Chance eins von vier für Rot-Weiß

Mit einer 3:0-Serienführung im Rücken reist der EC-KAC am Samstag zum Auswärtsspiel gegen den EC Salzburg, der in dieser Begegnung bereits unter Zugzwang steht.

Foto: GEPA/RedBull/Walter

 

Die Eckdaten:

Das vierte Spiel der Halbfinalserie in der bet-at-home ICE Hockey League zwischen dem EC-KAC und dem EC Salzburg findet am Samstag wieder in Salzburg statt. Spielbeginn im Volksgarten ist um 19.30 Uhr, erneut überträgt Puls24 im Free-TV (sowie im weltweit verfügbaren Livestream via puls24.at/eishockey), sodass der Ticker auf kac.at entfällt. Ebenfalls direkt aus der Eisarena berichtet wie gewohnt das Kärntner Eishockeymagazin im Programm von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC brachte am Donnerstag seine beste, weil kompakteste Leistung der bisherigen Playoffs aufs Eis, die Rotjacken haben nun sieben ihrer acht Spiele in der Post Season gewonnen und benötigen aus den nächsten bis zu vier Duellen mit dem EC Salzburg „nur“ noch einen Sieg, um zum dritten Mal im Verlauf der letzten vier vollständigen Saisonen in das Finale einzuziehen. In der vierten Semifinalbegegnung mit den Bullen setzen die Klagenfurter wieder auf ihre mannschaftliche Geschlossenheit und ihre heuer bereits mehrfach unter Beweis gestellte Auswärtsstärke, 19 der 27 Begegnungen in der Fremde wurden gewonnen. Auch überzeugte Rot-Weiß in der bisherigen Post Season mit offensiven Qualitäten: 3,88 erzielte Treffer pro Playoff-Spiel wie heuer gelangen zuletzt vor 20 Jahren in der Saison 2000/01.

Der EC Salzburg steht nach drei Halbfinalspielen mit ebenso vielen Niederlagen mit dem Rücken zur Wand, jede weitere verlorene der nächsten vier Partien würde die Saison der Bullen vorzeitig beenden. Die aktuelle Semifinalserie könnte zudem zur den Resultaten nach schwächsten der Klubgeschichte werden: In jeder seiner bisher 36 Playoff-Konfrontationen (32 Mal „Best-of-Seven“, vier Mal „Best-of-Five“) gewann Salzburg zumindest zwei Begegnungen. Auch hält das Team von Head Coach Matt McIlvane bereits bei sieben Saisonniederlagen gegen den EC-KAC (bei zwei Siegen und insgesamt 20:36 Toren), erst ein Mal in der Historie unterlagen die Mozartstädter den Klagenfurtern im Verlauf eines Spieljahres häufiger (acht Verluste in 13 Begegnungen 2008/09).

 

Die Zahlen zum Spiel:

2 – Der EC-KAC stand in der bisherigen Serie bei Even Strength defensiv sehr gut: In insgesamt 138:27 gespielten Minuten bei „Fünf-gegen-Fünf“ oder „Vier-gegen-Vier“ ließ Rot-Weiß nur zwei Gegentreffer zu - beide innerhalb eines 61-sekündigen Zeitfensters früh in Drittel zwei des Auftaktspiels. Erzielen konnten die Klagenfurter unterdessen acht Even Strength-Tore.

4 – Die Rotjacken schrieben in jedem der drei bisherigen Halbfinalspiele im Powerplay an, sie benötigten 6:32 Minuten bei numerischem Vorteil, um zum Torerfolg zu kommen. Beim EC Salzburg liegt dieser Wert hingegen bei 9:54 Minuten. Und das, obwohl die Bullen in Überzahl einen famosen Zone Time-Anteil von 78,3 Prozent vorweisen können: Von 19:49 Powerplay-Minuten verbrachte man 15:31 im Offensivdrittel, beim EC-KAC waren es nur 65,8 Prozent.

6 – Der 6:0-Heimsieg der Rotjacken vom Donnerstag war der zweithöchste des EC-KAC in nunmehr 147 Begegnungen mit dem EC Salzburg. Im Pick Round-Auswärtsspiel der Saison 2018/19 gewannen die Klagenfurter ebenfalls mit 6:0, klarer war es nur beim allerersten Aufeinandertreffen der Geschichte auf Klagenfurter Eis: Am 12. Oktober 2004 siegten die Rotjacken mit 7:1.

8,1 – In keinem der bisher neun absolvierten, kompletten Spielabschnitte der Halbfinalserie ließ der EC-KAC mehr als elf Torschüsse Salzburgs zu. Im Durchschnitt kamen überhaupt nur 8,1 Shots on Goal pro Drittel auf den Kasten von Sebastian Dahm.

9 – Der EC-KAC lag in seiner Klubgeschichte in „Best-of-Seven“-Serien bislang neun Mal mit 3:0 in Führung, in jedem dieser Fälle konnte er die Konfrontation letztlich auch für sich entscheiden. Fünf Mal gewann Rot-Weiß auch Spiel vier, vier Mal verlor man die folgende Partie und siegte dann in der fünften Begegnung.

150 – Daniel Obersteiner bestreitet in Salzburg sein 150. Spiel in Österreichs höchster Spielklasse, in sämtlichen davon repräsentierte der Eigenbauspieler den EC-KAC. In den laufenden Playoffs bildet der Stürmer gemeinsam mit den Zwillingsbrüdern Manuel und Stefan Geier Klagenfurts vierte Formation, die ihre Aufgabe hervorragend erfüllt: Die Rotjacken kassierten in acht Partien noch keinen einzigen Verlusttreffer, wenn das Trio gemeinsam am Eis stand.

 

Der Gegner:

Der EC Salzburg hat zum fünften Mal in seiner Klubgeschichte drei Playoff-Partien hintereinander (gegen den gleichen Gegner) verloren, zum vierten Mal - nach den Viertelfinals 2012 und 2016 sowie dem Halbfinale 2017 - passierte dies gegen den EC-KAC. Mit einem 0:3-Defizit sahen sich die Bullen in der Post Season allerdings noch nie konfrontiert, sie betreten am Samstag also für sie völlig neues und ungewohntes Terrain.

Dass die Red Bulls in den bisherigen drei Semifinalduellen erst insgesamt vier Treffer erzielt haben, fügt sich in eine die bisherige Spielzeit durchziehende Tendenz ein, Salzburg ist das einzige noch in den ICE-Playoffs vertretene Team, das (mit 2,95) pro Saisonspiel weniger als durchschnittlich drei Tore erzielt hat. Die Hoffnungen an der Salzach ruhen dementsprechend auch auf der samstägigen Rückkehr von Thomas Raffl in das Lineup: Der Kapitän hat seine Zwei-Spiele-Sperre für das Foul an Steven Strong im ersten Halbfinale verbüßt. Mit ihm verstärkt der in der laufenden Spielzeit punktebeste Crack in Begegnungen mit den Rotjacken das Aufgebot, obwohl Raffl in Summe vier der neun Duelle mit dem EC-KAC verpasst hat, konnte er 2020/21 herausragende neun Scorerpunkte (fünf Tore, vier Assists) gegen Klagenfurt verbuchen. Salzburgs nach Zählern bester Spieler in der bisherigen Semifinalserie war hingegen ein Verteidiger: Dominique Heinrich erzielte einen der vier Bullen-Treffer selbst und bereitete zwei weitere vor.

In der bisherigen Halbfinalserie hatte das Team von Matt McIlvane vor allem Probleme damit, in seinen Phasen mit spielerischen Vorteilen auch nachhaltige Torgefahr auszustrahlen: Bei Even Strength kam Salzburg auf deutlich mehr Zeit im Scheibenbesitz (63:05 gegenüber 56:19 Minuten), brachte dabei jedoch nur 49 Shots on Goal (gegenüber deren 69 des EC-KAC) an.

Die historische Bilanz aus den bislang 147 Begegnungen zwischen den beiden Klubs spricht mit 78:69 Siegen für die Mozartstädter, die knappe Mehrheit der bisherigen Playoff-Duelle entschied hingegen Klagenfurt für sich (24:23). Salzburg unterlag den Rotjacken in jedem seiner letzten drei Heimspiele (1:3, 2:5, 2:3 nach Verlängerung), vier KAC-Erfolge im Volksgarten am Stück gab es bisher noch nie.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken werden auch in Halbfinalspiel Nummer vier ohne ihre Langzeitverletzten auskommen müssen, zudem ist der Einsatz von Stefan Geier fraglich, der nach einem Check gegen seinen Kopf in der Partie am Donnerstag angeschlagen ist. Bei Martin Schumnig wurden Gesichtsverletzungen, die er sich im ersten Shift des jüngsten Heimspiels bei einem ungeahndeten Vergehen eines Gegenspielers mit dem hohen Stock zugezogen hat, so versorgt, dass von seiner Mitwirkung am Samstag ausgegangen werden kann. Auch alle anderen Cracks, die in Spiel drei im Aufgebot standen, sind einsatzbereit.

 

Der Kommentar:

„Am Samstag wartet ein außerordentlich wichtiges Spiel auf uns, der vierte Sieg ist immer der schwierigste, zumal Salzburg angesichts des Serienstandes nichts mehr zu verlieren hat. Wir müssen den Schwung vom Heimsieg mitnehmen, dürfen aber keinesfalls das Gefühl zulassen, dass jetzt alles einfach oder gar von selbst funktionieren wird, weil wir zuletzt einen klaren Sieg eingefahren haben. Unser Mindset ist, dass das härteste Spiel vor uns liegt, dementsprechend werden wir uns auch auf diese Partie vorbereiten. Volle Fokussierung und dort weitermachen, wo wir am Donnerstag aufgehört haben.“ (Manuel Ganahl, Stürmer EC-KAC)