99ers in Klagenfurt zu Gast

Am Sonntagabend kommt es in der Stadthalle zur Neuauflage der letztjährigen Halbfinal-Konfrontation zwischen dem EC-KAC und den Graz 99ers.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Am achten Spieltag der Erste Bank Eishockey Liga empfängt der EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) die Graz 99ers in der Stadthalle Klagenfurt. Der Vorverkauf für diese Begegnung lief recht erfreulich, aktuell sind noch 95 Sitz- und 850 Stehplatzkarten verfügbar (tickets.kac.at bzw. am Spieltag ab 16.00 Uhr an der Abendkassa). Die Partie zwischen Klagenfurt und Graz wird nicht im TV oder als Live-Videostream übertragen, über den Spielverlauf informieren der Ticker auf kac.at sowie das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken mussten sich am vergangenen Sonntag gegen den EHC Linz erstmals seit 10. März wieder in einem Heimspiel nach 60 Minuten geschlagen geben. Flankiert wurde dieser Verlust allerdings von Auswärtserfolgen in Innsbruck (1:0) und am Freitagabend in Znojmo (nach 0:3-Rückstand noch 4:3-Sieg nach Penaltyschießen). Somit halten die Klagenfurter aktuell bei zehn Punkten aus sieben Spieler, was in der Tabelle Rang sechs bedeutet. Mit dem sonntägigen Gegner, den Graz 99ers, gab es in der vergangenen Saison zehn Konfrontationen: Während die ersten fünf allesamt an die Steirer gingen, siegte Rot-Weiß in den letzten fünf Duellen, vier davon bekanntlich im Halbfinale.

Die Graz 99ers sind stark in die neue Spielzeit gestartet: Sie setzten sich in fünf ihrer bislang sechs Partien durch und bilden damit gemeinsam mit dem EC Salzburg und den Vienna Capitals - alle drei Klubs halten momentan bei 14 Zählern - das derzeitige Spitzentrio der Erste Bank Eishockey Liga. Ihre einzige Niederlage mussten die Steirer beim Leader in der Mozartstadt (1:3) hinnehmen. Das Team von Head Coach Doug Mason überzeugte bei seinen ersten sechs Auftritten vor allem in der Defensive: Nie kassierte man mehr als drei Gegentreffer, der Schnitt von 2,17 Verlusttoren pro Spiel ist der zweitniedrigste aller Mannschaften in der Liga.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2 – Rot-Weiß konnte 30 seiner jüngsten 41 Heimspiele seit der Pick Round 2018 für sich entscheiden. Dabei setzte es nur ein einziges Mal - am Ende der letztjährigen Zwischenrunde gegen Wien und Székesfehérvár - zwei Niederlagen hintereinander.

4 – In seinem vierten Spiel im Trikot des EC-KAC blieb Lukas Haudum am Freitagabend erstmals ohne Scorerpunkt. Der Neuzugang hinterließ bei seinen Einsätzen jedoch insgesamt bereits einen prägenden Eindruck im Offensivspiel der Rotjacken: Stand er bei Even Strength am Eis, gaben die Klagenfurter 105 Torschussversuche ab, während sie lediglich 31 zuließen (entspricht einer Corsi-For% von 77,2 Prozent).

16,0 – Die Rotjacken konnten ihre Erfolgsquote am Faceoff-Punkt zuletzt massiv verbessern: Nach nur 43,3 Prozent in den ersten drei EBEL-Partien gewannen sie in den letzten vier Ligaspielen 59,3 Prozent der Scheibenaufwürfe, also um 16,0 Prozent mehr. Von den fünf etatmäßigen Mittelstürmern haben im bisherigen Saisonverlauf vier mehr Faceoffs gewonnen als verloren.

67 – Nach vier in dieser Hinsicht ausgeglichenen Partien zum Saisonstart erarbeitete sich der EC-KAC in seinen jüngsten drei Ligaspielen ein massives Übergewicht bei den abgegebenen Torschüssen: Aus den Begegnungen mit Innsbruck, Linz und Znojmo resultierte bei Even Strength (159:54 Minuten) im Vergleich mit den jeweiligen Gegnern ein Saldo von +67 Abschlüssen auf den Kasten.

448 – Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 haben die Klagenfurter gegen keinen ihrer insgesamt 19 Gegner mehr Treffer erzielt als gegen die Graz 99ers: 448 Tore gegen die Steirer sind sowohl absoluter wie auch relativer (3,58 pro Partie) Höchstwert.

 

Der Gegner:

Die vergangene Saison 2018/19, die 19. der Graz 99ers in der höchsten Spielklasse, war die erfolgreichste in der Klubhistorie: Die höchste Winning Percentage (64,1 Prozent), der höchste Schnitt an erzielten Treffern (3,59 pro Partie) und der zweitniedrigste Gegentorschnitt (2,72) standen zu Buche. An diese guten Leistungen konnten die Steirer auch in der bisherigen Spielzeit anschließen: In der Champions Hockey League gelang ein triumphaler Auswärtserfolg bei Titelverteidiger Frölunda im Shootout, in der EBEL wurden fünf von bislang sechs Begegnungen gewonnen.

Im Sommer gelang es den 99ers zwar, den Großteil ihres Kaders weiterzuverpflichten, an Schlüsselpositionen kam es dennoch zu personellen Veränderungen: Top-Verteidiger Matt Caito (nach Finnland) und Torjäger Ty Loney (zu den Vienna Capitals) waren nicht zu halten, auf der Torhüterposition wählte man aus Eigenantrieb einen neuen Weg und nahm mit Cristopher Nihlstorp ein Upgrade zu seinem bereits sehr soliden Landmann Robin Rahm, der im Vorjahr den Kasten der Grazer hütete, unter Vertrag. Weil schon früh in der Saison Verletzungen der Top-Sechs-Stürmer Colton Yellow Hown und Sebastian Collberg zu verzeichnen waren, wurden die Steirer in der ersten Woche der Meisterschaft bereits am Transfermarkt aktiv und tätigten die Kurzzeit-Verpflichtungen Greg Squires und David Åslin. Weitere neue Gesichter in der Mannschaft, deren vergangene Saison in Halbfinalspiel vier auf Klagenfurter Eis endete, sind der US-Verteidiger Trevor Hamilton, Nationalteam-Defender Philipp Lindner sowie Stürmer Joakim Hillding.

Dem EC-KAC standen die Graz 99ers Zeit ihrer Ligazugehörigkeit 125 Mal gegenüber, mit 84 zu 41 Siegen und 448 zu 303 Toren spricht die historische Bilanz klar für die Klagenfurter. Allerdings konnten die Steirer in der jüngeren Vergangenheit einigen Boden gutmachen: So siegten sie vor den beiden Halbfinal-Niederlagen saisonübergreifend gleich sieben Mal hintereinander in der Stadthalle.

 

Die Personalien:

Bei den beiden Trainingseinheiten am Samstag kehrten Adam Comrie und Nick Petersen wieder in das Aufgebot des EC-KAC zurück, beide werden im Heimspiel gegen Graz auch wie geplant zum Einsatz kommen. Verzichten muss der EC-KAC gegen die 99ers unverändert auf Steven Strong und Niki Kraus (beide verletzt), auch hinter dem Mitwirken von Manuel Ganahl steht nach einer im Auswärtsspiel in Znojmo erlittenen Oberkörperverletzung ein großes Fragezeichen. Ebenfalls fraglich sind für das Heimspiel die angeschlagenen Clemens Unterweger und Thomas Hundertpfund. Keine Veränderung wird es auf der Torhüterposition geben: Auch im zweiten Spiel in dieser Woche steht Lars Haugen zwischen den Pfosten.

 

Der Kommentar:

„Wir lagen am Freitag in Znojmo entgegen dem Spielverlauf mit drei Treffern im Rückstand, haben dann jedoch Charakter bewiesen und die Partie doch noch gewonnen. Das war gut für unser Selbstvertrauen, daran möchten wir nun auch vor eigenem Publikum anschließen. Wir schauen in erster Linie auf uns selbst, nicht so sehr auf den Gegner. Daher lautet die Devise für das Spiel gegen Graz, dass wir defensiv besser stehen, abgeklärter agieren und unser Spielsystem noch präziser umsetzen müssen. Wir freuen uns auf diese Partie.“ (Martin Schumnig, Verteidiger EC-KAC)