Neunter Derby-Heimsieg am Stück

Mit einer guten kämpferischen Leistung konnte sich der EC-KAC im ersten Kärntner Lokalduell der Saison einen 3:1-Sieg holen. 

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC gewann bisher die Hälfte seiner vier Saisonspiele, wobei er zwei Mal vor eigenem Publikum unterlag (1:4 gegen Linz, 0:2 gegen Graz) und zwei Mal auswärts siegte (3:1 in Dornbirn und 4:1 in Székesfehérvár). In Kärntner Derbys gegen den EC VSV feierten die Rotjacken zuletzt acht Heimsiege am Stück, Villachs letzter Erfolg in der Stadthalle lag über vier Jahre zurück und datierte vom 2. Februar 2016. Die Klagenfurter Offensive hatte im laufenden Spieljahr allerdings noch keinen durchschlagenden Erfolg, in den ersten vier Partien der Saison erzielte Rot-Weiß nur acht Treffer, die zudem nur von drei verschiedenen Spielern erzielt wurden.

Der EC VSV, der im Vorjahr erstmals seit 2015/16 wieder mehr Spiele gewinnen konnte als er verlor, startete mit zwei Niederlagen in Salzburg (1:6) und gegen Innsbruck (3:4) in die neue ICE-Saison. Am vergangenen Sonntag konnten die Adler jedoch erstmals anschreiben, als sie sich bei den Black Wings 1992 in Linz mit 3:2 durchsetzten. Villach schnitt im direkten Vergleich mit Klagenfurt in der jüngeren Vergangenheit eher bescheiden erfolgreich ab: 16 der letzten 21 und Kärntner Derbys gingen an den EC-KAC, in den letzten 14 Konfrontationen siegte Blau-Weiß nur zwei Mal.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste in diesem Spiel lediglich auf die beiden Langzeitverletzten David Fischer und Steven Strong verzichten, alle übrigen Kaderspieler standen zur Verfügung: Die zuletzt angeschlagenen Clemens Unterweger und Niki Kraus kehrten in die Aufstellung zurück. Auch bei Neuzugang Fredrik Eriksson wurden die Anmeldeformalitäten rechtzeitig erledigt, er gab damit sein Debüt im rot-weißen Trikot. Im Tor starteten die Rotjacken zum fünften Mal in dieser Saison mit Sebastian Dahm.

 

Der Spielverlauf:

Die Gäste aus Villach erwischten einen für sie perfekten Start in die Partie und gingen bereits nach 35 Sekunden und mit dem ersten Torschuss mit 1:0 in Führung: Chris Collins deutete den Wraparound an, brachte die Scheibe dann aber vor dem Kasten quer auf Martin Ulmer, der am langen Pfosten stehend direkt einschoss (1.). Nachdem Alexander Schmidt einen von Lukas Haudum abgefälschten Schuss und den folgenden Rebound entschärft hatte, glichen die Rotjacken nur 122 Sekunden später aus: Marcel Witting passte die Scheibe über die Bande zu Dennis Sticha, der mit Speed über rechts kommend zum Tor zog und mit der Rückhand durch die Beine des Keepers hindurch einschob. In der nächsten Aktion setzte sich Manuel Ganahl von außen kommend mit einem schönen Haken durch und schloss mit einem Backhander ab, Schmidt war aber auf dem Posten (7.). Ein mächtiger Schlagschuss von Jamie Fraser verfing sich doppelt abgefälscht in den Beinschonern von Sebastian Dahm (10.), dann war es abermals der KAC-Kapitän, der für Gefahr sorgte: Etwas glücklich kam er an der verlängerte Torlinie an den Puck und wollte diesen erneut durch die Schoner hindurch versenken, wurde aber von Patrick Bjorkstrand mit einem Stockschlag behindert und blieb daher erfolglos. Im fälligen Powerplay rotierte Rot-Weiß gut, zwingende Chancen konnte man aber nicht kreieren. Nach Ablauf der Strafzeit kam Thomas Hundertpfund nach einem Fehlpass der Adler im Slot zum Schlagschuss, Alexander Schmidt konnte parieren, der Nachschuss von Johannes Bischofberger wurde von Stefan Bacher mit dem Schläger geblockt (13.). Seinerseits bei numerischer Überlegenheit agierend kam der EC VSV zu seinen nächsten Möglichkeiten: Zunächst legte Martin Ulmer die Scheibe zur Mitte auf Patrick Bjorkstrand, der am Schoner von Sebastian Dahm hängenblieb, ein Kammerer-Wrister vom linken Flügel fand nur den Blocker des Schlussmanns und Scott Kosmachuk setzte den Puck mit Ablauf der Strafzeit aus kurzer Distanz über den Kasten (15., 16., bzw. 17.). Kurz vor Drittelende bot sich den Adlern noch ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter: Patrick Bjorkstrand stoppte vor Dahm, verzögerte kurz und scheiterte dann am ruhig gebliebenen Keeper (20.).

Mit einem Onetimer aus zentraler Position testete Scott Kosmachuk in der 25. Minute einmal mehr Sebastian Dahm, dieser konnte die Scheibe unter sich begraben. In der nächsten Aktion setzte sich Philipp Kreuzer über links kommend durch und suchte den direkten Weg zum Tor, wurde aber von Fredrik Eriksson regelwidrig am Abschluss gehindert, was den Adlern ein weiteres Powerplay bescherte (26.). Dieses Überzahlspiel wussten die Adler gut zu gestalten: Zuerst visierte Maximilian Kammerer vom linken Flügel aus die kurze Ecke an, traf aber nur Metall (27.), dann kam Scott Kosmachuk nach Schuss von Sahir Gill am rechten Anspielpunkt zum Nachschuss, traf aber ebenso nur den Pfosten (28.). Auf der Gegenseite waren die Rotjacken effektiver: Nach schöner Rotation von Johannes Bischofberger setzte Thomas Hundertpfund eine Direktabnahme aus dem hohen Slot über die Fanghand von Alexander Schmidt hinweg in die Maschen (29.). In der 36. Minute hatten die Klagenfurter die Möglichkeit, auf 3:1 zu erhöhen, Manuel Geier wischte aber im „Zwei-gegen-Eins“-Konter mit Thomas Hundertpfund über die Scheibe. In der Schussphase des zweiten Abschnitts suchte Chris Collins aus der Rundung den Weg zum Tor, wurde von Kele Steffler daran gehindert und zog damit die nächste Strafe (39.). Ein Schuss von außen durch Kammerer fand schließlich auch den Weg über die Linie, die Sirene war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits ertönt (40.).

Die erste nennenswerte Szene des Schlussdrittels leitete Nico Brunner mit einem tollen Pass von der blauen Linie aus an den langen Pfosten zu Daniel Wachter ein, dieser wollte die Scheibe in die Maschen abtropfen lassen, doch Sebastian Dahm machte ihm einen Strich durch die Rechnung (47.). Nur wenige Augenblicke später kamen die Rotjacken zu ihrem dritten Treffer: Ein Ganahl-Schuss flog über das Tor, Thomas Hundertpfund tippte den Puck zum heranrückenden Clemens Unterweger zurück, der noch ein paar Meter machte und schließlich trocken einschoss (48.). In der 53. Minute zog Chris Collins über rechts vors Tor, wurde aber durch einen Stockschlag von Michael Kernberger am Abschluss gehindert, sodass das bereits fünfte Überzahlspiel für die Gäste folgte: Scott Kosmachuck brachte hier zwei Schüsse an, scheiterte ein Mal an Dahm und ein Mal am Block (jeweils 54.). Gegen Ende der Partie kamen die Villacher noch zu zwei Top-Chanchen: Zuerst legte Martin Ulmer den Puck auf Kevin Schmidt ab, der brachte einen Handgelenksschuss aus der Halbdistanz an, fand damit aber nur den Catcher des rot-weißen Torhüters (58.). In der 60. Minute tauchte dann Ulmer alleine vor Sebastian Dahm auf, schob das Spielgerät jedoch mit der Rückhand am Kasten vorbei. Ein Empty Net-Treffer der Rotjacken wurde von der Stange vereitelt, sodass es letztlich beim Endstand von 3:1 blieb. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben heute als Mannschaft wieder einen Schritt nach vorne gemacht, denn wir waren über 60 Minuten hinweg mental immer bei der Sache und fokussiert. Nach dem nicht gerade herausragenden Saisonstart haben wir Charakter bewiesen, dementsprechend war das ein wichtiger Sieg. Gefallen hat mir unser Spiel mit dem Puck, das auch in Situationen, in denen wir unter Druck waren, gut funktioniert hat. Die Einstellung, die wir heute in dieser speziellen Derby-Situation an den Tag gelegt haben, müssen wir nun auch gegen andere Teams aufs Eis bringen, dann werden wir erfolgreich sein.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem ersten Heimsieg in der laufenden Saison, dem insgesamt neunten in Serie gegen den EC VSV, schoben sich die Rotjacken in der Tabelle auf Rang drei nach vorne. Sie halten nun wie Leader Salzburg bei neun Zählern. Die bislang noch ungeschlagenen Roten Bullen sind auch der nächste Gegner des EC-KAC: Am Sonntag (Spielbeginn: 16.30 Uhr) duelliert man sich im Volksgarten. Auf eigenem Eis sind die Klagenfurter dann erst wieder am 18. Oktober zu sehen, wenn es gegen den HC Innsbruck geht.