Koch schießt KAC zum Sieg in Villach

Die Rotjacken beendeten das so erfolgreiche Kalenderjahr 2019 mit einem 2:1-Auswärtssieg im Kärntner Derby beim EC VSV, Thomas Koch scorte in der Verlängerung.

Foto: KAC/Freitag

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC beendete seine vier Runden andauernde Niederlagenserie am Samstagabend mit einem 3:2-Heimsieg gegen Graz. Demnach gingen die Rotjacken auf Tabellenplatz vier der Erste Bank Eishockey Liga liegend in das dritte Kärntner Derby der Saison. Die beiden ersten Lokalduelle heuer hatte jeweils die gastgebende Mannschaft für sich entschieden (1:0 in Klagenfurt, 3:1 in Villach). Insgesamt war die Draustadt in der jüngeren Vergangenheit aber ein guter Boden für Rot-Weiß: Sechs der letzten neun Gastspiele beim EC VSV wurden gewonnen, in keiner dieser neun Begegnungen gelangen den Adlern mehr als drei Treffer.

Wie der amtierende Meister aus der Landeshauptstadt ging auch der EC VSV mit einem Sieg gegen die Graz 99ers im Gepäck in das Kärntner Derby: Villach war am Samstag spielfrei, konnte sich aber zwei Tage zuvor in der Steiermark mit 3:2 nach Verlängerung durchsetzen. Insgesamt siegte Blau-Weiß in drei seiner jüngsten vier Ligapartien, wodurch man sich (aktuell auf Rang sieben platziert) wieder bis auf fünf Punkte an „den Strich“, der die Liga nach 40 Spielen zweiteilen wird, annähern konnte. Auf eigenem Eis lief es für den EC VSV zuletzt eher bescheiden, in den letzten drei Heimspielen ging die Truppe von Head Coach Jyrki Aho (gegen Wien, Salzburg und Bolzano) stets leer aus.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC ergaben sich gegenüber dem Heimsieg gegen Graz am Samstag zwei Änderungen in der Aufstellung: Florian Vorauer ersetzte Jakob Holzer (parallel im Farmteam-Einsatz) als Backup und Michael Kernberger kehrte nach seiner abgesessenen Sieben-Spiele-Sperre (an Stelle von Kele Steffler) wieder in das Lineup zurück. Dort nahm er an der Seite von Martin Schumnig die Position von Patrick Harand ein, der im Derby als siebter Verteidiger aufgeboten wurde. Die Angriffslinien blieben im Vergleich zum letzten Ligaspiel unverändert. Die Liste der Ausfälle bei den Rotjacken: Lars Haugen (verletzt), Adam Comrie (gesperrt), Nick Petersen (angeschlagen), Marcel Witting (verletzt).

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken kamen gut in die Partie und bereits in Minute eins zur ersten hochkarätigen Torchance, als Thomas Hundertpfund die Scheibe schön auf Martin Schumnig durchsteckte, der vor Brandon Maxwell noch einen Haken auf die Rückhand anbringen konnte, schlussendlich aber am Keeper scheiterte. Wegen eines Checks von hinten bekam Steven Strong gleich vier Strafminuten aufgebrummt, außer einem Schuss vom rechten Faceoff-Kreis aus von Jerry Pollastrone, den David Madlener ohne Probleme entschärfen konnte, gelang den Villachern aber nicht viel, unglaubliche acht Mal konnte der EC-KAC im Zuge dieser numerischen Unterlegenheit das Spielgerät aus der eigenen Zone befördern. Mehr noch: Die Rotjacken hatten in Unterzahl gleich zwei Mal die Chance auf die Führung, aber Maxwell machte gegen Johannes Bischofberger die kurze Ecke gut zu, Manuel Ganahl schoss aus zentraler Position nur hauchdünn über den Kasten (jeweils 8.). Als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, fälschte Villachs Schlussmann einen gezogenen Bischofberger-Schlenzer noch mit der Maske ab (9.). Nachdem die Klagenfurter eine 82-sekündige doppelte Überzahl ungenutzt ließen, kam Thomas Koch im einfachen Powerplay zur Möglichkeit mit der Rückhand aus kurzer Distanz, doch das Gestänge verhinderte den ersten Treffer der Partie (13.). Mit Ablauf der Strafzeit bot sich dem EC VSV eine Kontermöglichkeit über Patrick Bjorkstrand, der noch einmal querspielte, David Madlener war auf dem Posten (14.). Nach einem unglücklichen Puckverlust in der Defensivzone der Rotjacken kam Martin Ulmer völlig alleine vor Madlener zum Schuss, der Goalie behielt aber auch in dieser Konfrontation die Oberhand (14.). In der 18. Spielminute jubelte der EC-KAC bereits über den vermeintlichen Führungstreffer: Eine Direktabnahme von Martin Schumnig von halbrechts schlug in der kurzen Ecke ein, das Tor wurde von den Schiedsrichtern aber nach Videostudium aufgrund einer Torhüterbehinderung durch Manuel Geier aberkannt. 

Die erste Möglichkeit im Mittelabschnitt gehörte den Villachern in Person von Chris Collins, der vom linken Anspielpunkt aus die kurze Ecke anvisiert und dabei die Querlatte getroffen hatte (22.). In Führung gingen gut drei Minuten später die Rotjacken: Nach eindrucksvoller Scheibenbehauptung steckte Thomas Hundertpfund auf den steil gehenden David Fischer durch, der den Puck aus halbrechter Position perfekt in die kurze Ecke setzte (26.). Im nächsten Adler-Powerplay zog Kevin Schmidt von der blauen Linie ab, Marko Pöyhönen fälschte noch ab, aber David Madlener konnte erneut parieren, ein Tip-In-Versuch von Alexander Lahoda ging nur knapp neben das Gehäuse (jeweils 28.). Den KAC-Vorsprung sicherte in der Folge Patrick Harand, der einen gefährlichen Onetimer von Miika Lahti von den Hashmarks aus blocken konnte (31). Auf der Gegenseite fälschte der aufgerückte Schumnig einen scharfen Ganahl-Querpass nur um Zentimeter neben den Pfosten ab (32.), der von hinter dem Tor aus von Bischofberger bediente Matthew Neal verzog aus zentraler Position (37.). Nach einem Strong-Blueliner blieb Bischofberger beim Nachschussversuch an Maxwells Schoner hängen (38.). Wenige Sekunden vor der zweiten Pausensirene feuerte Petter Hansson mit der Rückhand von der blauen Linie aus auf das Tor, Villachs Chris Collins fälschte mit seinem Schläger ab und die Scheibe sprang um ein Haar vom Rücken Markus Schlachers in die Maschen (40.).

In Minute 41 tankte sich Thomas Hundertpfund von links vor den Kasten der Hausherren, den dem Crease entlangschlitternden Puck erreichten weder Bischofberger noch Ganahl. Noch in der gleichen Minute fälschte Thomas Koch einen Kozek-Backhander über die Latte ab.  Nachdem Bernd Wolf mit einem Wrap-Around gescheitert (43.) und ein Distanzschuss von Marko Pöyhönen am Blocker von David Madlener abgeschmettert war (45.), gelang dem EC VSV in der 45. Spielminute der Ausgleich: Miika Lahti legte die Scheibe von hinter dem Kasten aus in den Torraum und Alexander Lahoda stocherte diese mit der Rückhand durch seine eigenen Beine über die Linie. Kurz darauf hatte Martin Ulmer sogar die doppelte Möglichkeit auf die erstmalige blau-weiße Führung, er setzte das Spielgerät aber von halbrechts nur an die Latte und verzog wenige Sekunden später aus zentraler Position (46.). Es folgte eine lange Unterbrechung: Nach einem Check von Andrew Kozek blieb Villachs Bernd Wolf lange am Eis liegen, der Verteidiger musste von KAC-Arzt Dr. Bachler behutsam behandelt werden und wurde letztlich mit der Trage vom Eis gebracht. Die im dritten Abschnitt aktiveren Hausherren kamen danach zu weiteren guten Möglichkeiten: David Madlener stellte sich einem Schlenzer von Jamie Fraser (49.) und einem Fernschuss von Kevin Schmidt (50.) in den Weg, ehe er auch einen Hochkaräter von Jerry Pollastrone, der nach Reid-Zuspiel im Slot frei zum Abschluss gekommen war, sehenswert entschärfte (51.). Weil auch in der Schlussphase beide Keeper hellwach agierten, ging es mit dem Spielstand von 1:1 in die Overtime. Dort vergab Jamie Fraser die gute Gelegenheit auf den blau-weißen Derbysieg, im Gegenzug stürmte Thomas Koch in Richtung Brandon Maxwell, wartete auf den mitgelaufenen David Fischer, entschied sich dann aber doch selbst zum Abschluss und bezwang den Villacher Schlussmann durch die Beine (61.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir waren in den beiden ersten Abschnitten richtig gut, generierten sehr viel Offensive, schaffen es aber nicht, unsere Chancen so zu nutzen, dass unser Vorsprung deutlicher gewesen wäre. Das kämpferische Level und die Systemtreue in diesen beiden Dritteln haben mir gefallen. Im dritten Durchgang war Villach dann das druckvollere Team, wenngleich wir den Treffer, den sie gemacht haben, so nicht kassieren dürfen. Wir fanden jedoch in der Endphase wieder in unsere Struktur und konnten die Partie in der Verlängerung für uns entscheiden. Ein wichtiger Sieg für uns.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem zweiten Erfolg hintereinander schoben sich die Rotjacken in der Tabelle wieder einen Platz nach vor, sie zogen an Orli Znojmo vorbei und liegen nun wieder auf Rang drei. Der Rückstand auf Leader Salzburg beträgt neun, jener auf den Zweiten aus Wien sechs Zähler. Am Neujahrstag (Spielbeginn: 17.30 Uhr) tritt der EC-KAC erneut auswärts an, dann bei den Graz 99ers. Auf heimischem Eis ist der amtierende Meister am Sonntag (17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com) wieder zu sehen, dann im vierten Kärntner Derby der Saison gegen den EC VSV. Für diese Begegnung sind Sitzplätze seit Wochen ausverkauft, seit Montagvormittag sind auch sämtliche Stehplatzkarten vergriffen.