Späte Treffer bringen Heimsieg gegen Capitals

Mit drei Treffern im Schlussabschnitt konnte der EC-KAC am Dienstagabend das Heimspiel gegen die Vienna Capitals noch mit 5:3 für sich entscheiden.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste zuletzt zum zweiten Mal in der laufenden Spielzeit zwei Niederlagen hintereinander hinnehmen, die Rotjacken unterlagen am vergangenen Donnerstag bei Fehérvár AV19 mit 4:5 nach Penaltyschießen und am Sonntag auf eigenem Eis dem HC Innsbruck mit 1:4. Während die Klagenfurter in den vergangenen Wochen in der Fremde konstant punkteten, waren sie in ihren (zuletzt seltenen) Heimspielen weniger erfolgreich, vor dem Duell mit Wien standen in der Stadthalle drei Niederlagen en suite zu Buche. Allerdings verteidigte der EC-KAC gegen den Hauptstadtklub auch eine stolze Serie: In jeder der jüngsten elf direkten Begegnungen fuhr Rot-Weiß zumindest einen Zähler ein.

Die Vienna Capitals punkteten in 15 ihrer 22 Saisonspiele und kamen als Tabellendritter nach Kärnten. Auch ihre Ergebnisse waren in der jüngeren Vergangenheit von einer deutlichen Heim/Auswärts-Differenz gekennzeichnet: In der vergangenen Woche verloren die Donaustädter gegen Villach, Dornbirn und Bolzano drei Heimspiele hintereinander, ihre letzten drei Begegnungen in der Fremde - beim EC-KAC, dem HCB Südtirol und dem EC Salzburg - konnten sie hingegen allesamt für sich entscheiden. Von den beiden Saisonduellen zwischen Klagenfurt und Wien gewannen beide Teams jeweils eines: Ende November siegten die Caps in der Stadthalle mit 5:4 nach Verlängerung, eine gute Woche später setzten sich die Rotjacken in Kagran mit 1:0 durch.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken entspannte sich die Personalsituation vor dem Duell mit Wien merklich, mit Ausnahme des Quartetts David Fischer, Thomas Hundertpfund, Johannes Bischofberger und Niki Kraus waren alle Kaderspieler einsatzfähig. Damit konnte der EC-KAC erstmals seit 12. November oder 15 Ligaspielen wieder ein volles 22-Mann-Lineup aufbieten, gegenüber dem Spiel gegen Innsbruck am Sonntag kehrten Blaž Gregorc, Thomas Vallant und Dennis Sticha, der die letzten neun Partien verpasst hatte, zurück in das Aufgebot. David Maier, Niklas Würschl und Samuel Witting waren somit Healthy Scratches. Im Tor der Klagenfurter stand zum vierten Mal in Folge Sebastian Dahm.

 

Der Spielverlauf:

Die erste nennenswerte Offensivaktion der Begegnung ging auf das Konto der Rotjacken, die zu einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter über Marcel Witting kamen, dessen Pass in den Slot auf den heranstürmenden Valentin Hammerle allerdings unterbunden wurde (3.). Auf der Gegenseite hielt Benjamin Nissner von der blauen Linie aus drauf, Fabio Artner fälschte noch ab, doch der Puck ging am Kasten der Rotjacken vorbei, der darauffolgende Schuss von Jérôme Leduc wurde von Blaž Gregorc geblockt (5.). In der siebten Minute brachte Dennis Sticha einen scharfen Handgelenksschuss vom rechten Faceoff-Kreis aus auf den Kasten der Wiener, welchen Calvin Pickard mit dem Blocker entschärfen konnte. Gegen Drittelmitte zog dann Alex Wall gänzlich ohne Gegenwehr von Rechtsaußen in den Slot und suchte den Abschluss, der noch im letzten Moment geblockt werden konnte (10.). Nachdem der Schlussmann der Hauptstädter einen Wristshot von Thomas Koch von knapp oberhalb des rechten Anspielkreises aus mit dem Catcher entschärft und anschließend auch Nick Petersen aus kurzer Distanz gestoppt hatte (12. bzw. 15.), gingen die Rotjacken in der 16. Spielminute verdient in Führung: Ein Schussversuch von Blaž Gregorc wurde von einem Schläger abgelenkt und landete im Slot bei Manuel Ganahl, der das Auge für Rok Tičar am Pfosten hatte, der Slowene schob den Puck mit der Rückhand ins leere Tor. In der Schlussminute des ersten Abschnittes kamen beide Teams noch zu jeweils einer Möglichkeit: Zuerst erhielt Taylor Vause am Crease stehend die Scheibe, reagierte aber zu langsam, um noch einen Schuss anzubringen, auf der Gegenseite brachte Matt Fraser einen Wristshot aus spitzem Winkel an, Pickard war mit dem Schoner zur Stelle (jeweils 20.).

Kurz nach Wiederbeginn kamen die Wiener zum Ausgleich: Taylor Vause fälschte im Zentrum einen Onetimer von Dominic Hackl aus der Distanz flach in die Maschen ab (22.). Dann konterten die Klagenfurter zwei Mal gefährlich: Dem zentral von Martin Schumnig auf die Reise geschickten Lukas Haudum fehlte in dieser Situation jedoch der Speed (24.), bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff verfing sich der späte Tičar-Querpass auf Ganahl im Beinschoner des Wiener Goalies (25.). In seinem nächsten Wechsel machte es dieses Duo besser: Nach sauberer Übergabe mit Manuel Ganahl in der neutralen Zone zog Rok Tičar über links ins Angriffsdrittel und hämmerte den Puck vom Faceoff-Punkt aus per Schlagschuss in die lange Kreuzecke (28.). Die Capitals hatten aber postwendend die Antwort parat und glichen neuerlich aus: Der von Clemens Unterweger bereits recht weit nach außen abgedrängte Sascha Bauer brachte den Puck aus spitzem Winkel aufs Tor, dieser rutschte Sebastian Dahm durch die Beine (29.). Keine zwei Minuten später, im Zuge ihres ersten Powerplays der Partie, gingen die Wiener erstmals in Führung: Vom rechten Anspielpunkt aus schlenzte der Ex-KACler Marco Richter die Scheibe flach aufs Tor und fand damit erneut Dahms „Five Hole“ (31.). Auch in ihrem wenig später folgenden zweiten Überzahlspiel kamen die Gäste beinahe zum Torerfolg: Ein Richter-Querpass landete genau beim am Torraum völlig freien Benjamin Nissner, der den Puck mit der Rückhand jedoch über das Gehäuse zischen ließ (32.). Als Taylor Vause von der linken Halfwall aus in aller Seelenruhe in den Slot vordringen konnte, wurde sein Wristshot gerade noch geblockt (36.). Erst in der Schlussphase des Mittelabschnitts wurden auch die Klagenfurter wieder gefährlich, waren dabei aber nicht vom Glück verfolgt: Ein scharfer Schlenzer aus der Distanz von Paul Postma detonierte laut an der Querlatte (39.), als Lukas Haudum aus ähnlicher Position abzog, fuhr Pickard die Fanghand aus (40.).

Der Flügelstürmer der Rotjacken kam gleich in der ersten Minute des dritten Durchgangs zu seiner nächsten Gelegenheit, am Ende seines Solos durch die Mitte noch bedrängt scheiterte er jedoch am Caps-Schlussmann (41.). Ein verdeckter Schuss von Blaž Gregorc von links sprang von der Innenstange zurück ins Spielfeld (44.), als der Slowene dann Nick Petersen steil schickte, scheiterte dieser im Alleingang an Pickard (46.). Noch im gleichen Wechsel machte es der KAC-Topscorer besser: Von Rok Tičar von hinter dem Kasten aus mustergültig bedient, klopfte Petersen den Puck aus kurzer Distanz zum Ausgleich in die Maschen (47.). Im zweiten und letzten Powerplay des Abends für Klagenfurt steckte Lukas Haudum die Scheibe von rechts an den Torraum zu Stefan Geier durch, dessen Abfälscher aber nur am Pad Pickards landete (51.). Danach waren die Capitals dem vierten Treffer näher: Im Fallen traf Benjamin Nissner den Puck am Crease aus der Luft, dieser landete jedoch nur am Außengestänge (53.), als Taylor Vause über rechts vor den Kasten schnitt und den Puck von den Hashmarks aus noch hoch in die kurze Kreuzecke brachte, war Sebastian Dahm mit der Schulter zur Stelle (54.). So kamen gut zwei Minuten vor dem Ende die Hausherren zum entscheidenden Tor: Manuel und Stefan Geier setzten Wien mit starken Forechecks hinter dem Kasten unter Druck, profitieren konnte davon Dennis Sticha, der den nicht zielgerichteten Pass eines Caps-Spielers aus spitzem Winkel direkt übernehmen und über die Linie bringen konnte (58.). Als die Gäste, die mit kurzem Lineup einen aufopferungsvollen Kampf boten, ihren starken Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzt hatten, fixierte Manuel Ganahl den Endstand: Nick Petersen hatte einen Schumnig-Rim in seinen Laufweg verlängert, der KAC-Kapitän widerstand in der Vorwärtsbewegung den gegnerischen Störversuchen und schob den Puck zum 5:3 ins Gehäuse. (60.). (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir fielen vergangene Woche im Auswärtsspiel in Székesfehérvár aus unserer Rolle und haben es seither nicht richtig geschafft, wieder in die Spur zu kommen. Die Capitals hatten heute ein kurzes Lineup, doch wir gaben ihnen speziell im zweiten Drittel Energie, hauchten ihnen förmlich mehr Leben ein. So wurde es eine sehr enge Partie, die wir am Ende noch gewinnen konnten. Es ist positiv, eine Begegnung im dritten Abschnitt noch zu drehen, allzu oft ist uns das heuer noch nicht gelungen. Dass am Ende wieder Dennis Sticha das entscheidende Tor macht, freut mich sehr für ihn. Insgesamt müssen wir aber ohne Zweifel besser spielen, um ein Spitzenteam in dieser Liga zu sein.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der viertplatzierte EC-KAC zog mit dem Heimsieg im letzten Spiel vor Weihnachten in der Tabelle nach Punkten mit den unmittelbar vor ihm liegenden Vienna Capitals gleich, beide Teams halten nun bei 41 Zählern. Die Rotjacken sind am Stefanitag spielfrei, für sie geht es in der Meisterschaft erst am 28. Dezember weiter, wenn sie zum dritten Kärntner Derby der Saison in Villach gastieren (19.30 Uhr, live auf Puls24). Zwei Tage später folgt die letzte Partie im Kalenderjahr 2020 für die Klagenfurter, dann empfangen sie in der Stadthalle die Graz 99ers (19.15 Uhr, live.ice.hockey).