Souveräne Rotjacken lassen Villach keine Chance

Der über die vollen 60 Spielminuten überlegene EC-KAC entschied das Kärntner Derby gegen den EC VSV am Sonntagabend auf eigenem Eis mit 3:0 für sich.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC punktete in jeder seiner letzten drei Partien, vermochte in den jüngsten sieben Runden jedoch keinen „Dreier“ einzufahren. Im Auswärts-Derby am Montag setzten sich die Rotjacken mit 2:1 nach Verlängerung durch, das erste Spiel im neuen Kalenderjahr verloren sie am Mittwoch in Graz mit 2:3 nach Penaltyschießen. Damit gingen die Klagenfurter auf Tabellenplatz fünf liegend in das vierte Kärntner Lokalduell der Saison. Gegen die Adler konnte der amtierende Meister jedes seiner letzten sieben Heimspiele in regulärer Spielzeit gewinnen, den letzten VSV-Sieg in der Stadthalle gab es im Februar 2016, also vor fast vier Jahren.

Der EC VSV gewann drei seiner jüngsten vier Partien, lediglich dem EC-KAC musste sich Blau-Weiß in diesem Zeitraum geschlagen geben. Auf das Derby in der Landeshauptstadt stimmten sich die Adler mit einem 5:1-Heimerfolg über die Graz 99ers am Freitag ein, damit schoben sie sich im Ranking, in dem sie Rang sieben belegen, bis auf fünf Zähler an den „Strich“ heran, der nach 40 Spielen die Erste Bank Eishockey Liga in Platzierung- und Qualifikationsrunde trennen wird. In der Fremde siegten die Draustädter in jeder ihrer jüngsten drei Begegnungen (in Dornbirn, Linz und Graz), insgesamt holten sie in der laufenden Spielzeit bereits 19 Auswärtspunkte - fast doppelt so viele wie in der gesamten vergangenen Saison (zehn).

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC kehrte nach seiner abgesessenen Drei-Spiele-Sperre Adam Comrie zurück in das Lineup, die drei Verteidigungspärchen blieben jedoch wie die vier Sturmformationen gegenüber dem letzten Spiel in Graz hinsichtlich der personellen Zusammensetzung unverändert. Niki Kraus war als zusätzlicher Stürmer dabei, Florian Vorauer nahm die Backup-Position hinter David Madlener ein. Die Rotjacken, die mit nur fünf Importspielern antraten, mussten in dieser Begegnung auf Lars Haugen (leicht verletzt), Nick Petersen, Siim Liivik (beide angeschlagen) sowie Marcel Witting (langzeitverletzt) verzichten.

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC bestimmte das 329. Kärntner Derby spielerisch, die erste Möglichkeit in der Partie hatten jedoch die Gäste aus Villach: Chris Collins fälschte einen Fraser-Schlenzer unbewusst ab, die Scheibe segelte knapp über die Querlatte (3.). Bis zum ersten Torschuss der Gäste sollten 14 weitere Minuten vergehen, dazwischen wurden nur die Rotjacken gefährlich: Einen feinen Rückhand-Querpass Hundertpfunds von der Halfwall aus fälschte im Zentrum Manuel Ganahl knapp am Pfosten vorbei (7.), als der Mittelstürmer noch im gleichen Shift von hinter dem Kasten an den Crease drängte, schob er die Scheibe nur knapp an der langen Ecke vorbei (8.). Ebenfalls hinter dem Gehäuse eroberte etwas später Marco Richter das Spielgerät, seine Vorlage übernahm Lukas Haudum an den rechten Hashmarks direkt, der Puck streifte allerdings nur den Außenpfosten (13.). Auch im weiteren Verlauf dieses Wechsels kamen die Klagenfurter zu guten Einschussgelegenheiten, Versuche von Richter und Haudum aus kürzester Distanz wurden jedoch geblockt bzw. von Goalie Brandon Maxwell vereitelt (jeweils 14.). Villachs einzige Offensivaktion im weiteren Verlauf des Startdrittels war ein von Collins verlängerter Bacher-Schuss, bei dem sich David Madlener aber so breit machte, dass er mit den Pads parieren konnte (17.).

In Minute eins des zweiten Abschnitts schlitterte der Puck nach einem Wrap-Around von Johannes Bischofberger auf die Rückhand nur knapp am langen Pfosten vorbei (21.), auf der Gegenseite wurde ein Schlagschuss von Nico Brunner im Slot über das Gehäuse abgefälscht (25.). Marco Richter setzte seinen Abschluss nach Haudum-Querpass neben den Pfosten (27.), dann kamen die Rotjacken zu ihrer ersten Überzahlmöglichkeit: Clemens Unterweger scheiterte mit zwei Distanzschüssen an Maxwell (28.), ein gezogener Wristshot von Andrew Kozek wurde im letzten Moment noch neben die Stange abgelenkt (29.). In seinem nächsten Shift brachte der Kanadier die Klagenfurter dann in Führung: Durch Thomas Hundertpfund von hinter dem Kasten aus mustergültig bedient, schoss er aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (32.). Die Hausherren setzten weiterhin die Akzente: Nach einem tiefen Schumnig-Vorstoß und Rückhand-Pass vor das Tor klopfte Kozek den Puck zu zentral auf Villachs Goalie (33.). Erst in den Schlussminuten des zweiten Abschnitts wurden auch die Adler wieder gefährlicher: Ein noch abgefälschter Collins-Schuss von rechts wurde zur Beute David Madleners (35.), bei einem Wrap-Around war der Kanadier, auffälligster VSV-Akteur an diesem Abend, im Pech: Von der Stange schlitterte die Scheibe förmlich der Torlinie entlang, ehe sie der KAC-Goalie unter seinen Beinschonern fixieren konnte (38.). In seinem zweiten Powerplay der Partie traf auch der amtierende Meister Metall: Ein strammer Schlenzer von Clemens Unterweger aus dem hohen Slot wurde von der Querlatte über den Kasten abgefälscht (40.)

Das in den Schlussabschnitt mitgenommene Powerplay führte zu einer weiteren Gelegenheit für Klagenfurt: Einen Haudum-Querpass klopfte Ganahl knapp neben den Pfosten (41.). Danach folgten Villachs beste Möglichkeiten auf den Ausgleich: Nach einem Schlagschuss von Neuzugang Cundari von der blauen Linie aus gab Madlener den Rebound her, fixierte die Scheibe anschließend aber in der Grätsche (44.), einen „Zwei-gegen-Eins“-Konter schloss Anton Karlsson zu eigennützig und nahezu in die Rundung ab (45.). Als die Gäste aus der Draustadt zu ihrem ersten Powerplay kamen, war es der EC-KAC, der anschreiben konnte: Thomas Hundertpfund fing in der eigenen Zone einen Rim Villachs entlang der Bande ab, legte den Puck in den freien Raum und ermöglichte dem flinken Johannes Bischofberger somit einen Sololauf, den er mit der Vorhand durch Maxwells Beine hindurch abschloss (46.). Nachdem Petter Hansson von rechts am VSV-Goalie gescheitert war (49.), durfte Rot-Weiß wieder bei numerischer Überlegenheit agieren. Dort schaufelte Manuel Ganahl zunächst seinen eigenen Rebound um Zentimeter an der langen Ecke vorbei (49.), dann sorgten die Rotjacken aber für die endgültige Entscheidung: Matthew Neal machte über den linken Flügel Dampf, legte quer, die Direktabnahme von Thomas Koch konnte Maxwell parieren, den direkt zu ihm springenden Abpraller wuchtete Andrew Kozek jedoch von halbrechts in die Maschen (50.). Als das Klagenfurter Publikum seine Mannschaft bereits mit stehenden Ovationen würdigte, kamen die Gäste noch zu zwei Gelegenheiten auf den Ehrentreffer: Einen verdeckten Fraser-Schlenzer fälschte Reid gefährlich ab, die Scheibe blieb eher glücklich in Madleners Pads hängen (52.), als Collins ihn über halbrechts kommend schon umkurvt hatte und den Puck noch zur Mitte brachte, rettete der KAC-Goalie sehenswert (55.). Die letzte Möglichkeit im Spiel gehörte den Hauherren: Im „Zwei-gegen-Eins“-Konter bei numerischem Nachteil setzte der an diesem Abend groß aufspielende Hundertpfund einen Bischofberger-Querpass an der Stange vorbei (56.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war von uns eine fast über 60 Minuten hinweg exzellente Partie. Defensiv standen wir sehr gut, bildeten eine kompakte Einheit, der Umgang mit der Scheibe war auch so, wie wir uns das vorstellen. Natürlich hätten wir mehr Tore erzielen oder früher im Spiel treffen können, aber unsere Mannschaft ist geduldig geblieben, verfolgte immer die Marschroute und wurde dafür in Form von drei Treffern belohnt. Alles in allem eine runde, ausgeglichene Vorstellung von uns, über die wir uns jetzt eine halbe Stunde freuen können, ehe sich unser Fokus auf die nächste Partie am Dienstag richtet.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem saisonübergreifend dritten Shutout-Sieg gegen den EC VSV auf heimischem Eis hintereinander zog der EC-KAC in der Tabelle wieder an Orli Znojmo vorbei und schob sich auf Rang vier. Auf den Dritten aus Linz fehlt den Klagenfurtern, die ein Spiel weniger ausgetragen haben als die Black Wings, ein Zähler. Bereits übermorgen Dienstag (19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) wartet das nächste Heimspiel auf die Rotjacken, dann ist der HCB Südtirol in der Stadthalle zu Gast, der zuvor morgen Montag noch zu Hause gegen Schlusslicht Dornbirn antritt. Für die Begegnung mit dem letztjährigen Viertelfinalgegner sind noch Tickets in allen Kategorien verfügbar, diese können durchgehend im Online-Ticketshop des EC-KAC bezogen werden.