Rotjacken mit großem Overtime-Sieg

Mit dem dritten Sieg in Folge konnte der EC-KAC am Sonntagabend erstmals in der Viertelfinalserie gegen Salzburg in Führung gehen.

Rotjacken mit großem Overtime-Sieg

 

Die Ausgangssituation:

Der EC Salzburg legte in der heiß umkämpften Viertelfinalserie zunächst zwei Siege (4:1 und 3:2) vor, die Rotjacken konnten jedoch mit zwei Erfolgen (6:3, 4:2) ausgleichen. Somit erlebte das sechste Play-Off-Aufeinandertreffen dieser beiden Klubs in der Ligageschichte - anders als das letztjährige Halbfinale - ein fünftes Spiel. Die Bullen konnten vor dieser Partie nach wie vor auf ihren Heimvorteil bauen, der EC-KAC hatte jedoch mit den beiden jüngsten Siegen Morgenluft geschnuppert und strebte erstmals seit 2010 wieder zwei Auswärtssiege im Volksgarten hintereinander an.

 

Die Personalien:

Beim Rekordmeister meldeten sich am Spieltag die Flügelstürmer Nikolaus Kraus und Daniel Ban krank, so kam Luke Walker zu seinem ersten Einsatz für die Rotjacken seit 3. Januar. Nach dem Vormittagstraining stand fest, dass auch István Sofron passen musste, eine in Spiel vier erlittene Verletzung schränkte ihn zu sehr ein. Dementsprechend bot der EC-KAC in dieser Begegnung sieben Verteidiger und zwölf Stürmer auf, René Swette hütete das Tor.

 

Der Spielverlauf:

Nach zwei Niederlagen in Serie startete der EC Salzburg mit Revanchegelüsten und Karacho in das fünfte Viertelfinalspiel: Bereits nach 26 Sekunden traf Zdeněk Kutlák Metall, es dauerte ganze 83 Sekunden, ehe sich der EC-KAC erstmals nach dem Eröffnungsbully aus der eigenen Zone befreien konnte. Gleich im nächsten Angriff brannte es vor dem Tor der Rotjacken wieder lichterloh: Manuel Latusa scheiterte freistehend im Slot an René Swette (2.). Klagenfurts Schlussmann zeichnete sich auch bei der nächsten guten Gelegenheit Salzburgs aus, mit den Beinschonern wehrte er einen Schlenzer von Ben Walter ab (7.). Nun lag ein Tor für die Gastgeber in der Luft, in Minute zehn sollte es auch fallen: Zdeněk Kutlák zog von der blauen Linie ab, René Swette hielt den Puck, konnte ihn jedoch nicht bändigen, sodass das Spielgerät über die Linie rutschte. Salzburg blieb am Drücker, im Powerplay verpasste Brett Sterling am langen Pfosten jedoch den zweiten Treffer (11.). Sein Linienkollege John Hughes machte es wenig später besser: Nach einem schlechten Wechsel der Rotjacken drang der ECS-Topscorer in die Angriffszone ein, verzögerte gekonnt und schlenzte den Puck schließlich durch René Swettes Beine (16.). Die bis zu diesem Zeitpunkt deutlich unterlegenen Klagenfurter wachten nun auf und erarbeiteten sich bis zur ersten Pause noch drei gute Gelegenheiten, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Einen Onetimer von Jamie Lundmark nach einem "Drei-gegen-Zwei"-Konter hielt Luka Gračnar (17.), Martin Schumnig stocherte einen Rebound am Kasten vorbei (19.) und im Powerplay verpasste Manuel Ganahl am Torraum einen unglücklich springenden Puck (20.).

Im zweiten Abschnitt steigerte sich der EC-KAC: Manuel Ganahl setzte sich bei einem Konter gegen drei Gegenspieler durch, platzierte seinen Abschluss jedoch neben das Gehäuse (23.). Eine gute Minute später war Luka Gračnar dann aber zum ersten Mal geschlagen. Von Thomas Koch auf die Reise geschickt, verwertete Oliver Setzinger einen Alleingang gekonnt (24.).
Nun folgte eine Phase, in der sich die Torhüter auf beiden Seiten in den Vordergrund spielen konnten: René Swette war bei einem Tip-In von Dominique Heinrich aufmerksam (25.), entschärfte eine Direktabnahme von Konstantin Komarek im Powerplay (28.) und blieb bei einem Schlagschuss von Andreas Kristler Sieger (31.). Gračnar hielt einen Onetimer von Jamie Lundmark (30.) und brillierte bei einem Alleingang von Luke Walker (36.). Bei numerischer Überlegenheit erhöhte Salzburg schließlich auf 3:1. Dominique Heinrich verzögerte an der blauen Linie, schlenzte dann druckvoll in Richtung Tor, Ryan Duncan verlieh dem Puck im Slot die entscheidende Richtungsänderung (38.). Der EC-KAC war nun bemüht, sofort zurückzuschlagen: Zwei Mal Thomas Koch und ein Mal Oliver Setzinger brachten die Scheibe innerhalb eines einzigen Shifts jedoch nicht über die Linie (39.). In den Schlusssekunden des mittleren Abschnitts fand dann Jonas Nordqvist die große Chance auf den zweiten Treffer für Rot-Weiß vor: Nachdem er bei einem Breakaway regelwidrig gelegt wurde, sprachen ihm die Schiedsrichter einen Penalty zu, bei dessen Ausführung er Luka Gračnar jedoch vor keine allzu großen Probleme stellte.

Der im Mitteldrittel bereits recht gefällige EC-KAC steigerte sich im Schlussabschnitt weiter. Matthias Trattnig legte den aufgerückten Martin Schumnig, die Rotjacken kamen zu einem frühen Powerplay und schlugen daraus umgehend Kapital: Von den Hashmarks aus war Jamie Lundmark per Wristshot erfolgreich, Oliver Setzinger hatte schön auf den Kanadier durchgesteckt (42.). Als nächster Bulle musste John Hughes auf die Strafbank und auch in diesem Überzahlspiel durfte der Rekordmeister jubeln: Jamie Lundmark, Sekunden zuvor noch (fair) auf die Salzburger Spielerbank gecheckt, feuerte von der blauen Linie, Gračnar gab den Rebound her und Jason DeSantis setzte diesen in die Maschen (45.). Dann waren wieder die Gastgeber am Zug, doch Steven Strong störte den einschussbereiten Ben Walter am Torraum entscheidend (48.). Nach einem zu wenig druckvollen Rückhand-Versuch von Thomas Koch (48.) setzte sich wieder René Swette toll in Szene: Zunächst parierte er gegen John Hughes (48.),  dann blieb er zwei Mal gegen Brian Fahey Sieger (jeweils 50.). Weil in den finalen Minuten auch Peter Hochkofler (58., nach Konter am langen Eck vorbei) und J.-F. Jacques (59., zu schwach angetragener Wristshot von den Hashmarks) ihre Möglichkeiten liegenließen, ging die Partie beim Stand von 3:3 in die Verlängerung.

In der Overtime fanden beide Teams einige Halbchancen vor, näher an einem Treffer war zunächst Salzburg, das jedoch eine zweiminütige Überzahlsituation nicht in einen Torerfolg ummünzen konnte. Und so avancierte in der zehnten Minute der Verlängerung Thomas Koch einmal mehr zum rot-weißen Helden: Nach einem starken Offensivzonen-Shift seiner Linie brachte der Mittelstürmer die Scheibe von hinter dem Tor aus, im Fallen und mit der Rückhand so auf Gračnar, dass das Spielgerät vom Goalie abgelenkt über die Linie schlüpfte. Für die gut 250 mitgereisten KAC-Anhänger gab es nun kein Halten mehr, lautstark zelebrierten sie den dritten Erfolg des Rekordmeisters über den Titelverteidiger in Serie.

 

Der Kommentar:

"Der heutige war ein toller Comeback-Sieg! Salzburg war im ersten Abschnitt druckvoller und offensiv sehr gut. Wir haben in der Folge jedoch Moral bewiesen, in unserer eingeschworenen Gemeinschaft hat jeder einzelne seinen Teil zu diesem Erfolg beigetragen. Unser Unterzahlspiel war sehr stark, Kompliment an Kirk Furey, der unsere Penalty Killing-Formationen ideal auf den Gegner eingestellt hat. Für Euphorie ist aktuell jedoch kein Platz, wir sind am richtigen Weg, brauchen aber noch einen Sieg über den Titelverteidiger, der über eine herausragende Mannschaft verfügt." (Alexander Mellitzer, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem dritten Sieg in Serie ging der EC-KAC in der Viertelfinalserie mit 3:2 in Führung. Damit trennt die Rotjacken nur noch ein Erfolg vom Aufstieg in das Halbfinale. Die erste Chance dazu ergibt sich bereits übermorgen Dienstag, wenn Meister Salzburg wieder in Klagenfurt gastiert (Spielbeginn: 19.40 Uhr).