAC-Wechsel zum Steilpass auf Daniel Catenacci, der alleine auf Sebastian Dahm zulief, jedoch an diesem scheiterte (24.). Bei numerischer Überlegenheit hatte dann Matt Fraser das 1:0 auf dem Schläger, er setzte seinen Onetimer von den linken Hashmarks aus aber nur an den Pfosten (27.). Im selben Powerplay scheiterte Thomas Koch vom rechten Faceoff-Kreis aus an Leland Irving, Rok Tičar blieb mit einer Deflection nach Postma-Kracher erfolglos und Manuel Ganahl konnte den Puck vom linken Flügel aus nicht am HCB-Keeper vorbeibringen (27. bzw. 28.). Mit einem Mann mehr auf dem Eis kamen die Füchse in der 35. Spielminute zur nächsten Großchance: Mike Halmo spielte einen idealen Querpass zu Dustin Gazley auf links, dieser visierte die kurze Ecke an, verzog aber hauchdünn (35.). Nach einem Check von hinten gegen Luca Frigo fasste Thomas Vallant gleich vier Strafminuten aus, die Klagenfurter überstanden aber auch diese Phase unbeschadet: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff konnte Angelo Miceli das Findlay-Zuspiel nicht verwerten (39.), Gazley schoss von halblinks mit der Rückhand an der kurzen Ecke vorbei und bei zwei Catenacci-Abschlüssen war Dahm zunächst mit den Pads und dann mit der Fanghand zur Stelle (jeweils 40.).

Der offene Schlagabtausch der ersten 40 Minuten wurde dann im Schlussdrittel eingebremst, die beiden Teams erlaubten dem Gegenüber nur noch selten, in wirklich aussichtsreiche Positionen zu gelangen: Die Hundertpfund-Deflection eines Blueline-Schlenzers von Kele Steffler wurde zur Beute Irvings (43.), bei einem „Drei-gegen-Zwei“-Konter Bolzanos fing Martin Schumnig den finalen Querpass ab (47.). Im Powerplay bediente Thomas Koch im hohen Slot Nick Petersen, dessen Onetimer von Luca Frigo geblockt wurde, ein Schlagschuss von Koch landete kurz darauf im Catcher vom Irving (50.). In der nächsten Aktion eroberte Matt Fraser die Scheibe im Slot und suchte den Abschluss aus der Drehung, er verzog aber knapp (53.), ehe Johannes Bischofberger von der verlängerten Torlinie aus an den Crease zum aufgerückten Kele Steffler passte, dem einschussbereit jedoch der Schläger blockiert wurde (55.). Weil auch ein Frank-Abschluss vom linken Faceoff-Punkt aus nur am Beinschoner von Sebastian Dahm landete (58.), ging die Partie torlos in die Verlängerung. 

Dort hatte wie schon im ersten Saisonduell der beiden Klubs der EC-KAC das bessere Ende für sich: Der über den Flügelnach innen gezogene Brett Findlay scheiterte an Sebastian Dahm (61.), dann schlug Rot-Weiß in der Offensive zu: Nach zwei guten Übergaben zwischen Pausl Postma und Matt Fraser überlief Thomas Koch seinen Gegenspieler auf der Außenseite, schnitt an den Torraum und setzte die Scheibe unter die Querlatte, ehe er in der Jubeltraube der gesamten Mannschaft an der linken Halfwall verschwand (62.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Einfach eine exzellente Eishockeynacht. Natürlich wollen die Leute Tore sehen, die hat es heute nicht gegeben, aber das Spiel war auf richtig gutem Niveau. Bolzano ist nach diesem Saisonverlauf der größte Favorit auf den Titel und unsere Mannschaft hat heute zumindest zum Level des Gegners aufgeschlossen. Vielleicht hätten wir auch drei Zähler verdient, aber wir sind auch mit den zwei Punkten sehr glücklich, weil wir sie gegen ein starkes und ausbalanciertes Team geholt haben. Auch wenn uns lange kein Treffer gelungen ist, so war unser Auftritt heute sehr mutig, wir haben es immer und immer wieder versucht und wurden am Ende nach einem tollen Move von Thomas Koch auch belohnt. Ein feiner Sieg!“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach dem zweiten Sieg im dritten Saisonduell mit Leader HCB Südtirol hat der EC-KAC nun in neun seiner jüngsten zehn Spiele gepunktet und acht dieser Partien auch für sich entschieden. Die Rotjacken stehen damit aktuell auf Tabellenrang drei der bet-at-home ICE Hockey League, gerechnet nach dem Schnitt gewonnener Punkte pro Begegnung sogar auf Position zwei. Nach vier Heimspielen am Stück treten die Klagenfurter in ihrem nächsten Spiel wieder auswärts an: Am kommenden Freitag (19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) gastiert der EC-KAC beim HC Innsbruck, zwei Tage später folgt das Heimspiel gegen die Black Wings 1992 aus Linz.