Shorthander kostet Punkt

Ein Gegentor im einzigen Powerplay des Abends verhinderte am Samstagabend einen weiteren Punktgewinn in der AHL, der EC-KAC II unterlag beim HC Gherdëina knapp mit 1:2.

Foto: KAC/Zangerle

 

Die Personalien:

Beim rot-weißen Farmteam fehlten die verletzten Kaderspieler Christoph Duller, Dennis Sticha, Jakob Jagarinec und Markus Pirmann, auch Petter Hansson (Kampfmannschaft) stand nicht zur Verfügung. Hingegen verstärkten in diesem Spiel aus dem EBEL-Kader Verteidiger Michael Kernberger und Stürmer Daniel Obersteiner, die beide am Freitagabend noch im EBEL-Lineup standen, die Mannschaft. Im Tor der jungen Rotjacken stand Florian Vorauer.

 

Der Spielverlauf:

Die ersten beiden Möglichkeiten in dieser Begegnung fand jeweils Gherdëinas Christian Willeit vor: Bei einem von ihm abgegebenen Schlagschuss konnte die KAC-Abwehr den Rebound gerade noch aus der Gefahrenzone befördern (5.), als er selbst an den Abpraller eines Sullmann-Versuchs aus spitzem Winkel kam, war Torhüter Florian Vorauer aufmerksam (6.). Die erste gute Gelegenheit für die jungen Rotjacken leitete Rok Kapel mit einem schönen Rückhand-Pass von hinter dem Tor aus ein, Daniel Obersteiner übernahm im Zentrum direkt, scheiterte aber an Schlussmann Jake Smith, gegen den er in den letztjährigen Play-Offs noch seinen ersten EBEL-Karrieretreffer erzielt hatte (9.). Danach schloss Nicolaus Casati einen Sololauf nach schlechtem Wechsel der Gastgeber zu überhastet ab (11.). In einem ersten Powerplay für den HC Gherdëina verteidigten sich die Klagenfurter sehr gut, erst als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, kamen die Ladiner zu ihrer besten Chance im Startdrittel: An den linken Hashmarks völlig ungedeckt traf Sullmann jedoch nur den Pfosten (15.). Weil Goalie Vorauer sowohl den Wristshot von Simon Pitschieler (17.) als auch den Rückhand-Versuch von Diego Glück (19.) entschärfen konnte, ging es mit einem torlosen Remis zum ersten Mal zurück in die Kabinen. 

Früh im zweiten Drittel tauchte nach einem Diagonalpass erneut Michael Sullmann in halblinker Position vor Florian Vorauer auf, der KAC-Goalie konnte parieren (21.). In ihrem zweiten Powerplay der Partie gingen die Hauherren dann allerdings in Führung: Nach mehreren Nachstocher-Versuchen drückte Pitschieler den Puck über die Linie (24.). Nur 49 Sekunden später war der Spielstand jedoch wieder ausgeglichen: Einen verdeckten Fernschuss von Kapel ließ Torhüter Smith im Spagat prallen, Philipp Kreuzer hob die Scheibe aus kurzer Distanz unter die Querlatte (25.). In der Folge verfehlte Niklas Ofner am langen Pfosten einen schönen Kreuzer-Querpass (27.), dann kamen die jungen Rotjacken zu ihrem ersten Überzahlspiel. Dort wurden sie jedoch kalt erwischt: Brad McGowan luchste Niklas Würschl neben dem KAC-Kasten den Puck ab und setzte ihn mit der Rückhand in die Maschen (31.). Die Klagenfurter waren direkt um eine Antwort bemüht: Einen gut angetragenen Wristshot aus dem hohen Slot von Kele Steffler parierte Smith spektakulär mit der Fanghand (32.). In einem weiteren Gherdëina-Powerplay wurde es zwei Mal gefährlich, doch zunächst setzte David Galassiti den Abschluss eines „Zwei-gegen-Eins“-Angriffs neben die Stange (37.), dann machte Florian Vorauer gegen den an den rechten Faceoff-Kreis aufgerückten Ondřej Nedvěd noch rechtzeitig die kurze Ecke zu (38.). Der EC-KAC II kam vor der zweiten Pause noch zu zwei guten Gelegenheiten auf den Ausgleichstreffer: Über links kommend tankte sich Josef Schönett mit einem feinen Haken ins Zentrum, schob das Spielgerät dann aber mit der Backhand an der langen Ecke vorbei (39.), und nachdem Rok Kapel sehenswert zwei Gegner stehengelassen hatte und frei vor Jake Smith auftauchte, setzte er seinen Wristshot knapp über die rechte Kreuzecke (40.). 

Im dritten Abschnitt übernahmen die jungen Rotjacken klar das Kommando, die Ladiner kamen fast ausschließlich zu Entlastungs- und Konterangriffen. Daniel Obersteiner nahm über rechts Tempo auf, kreierte damit einen „Drei-gegen-Zwei“-Vorstoß, sein später Querpass wurde noch abgefälscht, sodass er Rok Kapel nicht präzise erreichte. Dennoch brachte der Slowene den Puck noch auf das Gehäuse, im Stile einen Fußballtorhüters konnte Smith sein Team mit einem Hechtsprung vor einem zweiten Gegentreffer bewahren (47.). In einer Druckphase der Klagenfurter gaben Steffler und Ofner gute Distanzschüsse ab, die aber ebenfalls nicht den Weg in die Maschen fanden (51.). Als Valentin Hammerle nach einem Faceoff in der neutralen Zone zwei Gegenspieler stehen ließ, verfehlte er freistehend den Kasten, noch im gleichen Angriff und aus einem Getümmel heraus schlenzte sein Zwillingsbruder Simon am Pfosten vorbei (jeweils 54.). Gherdëinas beste Gelegenheit im Schlussabschnitt, ein Onetimer aus dem Slot von Matt Wilkins nach KAC-Aufbaufehler, war bei Florian Vorauer gut aufgehoben (55.). Die Schlussoffensive der Klagenfurter brachte noch beste Einschussgelegenheiten: Von außen bedient, setzte Simon Hammerle einen Wristshot von den Hashmarks aus über die Querlatte (58.), als bereits „Sechs-gegen-Fünf“ gespielt wurde, traf Philipp Kreuzer nach einer Torumrundung Daniel Obersteiner, von dessen Skate aus der Puck um Zentimeter am Kasten vorbei schlitterte (59.). Trotz eines starken Schlussabschnitts mussten die jungen Rotjacken das Grödnertal als unglücklicher 1:2-Verlierer verlassen. (HB)

 

Der Kommentar:

„Unsere Anreise hat fünfeinhalb Stunden gedauert und das hat man im ersten Drittel gemerkt: Gherdëina war deutlich besser, wir konnten aber gestützt auf einen starken Florian Vorauer im Tor die Null halten. Ab dem zweiten Abschnitt wurden wir stärker, wir spielten uns viel mehr Chancen heraus. Der dritte Durchgang war dann dramatisch, einer dieser Abende, an denen der Puck einfach nicht ins Tor will. Ich denke, dass das der vermutlich beste, druckvollste dritte Abschnitt in unseren vier AHL-Saisonen war, leider wurden wir aber für unsere Anstrengungen nicht belohnt. Dennoch war das heutige Spiel ein großer Schritt in die richtige Richtung für diese junge Truppe.“ (Kirk Furey, Head Coach EC-KAC II)

 

Die Fakten:

Alps Hockey League, 10. Spieltag
HC Gherdëina – EC-KAC II 2:1 (0:0,2:1,0:0)
Tore EC-KAC II: Philipp Kreuzer (24:27)

Aufstellung EC-KAC II: Vorauer (Holzer) / Steffler-Kernberger, Schnetzer-Würschl, Patterer-Bergmann, Moser / Kapel-Obersteiner-Kreuzer, V.Hammerle-S.Hammerle-Szabad, Casati-Kompain-Schönett, Ploner-Ofner

 

Das nächste AHL-Spiel:

EC-KAC II – Wipptal Broncos (Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19.30 Uhr)