Rotjacken im Penaltyschießen zum fünften Sieg in Serie

Ein spielerisch gefälliger EC-KAC setzte sich am Sonntagabend auswärts beim EHC Linz mit 3:2 nach Penaltyschießen durch und kletterte damit auf Tabellenplatz zwei. 

Foto: EHC Linz/Draxler

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging mit viel Selbstvertrauen in das erste Spiel des zweiten Grunddurchgangsviertels, konnte er doch jedes seiner jüngsten vier Ligaspiele für sich entscheiden. Zuletzt gab es am Freitag einen 1:0-Heimerfolg in einem intensiv geführten Derby gegen Villach. Die aktuelle Siegesserie brachte die Klagenfurter auf Tabellenplatz drei und mit drei Zählern Rückstand auch wieder in Schlagdistanz zu Leader Salzburg. Allerdings waren die Rotjacken vor dem sonntägigen Gegner gewarnt, waren die Black Wings doch eines von nur zwei Teams in der Erste Bank Eishockey Liga, gegen das der EC-KAC heuer noch nicht punkten konnte.

Der EHC Linz bestritt gegen den amtierenden Meister aufgrund der Umbauarbeiten an seiner Spielstätte seine erst dritte Saisonpartie auf eigenem Eis. Bislang standen für die Black Wings zu Hause ein Sieg (4:0 gegen Fehérvár AV19) und eine Niederlage (2:5 gegen den HCB Südtirol) zu Buche. Gerade auswärts setzten die Oberösterreicher in der Anfangsphase der Spielzeit mit Erfolgen in Salzburg und Klagenfurt Ausrufezeichen, zuletzt unterlag man jedoch sowohl in Znojmo (3:4 nach Overtime und zwischenzeitlicher 3:1-Führung) als auch in Graz (0:4).

 

Die Personalien:

Der EC-KAC bot in diesem Auswärtsspiel das exakt gleiche Lineup auf wie beim 1:0-Heimsieg im Kärntner Derby gegen den EC VSV am Freitagabend. Auch innerhalb der Formationen gab es Kontinuität, alle vier Sturmlinien und drei Verteidigungspärchen blieben unverändert. Verzichten mussten die Rotjacken in Linz lediglich auf die Langzeitverletzten Steven Strong (Abwehr), Marcel Witting und Niki Kraus (beide Angriff). Im Tor der Klagenfurter stand im dritten Ligaspiel in Folge David Madlener.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken überstanden ein frühes erstes Unterzahlspiel sehr souverän, erst als wieder der Modus „Fünf-gegen-Fünf“ galt, kamen die Black Wings zu ihrer ersten großen Gelegenheit: Marek Kalus setzte seinen Abschluss von den rechten Hashmarks aus knapp über den Kasten (5.). Eine schöne Einzelaktion von Matthew Neal über den linken Flügel endete mit einem zu zentralen Abschluss auf Goalie David Kickert (7.), wenig später durften die Klagenfurter erstmals mit einem Mann mehr agieren. Diese Überlegenheit nutzten sie auch prompt aus: Ein flacher Handgelenksschuss von David Fischer, abgegeben von der blauen Linie aus, fand den Weg in die Maschen, Matthew Neal hatte unmittelbar am Torraum dem Goalie die Sicht nehmend noch ganz leicht abgefälscht (9.). Doch nur gut drei Minuten später, ebenfalls bei numerischem Vorteil, konnte Linz ausgleichen: Nachdem die Oberösterreicher ein starkes Powerplay aufgezogen und Kalus nur die Stange getroffen hatte (12.), schlüpfte ein noch abgefälschter Schlagschuss aus der Distanz von Troy Rutkowski durch die Beine David Madleners (12.). Keine zwei Minuten später erlangten die Rotjacken ihre Führung jedoch zurück: Thomas Hundertpfund wischte bei einer versuchten Direktabnahme über den Puck, Adam Comrie nahm diesen auf, fuhr einen Bogen durch den hohen Slot und schlenzte ihn an zwei den Block versuchenden Linz-Spielern und Kickert vorbei in die lange Ecke (14.). Als die Klagenfurter in der Schlussphase des ersten Abschnitts noch zu einem zweiten Überzahlspiel kamen, vergab Comrie doppelt: Zunächst hielt Kickert seinen Schlagschuss, dann setzte er einen Schlenzer knapp an der langen Kreuzecke vorbei (jeweils 17.).

Die Hausherren starteten energisch in den zweiten Durchgang, Petter Hansson musste Mario Altmann mit einem Foul stoppen und Linz nutzte das sich daraus ergebende Überzahlspiel: Den Fernschuss von Matt Finn fälschte Justin Florek aus kurzer Distanz zum 2:2 in das Tor ab (22.). Danach wirkte die Partie etwas zerfahren, erst gegen Mitte des Abschnitts fanden beide Teams zu ihrer Struktur zurück. Einen vor dem KAC-Gehäuse frei liegenden Puck setzte Alexander Cijan neben den Kasten (28.), ehe Stefan Geier von hinter dem Tor aus bedient wurde, aus kurzer Distanz die Scheibe aber nicht an David Kickert vorbeizubringen vermochte (30.). Bei numerischer Überlegenheit rotierten die Klagenfurter im Halbfeld gut, den finalen Flachschuss von David Fischer hielt der Linzer Schlussmann allerdings recht problemlos (33.). Als Dragan Umičević aus der Nahdistanz mit der Rückhand abschloss, parierte Madlener (36.), Martin Schumnig hatte den Schweden aber behindert und musste in die Kühlbox: Die beste Linzer Gelegenheit in diesem Powerplay vergab Marek Kalus, der vom rechten Faceoff-Kreis aus und bei freier Schussbahn verzog (37.). Die letzte Gelegenheit im zweiten Durchgang hatte Adam Comrie, der bei numerischer Überlegenheit tief ging, von Thomas Koch per Diagonalpass bedient wurde, jedoch über den Puck wischte (40.). 

Früh im dritten Abschnitt parierte Kickert einen Fischer-Schlagschuss im Powerplay mit den Pads (41.), eine Direktabnahme von Umičević, ebenfalls bei numerischem Vorteil, flog an der langen Ecke vorbei (42.). Noch im gleichen Überzahlspiel für die Black Wings enteilte Thomas Hundertpfund zum Sololauf, letztlich brachte er die Scheibe aber nicht vollständig unter Kontrolle (43.). Ein verdeckter Hansson-Schlenzer schlitterte nur knapp am Pfosten vorbei, auf der Gegenseite stoppte Madlener einen Linz-Konter über Umičević (jeweils 50.). Nach einem für den Goalie schwer zu sehenden Rutkowski-Wristshot aus der Distanz kam kein Spieler der Gastgeber an den Abpraller (55.), danach setzten die Klagenfurter zur Schlussoffensive an: Von hinter dem Kasten aus angespielt wischte Kozek am Crease über das Spielgerät (57.), Hundertpfunds Rückhand-Abschluss eines starken Offensivzonen-Shifts seiner Linie wurde noch neben das Tor abgefälscht (59.).

In der fällig gewordenen Overtime hatten die Rotjacken deutliches Oberwasser: Bischofbergers Onetimer aus dem Zentrum flog über die Querlatte (63.), Ganahl scheiterte mit einem Alleingang nach geblocktem Linz-Schuss an Kickert (64.). Um ein Haar hätten die Black Wings die Verlängerung mit ihrer einzigen zwingenden Möglichkeit aber zu ihren Gunsten entschieden: Der im Zentrum durchgebrochene Rick Schofield fand seinen Meister jedoch in David Madlener (65.). Der Zusatzpunkt wurde somit im Shootout vergeben, er sollte an den EC-KAC gehen: Andrew Kozek, als erster Schütze angetreten, verlud David Kickert mit einem Haken auf die Rückhand und schob ein, alle fünf Schützen nach ihm (Schofield, Kalus, Finn bzw. Ganahl, Petersen) scheiterten. (HB)

 

Der Kommentar:

„Ich freue mich sehr für das Team über die heutigen zwei Punkte. Wir hatten intensive und anspruchsvolle Tage hinter uns, saßen sehr viel im Bus, brachten heute aber eine saubere Leistung aufs Eis, speziell ab der zweiten Pause. Ausgezeichnet hat uns heute die Ruhe und Abgeklärtheit, wir ließen nicht viele Möglichkeiten des Gegners zu. Wir absolvieren hier in Linz noch eine kurze Off-Ice-Einheit, dann geht’s nach Hause und hinein in zwei freie Tage für die Mannschaft, an denen wir wieder zu Kräften kommen werden, um für die Aufgaben der nächsten Woche bereit zu sein.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem fünften Sieg in Serie schob sich der EC-KAC in der Tabelle an den Vienna Capitals (1:3 bei Fehérvár AV19) vorbei auf den zweiten Rang, die Rotjacken sind nun die ersten Verfolger des vier Punkte vor ihnen liegenden Leaders aus Salzburg. Nach einer äußerst intensiven Phase mit vier Spielen und knapp 2.100 Bus-Kilometern innerhalb von nur acht Tagen nutzen die Klagenfurter die beiden bevorstehenden trainingsfreien Tage, um ihre sprichwörtlichen Akkus wieder aufzuladen. In der Erste Bank Eishockey Liga geht es für den EC-KAC am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) mit einem Heimspiel weiter: Orli Znojmo ist in der Stadthalle zu Gast, 190 Sitz- und 1.200 Stehplätze sind für diese Partie an den Vorverkaufsstellen und im Online-Ticketshop des EC-KAC noch erhältlich.