Shutout-Sieg auch in Tirol

Der EC-KAC blieb am Freitagabend zum dritten Mal in den jüngsten vier Auswärtsspielen ohne Gegentreffer, beim HC Innsbruck setzten sich die Rotjacken mit 3:0 durch.

Foto: HC Innsbruck/Pauli

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC schob sich am vergangenen Wochenende mit Heimsiegen gegen den EC Salzburg (6:3) und den HCB Südtirol (1:0 nach Verlängerung) auf Tabellenplatz drei nach vor, gerechnet nach dem Punkteschnitt pro Spiel liegen die Klagenfurter mittlerweile sogar bereits auf Rang zwei. Auch in der Fremde vermochten die Rotjacken zuletzt zu überzeugen: Seit dem 1:2-Verlust in Villach am 1. Dezember punkteten sie in jedem ihrer jüngsten acht Auswärtsspiele, sieben dieser Begegnungen wurden auch gewonnen. Vor dem HC Innsbruck war der EC-KAC freilich gewarnt: Nach zwei knappen 2:1-Siegen in den ersten beiden Saisonduellen unterlag Rot-Weiß den Haien in der letzten Konfrontation Mitte Dezember auf eigenem Eis mit 1:4.

Der HC Innsbruck ging ohne realistische Aussichten auf einen Platz in der Pick Round in das Spiel gegen Klagenfurt, allerdings befinden sich die (achtplatzierten) Tiroler in intensiver Konkurrenz mit ihren Tabellennachbarn um wertvolle Bonuspunkte für die Qualifikationsrunde. Die Haie verloren in den Wochen nach Weihnachten, als sie in sieben aufeinanderfolgenden Partien ohne Zähler blieben, ein wenig an Boden, fanden in den jüngsten drei Begegnungen aber wieder zu ihrem Spiel: Nach einem klaren Heimsieg gegen die Graz 99ers punktete der HCI zuletzt auch bei seinen Overtime/Shootout-Niederlagen bei den Vienna Capitals und Fehérvár AV19. Die Landeshauptstadt Tirols war für den EC-KAC in den vergangenen Jahren kein leichtes Pflaster: Seit der Liga-Neugründung (2000) kassierten die Rotjacken nur in Salzburg mehr Gegentreffer pro Auftritt als in Innsbruck.

 

Die Personalien:

Neben David Fischer und Blaž Gregorc (beide verletzt) fehlte den Rotjacken in Innsbruck noch ein weiterer Verteidiger: Kele Steffler erkrankte am Donnerstagabend und fiel für das Duell mit den Haien kurzfristig aus. Seinen Platz im Abwehrduo mit Thomas Vallant nahm Michael Kernberger ein. Im Angriff kam es zu keinerlei Veränderungen, die personelle Zusammensetzung der vier Sturmformationen entsprach jener aus dem letzten Ligaspiel, Valentin Hammerle war als zusätzlicher Offensivakteur im Aufgebot mit dabei. Zwischen den Pfosten stand beim EC-KAC erneut Sebastian Dahm.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken hatten das Spiel vom ersten Scheibenaufwurf an unter Kontrolle, kamen in der Anfangsphase jedoch nur selten in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Einen Schlenzer von Thomas Hundertpfund von halbrechts lenkte Goalie Tom McCollum mit der Fanghand ab (2.), Manuel Geier verpasste die Deflection eines Distanzschusses von Clemens Unterweger nur knapp (7.). Aus einer feinen Kombination heraus ging der EC-KAC schließlich in Führung: Nach guter Übergabe mit Rok Tičar verzögerte Nick Petersen an der rechten Halfwall so lange, bis der Slowene im Zentrum in Position gelaufen war, der Top-Torjäger der Klagenfurter in der bisherigen Saison setzte den Puck flach in die lange Ecke (8.). In einem ersten Powerplay der Tiroler verteidigte sich Rot-Weiß gut, Abschlüsse von Christoffer von halbrechts und Sideroff aus dem Slot wurden geblockt (jeweils 10.). Nach einem Offensivzonen-Faceoff suchte Daniel Ciampini den direkten Abschluss, Sebastian Dahm war aufmerksam (15.). In der Folge von Schüssen von Schumnig und Haudum kam am Torraum Matt Fraser zwei Mal in Bedrängnis an die Abpraller, er schob die Scheibe aber jeweils auf McCollums Schoner (16.). Auch als Johannes Bischofberger vom linken Flügel aus mit der Rückhand in den hohen Slot zog, sich den Puck auf die Vorhand legte und schließlich aus dem Handgelenk abzog, war der HCI-Torhüter zur Stelle (17.). 

Nach nur zehn Sekunden im zweiten Abschnitt schrammten die Rotjacken in Person von Thomas Koch und Matt Fraser hauchdünn am zweiten Treffer vorbei, gelingen wollte dieser dann auch im ersten KAC-Powerplay des Abends nicht: Lukas Haudum steckte im Rückraum vertikal auf Thomas Hundertpfund durch, der jedoch vergab, weil Innsbrucks Schlussmann toll mit dem Blocker reagierte (23.). Auch im nächsten Überzahlspiel kam Klagenfurt zu einer Großchance: Nach einer Ein-Mal-Berühren-Kombination landete die Scheibe an den linken Hashmarks bei Fraser, dessen Direktabnahme McCollum mit dem Pads parieren konnte, auch den Rebound von Koch von rechts hielt der Goalie nach guter Seitwärtsbewegung (28.). Danach erhöhte der EC-KAC das Score: Sebastian Dahm stoppte einen Lattner-Kracher mit den Pads, Nick Petersen nahm den Abpraller auf, kurvte in die Rundung und spielte via Bande vertikal auf den an der offensiven blauen Linie lauernden Manuel Ganahl. Weil die HCI-Abwehr den Kapitän übersehen hatte, kam der zum Solo, das er nach Körpertäuschung mit der Vorhand zu einem erfolgreichen Abschluss brachte (31.). In der Folge flogen ein verdeckter Schuss von Félix Girard von halblinks (32.) und eine Powerplay-Direktabnahme aus dem Slot von Sam Herr (34.) jeweils über den Kasten, in der gleichen Shorthanded-Sequenz machte Dahm gegen Ciampini gut die kurze Ecke zu (34.). Der ICE-Topscorer kam dann auch in der Schlussphase des Mitteldrittels, als Innsbruck gar „Fünf-gegen-Drei“ spielte, zu einer Gelegenheit, schoss aber aus spitzem Winkel am kurzen Pfosten vorbei (39.).

Früh in Abschnitt drei brachte Herr den Puck von der verlängerten Torlinie aus an den Torraum, wo er abgefälscht die Stange touchierte (41.), ein folgendes Unterzahlspiel überstanden die Klagenfurter mit insgesamt sechs Befreiungen souverän. Dann standen wieder die Goalies im Mittelpunkt: Sebastian Dahm ließ sich von einem Wrap-Around Girards nicht überraschen (44.), Tom McCollum lenkte einen Schuss von Thomas Koch, der frei vor ihm im Slot angespielt worden war, am Kasten vorbei (49.). In ihrem vierten Powerplay des Abends stellten die Rotjacken die Weichen dann endgültig auf Sieg: Nach schablonenartigem Setup - Petersen band zwei Gegenspieler, Tičar dirigierte hinter dem Kasten – hatte der an den Hashmarks bediente Matt Fraser das Auge für Thomas Koch, der nach Querpass auf 3:0 aus KAC-Sicht einsenden konnte und damit den Neuzeit-Rekord (ab Ligagründung im Jahr 2000) für Überzahltreffer (nun 110) brach (50.). Das vierte Tor für den EC-KAC hatte wenig später Nick Petersen am Schläger, der seinen Gegenspieler vernaschte, mit einem Toe-Drag auch den Goalie aussteigen ließ, die Scheibe am Ende aber über die Querlatte lupfte (54.). Als Deven Sideroff von links ungestört in den Slot ziehen konnte, verzog er mit der Rückhand (56.), auf der Gegenseite scheiterte der aufgerückte und fein freigespielte Steven Strong aus kurzer Distanz (57.). In einem finalen HCI-Powerplay gerieten der neuerliche Auswärtssieg und das siebte Dahm-Shutout der Saison nicht mehr in Gefahr. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war eine ganz, ganz solide Vorstellung. Alle vier Sturmlinien, die drei Abwehrpärchen und unser Goalie - allesamt haben ihre Aufgaben zuverlässig und souverän erfüllt. Wir hatten sprichwörtlich gute Beine und konnten damit das starke Innsbrucker Konterspiel über nahezu die gesamte Dauer des Spiels hinweg neutralisieren. Taktisch war der Auftritt gut, die Arbeitsmoral hat gepasst, insgesamt ein verdienter Sieg, der unserer Mannschaft weiteren Auftrieb verleiht.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC punktete in Innsbruck zum zehnten Mal in den letzten elf Partien und fuhr dabei seinen neunten Sieg in diesem Zeitraum ein. Die unverändert drittplatzierten Rotjacken schoben sich damit bis auf zwei Zähler an Fehérvár AV19 heran, haben aber noch zwei Spiele mehr auszutragen als die Ungarn. Die Möglichkeit zur nächsten Positionsverbesserung im Ranking ergibt sich für die Klagenfurter bereits am Sonntag, wenn sie mit den Black Wings 1992 das derzeitige ICE-Schlusslicht in der Stadthalle empfangen. Diese Begegnung beginnt um 17.30 Uhr und wird - Sendungsbeginn: 17.15 Uhr – vom EC-KAC im TV-gerecht produzierten Livestream auf live.ice.hockey übertragen.