Niederlage nach späten Gegentreffern

Die Rotjacken holten im Auswärtsspiel bei Fehérvár AV19 im Schlussdrittel einen Zwei-Tore-Rückstand auf, unterlagen nach zwei Gegentreffern in den finalen zwei Minuten aber mit 3:5. 

Foto: Fehérvár AV19/Soós

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste sich zum Auftakt der Pick Round am Sonntag mit einem Zähler begnügen, zwar schafften die Rotjacken im Heimspiel gegen die Vienna Capitals spät im dritten Abschnitt noch den Ausgleich, unterlagen dem Hauptstadtklub dann aber in der Verlängerung. In der Fremde performten die Klagenfurter zuletzt sehr erfolgreich, seit der 4:5-Shootout-Niederlage in Székesfehérvár Mitte Dezember gewannen sie sechs ihrer sieben Auswärtsspiele und mussten sich lediglich bei Leader HCB Südtirol (3:4) geschlagen geben. Auch insgesamt stellte sich die rot-weiße Formkurve der Niederlage vom Sonntag zum Trotz sehr positiv dar: In 13 seiner bislang 15 im Kalenderjahr 2021 ausgetragenen Begegnungen konnte der EC-KAC punkten. 

Nach der erfolgreichsten ersten Grunddurchgangsphase seiner 14-jährigen Ligazugehörigkeit startete Fehérvár AV19 mit dem Heimspiel gegen den EC-KAC in die Pick Round. In der Zwischenrunde fuhren die Ungarn in den vergangenen Jahren meist sehr gute Resultate ein, in keiner der letzten drei Saisonen verschlechterte sich ihre Tabellenposition in diesem zweiten Meisterschaftsabschnitt. Mit den Rotjacken hatte das Team von Head Coach Antti Karhula heuer einige Probleme, gegen keine andere Mannschaft verfügt man über eine negativere Saisonbilanz (3:9 Punkte und Tordifferenz -8). Allerdings konnte Székesfehérvár sein letztes Heimspiel gegen Klagenfurt Mitte Dezember im Penaltyschießen gewinnen, zudem verlor man in der Stadthalle vor zehn Tagen erst in der Overtime.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten gegenüber den jüngsten Partien auf Torhüter Sebastian Dahm, der die Reise nach Ungarn aus privaten Gründen nicht mitmachte, sowie die beiden Stürmer Lukas Haudum (angeschlagen) und Dennis Sticha (angeschlagen, weitere Untersuchungen ausständig) verzichten. Zwischen den Pfosten stand somit David Madlener, sein Backup war Jakob Holzer. Im Angriff rückte Samuel Witting in die Formation mit Thomas Koch und Matt Fraser auf, zudem kehrte Michael Kernberger in das Lineup zurück und komplettierte dort die Linie mit den Geier-Brüdern Manuel und Stefan. Keine personellen Veränderungen gab es in der Abwehr, wo weiterhin sieben Akteure rotierten.

 

Der Spielverlauf:

Schon im zweiten Wechsel der Partie sahen sich die Rotjacken mit einer ersten Unterzahlsituation konfrontiert, István Bartalis schoss aus dem Slot drüber, gegen Tim Campbell von der blauen Linie aus (jeweils 2.) und Toni Kähkönens Onetimer von halblinks war David Madlener zur Stelle (3.). Als Johannes Bischofberger über rechts in das Zentrum durchbrach, wurde er am Abschluss noch so behindert, dass Torhüter Jaroslav Janus keine Probleme hatte (3.). Gleich folgte das nächste Powerplay für die Hausherren: Madlener ließ einen Sarauer-Schuss von links fallen, Csanád Erdély lupfte den Abpraller aber über den Kasten (5.). Nach knapp neun Minuten gelang den Ungarn dann ihr erster Treffer: Sarauer bediente von der Halfwall aus den an die linken Hashmarks eingelaufenen Kähkönen, mit einer Direktabnahme halbhoch in die lange Ecke ließ er Madlener keine Chance. Danach zeichnete sich der KAC-Goalie wieder aus: Mit der Schulter lenkte er den Abschluss eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters durch Bartalis ab, einen Campbell-Schuss aus dem hohen Slot parierte er ebenfalls (jeweils 11.). Die Klagenfurter kamen im ersten Abschnitt kaum zu aussichtsreichen Möglichkeiten, symptomatisch dafür das erste Überzahlspiel für den EC-KAC, das ohne Torschuss verstrich. Die beste Gelegenheit im ersten Durchgang leitete Samuel Witting ein, der den Puck von hinter dem Kasten aus förmlich an den Torraum arbeitete, Thomas Koch klopfte die Scheibe in Bedrängnis neben den Pfosten (16.). Mit der Sirene stand noch einmal David Madlener im Mittelpunkt, der bei einem Abschluss aus dem Zentrum die Ruhe behielt (20.). 

Auch im zweiten Durchgang gehörte die erste Gelegenheit den Gastgebern (Madlener parierte gegen Kuralt von rechts/21.), dann erhöhten die Rotjacken aber die Schlagzahl: Ein glücklich in den Lauf von Nick Petersen springender Punk ermöglichte diesem den Abschluss aus dem Slot, er verfehlte aber den Kasten (22.). Augenblicke später wurde Rok Tičar noch am Einkehren eines Abprallers ins halbleere Tor gehindert, die Klagenfurter blieben aber in der Zone und kamen zum Ausgleich: Aus der Rundung bediente Petersen am rechten Faceoff-Punkt Paul Postma, der per Direktabnahme in die kurze Ecke einsendete (23.). Bei einem Bischofberger-Abschluss von links war Janus am Posten (25.), einen Petersen-Diagonalpass an den langen Pfosten verpasste Tičar nur knapp (27.). Als Thomas Koch knapp vor der verlängerten Torlinie einen Querpass auf Samuel Witting anbrachte, kam auch dieser nicht an die Scheibe (30.). Mitten in dieser guten Phase der Gäste kam Fehérvár AV19 zum neuerlichen Führungstreffer: Csanád Erdély bediente von hinter dem Kasten aus Alex Petan am rechten Faceoff-Kreis, der per Direktabnahme durch Madleners Beine hinweg einschoss (30.). Das Unglück des Gegentreffers kam nicht allein, der Vorlagengeber hatte Sekunden davor Paul Postma zu Boden gestoßen, sodass dieser die Partie vorzeitig abbrechen musste. Von diesem Schock erholten sich die Klagenfurter in den folgenden Minuten nicht: Dániel Szabós Schuss aus dem Slot wurde gerade noch geblockt (31.), der von Hári bediente Hargrove scheiterte aus dem Zentrum an den Pads des KAC-Goalies (33.). Dieser war (in der Grätsche) auch zur Stelle, als Bartulis über rechts kommend nach innen schnitt und Madlener mit dem weiten Vorhandhaken umkurven wollte (34.). Fehérvár AV19 drückte weiter: Andrew Sarauer brachte einen Rebound aus kurzer Distanz nicht über die Linie (35.), im Powerplay traf Dániel Szabó den Puck nicht richtig, als er schon den halbleeren Kasten vor sich hatte (36.). Aus einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter heraus schrieben die Ungarn dann doch zum dritten Mal an: Colton Hargrove schloss von halblinks selbst ab und traf hoch in die kurze Ecke (38.).

Eine in den dritten Abschnitt mitgenommene Strafe brachten die Rotjacken gekonnt von der Uhr: Gegen János Hári aus dem Slot parierte David Madlener (41.), einen Unterzahl-Konter schloss Johannes Bischofberger knapp über die Querlatte ab (42.). Dann verkürzten die Rotjacken: Am Ende eines Doppelpasses mit Samuel Witting am Torraum schob Matt Fraser den Puck unter Janus hindurch über die Linie (43.). Nach einem ungenutzten KAC-Powerplay schoss Miika Lahti von den rechten Hashmarks aus an der kurzen Ecke vorbei (49.), es folgte der Ausgleich für Rot-Weiß: Matt Fraser setzte sich an der Bande durch und legte auf Martin Schumnig ab, dessen Schuss von halbrechts ließ Goalie Janus fallen und Samuel Witting schob das Spielgerät aus kürzester Entfernung ins Tor (50.). Nun jagten die Klagenfurter die erstmalige Führung an diesem Abend: Bei einem energischen Koch-Vorstoß kam der finale Querpass auf Fraser nicht an (51.), im nächsten Wechsel zimmerte der Routinier den Abschluss eines Odd Man Rushes nur hauchdünn an der langen Kreuzecke vorbei (53.). Ebenso knapp verpasste Manuel Ganahl am Torraum die Deflection eines Handgelenksschusses von Kele Steffler (56.). In einem späten Powerplay für die Gastgeber wurde die Begegnung schließlich ihrer Entscheidung zugeführt: Zunächst scheiterte Johannes Bischofberger bei einem Solo in Penalty Shot-Manier am Oberarm des Fehérvár-Goalies (57.), dann trafen die Ungarn. István Bartalis drängte sich von links nach innen vors Tor, David Madlener stoppte ihn mit seinem Beinschoner, der Puck landete aber genau vor Csanád Erdély, der aus kurzer Entfernung einschießen konnte (59.). Die Rotjacken mobilisierten noch einmal alle Kräfte, brachten einen sechsen Feldspieler, doch Andrew Sarauer lupfte die Scheibe von hinter der verlängerten Torlinie des eigenen Kastens aus über Freund und Feind hinweg zum 5:3-Endstand in das verwaiste KAC-Gehäuse (60.). (HB)

 

Der Kommentar:

„In meinen Jahren beim EC-KAC war das einer unserer besseren Auftritte in dieser Halle, dennoch hat es nicht zum Sieg gereicht. Ich habe das Gefühl, wir haben uns heute ins eigene Bein geschossen, zum Beispiel in den ersten zehn Minuten im zweiten Drittel, als wir drückten, aber den Puck einfach nicht ins Tor brachten. Wir sind dann im dritten Abschnitt stark zurückgekommen, haben auf die Führung gedrängt, doch Fehérvár hat im Powerplay getroffen. Ich bin nicht unglücklich über unseren Auftritt, emotional war das eine gute Vorstellung und an der Behebung der Defizite in unserem Spiel werden wir arbeiten.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken blieben im fünften Saisonduell mit Fehérvár AV19 zum ersten Mal ohne Punkt, sie verloren in Ungarn nicht nur drei Zähler, sondern auch Paul Postma, der knapp vor Halbzeit des Spiels mit einer Oberkörperverletzung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Auf den EC-KAC warten im weiteren Verlauf der Woche ein Auswärts- und ein Heimspiel: Am Freitag (19.15 Uhr, live auf Sky Sport Austria) gastieren die Klagenfurter beim EC Salzburg, am Sonntag (17.30 Uhr, live.ice.hockey) empfangen sie den überlegenen Spitzenreiter HCB Südtirol in der Stadthalle.