Rot-weißes CHL-Abenteuer endet in der Schweiz

Mit einer 2:4-Niederlage beim EHC Biel-Bienne musste sich der EC-KAC am Dienstagabend für die Saison 2019/20 aus der Champions Hockey League verabschieden.

Foto: CHL/Bohnenblust

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte drei seiner bislang fünf Gruppenspiele in der Champions Hockey League für sich entscheiden, die Niederlagen in Tampere (3:8) und gegen Biel-Bienne (3:6) brachten die Rotjacken jedoch in eine schwierige Ausgangslage im Kampf um einen Platz im Achtelfinale: Im Auswärtsspiel in der Schweiz mussten die Klagenfurter entweder mit fünf Treffern Differenz gewinnen oder aber mehr Zähler einfahren als Tappara in seiner Heimpartie gegen Frisk Asker am Mittwochabend, um doch noch in die KO-Phase der Königsklasse aufzusteigen.

Der EHC Biel-Bienne startete herausragend in die neue Spielzeit, sowohl in der CHL-Gruppe A als auch in der heimischen Nationalliga A führt der Klub aus dem Kanton Bern die Tabelle an. Mit dem 6:3-Erfolg in Klagenfurt in der Vorwoche machten die Schweizer (bei ihrer ersten Teilnahme an der Champions Hockey League) einen Riesenschritt in Richtung Achtelfinale, nur eine hohe Heimniederlage gegen den EC-KAC könnte den Aufstieg des EHCB, der heuer in bislang jedem Bewerbsspiel auf eigenem Eis gepunktet hat, noch verhindern.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste in Biel-Bienne unverändert vier Stammkräfte vorgeben: Torhüter Lars Haugen (krank), Verteidiger Steven Strong sowie die Stürmer Marcel Witting und Niki Kraus (alle verletzt) machten die Reise in die Schweiz nicht mit. Die Rotjacken traten in dieser CHL-Begegnung also mit dem exakt gleichen Lineup an, das auch beim sonntägigen 6:1-Auswärtserfolg in Dornbirn in der Liga aufgelaufen war. Weder innerhalb der Abwehr-Pärchen noch der Sturm-Formationen kam es zu Umstellungen, Michael Kernberger fungierte also als siebter Verteidiger, Marco Richter als 13. Angreifer. Im Tor kam David Madlener zum sechsten Champions Hockey League-Einsatz in seiner Karriere.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Großchance in der Begegnung fanden die Hausherren vor: Einen Schlagschuss von Yannick Rathgeb wehrte David Madlener so ab, dass der Puck hochstieg und hinter ihm in den Torraum fiel, am Eis liegend vermochte der KAC-Goalie die Scheibe unter sich zu begraben, ehe Biel-Biennes Neuzugang David Ullström einkehren konnte (2.). In einem frühen Powerplay für die Rotjacken hatte Nick Petersen die beste Gelegenheit, Eilen Paupe war aber mit der Stockhand zur Stelle (3.). Mit der Fanghand hielt der EHCB-Torhüter danach einen von Martin Schumnig verlängerten Petersen-Diagonalpass (7.). Nach einer schönen Torumrundung von Ullström verpasste Damien Riat dessen Zuspiel am langen Pfosten (9.), auf der Gegenseite landete ein akrobatischer Rückhandschuss Siim Liiviks nur am Beinschoner des Goalies (12.). Im ersten Überzahlspiel für die Schweizer konnte sich der EC-KAC zwei Mal befreien, aus dem dritten Versuch - jenem von Adam Comrie - resultierte aber Biel-Biennes erster Treffer: Der finnische Weltmeister Toni Rajala stand goldrichtig und setzte den abgefangenen Puck direkt hoch in die rechte Ecke (15.). In der Schlussphase vergaben beide Teams noch jeweils eine gute Möglichkeit: Von Rechtsaußen von Petersen bedient wurde Matthew Neal zwischen den Hashmarks noch am Abschluss gehindert (19.), einen Schuss aus der Drehung des aufgerückten Anssi Salmela, abgegeben aus kurzer Distanz, parierte Madlener mit den Pads (20.).

Im zweiten Durchgang kam ein Kozek-Onetimer aus spitzem Winkel auf der linken Seite zu zentral auf Goalie Paupe (21.). Als Peter Schneider im Alleingang enteilte, musste Clemens Unterweger zur Notbremse greifen, den fälligen Penalty Shot verwandelte der Wiener mit der Vorhand in die linke Kreuzecke (22.). Während Biel-Biennes zweitem Powerplay der Partie konnte sich der EC-KAC gut verteidigen, als wieder bei Even Strength gespielt wurde erhöhten die Schweizer mit einer finnischen Co-Produktion auf 3:0: Rajala bediente beim „Zwei-auf-Eins“ den mitgelaufenen Salmela (32.). Für die Rotjacken vergab wenig später Petter Hansson, seine stramme Direktabnahme vom linken Faceoff-Kreis aus streifte den Außenpfosten (34.). In einem Überzahlspiel kamen die Klagenfurter zu zwei guten Gelegenheiten, dann konterte der EHCB, doch David Fischer nahm den finalen Querpass weg (37.). Drei Sekunden nach Ablauf der Strafzeit gegen die Gastgeber kam der EC-KAC erstmals auf die Anzeigetafel: Nick Petersen drehte sich von hinter dem Kasten vor das Tor, er lupfte seinen eigenen Abpraller schließlich hoch in die kurze Ecke (38.). Um ein Haar hätten die Rotjacken vor der zweiten Pause noch weiter verkürzt: Nach feinem Haken im hohen Slot schlenzte Thomas Hundertpfund gut, traf den Torhüter jedoch nur an der Schulter (40.). So fingen sich die Klagenfurter in der Schlusssekunde des Mitteldrittels noch ein äußerst unnötiges Gegentor ein: Aus der Ecke kommend sendete Mike Künzle in die lange Kreuzecke ein, erst nach langem Video-Review wurde der Treffer anerkannt.

In Drittel drei konnte sich David Madlener mit dem Blocker gegen den völlig frei vor ihm aufgetauchten Kevin Fey auszeichnen (43.). Dann fuhren die Rotjacken einen „Drei-gegen-Eins“-Konter, bei dem sich Marco Richter dazu entschied, selbst abzuschließen, er setzte den Puck aus halbrechter Position an den linken Pfosten (44.). Im dritten Powerplay für die Hausherren parierte Madlener eine Deflection aus kurzer Distanz ebenso wie einen satten Onetimer von Gilian Kohler (jeweils 46.). Auch später war der KAC-Schlussmann mit der Fanghand zur Stelle, als Stefan Ulmer aus der Distanz abzog (51.). Weil die Schweizer dann innerhalb von zehn Sekunden gleich zwei Strafen kassierten, ergab sich für die Klagenfurter die Möglichkeit des doppelten numerischen Vorteils und diesen konnten sie auch zu ihrem zweiten Treffer in dieser Begegnung nutzen: Ein scharfes Diagonalzuspiel von Thomas Koch fälschte Andrew Kozek gekonnt in die lange Ecke ab (52.). Und auch die besten Chancen in den Schlussminuten fanden die Rotjacken vor, eine Verbesserung des Resultats war ihnen dabei allerdings nicht mehr beschieden: Lukas Haudum fälschte einen Hansson-Schuss am Kasten vorbei (53.), Stefan Geier scheiterte mit einem Wrap-Around und ein schönes Petersen-Zuspiel knallte Haudum aus bester Position auf die Schulter des Goalies (jeweils 56.). Letztlich zog der EC-KAC in Biel-Bienne mit 2:4 den Kürzeren. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir kamen heute nach Biel-Bienne, um zu gewinnen, das ist uns nicht geglückt. Die Begegnung hat gezeigt, wie Eishockey in stärkeren Ligen als unserer gespielt wird: In der EBEL können wir uns einzelne Fehler erlauben oder kommen manchmal damit davon, doch auf diesem Niveau wird fast jeder davon bestraft, seien es leicht falsche Positionierungen am Eis oder falsche Entscheidungen mit dem Puck. Das haben wir in den beiden Duellen mit den Schweizern gesehen und gelernt. Insgesamt war die Champions Hockey League eine tolle Erfahrung für uns, ein gut organisierter Bewerb, in dem wir uns mit den besten Teams des Kontinents messen können. Unser Ziel ist es, uns auch in Zukunft für die CHL zu qualifizieren.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC belegt nach dem Verlust in Biel-Bienne mit insgesamt neun Punkten den dritten Rang in der Abschlusstabelle der Gruppe A der Champions Hockey League. Die Rotjacken konnten sich damit nicht für die KO-Phase der Königklasse qualifizieren. Damit endet die internationale Saison der Klagenfurter, deren Fokus fortan wieder auf der Erste Bank Eishockey Liga liegt. Dort wartet bereits am Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) das erste Kärntner Derby des Spieljahres gegen den EC VSV. Für diese Begegnung sind bereits sämtliche Sitzplätze vergeben, die letzten 150 Stehplatzkarten können über den Online-Ticketshop des EC-KAC sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen bezogen werden.