Nächstes Shutout bringt wieder Platz zwei

Mit dem zweiten Shutout vor eigenem Publikum hintereinander, einem 4:0-Erfolg über den Dornbirner EC, positionierte sich der EC-KAC wieder als erster Salzburg-Verfolger.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC besiegte in seinen beiden jüngsten Ligaspielen die beiden Teams an der Tabellenspitze: Zu Hause gegen den HCB Südtirol gelang am vergangenen Sonntag in 3:0-Erfolg, am Freitag siegten die Rotjacken auswärts beim EC Salzburg mit 3:1. Auf heimischem Eis fuhren die Klagenfurter heuer bereits 22 Zähler ein, ligaweit kamen nur die Vienna Capitals (mit 24) auf mehr. Auch mit dem sonntägigen Gegner aus Vorarlberg verknüpfte Rot-Weiß vornehmlich gute Erinnerung: Beide bisherigen Saisonduelle mit dem DEC konnte der EC-KAC klar für sich entscheiden: Mitte Oktober auswärts mit 6:1, Anfang November daheim mit 5:1.

Der Dornbirner EC blickt auf eine sehr enttäuschende erste Hälfte der ersten Grunddurchgangsphase zurück: Die Bulldogs konnten nur drei ihrer 20 Partien gewinnen und zieren mit deutlichem Rückstand auf den Vorletzten das Tabellenende der Erste Bank Eishockey Liga. Seit dem Trainerwechsel Ende Oktober hat sich der DEC jedoch wieder deutlich stabilisiert: Seit dem 1:5 in Klagenfurt bei der Premiere von Head Coach Kai Suikkanen entschied in fünf der sieben von Dornbirn bestrittenen Spiele nur jeweils ein Treffer über Sieg und Niederlage, auch konnten die Vorarlberger ihr Punktekonto in immerhin vier ihrer jüngsten sechs Begegnungen aufstocken. DEC-Gastspiele in Klagenfurt waren zuletzt meist ein Garant für viele Treffer, brachten die letzten drei Paarungen insgesamt doch gleich 29 Treffer.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken ergaben sich gegenüber dem Auswärtssieg in Salzburg am Freitag drei Änderungen im Lineup: Lars Haugen nahm an Stelle von Florian Vorauer wieder die Rolle als Backup ein, Steven Strong ersetzte in der Abwehr den geschonten Patrick Harand und Marco Richter komplettierte die Aufstellung als zusätzlicher Stürmer. Nicht zur Verfügung standen demnach Niki Kraus und Marcel Witting (verletzt) sowie Philipp Kreuzer (angeschlagen).

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC startete fokussiert und geradlinig agierend in die Partie und kam in der fünften Spielminute zu seiner ersten guten Torchance: Petter Hansson fing einen Pass der Bulldogs in der neutralen Zone ab, Johannes Bischofbeger leitete auf Manuel Ganahl weiter, der aus dem Slot aber an der Schulter von Torhüter Juha Järvenpää scheiterte. Bei numerischer Überlegenheit suchte Thomas Koch den Abschluss von links, der Puck wurde von der Fanghand des Keepers am Pfosten vorbei abgefälscht, ehe ein Schlagschuss von David Fischer noch von einem gegnerischen Stock über die Querlatte hinweg abgelenkt wurde (jeweils 6.). Auch danach drückten die Rotjacken: Ein Ganahl-Schlenzer von rechts streifte Metall (9.). Dornbirns erste Gelegenheit fand Mathias Bau Hansen vor, der sich zentral durchtankte, seinen Abschluss dann jedoch in die Fanghand von David Madlener setzte (11.). Die verdiente Führung für die Gastgeber konnten die knapp 3.200 Fans in der Stadthalle dann in Minute zwölf bejubeln: Thomas Hundertpfund ließ auf Johannes Bischofberger abtropfen und dieser setzte seinen Handgelenksschuss halbhoch in die lange Ecke. Die größte DEC-Chance im ersten Durchgang ergab sich im zweiten KAC-Powerplay: William Rapuzzi war auf und davon, schob den Puck am Ende seines Breakaways auch an Madlener vorbei, das Spielgerät schlitterte jedoch nur an den Pfosten (14.). Klagenfurts zweiter Treffer resultierte dann aus einem Petersen-Abschluss aus dem hohen Slot, Daniel Obersteiner nahm den Rebound auf, täuschte Järvenpää und sendete unter die Latte ein (16.). Noch zwei Gelegenheiten gab es im ersten Drittel zu notieren: Ein Tip-In von Nick Petersen flutschte um Zentimeter am Pfosten vorbei (17.), gegen den frei vor ihm aufgetauchten Kevin Macierzynski rettete Madlener stark mit dem Catcher (19.). 

Zu Beginn des Mittelabschnitts kam Olivier Magnan freistehend im Slot zum Abschluss, David Madlener konnte den Schuss trotz verstellter Sicht parieren und fand den Abpraller anschließend auch im Getümmel vor ihm (21.). Auf Seiten der Rotjacken leitete Manuel Ganahl die nächste Aktion ein, als er über links zum Tor zog und am Schoner des Vorarlberger Torhüters scheiterte - Thomas Hundertpfund konnte den Nachschuss nicht über die Linie drücken (25.). Bei einem druckvollen Offensivzonen-Shift der Bulldogs fehlte der Zug zum Tor, den strammen Blueliner von Mikko Vainonen pflückte Madlener sicher aus der Luft (26.). In den folgenden Minuten blieben Torszenen eher selten, dann stellte Rot-Weiß aber auf 3:0: Petter Hanssons Schuss aus der Distanz wurde geblockt, die Scheibe sprang an die Hashmarks zu Andrew Kozek, der sofort reagierte und mit dem Rücken zum Tor stehend backhand einsendete (36.). Nahe an einem weiteren Treffer vorbei schrammte dann Thomas Hundertpfund: Nach einem Wrap-Around scheiterte er an Järvenpääs Schonern, seinen eigenen Rebound lupfte er über den Kasten (37.).

Kurz nach Wiederbeginn demonstrierte Nick Petersen sein Können: Der Stürmer kurvte einmal quer durch das rot-weiße Angriffsdrittel, suchte dann den Abschluss aus der Drehung, setzte diesen aber knapp neben dem Pfosten (43.). Bei einem satten Pfund von Adam Comrie aus der Entfernung war Dornbirns Schlussmann im Spagat zur Stelle (45.). Nach einer schönen Scheibenrotation der Rotjacken in der Offensivzone landete das Spielgerät bei Martin Schumnig, der aus kurzer Distanz zum Haken auf die Rückhand ansetzte, aber im letzten Moment die Kontrolle über den Puck verlor (46.). Nach einem Aufbaufehler der Rotjacken brach Tomi Körkkö über halbrechts durch, auch der Finne vermochte David Madlener jedoch nicht zu überwinden (48.). Gegen Mitte des Schlussdrittels durften sich die Bulldogs erstmals in Überzahl beweisen, mehr als zwei (jeweils von Madlener parierte) Schüsse von Jordan Subban, der es einmal von der blauen Linie und anschließend vom rechten Faceoff-Punkt aus versucht hatte, resultierten aus dem numerischen Vorteil jedoch nicht (jeweils 51.). Weil Matthew Neal nach Ablauf seiner Strafzeit nahezu postwendend wieder in die Kühlbox geschickt wurde, spielte Dornbirn erneut Powerplay, zu den besseren Chancen kam aber der EC-KAC: Johannes Bischofberger scheiterte nach temporeichem Vorstoß noch mit seinem Haken auf die Rückhand (53.), im nächsten Shift traf Klagenfurt jedoch in Unterzahl: Manuel Geier eilte einem verlorenen Offensiv-Faceoff in die Ecke nach, behauptete den Puck und servierte diesen auf Manuel Ganahl, der sich von den rechten Hashmarks aus nicht zwei Mal bitten ließ (53.). Auch nach dem 4:0 waren die Rotjacken einem weiteren Tor näher als der DEC dem Ehrentreffer: Nach einer Hundertpfund-Torumrundung im Powerplay machte Goalie Järvenpää unten alles zu (56.), Michael Kernberger scheiterte aus zentraler Position an der Schulter des Finnen (58.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Ich bedanke mich bei unserer Mannschaft, die heute bewiesen hat, dass sie aus vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit gelernt hat. Die heutige war eine sehr disziplinierte und reife Vorstellung, speziell im ersten und dritten Abschnitt. Im zweiten Drittel produzierten wir in der neutralen Zone zu viele Scheibenverluste, was dem Gegner einige Chancen eröffnete. Aber insgesamt eine solide und stabile Leistung - aller vier Linien, aller sieben Verteidiger und eines starken Goalies. Gut so.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem dritten Erfolg in Serie schob sich der EC-KAC in der Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga wieder auf Rang zwei nach vorne, die Klagenfurter überholten am Sonntag den HCB Südtirol (3:4 gegen Linz) und die Vienna Capitals (spielfrei). Der Hauptstadt-Klub ist auch der nächste Gegner der Rotjacken, bereits übermorgen Dienstag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) gastiert der amtierende Champion beim Vizemeister. Diese Begegnung bildet den Auftakt zu einer Woche voller Spitzenspiele, warten in deren weiteren Verlauf doch noch die Duelle mit Salzburg am Freitag (zu Hause) und Bolzano am Sonntag (auswärts).