Vier Petersen-Tore bringen den Sieg

Dem EC-KAC gelang am Freitagabend sein zweiter Auswärterfolg am Stück: Bei Fehérvár AV19 siegten die Rotjacken mit 4:1, Stürmer Nick Petersen zeichnete für alle Klagenfurter Treffer verantwortlich.

Foto: Fehérvár AV19/Soós

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC zeigte am ersten Wochenende der neuen Saison in der bet-at-home ICE Hockey League eher durchwachsene Leistungen: Zum Auftakt am vergangenen Freitag unterlag man vor eigenem Publikum den Black Wings 1992 aus Linz mit 1:4, zwei Tage später rehabilitierte sich Rot-Weiß aber mit einem 3:1-Auswärtserfolg beim Dornbirner EC. In Székesfehérvár, wo die Klagenfurter in der Vergangenheit häufig einen schweren Stand hatten (nur elf Siege bei 33 Auftritten seit dem Liga-Einstieg der Ungarn im Jahr 2007), bestritt die Kampfmannschaft des EC-KAC am Freitag ihr erstes Spiel außerhalb Österreichs seit knapp acht Monaten (1:3 beim HCB Südtirol am 14. Februar).

Fehérvár AV19 war am vergangenen Wochenende nur ein Mal im Einsatz, bei den Graz 99ers unterlag man nach zwei Gegentreffern spät in Drittel drei mit 4:6. Die Roten Teufel verteidigten gegen Klagenfurt damit eine stolze Serie: Seit 2012 waren sie nicht mehr mit zwei Niederlagen am Stück in eine Saison gestartet. Heimspiele der Ungarn gegen die Rotjacken waren in der Vergangenheit meist eine sehr enge Angelegenheit: In 23 der 33 Duelle trennte die beiden Teams am Ende nur ein Treffer, in gleich 17 Fällen davon hatten die Gastgeber die Nase vorne.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken stand erstmals nach seiner Verletzungspause wieder David Madlener im Aufgebot, Starting Goalie blieb jedoch der am ersten Ligawochenende überzeugende Sebastian Dahm. Weiterhin nicht dabei waren beim EC-KAC die beiden Langzeitverletzten David Fischer und Steven Strong, zudem fehlte der leicht angeschlagene Niki Kraus. Dennis Sticha rückte in die Linie mit Daniel Obersteiner und Marcel Witting auf. Auch im dritten ICE-Saisonspiel umfasste das Lineup der Klagenfurter damit weniger als 40,0 Kaderpunkte.

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC startete eher passiv in die Begegnung und hatte in den Anfangsminuten seine liebe Mühe mit den Gastgebern. Der bis vor den Kasten durchgebrochene Donát Szita schob den Puck im Fallen am Pfosten vorbei (3.), Tamás Sárpátki tankte sich zentral durch die Zone, verlor dann jedoch vor dem Tor die Scheibenkontrolle (4.). Zwei sich überlappende Hinausstellungen bescherten den Rotjacken eine nahezu vierminütige Phase numerischer Unterlegenheit, die sie jedoch recht stabil überstehen konnten: Eine Deflection aus dem Slot von János Hári wehrte Sebastian Dahm ab (5.), ein Onetimer von Alex Petan von den rechten Hashmarks aus zischte an der Kreuzecke vorbei (7.). Erst ein Bischofberger-Schuss aus kurzer Distanz, der knapp neben dem Pfosten landete, war Klagenfurts erste wirklich aussichtsreiche Möglichkeit (9.), wenig später traf Manuel Geier am Torraum platziert und von Lukas Haudum bedient den Puck nicht richtig, sodass Dániel Kornakker parieren konnte (11.). Fehérvár AV19 fand dann auch in seinem dritten Powerplay des Abends kein Rezept gegen die gut stehende KAC-Box und so waren es die Gäste, die - just in ihrem ersten eigenen Überzahlspiel - in Führung gehen konnten: Thomas Koch wartete halblinks geduldig auf den Block des Gegenspielers, legte die Scheibe dann hinter diesem an den Crase, wo Nick Petersen das Spielgerät mit der Rückhand schön annahm und anschließend unter das Tordach lupfte (20.). 

Den zweiten Abschnitt eröffnete ein druckvoller Shift der Linie um Koch, der zu einer Strafe gegen die Gastgeber führte. Allerdings war es das numerisch unterlegene Team, das in dieser Phase die beiden besten Gelegenheiten hatte: Zunächst scheiterte Szita mit einem Alleingang an Dahm, dann machte sich der Däne auch gegen Petan breit, der einen Campbell-Steilpass unmittelbar vor dem Kasten verlängert hatte (jeweils 23.). Ein (ungeahndetes) Foul von Rok Tičar ermöglichte wenig später einen Sololauf von der eigenen Zone aus für Martin Schumnig, der am Ende aber vom gut aufgelegten Goalie der Ungarn gestoppt wurde (25.). Fehérvár AV19 hatte nun mehr vom Spiel und kam, nachdem Hári nur die Stange getroffen hatte (27.), kurz vor Drittelmitte zum verdienten Ausgleich: Toni Kähkönen gewann das Offensivzonen-Faceoff, Csanád Erdély nahm den Puck auf, kurvte über rechts um die KAC-Abwehr flach bis an den Torraum und verzögerte dort do lange, dass er das Spielgerät flach zwischen Dahms Beinschoner und der Stange hindurch über die Line schieben konnte (30.). Im kurz danach folgenden Powerplay, ihrem dritten des Abends, schrammten die Rotjacken zwei Mal nur knapp am neuerlichen Führungstreffer vorbei: Ein Petersen-Schlagschuss von den Hashmarks aus flog Zentimeter neben den Kasten (31.), als Tičar von rechts seinen Gegenspieler als Screen nutzte, fuhr Goalie Kornakker noch spektakulär die Fanghand aus (32.). Der jeweils bedrängte Manuel Geier verpasste zwei Mal schöne Zuspiele des sehr auffällig agierenden Lukas Haudum knapp (34. bzw. 38.), dazwischen war Sebastian Dahm bei einem Campbell-Schuss nach Konterangriff mit dem Catcher zur Stelle (36.), auf der Gegenseite klatschte die Scheibe nach einem abgefälschten Maier-Schuss nur an das Außengestänge (37.).

Im dritten Abschnitt steckte Lukas Haudum nach dem Zoneneintritt vertikal auf Stefan Geier durch, der das „Eins-gegen-Eins“-Duell mit dem Goalie der Ungarn jedoch nicht für sich entscheiden konnte (45.). Im Gegenzug zögerte Colton Hargrove bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter so lange, dass ihn Nick Petersen noch einholen und des Spielgeräts berauben konnte (45.). Der Kanadier belohnte sich für diesen Defensiveinsatz noch im gleichen Shift mit dem nächsten Offensivakzent: Er fälschte einen Fernschuss von Martin Schumnig im Slot unhaltbar zur erneuten KAC-Führung ab (46.). Danach blieb Lukas Haudum nach schöner Eindrehbewegung im letzten Moment an Kornakkers Pads hängen, Stefan Geier hechtete dem Abpraller hinterher, stocherte den Puck aber am Pfosten vorbei (47.). Fehérvár AV19, mit nur 14 Feldspielern angetreten, mobilisierte nun die letzten Kräfte und kam zu tollen Gelegenheiten, zerschellte dabei aber ein ums andere Mal an Sebastian Dahm: Sowohl bei einem Onetimer des im Zentrum völlig freien Caruso (49.) als auch bei einem Abschluss Háris aus dem hohen Slot (51.) fuhr der KAC-Schlussmann gekonnt die Beinschoner aus, dazwischen war er im Glück, als ein Kracher von Erdély an die Querlatte donnerte (50.). Das Pulver der Gastgeber war damit jedoch verschossen: Bei numerischer Unterlegenheit sorgte Nick Petersen für die Vorentscheidung, als er den Puck in der eigenen Zone eroberte, Bence Stipsicz umkurve und nach einem 40-Meter-Solo auf 3:1 für Klagenfurt stellte (55.). Die Ungarn riskierten nun alles, ersetzten ihren Goalie durch einen sechsten Feldspieler und der via Bande von Rok Tičar eingesetzte Nick Petersen fixierte mit einen Empty Net-Treffer, gleichzeitig seinem vierten Torerfolg der Partie, den Endstand (58.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben uns gegenüber dem Dornbirn-Spiel wieder ein Stückchen verbessert, zufrieden sein können wir aber noch nicht, da wir zu viele unerzwungene Fehler und Turnover produzieren. Wir haben heute die Nerven bewahrt, die nötigen Tore gemacht, das ist positiv. Nach der zweiten Pause verkürzten wir auf drei Formationen, das ließ unseren Motor besser laufen. In meinen über zwei Jahren beim Klub war es immer sehr schwer, hier in Ungarn zu spielen und erfolgreich zu sein, heute konnten wir diese Aufgabe lösen. Sebastian Dahm war stark, Nick Petersen hat vier Treffer gemacht, beides sehr erfreulich, vor allem aber zählt für unser Team, dass wir wieder ein Spiel gewinnen konnten, in dem wir nicht gerade überragend waren.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem zweiten Auswärtssieg in Folge schraubten die Rotjacken ihren Punktestand auf sechs Zähler nach oben und kletterten auf den dritten Tabellenplatz. Auf den EC-KAC wartet nun übermorgen Sonntag wieder ein Heimspiel: Dann (Spielbeginn: 17.30 Uhr, keine TV- oder Livestream-Übertragung) sind die Graz 99ers in der Stadthalle zu Gast. Während die Klagenfurter ihre beiden jüngsten Partien gewinnen konnten, unterlagen die Steirer jeweils, am Freitagabend zu Hause 1:2 gegen den Dornbirner EC. Für diese Begegnung sind via tickets.kac.at aktuell noch 490 Eintrittskarten erhältlich.