Rotjacken in Overtime bezwungen

Der EC-KAC punktete dank eines späten Ausgleichstreffers zwar auch im 14. Spiel in Folge gegen die Vienna Capitals, musste sich jedoch mit 1:2 nach Verlängerung geschlagen geben.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC punktete in 15 seiner letzten 17 Ligaspiele, lediglich gegen Spitzenreiter HCB Südtirol ging man in diesem Zeitraum zwei Mal leer aus. Die Rotjacken beschlossen die erste Phase des Grunddurchgangs auf Tabellenposition zwei und damit besser platziert als jemals zuvor seit der Einführung des aktuellen Ligamodus. In den direkten Duellen der fünf Pick Round-Teilnehmer schlossen die Klagenfurter im bisherigen Saisonverlauf mit 32 von 48 möglichen Zählern besser ab als jeder andere Klub. Gegen die Vienna Capitals punktete Rot-Weiß in jeder der jüngsten 13 Begegnungen, sieben der letzten acht Heimspiele gegen Wien wurden gewonnen.

Die Vienna Capitals schafften zum neunten Mal in Folge und zum insgesamt zehnten Mal in elf Spielzeiten mit dem gegenwärtigen Modus - jeweils Rekordwerte - den Sprung in die Pick Round. Diese nahmen sie von Platz vier aus und ohne Bonuspunkte in Angriff. Wien erzielte im bisherigen Saisonverlauf (mit 129) die drittmeisten Treffer aller Teams, auch in der Auswärtstabelle der Liga reihte sich die Truppe von Head Coach Dave Cameron mit zehn Siegen aus 20 Partien auf Position drei ein. In Klagenfurt siegten die Caps Ende November mit 5:4 nach Verlängerung, seither mussten sie sich dem EC-KAC aber drei Mal am Stück geschlagen geben: 3:5 in Klagenfurt sowie 0:1 und 2:3 auf eigenem Eis, wobei die letztgenannte dieser Begegnungen erst am Freitag der vergangenen Woche über die Bühne ging.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken boten zum sechsten Mal in Serie die exakt gleichen 20 Feldspieler auf, die einzige Veränderung bei den Skatern betraf die Angriffsformation mit Thomas Hundertpfund und Johannes Bischofberger, die gegen Wien wieder von Daniel Obersteiner (an Stelle von Samuel Witting) komplettiert wurde. In der Abwehr veränderte sich die personelle Konstellation nicht, auf der Torhüterposition wurde aber wieder gewechselt: Nachdem David Madlener in drei der jüngsten vier Partien gestartet war, stand gegen die Capitals wieder Sebastian Dahm zwischen den Pfosten.

 

Der Spielverlauf:

Zur ersten guten Möglichkeit der Partie kamen in Minute drei die Gäste aus Wien: Sebastian Dahm hatte hinter dem eignen Tor Probleme, die Scheibe zu spielen, Ty Loney nutzte dies aus und bediente Patrick Antal am Crease, doch Rok Tičar blockte und verhinderte somit einen frühen Gegentreffer. In ihrem ersten Powerplay kamen die Rotjacken zu guten Möglichkeiten: Zuerst setzte Lukas Haudum einen Handgelenksschuss knapp über den Kasten (9.), dann verzögerte Nick Petersen am linken Flügel und spielte schließlich den idealen Querpass an den langen Pfosten zu Tičar, doch Goalie Bernhard Starkbaum war mit dem Schoner zur Stelle (10.). Vor Ablauf der Strafzeit zog Paul Postma zwei Mal von der blauen Linie aus ab, der erste Schuss landete im Catcher des Wiener Schlussmanns, der zweite verfehlte das Ziel hauchdünn (10.). Nachdem Blaž Gregorc mit einem Wrister aus dem Slot gescheitert war (16.), wurde ein Blueliner von Steven Strong auf dem Weg zum Tor gefährlich abgefälscht: Starkbaum war dennoch mit dem Schoner dran und Dominic Hackl hinderte Nick Petersen daran, den Rebound über die Linie zu schieben (17.). Einen weiteren Hammer von Paul Postma entschärfte der Caps-Keeper mit dem Blocker (17.), ehe auf der Gegenseite ein Onetimer von Mario Fischer nach einer unangenehmen Richtungsänderung knapp am Pfosten vorbei zischte (19.). Wenige Sekunden vor Drittelende brachte Benjamin Nißner noch einen scharfen Wristshot aus dem Slot auf das Tor der Klagenfurter, aber Sebastian Dahm war mit der Fanghand zur Stelle (20.). 

Gleich zu Beginn des Mittelabschnittes bot sich den Rotjacken ein „Drei-gegen-Eins“-Konter über Daniel Obersteiner, dessen Querpass auf Johannes Bischofberger von Alex Wall unterbunden wurde. Die Scheibe sprang in die Luft und Thomas Hundertpfund versenkte sie beinahe in Baseball-Manier im Tor, aber Bernhard Starkbaum war mit dem Catcher dran (21.). Ein Archibald-Onetimer von links wurde an der langen Stange vorbei abgefälscht (22.), dann landete ein Tičar-Schuss vom linken Anspielpunkt aus und nach Petersen-Zuspiel in den Fängen des gut aufgelegten Wiener Torhüters (24.). Kurz darauf versuchte es Darren Archibald mit dem Wrap-Around auf die Vorhand, der Klagenfurter Schlussmann parierte mit dem Schoner und entschärfte den Nachschuss - obwohl bereits auf dem Bauch liegend - mit hochschnellender Fanghand (27.). Nachdem Nick Petersen den Torraum gekreuzt hatte, den Puck aber nicht am Schoner von Bernhard Starkbaum vorbei schieben konnte (28.), gingen die Gäste in der 32. Minute im Powerplay in Führung: Johannes Bischofberger hatte Sekunden zuvor die Möglichkeit auf den Shorthander, doch dann zog Jérôme Leduc von der blauen Linie aus ab, Sebastian Dahm konnte die abgefälschte Scheibe nur nach vorne hin abprallen lassen und Ty Loney war zur Stelle, um den Rebound über die Linie zu drücken. Die Rotjacken waren um eine rasche Antwort bemüht: Als Manuel Ganahl diagonal auf Thomas Vallant durchsteckte, landete dessen Schlagschuss von den rechten Hashmarks aus einmal mehr in Starkbaums Fanghand (33.), einen aussichtsreichen Postma-Abschluss von halblinks konnte Alex Wall über das Gehäuse hinweg abfälschen (34.). Gegen Drittelende legte Thomas Koch den Puck zurück an die blaue Linie zu Kele Steffler, dessen Direktabnahme Bernhard Starkbaum mit dem Schoner parierte, noch in der gleichen Sequenz knallte der Abwehrspieler die Scheibe als der Halbdistanz an die Querlatte (38.). Als Wien konterte, und sich Loney durch das Zentrum frei vor Dahm tankte, musste Steffler ein Foul begehen (39.), das sich ins dritte Drittel ziehende Caps-Powerplay blieb aber ungefährlich.

In der 42. Minute tauchte Matt Fraser nach schönem Koch-Zuspiel alleine vor dem Wiener Tor auf, verzog aber knapp an der langen Ecke. Für die Caps war es kurz darauf Alex Wall, der einmal quer durchs Offensivdrittel kurvte und den Puck dann von den linken Hashmarks aus an den Pfosten knallte (44.). Bei numerischer Überlegenheit setzte Rok Tičar am Rush zentral Thomas Koch in Szene, der den Puck nicht durch die Beine von Bernhard Starkbaum schieben konnte (47.), dann touchierte ein Petersen-Onetimer aus dem Slot nur die Latte (48.), einen Rückhand-Abschluss Ganahls aus dem Zentrum konnte der Keeper parieren (49.). Steve Johnson versuchte gegen Drittelmitte, mit einem scharfen Schuss aus halbrechter Position zum Torerfolg zu kommen, Sebastian Dahm war aber mit dem Schoner zur Stelle und entschärfte auch den Nachschuss von Marco Richter (49.). Abermals mit numerischem Vorteil ausgestattet, bediente Manuel Ganahl im Slot Thomas Hundertpfund, der seinen Onetimer jedoch über die Querlatte setzte (53.). Ein wenig später folgendes Capitals-Überzahlspiel verteidigten die Klagenfurter gut, dann gelang ihnen der späte aber verdiente Ausgleichstreffer: Ganahl legte die Scheibe aus der linken Rundung quer an den langen Pfosten zu Nick Petersen, der sie per Direktschuss zum Ausgleich in die Maschen knallte (57.). Noch einmal war Wien gefährlich: Alex Wall zog aus spitzem Winkel ab, Dahm parierte, der Rebound landete erneut beim Caps-Verteidiger, der den Puck aber nur noch parallel zur Torlinie durch den Torraum brachte (58.).

Die so fällig gewordene Overtime dauerte lediglich 17 Sekunden: Taylor Vause drängte sich am linken Flügel an Thomas Hundertpfund vorbei und schoss, der Rebound landete im Zentrum, wo Steven Strong über die Scheibe wischte, sodass Darren Archibald aus kurzer Distanz den Zusatzpunkt für Wien sicherstellte (61.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Ich denke, wir haben insgesamt keine schlechte Partie gemacht. Vielleicht brauchten wir nach den freien Tagen etwas zu lange, um in Fahrt zu kommen, aber wir haben uns in das Spiel gekämpft. Wir haben viele, viele Möglichkeiten generiert, waren heute im Abschluss aber nicht effizient genug. Als Mannschaft haben wir uns jedoch gut präsentiert, speziell im dritten Abschnitt, als wir nie aufgehört haben, den Ausgleich zu jagen. In der Overtime haben wir die Aufgabe leider nicht ideal gelöst, aber die Leistung war insgesamt okay. In unserem Entwicklungsprozess haben wir heute gelernt, dass wir, wenn wir gewinnen möchten, sehr viel Wert auf Details legen müssen. Insofern nehmen wir auch aus diesem Spiel etwas Positives mit.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nachdem ihnen in den beiden vergangenen Spielzeiten zum Auftakt der Pick Round Heimsiege gegen Salzburg (6:2/2019) und Wien (3:2/2020) gelungen waren, mussten sich die Rotjacken heuer zum Start in die Zwischenrunde mit einem Punkt begnügen. Der Rückstand der unverändert auf Rang zwei klassierten Klagenfurter auf Leader HCB Südtirol wuchs damit auf vier Zähler an. Die Füchse sind am kommenden Sonntag (17.30 Uhr, live.ice.hockey) auch der nächste Gast in der Stadthalle. Zuvor tritt der EC-KAC aber zwei Mal hintereinander in der Fremde an: Am Dienstag (19.15 Uhr, live.ice.hockey) bei Fehérvár AV19 und am Freitag (19.15 Uhr, live auf Sky Sport Austria) beim EC Salzburg.