Shutout-Sieg in Dornbirn

Ein stabiler Auftritt des EC-KAC mündete am Freitagabend im Auswärtsspiel bei Tabellenschlusslicht Dornbirn in einem 3:0-Erfolg.

Foto: DEC/Blende47

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC punktete zuvor in vier Ligaspielen in Serie, musste schließlich am Dienstagabend aber eine höchst unnötige Heimniederlage gegen den HCB Südtirol einstecken (0:1). Gegen die Füchse waren die Rotjacken zum ersten Mal seit 23 Monaten in einem Heimspiel ohne Torerfolg geblieben. In der Tabelle bedeutete der Verlust für die Klagenfurter ein Abrutschen auf Rang sechs, nach Verlustpunkten gerechnet lag Rot-Weiß freilich unverändert auf Platz drei. Gegen den DEC siegten die Rotjacken in sämtlichen drei Saisonduellen, insgesamt entschied der EC-KAC die letzten sieben Begegnungen mit den Vorarlbergern allesamt für sich.

Der Dornbirner EC durchlebt die herausforderndste Saison seiner EBEL-Zugehörigkeit, quasi vom ersten Wochenende der Spielzeit an fanden sich die Bulldogs im Tabellenkeller einzementiert. Bislang feierte Dornbirn in 35 Runden erst acht Siege, gleich vier davon gelangen allerdings in den jüngsten sechs Begegnungen, was für die deutlich ansteigende Formkurve der Truppe von Head Coach Kai Suikkanen spricht. Bereits vor dem Duell mit dem EC-KAC stand fest, dass der DEC den zweiten Teil der Saison, die Qualifikationsrunde, ohne Bonuspunkte in Angriff nehmen wird. Allerdings brachten die guten Ergebnisse der letzten Wochen Dornbirn zumindest wieder in Schlagdistanz zum HC Innsbruck (sechs Zähler Vorsprung): Die Bulldogs hatten also durchaus noch die Chance, nicht als Schlusslicht in die Zwischenrunde zu gehen.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC kehrte der zuletzt angeschlagene Siim Liivik wieder in das Lineup zurück, er nahm seine angestammte Mittelstürmerposition zwischen Manuel und Stefan Geier ein. Patrick Harand rückte damit wieder in die Abwehr. Gegenüber dem letzten Ligaspiel war Michael Kernberger (Farmteam) nicht dabei, kurzfristig fiel auch der leicht erkrankte Andrew Kozek aus. Dadurch kam Daniel Obersteiner in die Angriffsformation mit Thomas Koch und Matthew Neal, Niki Kraus wiederum komplettierte den Block mit Lukas Haudum und Marco Richter. Nicht mit nach Vorarlberg reisten die Rekonvaleszenten Lars Haugen, Nick Petersen und Marcel Witting.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Möglichkeit der Partie fand der EC-KAC vor: Daniel Obersteiner ging tief, schob die Scheibe mit der Rückhand auf den neben dem Pfosten postierten Matthew Neal zurück, der jedoch an den Beinschonern von Juha Järvenpää hängenblieb (2.). Im wenig später folgenden Powerplay setzten die Rotjacken schon zum Torjubel an: Einen satten Schlagschuss von der blauen Linie aus, abgegeben von David Fischer, konnte Dornbirns Goalie nicht arretieren, Neal stocherte den Rebound vom Torraum aus durch die Beine des Schlussmanns, doch noch vor dem Überschreiten der Torlinie konnte Verteidiger Keaton Ellerby das Spielgerät aus der Gefahrenzone dreschen (4.). In der Folge entstanden auch bei Even Strength powerplayartige Situationen, die Klagenfurter rotierten über Minuten hinweg in der Angriffszone, kamen jedoch nicht zu aussichtsreichen Abschlüssen. Dornbirns erste Gelegenheit - ein Schlenzer des auffälligen Subban aus dem hohen Slot, der noch über das Gehäuse abgefälscht wurde (9.) - leitete eine kurze Druckphase der Gastgeber ein, dann stürmte wieder der EC-KAC: Bei einem „Drei-gegen-Zwei“-Angriff brachte Johannes Bischofberger spät noch den Rückhand-Querpass auf Manuel Ganahl an, der den Puck im Zentrum aber nicht richtig traf, sodass Järvenpää parieren konnte (11.). Nach einem missglückten Spielaufbau der Gäste kam Philipp Pöschmann im Slot zur guten Abschlusschance, verzog jedoch (12.), Jordan Subban setzte einen Schlenzer aus der Halbdistanz neben den Kasten (14.). Vor der ersten Pause erhöhten die Klagenfurter noch einmal die Schlagzahl: Nach Puckeroberung von Bischofberger an der Halfwall war beim finalen Hundertpfund-Querpass auf den einschussbereiten Ganahl noch ein DEC-Stock im Weg (19.), der über links mit viel Tempo in die Offensivzone eingedrungene Neal schoss an der kurzen Ecke vorbei (20.).

Ein frühes DEC-Powerplay im zweiten Durchgang brachte außer einem an der langen Ecke vorbeifliegenden Subban-Onetimer (23.) nicht viel ein, als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, gingen die Rotjacken in Führung: Matthew Neal schob sich von hinter dem Tor in Richtung Faceoff-Kreis, spielte präzise auf Daniel Obersteiner, der sich die Scheibe zwischen den Hashmarks noch herrichten konnte, ehe er sie in die Maschen wuchtete (26.). Gleich im nächsten Angriff ging Manuel Geier rechts tief, Thomas Hundertpfund wischte am Torraum über sein Zuspiel, bei der Seitwärtsbewegung verletzte sich Dornbirns Goalie Järvenpää jedoch so, dass er ausgewechselt werden musste und von Matthias Tschrepitsch ersetzt wurde (26.). Dieser sah sich gleich mit einem Hundertpfund-Abschluss aus spitzem Winkel konfrontiert, der Mittelstürmer setzte die Scheibe aber knapp über die lange Kreuzecke (27.). Dann kam Marco Richter zu einer Doppelchance, innerhalb von nur fünf Sekunden vergab er jedoch zwei Mal aus kurzer Distanz (29.). Die Klagenfurter überstanden ein weiteres Unterzahlspiel ohne große Probleme, dann verlängerte Niki Kraus ein Comrie-Diagonalzuspiel nur ins Außennetz, bei einem folgenden Schlagschuss des Verteidigers war Tschrepitsch mit den Pads zur Stelle (jeweils 33.). Als in der Folge innerhalb von 68 Sekunden zwei DEC-Akteure auf die Strafbank mussten, konnten die Rotjacken den doppelten numerischen Vorteil nicht in einen Treffer konvertieren, bei einfacher Überzahl trafen sie aber: Einen scharfen Obersteiner-Wristshot von halbrechts musste der DEC-Goalie prallen lassen, Manuel Geier schob den Rebound recht unbedrängt ins Tor (36.). Und die Klagenfurter hatten vor der zweiten Pause noch weitere gute Möglichkeiten, ein drittes Mal anzuschreiben: Bei einem „Drei-gegen-Zwei“-Angriff brach Manuel Ganahl der Schläger, als er einen Bischofberger-Pass direkt übernahm, ein gezogener Schlenzer von Thomas Koch aus dem Zentrum wurde noch im letzten Moment über den Kasten abgefälscht (jeweils 37.). Quasi mit der Schlusssirene brillierte David Madlener: Nach Diagonalpass durch die Zone tauchte Juhani Tamminen am langen Pfosten völlig frei vor ihm auf, mit einem starken Hechtsprung vereitelte der KAC-Schlussmann aber den fast sicher scheinenden Treffer (40.).

Durchgang drei, zu dem die Hausherren wieder Järvenpää zwischen die Pfosten stellten, eröffnete erneut ein Dornbirner Überzahlspiel, das die Klagenfurter aber mit sechs Clearings eindrucksvoll kaltstellen konnten. Es waren sogar die Gäste, die in dieser Phase die beste Möglichkeit hatten (Koch-Querpass auf Neal bei „Zwei-gegen-Eins“-Konter etwas zu spät/44.). Als Petter Hansson förmlich durch die komplette Angriffszone fuhr und sich letztlich in ideale Schussposition bringen konnte, setzte er seinen Schlenzer hauchdünn neben die Stange (45.). Weiterhin war es der EC-KAC, der mehr vom Spiel hatte, nur selten kamen die Bulldogs zu guten Gelegenheiten: So wurde in Minute 50 der zentral mitgelaufene Ramón Schnetzer von Linksaußen bedient, fälschte den Puck aber über die Querlatte ab. Exakt sechs Minuten vor dem Ende fixierte Lukas Haudum den Endstand: Nachdem Richter und Kraus die Scheibe um das Gehäuse herum gebracht hatten, zog der Center aus sehr spitzem Winkel ab und erwischte Goalie Järvenpää in der kurzen Ecke (55.). Dornbirns Widerstand war damit endgültig gebrochen, weiterer Treffer wollte Rot-Weiß jedoch keiner mehr gelingen: Thomas Hundertpfund schlenzte den späten Abschluss eines „Drei-gegen-Zwei“-Angriffs an der kurzen Stange vorbei (56.), der von hinter dem Tor aus von Koch bediente Neal scheiterte aus kurzer Distanz am DEC-Goalie (57.) und der vertikal von Bischofberger angespielte Ganahl blieb frei vor Järvenpää an dessen Schonern hängen (60.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Nach der enttäuschenden Heimniederlage am Dienstag und der langen Anreise nach Vorarlberg war das heute kein einfaches Spiel für uns, es ging in erster Linie darum, konzentriert zur Tat zu schreiten, mit der Scheibe gut umzugehen - und ich denke, das ist uns auch gelungen. Dornbirn hat eine kompromisslose Trap gespielt, wir gingen damit aber gut um. Es war kein schöner und begeisternder Sieg, aber ein smarter, drei Punkte, die für uns wertvoll sind.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem Auswärtssieg beim Tabellenletzten machten die Rotjacken in der Tabelle wieder einen großen Sprung nach vorne: Sie überholten den EHC Linz, den HCB Südtirol und Orli Znojmo, die allesamt bereits zumindest eine Partie mehr bestritten haben als die Klagenfurter, und schoben sich somit wieder auf den dritten Rang. Die am Freitag spielfreien Tschechen sind auch der nächste Gegner des EC-KAC: Am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.00 Uhr) gastieren die Adler im Rahmen des Familientages (Ticketing-Pakete für Familien an der Abendkassa ab 14.30 Uhr) in der Stadthalle. Für diese Begegnung sind im Online-Ticketshop noch Eintrittskarten in sämtlichen Kategorien erhältlich.