Overtime-Sieg zum Abschluss der ersten Meisterschaftsphase

In einem abwechslungs- und chancenreichen Spiel ohne enges taktisches Korsett besiegte der EC-KAC im letzten Spiel vor der Pick Round Fehérvár AV19 mit 2:1 nach Verlängerung.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte am Freitagabend im 20. Auswärtsspiel der Saison seinen 14. Sieg einfahren: Der 3:2-Erfolg bei den Vienna Capitals nach zwischenzeitlichem Zwei-Tore-Rückstand sicherte den Rotjacken endgültig den zweiten Tabellenplatz nach der ersten Grunddurchgangsphase. Klagenfurt wird am kommenden Wochenende mit zwei Bonuspunkten in die Pick Round starten, unabhängig vom Ergebnis im finalen Heimspiel der aktuellen Meisterschaftsphase gegen Fehérvár AV19. Auf eigenem Eis konnte Rot-Weiß jeden seiner jüngsten vier Auftritte (gegen Salzburg, Bolzano, Linz und Dornbirn) erfolgreich gestalten, auch den Tabellennachbarn aus Ungarn besiegte man bei dessen erstem Gastspiel in der Stadthalle im laufenden Spieljahr (Mitte November mit 5:0).

Fehérvár AV19 beschloss in Klagenfurt den erfolgreichsten Abschnitt eins der Meisterschaft in seiner Ligageschichte: 25 Siege in bislang 39 Partien bedeuten Platz drei im Ranking, von dem die Ungarn am letzten Spieltag vor der Pick Round auch nicht mehr verdrängt werden konnten. Die offensivstärkste Mannschaft im Bewerb (3,46 erzielte Treffer pro Begegnung) konnte am Sonntag also wie der EC-KAC befreit aufspielen, auch das Team von Head Coach Antti Karhula schonte keine Spieler, alle verfügbaren Akteure wurden auch eingesetzt. Von den in der aktuellen Spielzeit bisher ausgespielten neun Zählern in direkten Begegnungen konnte sich Székesfehérvár allerdings lediglich zwei holen: Mitte Dezember siegte man auf eigenem Eis mit 5:4 nach Penaltyschießen. Die beiden übrigen Konfrontationen endeten mit deutlichen KAC-Erfolgen (4:1, 5:0).

 

Die Personalien:

Der EC-KAC bot in dieser Begegnung zum fünften Mal in Folge die exakt gleichen 20 Feldspieler auf. Innerhalb der Blöcke kam es zu einem Wechsel, Samuel Witting, der am Freitag seinen ersten Saisontreffer in der Kampfmannschaft erzielt hatte, stürmte (wie bereits in Drittel zwei und drei im Spiel gegen Wien) neben Thomas Hundertpfund und Johannes Bischofberger, Daniel Obersteiner war als zusätzlicher Angreifer mit im Aufgebot. Auf der Torhüterposition kam David Madlener zu seinem neunten Start in der laufenden Saison, seinem dritten innerhalb der jüngsten vier Partien.

 

Der Spielverlauf:

Gleich in der ersten Spielminute bot sich den Rotjacken eine Großchance über Thomas Hundertpfund, der zum Breakaway anlief, den Puck mit der Rückhand aber nicht an Dániel Kornakker vorbeibrachte. Kurz darauf durfte sich der EC-KAC bereits in Überzahl beweisen: Rok Tičar blieb mit einem Abfälscher nach Postma-Schuss erfolglos (3.), ein Blueliner von Clemens Unterweger touchierte den Pfosten (4.). In der fünften Minute setzte Thomas Koch von der Rundung aus Matt Fraser im Slot in Szene, er scheiterte aber am ungarischen Schlussmann, der auch den Nachschuss von Dennis Sticha mit dem Schoner parierte. Auf der Gegenseite brachte János Hári den Puck aus spitzem Winkel aufs Tor der Klagenfurter, David Madlener hatte leichte Probleme, konnte ihn aber draußen halten (5.). Nachdem Thomas Hundertpfund ein Bischofberger-Zuspiel im Slot nicht verwerten konnte (6.), gingen die Gäste in der siebten Spielminute in Führung. Ein Unterweger-Pass von Linksaußen fand im Slot keinen Abnehmer und so startete Dániel Szabó den Konter über den linken Flügel, seinen späten Rückhand-Querpass auf den aufgerückten Miika Lahti verwertete dieser aus kurzer Distanz durch Madleners Beine hindurch. Die Rotjacken blieben aber weiterhin am Drücker: Lukas Haudum spielte den Puck nach Fraser-Querpass für Thomas Koch in den hohen Slot, doch dieser scheiterte mit seinem Direktschuss, ehe auf der Gegenseite erneut Szabó über links zum Tor zog, aber gleich doppelt an David Madlener scheiterte (11.). In der 17. Minute bediente Dennis Sticha im Slot Manuel Geier, der die Scheibe aber nicht richtig traf, dann visierte Matt Fraser über den linken Flügel kommend die kurze Ecke an, doch der ungarische Torhüter lenkte den Puck mit dem Blocker entscheidend ab. Wenige Sekunden vor Drittelende bot sich den Rotjacken dann die wohl beste Chance auf den Ausgleich: Thomas Hundertpfund spielte von der verlängerten Torlinie aus an den langen Pfosten zu Johannes Bischofberger, der am Blocker von Kornakker hängenblieb (20.).

In der 22. Minute gelang den Rotjacken der verdiente Ausgleichstreffer: Lukas Haudum band hinter dem Kasten zwei Gegenspieler, sodass Thomas Koch die Scheibe ideal in den Slot zu Matt Fraser spielen konnte, der den Onetimer über die Fanghand des in der Drittelpause eingewechselten Dávid Gyenes hinweg in die Maschen knallte. Kurz darauf zog Toni Kähkönen von hinter dem Tor nach vorne und scheiterte mit einem Backhander an David Madlener, der auch den Nachschuss von Andrew Sarauer aus kurzer Distanz entschärfen konnte (23.). Bei numerischer Unterlegenheit gingen die Klagenfurter dann beinahe in Führung, der ungarische Schlussmann parierte aber sowohl gegen Bischofberger als auch gegen Hundertpfund (26.). Im nächsten Überzahlspiel der Gäste kamen diese zu einer guten Gelegenheit über Andrew Sarauer, der an den langen Pfosten zu Csanád Erdély spielte, der den Puck aber nicht im halbleeren Tor unterbringen konnte (29.). Nach einem Fehlpass von Nick Petersen in der neutralen Zone kam Alex Petan aus der Halbdistanz zum Abschluss, David Madlener konnte sich mit einem schönen Fanghandsave auszeichnen (33.). In der nächsten Szene wartete János Hári im Konter am linken Flügel kurz zu und spielte dann den Querpass an den langen Pfosten zu Anže Kuralt, der die Scheibe in Bedrängnis jedoch nicht über die Linie schieben konnte (35.). Auf der Gegenseite fälschte Matt Fraser genau in den Lauf von Thomas Koch ab, der über halblinks zum Solo kam, den Schlagschuss antäuschte und dann flach abschloss, Gyenes war mit den Pads zur Stelle (37.).

Die Rotjacken nahmen ein Powerplay mit in den Schlussabschnitt und konnten dieses beinahe auch in die erstmalige Führung ummünzen: Die Ungarn konzentrierten sich allesamt auf ein Battle in der Rundung, Thomas Hundertpfund sicherte sich die Scheibe und bediente den im Slot völlig alleingelassenen Lukas Haudum, der allerdings erfolglos blieb (41.). In der 45. Minute knallte Rok Tičar das Spielgerät von rechts aus an den Innenpfosten, Nick Petersen setzte den Puck kurz darauf von zwischen den Hashmarks aus knapp über die Querlatte. Auf der Gegenseite legte Colton Hargrove im Konter über links zurück an die blaue Linie zu Paul Geiger, dessen Schuss aber in der nach oben schnellenden Fanghand von David Madlener landete (48.). Erneut bei numerischem Vorteil kam der Tabellendritte zu seinen nächsten Offensivaktionen: István Bartalis bediente aus der Tiefe Tim Campbell, dessen Wrister knapp am langen Pfosten vorbei zischte, ehe Toni Kähkönen nach Kuralt-Zuspiel vom Crease aus an David Madlener scheiterte (51. bzw. 52.). Nachdem Rok Tičar vom Slot aus einen Ganahl-Pass nur an die Beinschoner des Schlussmanns setzte (54.), sprang der Puck von der Bande an den linken Faceoff-Kreis zu Paul Postma, der zuerst am Pad von Dávid Gyenes hängenblieb und dann seinen eigenen Nachschuss knapp am Pfosten vorbei schlenzte (57.). Die letzte Möglichkeit in der regulären Spielzeit kreierte Alex Petan mit einem Zuspiel aus der Drehung in den Slot zu Csanád Erdély, aber David Madlener konnte sich gegen den frei vor ihm aufgetauchten Top-Torjäger Fehérvárs einmal mehr auszeichnen (58.).

Die Rotjacken konnten das Spiel in der folgenden Overtime verdient für sich entscheiden: Thomas Hundertpfund eroberte den Puck in der linken Rundung der eigenen Zone und setzte dann Johannes Bischofberger mit einem perfekten Steilpass für das Breakaway in Szene. Dessen ersten Schuss konnte Dávid Gyenes mit dem Schoner parieren, gegen den Nachschuss, den ihm Bischofberger durch die Beine schob, war er aber machtlos (62.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Ein guter Abschluss dieser ersten Saisonphase, Platz zwei ist absolut okay für uns, denn jetzt kommen die wirklich entscheidenden Partien und Wochen. Die heutige Begegnung war recht frei von Konventionen, sicher für Zuseher erfreulicher als für Trainer, aber es war aufregend. Wir freuen uns alle mit Johannes Bischofberger, dass er den entscheidenden Treffer geschossen hat, und mit David Madlener, der eine blitzsaubere Vorstellung abgeliefert hat. Jetzt richtet sich unser Blick nach vorne, vor uns liegt viel harte Arbeit, ankommen wird es auf den Hunger, den die Gruppe entwickelt - und diesbezüglich bin ich bei unserem Team optimistisch. Jetzt heißt es, als Kollektiv Schritt für Schritt zu machen, auf geht’s.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach zwei dritten Plätzen in den vergangenen beiden Saisonen beendete der EC-KAC die erste Phase des Grunddurchgangs heuer zum ersten Mal seit der erstmaligen Einführung der Zwischenrunde (2007/08) auf Rang zwei. Die Rotjacken nehmen demnach zwei Bonuspunkte mit in die Pick Round, die sie am kommenden Wochenende mit einem Heimspiel gegen die Vienna Capitals eröffnen werden. Ob diese Begegnung am Samstag oder Sonntag ausgetragen wird, entscheidet sich ebenso erst in den kommenden Tagen wie die exakte Beginnzeit und der Ausstrahlungskanal der Übertragung (TV oder Stream). Vor der Mannschaft des Rekordmeisters liegen zunächst einige freie Tage, die jüngeren Spieler kehren am Mittwoch und der gesamte Kader dann am Donnerstag in den Trainingsbetrieb zurück.