Zweites Lokalduell der Saison geht an Villach

Der EC-KAC musste sich im zweiten Kärntner Derby der Saison auswärts beim EC VSV geschlagen geben, die Rotjacken unterlagen in Villach mit 1:3.

Foto: EC VSV

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte sieben seiner jüngsten acht Ligaspiele und jedes der letzten saisonübergreifend vier Lokalderbys gegen Villach für sich entscheiden. Mit einem 5:1-Heimerfolg über Schlusslicht Dornbirn schoben sich die Klagenfurter am Freitagabend wieder auf Tabellenplatz zwei, der Rückstand auf Spitzenreiter Salzburg betrug vor der Sonntagsrunde fünf Zähler. Das erste Duell mit den Adlern im aktuellen Spieljahr entschied der amtierende Meister Mitte Oktober auf heimischem Eis knapp mit 1:0 für sich, Andrew Kozek zeichnete damals für den entscheidenden (und einzigen) Treffer verantwortlich.

Der EC VSV empfing den ewigen Rivalen als nach Punkten stärkste Heim-Mannschaft der Liga, wie Klagenfurt fuhr auch Villach in den eigenen vier Wänden bislang 16 Zähler ein. Allerdings stotterte der Motor der mit vier Siegen in fünf Spielen stark in die Saison gestarteten Adler zuletzt ein wenig, in den jüngsten acht Runden vermochte Blau-Weiß nur zwei Siege einzufahren. Bei jedem der letzten fünf Kärntner Derbys in der Draustadt trennte die beiden Kontrahenten am Ende nur ein Treffer, in vier dieser Duelle hatten die Gastgeber allerdings das Nachsehen.

 

Die Personalien:

Im 22-Mann-Aufgebot der Rotjacken ergab sich gegenüber dem Freitagsspiel gegen Dornbirn eine Änderung: Statt Verteidiger Petter Hansson rückte Stürmer Lukas Haudum in das Lineup. In der Abwehr rotierte Steven Strong in die drei vom letzten Spieltag bekannten Pärchen, die vier Sturmformationen blieben ebenfalls in den gleichen personellen Konstellationen wie zuletzt bestehen. Gewechselt wurde auf der Torhüterposition: Lars Haugen bestritt das fünfte Kärntner Derby seiner Karriere (bislang 3 Siege, keine Niederlage, Gegentorschnitt/GAA 1,25 und 95,05 Prozent gehaltener Schüsse).

 

Der Spielverlauf:

Die Gastgeber kamen gut aus der Kabine und starteten mit einem aggressiven ersten Wechsel in die Partie, doch auch der EC-KAC fand rasch zu seinem Spiel: Die erste gute Möglichkeit für Rot-Weiß hatte Adam Comrie nach einem Querpass von Nick Petersen, der Defender scheiterte aber mit seinem Schlagschuss von knapp innerhalb der blauen Linie aus an Torhüter Brandon Maxwell (5.). Auf der Gegenseite setzte sich Chris Collins an der Bande durch, schnitt vor den Kasten von Lars Haugen, wurde dann aber im letzten Moment von Martin Schumnig am Abschluss gehindert (6.). Die erste Strafe in diesem Kärntner Derby wurde gegen die Rotjacken ausgesprochen, die numerische Überlegenheit konnte der EC VSV umgehend zum Führungstreffer nutzen: Miika Lahti gewann den Scheibenaufwurf, Jerry Pollastrone legte auf Anton Karlsson quer und dessen Wristshot von den linken Hashmarks aus schlug halbhoch in der langen Ecke ein (7.). In der elften Spielminute wurde ein Kozek-Schuss von außen gefährlich abgefälscht, landete aber nur am Außengestänge. Ihre vorerst beste Möglichkeit auf den Ausgleichstreffer hatten die Klagenfurter in Unterzahl, als Nick Petersen dem VSV-Kapitän hinter dessen Tor die Scheibe abluchste und auf Manuel Geier aufspielte, der aus kurzer Distanz am blau-weißen Schlussmann scheiterte (13.) In der Schlussphase des ersten Abschnittes setzten die Rotjacken noch einige Offensivakzente: In Überzahl fand Thomas Hundertpfund mit einem Schuss aus der Halbdistanz seinen Meister in Maxwell (16.), Stefan Geier zog aus halbrechter Position und der Drehung ab (18.), blieb aber ebenso erfolglos wie Manuel Ganahl, der mit einem langen Haken Villachs Goalie umkurvte, den Puck dann aber hinter ihm nur noch parallel zur Torlinie durch den Crease brachte (19.).

Im Mitteldrittel war ein „Zwei-gegen-Eins“-Angriff der Klagenfurter die erste gefährliche Aktion, Philipp Kreuzer zog zur Mitte, sein Abschluss aus dem Handgelenk wurde allerdings noch geblockt (25). Auf der Gegenseite brachte Bernd Wolf das Spielgerät unangenehm für Lars Haugen an den Torraum, wo bereits Chris Collins lauerte, doch Manuel Ganahl konnte im letzten Moment klären (26.). Auszeichnen konnte sich der Keeper der Adler schließlich in der 31. Spielminute: Nach einem geblockten Schlagschuss von David Fischer konnte Maxwell die aussichtsreichen Nachschüsse von Manuel und Stefan Geier jeweils entschärfen. Kurz darauf bediente Andrew Kozek den völlig frei im Slot stehenden Thomas Koch, der nach einem Haken auf die Vorhand am Schoner des Torhüters hängen blieb (32.). Auch Lars Haugen stellte sich mit einer starken Parade ins Rampenlicht, als er die Scheibe nach einem Abschluss von Felix Maxa noch entscheidend mit der Schlägerschaufel an den Pfosten ablenken konnte, nachdem er Augenblicke zuvor schon einen Collins-Schuss parieret hatte (35.). Anschließend wurde es brenzlig für den EC-KAC, der sich nach einem von Nick Petersen ausgeteilten Faustschlag und einer weiteren Hinausstellung (Martin Schumnig) bei doppelter numerischer Unterlegenheit beweisen musste. Die rot-weißen Penalty-Killer brillierten, in extremis brachte Siim Liivik die Scheibe mit der Rückhand aus der Defensivzone (37.), Villach konnte aus dem Powerplay kein Kapital schlagen 

Lediglich 30 Sekunden nach Wiederbeginn bauten die Hausherren ihre Führung dann allerdings aus: Nach einem gewonnenen Zweikampf an der Bande landete die Scheibe bei Marko Pöyhönen, der vom rechten Flügel aus einen Schlagschuss anbrachte, dieser wurde gleich doppelt abgefälscht und sprang schließlich von Anton Karlsson aus an Lars Haugen vorbei in die kurze Ecke. In der 44. Minute, den Rotjacken war zuvor in ihrem zweiten und letzten Powerplay des Abends kein Treffer gelungen, brach Chris Collins über links durch, Thomas Koch musste ihn foulen, somit kam wieder Villach zu einer Überzahlmöglichkeit, die jedoch ohne Torschuss verstrich. Nachdem Manuel Ganahl auf der einen Seite den Anschlusstreffer auf dem Schläger hatte, den hoppelnden Puck aber aus kurzer Distanz nicht über die Linie befördern konnte, war es auf der Gegenseite Jerry Pollastrone, der das Spielgerät nach einem Breakaway über halblinks zum 3:0 durch die Beine von Lars Haugen schob und somit auf 3:0 erhöhte (jeweils 49.). Die nächste Großchance bot sich den Rotjacken durch einen Wristshot von Andrew Kozek, der Villacher Schlussmann ließ zwar prallen, stoppte in weiterer Folge aber Nick Petersen am Nachschuss (50.). In der 55. Minute war der Bann aus rot-weißer Sicht aber endlich gebrochen und Brandon Maxwell geschlagen: Philipp Kreuzer eroberte den Puck hinter dem Kasten, zog vor das Tor und setzte seinen eigenen Rebound flach in die Maschen. Einen weiteren Gegentreffer für die Klagenfurter verhinderte Lars Haugen mit einem Desperation Save bei einem Sololauf von Brodie Reid (58.), doch auch das Zwei-Tore-Defizit erwies sich für den EC-KAC in der Schlussphase als zu groß: Adam Comrie setzte einen Rebound vom rechten Faceoff-Kreis aus an den Beinschoner des sich im letzten Moment noch quer bewegenden VSV-Goalies (58.), der wenig später mit dem Catcher auch bei einem Kozek-Schlenzer zur Stelle war (jeweils 59.). Nach vier Derbysiegen am Stück musste sich der EC-KAC dem Lokalrivalen aus Villach erstmals wieder geschlagen geben. (NB)

 

Der Kommentar:

„Ein Derby ist ein Derby. Das war eine Partie, in der es keine großen Unterschiede zwischen den beiden Teams gab. Wir hatten viele Möglichkeiten, zu Toren zu kommen, standen aber einem sehr starken Goalie gegenüber und waren letztlich einfach nicht präzise genug. Ich bin speziell über die ersten zehn Minuten im dritten Abschnitt etwas enttäuscht, ich denke, in dieser Phase haben wir das Spiel verloren. Unterm Strich war das nicht genug und wir müssen uns steigern.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC blieb in seinem 15. Saisonspiel in der Erste Bank Eishockey Liga zum vierten Mal ohne Punktgewinn und musste in der Tabelle damit die Vienna Capitals (3:1-Heimsieg gegen den HCB Südtirol) wieder vorbeiziehen lassen. In die erste Länderspielpause des Spieljahres gehen die Rotjacken damit auf Position drei liegend. Nach dem International Break wartet erstmals heuer eine Woche mit drei Liga-Begegnungen auf die Klagenfurter: Sie gastieren am 12. November in Graz, ehe dann am folgenden Wochenende zwei Heimspiele hintereinander gegen Wien (15. 11., live bei Sky Sport Austria) und Innsbruck (17.11.) am Programm stehen.