Überzeugender 5:0-Heimerfolg für Rot-Weiß

Mit einem 5:0-Sieg gegen Fehérvár AV19 kletterte der EC-KAC am Donnerstagabend auf Tabellenplatz drei der ICE Hockey League.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Beim EC-KAC wechselten sich in den vergangenen sechs Runden Siege und Niederlagen jeweils ab, jüngst unterlagen die Rotjacken am Montagabend auf eigenem Eis, nachdem sie einen zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand aufholen konnten, dem Dornbirner EC mit 3:4 nach Penaltyschießen. In der Tabelle wurden die Klagenfurter seither von Fehérvár AV19 überholt und rutschten damit auf Rang fünf ab, ein Sieg im direkten Duell würde für Rot-Weiß aber wieder die Rückkehr auf Position drei bedeuten. Gegen die Ungarn tat sich der Rekordmeister in der jüngeren Vergangenheit recht schwer, acht der letzten elf Duelle (darunter vier der letzten fünf in der Stadthalle) gingen verloren. Die erste Saisonbegegnung entschieden die Rotjacken aber für sich: Anfang Oktober siegten sie in Székesfehérvár mit 4:1. 

Fehérvár AV19 bestritt die ersten Spiele der heurigen Saison gesundheitsbedingt mit einem sehr knappen Lineup, seit der Großteil der ausgefallenen Cracks aber wieder in die Mannschaft zurückkehrte, zeigte die Formkurve steil nach oben: Die Ungarn gewannen jede ihrer jüngsten vier Partien, darunter am Mittwochabend zu Hause gegen die Bratislava Capitals (3:2 nach Penaltyschießen). Vor der Begegnung mit Klagenfurt hielt Székesfehérvár bei einem Punkteschnitt von 1,75 pro Partie, was dem deutlich höchsten Wert in den 14 Saisonen der Ligazugehörigkeit des Klubs entsprach.

 

Die Personalien:

Gegenüber dem Spiel gegen Dornbirn am Montag kam es im Aufgebot des EC-KAC zu einem Wechsel: Anstelle von Verteidiger Niklas Würschl stand gegen Fehérvár AV19 wieder Stürmer Manuel Geier im Lineup. Unverändert nicht zur Verfügung standen in der Abwehr David Fischer, David Maier und Steven Strong sowie im Angriff Niki Kraus. Auf der Torhüter-Position erhielt gegen die Ungarn Sebastian Dahm den Vorzug, umgestellt wurde auch die vierte Angriffsformation, in der Manuel Geier nun Samuel Witting und Dennis Sticha centerte. Insgesamt umfasste die Aufstellung der Rotjacken somit 44,25 (der 60,00 zugelassenen) Kaderpunkte, was dem Höchstwert im bisherigen Spieljahr entsprach.

 

Der Spielverlauf:

In der Anfangsphase der Partie kamen beide Teams zu Offensivaktionen, zwingende Torchancen gab es vorerst jedoch nicht. Nachdem Alex Petan in der sechsten Spielminute direkt vor Sebastian Dahm an die Scheibe gelangte, aber mit einem Backhander am Rotjacken-Keeper scheiterte, gingen die Klagenfurter kurz darauf mit einem Bilderbuch-Treffer in Führung. Daniel Obersteiner beförderte den Puck von hinter dem Tor aus an den rechten Faceoff-Kreis zu Nick Petersen, dieser leitete auf Rok Tičar weiter, welcher sich vor dem Kasten positioniert hatte und nur mehr in die Maschen abtropfen lassen musste (6.). Im ersten Unterzahlspiel der Partie präsentierten sich die Rotjacken gut, blockten zwei Blueliner von Petan und Stipsicz, ehe Johannes Bischofberger auf den Kasten von Dániel Kornakker zustürmte, kurz verzögerte und zur Mitte auf Thomas Hundertpfund spielte, der schlussendlich aber am Schoner des Keepers hängen blieb (8. bzw. 9.). In der 11. Minute sorgten dieselben Akteure für die nächste Offensivaktion: Wieder war es Bischofberger mit dem Zuspiel aus der Tiefe in den Slot auf Hundertpfund, dessen Direktabnahme letztlich im Catcher von Kornakker landete. Auf der Gegenseite versuchte es Colton Hargrove über den linken Flügel, wo er den Querpass auf István Bartalis im Sinn hatte, der jedoch von Fredrik Eriksson unterbunden wurde (12.). In der 16. Minute gelang es dem EC-KAC, sein Führung auszubauen: Thomas Koch gewann hinter dem Tor den Zweikampf, schob den Puck in den Slot, wo zunächst Stefan Geier über die Scheibe wischte, dann aber Lukas Haudum mit sattem Schlagschuss und via Metall einsendete. Kurz vor Drittelende kamen die Klagenfurter zu einer weiteren Top-Chance, nachdem der ungarische Keeper einen Koch-Schuss abprallen ließ: Er stellte sich jedoch dem Rebound von Haudum mit dem Schoner entgegen und entschärfte auch den zweiten Nachschuss von Stefan Geier (19.). 

Kurz nach Wiederbeginn gewann Anže Kuralt ein Laufduell und hob damit das angezeigte Icing auf, er spielte den Puck an den Torraum zum völlig unbedrängten István Bartalis, Sebastian Dahm war allerdings hellwach und verhinderte den Gegentreffer (21.). Auf der Gegenseite klappte die Chancenauswertung besser: Daniel Obersteiner schnappte sich die Scheibe nach einem von Ganahl gewonnenem Zweikampf hinter dem Kasten, zog nach vorne und schloss aus der Drehung in die kurze Ecke ab - 3:0 für die Rotjacken (23.). Damit war auch der Arbeitstag von Dániel Kornakker beendet, der von Jaroslav Janus ersetzt wurde. In der 27. Minute landete das Spielgerät über Umwege vor dem Kasten bei Thomas Koch, der in weiterer Folge aber an Janus scheiterte, wenig später setzte Thomas Vallant einen Fernschuss knapp am Pfosten vorbei. Nach einer kurzen Drangperiode der Gäste gegen Mitte des Abschnitts - beste Chance war ein nur hauchdünn über die Querlatte fliegender Schuss von Ákos Mihály (28.) - übernahmen die Klagenfurter wieder das Kommando und kamen zu einer Möglichkeit durch Manuel Ganahl, der nach Bischofberger-Zuspiel aus kurzer Distanz scheiterte, auch Thomas Hundertpfund konnte den Rebound nicht über die Linie drücken (31.). Noch in der gleichen Minute wurde nach einem Steffler-Rückhandschuss Obersteiner im letzten Moment daran gehindert, den Abpraller ins halbleere Gehäuse einzukehren. In der nächsten Aktion erhöhten die Hausherren den Spielstand auf 4:0: Johannes Bischofberger kreuzte an der blauen Linie und ließ die Scheibe für Thomas Vallant liegen, der über halblinks zum Tor zog und Janus mit der Rückhand in der kurzen Ecke erwischte (37.). Kurz vor Drittelende kamen die Ungarn noch zu zwei hochkarätigen Chancen: Nachdem Andor Péter einen Horváth-Fernschuss nur an den Außenpfosten abgefälscht hatte, bekam Dániel Szabó am Torraum stehend die Scheibe serviert, setzte diese aber unter Bedrängnis knapp am Pfosten vorbei (jeweils 40.).

Zu Beginn des Schlussdrittels parierte Sebastian Dahm einen scharfen Handgelenksschuss von István Bartalis sowie einen Blueliner von Dániel Szabó (41. bzw. 42.), dann versuchte Rok Tičar sein Glück mit einem scharfen Wrister aus dem Slot, der dem Keeper der Ungarn zwar Probleme bereitete, aber nicht zum Torerfolg führte (45.). Gegen Geiger und Bartalis fuhr Dahm bei einer Doppelchance jeweils die Beinschoner aus (46.), auf der Gegenseite zielte Stefan Geier von halbrechts über den Kasten (47.). In der 49. Minute nutzte Daniel Obersteiner einen Fehler im Aufbau der Gäste aus und bediente Rok Tičar mustergültig, dieser wurde beim Abschluss aber durch einen Stockschlag von Timothy Campbell behindert, den Obersteiner-Rebound hatte Janus. Im darauffolgenden Überzahlspiel kreierten die Klagenfurter zwar gute Offensivszenen, ein weiterer Treffer blieb aber vorerst aus. In ihrem zweiten Powerplay des Abends, knapp fünf Minuten vor Ende der Partie, machten es die Rotjacken besser: Thomas Koch steckte diagonal auf Lukas Haudum im Slot durch, dieser legte sich die Scheibe kurz zurecht und schlenzte sie dann über die Fanghand des Goalies hinweg zum 5:0-Endstand in die Maschen (57.). Eine gute Minute vor dem Ende hielt Sebastian Dahm sein erstes Shutout im KAC-Trikot fest: Einen scharfen Kuralt-Querpass fälschte Tičar gefährlich aufs eigene Tor ab, der Däne zwischen den Pfosten reagierte aber stark. (NB)

 

Der Kommentar:

„Wir hatten heute Emotion und Systemtreue, die gesamte Mannschaft brachte das aufs Eis, was wir uns vorgenommen hatten. Genau dann kommt der Erfolg von selbst, wenn wir unseren Werten und unseren Grundlagen folgen. Das war sicher unser bestes Heimspiel heuer. Nach wochenlangem Auf und Ab kann diese Vorstellung ein Erlebnis sein, das uns die ersehnte Stabilität bringt oder zumindest ein Baustein dafür ist.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem fünften Saisonsieg (im neunten Spiel) schob sich der EC-KAC vom fünften auf den dritten Rang der bet-at-home ICE Hockey League-Tabelle. Für die Rotjacken steht in dieser Woche nun noch eine Begegnung am Programm: Am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.30 Uhr) treten sie auswärts beim HC Innsbruck an. Diese Partie wird von Puls24 im Free-TV und als Online-Videostream übertragen.