Viertes Shutout in Folge!

Der defensiv erneut sehr stark agierende EC-KAC blieb auch im Auswärtsspiel beim HCB Südtirol am Sonntag ohne Gegentreffer, die Rotjacken siegten mit 3:0.

Foto: HCB Südtirol/Antonello

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte jedes seiner letzten fünf Ligaspiele in regulärer Spielzeit gewinnen und kassierte dabei nur einen Gegentreffer. Gegen Bolzano, Dornbirn, Wien und Salzburg siegten die Klagenfurter „zu null“, lediglich dem Spitzenreiter Salzburg, in diesem Zeitraum zwei Mal Gegner der Kärntner, gelang es, gegen Rot-Weiß zum Torerfolg zu kommen. Mit dem HCB Südtirol kreuzten die Rotjacken in der laufenden Spielzeit bislang zwei Mal die Schläger, in beiden Fällen (Ende September in Italien, Ende November in Österreich) siegte die jeweils gastgebende Mannschaft mit 3:0. Die PalaOnda ist also jene Spielstätte in der Erste Bank Eishockey Liga, in der der amtierende Meister aus Klagenfurt seine bisher höchste Saisonniederlage hinnehmen musste.

Der HCB Südtirol, im Vorjahr Play-Off-Viertelfinalgegner des EC-KAC, startete durchwachsen in das neue Spieljahr, in den ersten fünf Runden gelang lediglich ein Sieg. Danach steigerten sich die Füchse jedoch maßgeblich, in 14 der 18 seither ausgetragenen Partien konnten sie anschreiben, sodass sie den Tabellenzweiten aus Klagenfurt am Sonntag auf Rang vier liegend empfingen. Die Rotjacken waren in der jüngeren Vergangenheit ein gerne gesehener Gast in der Metropole Südtirols: Der HCB musste sich dem EC-KAC in nur einem seiner letzten acht Heimspiele in regulärer Spielzeit geschlagen geben. 

 

Die Personalien:

Der EC-KAC trat in Bolzano mit dem exakt gleichen Lineup an, mit dem er am Freitagabend zu Hause Tabellenführer Salzburg besiegen konnte. Nicht zur Verfügung standen Marcel Witting (langzeitverletzt), Niki Kraus, Philipp Kreuzer (beide rekonvaleszent), Daniel Obersteiner (krank) und Michael Kernberger (gesperrt). Die Rotjacken reisten bereits am Samstagnachmittag nach Italien, mit an Bord waren damit 21 Spieler. Im Tor kam gegen den EBEL-Champion von 2018 Lars Haugen zu seinem dritten Start in Serie.

 

Der Spielverlauf:

An der Anfangsphase der Partie hatten die Hausherren die besseren Gelegenheiten: Nach einem kapitalen Aufbaufehler der Rotjacken standen gleich zwei HCB-Angreifer frei vor dem Gehäuse, doch weder Daniel Catenacci noch Anton Bernard vermochten Lars Haugen aus kurzer Distanz zu bezwingen (2.). Gegen den aus der rechten Ecke vor das Tor ziehenden Catenacci blieb Haugen wenig später erneut Sieger (5.), dann gingen die Klagenfurter in Führung: Lukas Haudum legte am linken Flügel der Bande entlang zurück an die blaue Linie zu Patrick Harand, der sofort abzog, im Zentrum fälschte Nick Petersen die Scheibe noch in die kurze Ecke ab - 0:1 (7.). Der Treffer brachte Ruhe in das rot-weiße Spiel, als Thomas Hundertpfund von der rechten Seite den zentral postierten Johannes Bischofberger bediente, fiel dessen Direktabnahme allerdings zu zentral aus (10.). Die große Gelegenheit auf das zweite Tor ergab sich dann für Adam Comrie: Bei einem „Drei-gegen-Zwei“-Konter legte Thomas Koch mit viel Übersicht auf den heranstürmenden Verteidiger ab, sein Onetimer flog jedoch nur an die Stange (13.). Der EC-KAC blieb im Scheibenbesitz, an den rechten Hashmarks kam Comrie erneut zum Abschluss, von einem zurückeilenden Abwehrspieler der Italiener noch abgefälscht, streifte der Puck jedoch nur die Querlatte (13.). Auch nach einem scharfen Schlagschuss von Petter Hansson, den Goalie Leland Irving prallen lassen musste, ergab sich eine Gelegenheit für Rot-Weiß: Der erste Rebound von Comrie wurde aber geblockt, den zweiten zog Bischofberger an der langen Kreuzecke vorbei (18.). Eine Möglichkeit auf den Ausgleich hatten die Gastgeber vor der ersten Pause noch: James Arniel ging über halbrechts steil, Lars Haugen parierte seinen Abschluss auf die kurze Ecke aber mit der Schulter (20.). 

Gleich in der ersten Minute des zweiten Drittels konnten sich die beiden Goalies auszeichnen: Irving gegen Koch und Haugen gegen Arniel (21.). Der KAC-Schlussmann brillierte dann gut zwei Minuten später, als Anthony Bardaro den Puck genau in den Lauf gespielt bekam: Frei vor dem Norweger versuchte er, die Scheibe unter diesem hindurchzuschieben, blieb dabei jedoch am Beinschoner des Torhüters hängen (23.). Als Manuel Ganahl in der neutralen Zone eine HCB-Flanke aus der Luft fing, wurde er bei seinem Sololauf noch so bedrängt, dass er den Rückhand-Abschluss aus Schräglage über die Querlatte zimmerte (25.). Noch näher am nächsten Tor war dann Lukas Haudum dran, der aus halbrechter Position nur die Stange traf (27.) und in seinem nächsten Shift, nachdem er bei einem Konter Catenacci überlaufen hatte, an Irving scheiterte (31.). Unmittelbar danach verdoppelte Klagenfurt seinen Vorsprung: Andrew Kozek fing einen Aufbau-Querpass von Giliati noch innerhalb der blauen Linie ab, drehte sich in Richtung Tor und setzte die Scheibe trocken aus dem Handgelenk in die Maschen (31.). Petter Hansson verhinderte mit einem starken Backcheck bei einem „Zwei-gegen-Eins“ Bolzanos einen Torschuss (32.), dann wurde es aber brenzlig: Im ersten Powerplay der Partie hatte Lars Haugen mit einer Direktabnahme von Colton Hargrove aus dem hohen Slot erhebliche Probleme, noch im gleichen Angriff setzte der US-Amerikaner einen Abschluss von zwischen den Hashmarks über das halbleere Tor (jeweils 34.). Die Situation wurde für den EC-KAC noch prekärer, als nach Petersen auch Liivik in die Kühlbox musste: Die 35-sekündige doppelte numerische Unterlegenheit überstanden die Klagenfurter jedoch großartig, Unterweger und sogar Haugen brachten den Puck zwei Mal aus dem Verteidigungsdrittel. Als Bolzano wieder einfaches Überzahlspiel hatte, schoss Daly aus dem Hinterhalt, von seinem Mitspieler Bernard abgefälscht ging die Scheibe nur knapp am Kasten vorbei (37.). Spät im zweiten Drittel durften sich die Rotjacken erstmals im Powerplay versuchen, doch sowohl bei einem Schlagschuss von Koch vom linken Faceoff-Punkt aus (37.) als auch bei einem Durchbruch von Petersen aus sehr spitzem Winkel (39.) war der HCB-Torhüter aufmerksam.

Früh im dritten Drittel musste sich Rot-Weiß wieder in Unterzahl beweisen, ließ dabei aber keinen einzigen Torschuss zu. Eine gute Druckphase der Hundertpfund-Linie resultierte danach in einer Hinausstellung gegen die Gastgeber, im zweiten KAC-Powerplay des Abends hatte Thomas Koch Pech, als ein Onetimer von ihm nur die Querlatte streifte (47.). Die Rotjacken setzten Bolzano in der Folge so unter Druck, dass Head Coach Beddoes nach einem Icing gar zum Timeout greifen musste, sein Team vermochte es danach, sich noch einmal aufzubäumen: Als der sehr gefällig agierende Defender Tim Daly mit einer Vorhand/Rückhand-Kombination zentral durch die KAC-Abwehr schnitt, wurde er im letzten Moment noch am Abschluss gehindert, eine durchaus mögliche Strafe gegen die Rotjacken blieb aus (51.). Gleich im nächsten Angriff legte Catenacci mit der Rückhand an den Crease zu Giliati, der die Scheibe jedoch nicht richtig traf (52.). Damit waren die Bestrebungen der Füchse, den Anschlusstreffer zu erzielen, jedoch schon wieder beendet, Offensive kreierten fortan vornehmlich die Klagenfurter: Haudum scheiterte aus der Drehung mit der Backhand (53.), Kozek traf einen Chip-Pass von Koch, der hinter dem gegnerischen Tor den Puck abgefangen hatte, nicht richtig (55.). Dann gelang dem EC-KAC aber sein dritter Treffer: Nach gewonnenem Zweikampf schob Manuel Ganahl das Spielgerät entlang der Bande hinter den HCB-Kasten, wo Johannes Bischofberger gut verzögerte, ehe er den Puck in den Slot brachte: Thomas Hundertpfund stoppte die Scheibe mit dem linken Schlittschuh und setzte sie dann unhaltbar zum 0:3 in die Maschen (57.). In der Schlussphase hielt Lars Haugen bei zwei aussichtsreichen Gelegenheiten für James Arniel (57., 59.) sein nächstes Shutout fest, der Norweger kassierte bei seinen drei Einsätzen in dieser Woche keinen einzigen Gegentreffer. (HB)

 

Der Kommentar:

„Ich habe den Begriff zuletzt häufiger benutzt, aber er trifft auch heute zu: Ein exzellentes Auswärtsspiel unserer Mannschaft. Wir waren demütig und bescheiden, haben uns nicht auf möglichen Lorbeeren ausgeruht, sondern über drei Abschnitte hinweg eine sehr kompakte Vorstellung abgeliefert. Wir forderten unser Glück nicht heraus, sondern agierten geradlinig und ohne großes Risiko, waren abgeklärt und nahmen dem Gegner seinen Schwung. Erneut eine tolle Vorstellung ausnahmslos aller unserer Spieler, an die wir am kommenden Freitag anknüpfen wollen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC feierte im Auswärtsspiel beim HCB Südtirol seinen sechsten Sieg in Serie, bei fünf dieser Erfolge blieben die Rotjacken ohne Gegentreffer, die aktuelle Torsperre dauert nun schon 247:40 Minuten. In der kommenden Woche absolvieren die Klagenfurter nur zwei Partien: Am Freitagabend (19.15 Uhr) gastieren sie auswärts beim HC Innsbruck, am Sonntag (17.30 Uhr) kommt dann der EHC Linz in die Stadthalle. Für diese Begegnung sind im Online-Ticketshop des EC-KAC unter tickets.kac.at aktuell noch rund 100 Sitz- und 1.100 Stehplätze verfügbar.