Derby in Villach

Im letzten Spiel vor dem ersten International Break der Saison wartet am Sonntagabend das Kärntner Derby in der Draustadt auf die Rotjacken.

Foto: Florian Pessentheiner

 

Die Eckdaten:

In seinem 15. Saisonspiel in der Erste Bank Eishockey Liga tritt der EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) auswärts beim EC VSV an. Dieses Derby wird von ServusTV als kostenloser Online-Videostream via servushockeynight.com übertragen, daher entfällt der Live-Ticker auf kac.at. Wie üblich berichtet auch das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten direkt aus der Halle. Tickets für den Auswärtssektor in der Stadthalle Villach sind bereits seit der Vorwoche restlos ausverkauft, auch Sitzplatz-Karten sind seit Tagen vergriffen.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC nimmt das zweite Saisonderby von Tabellenplatz zwei aus in Angriff, auf diese Position kehrten die Klagenfurter nach dem freitägigen 5:1-Heimerfolg gegen den Dornbirner EC (bei gleichzeitiger Wien-Niederlage in Linz) zurück. Die Rotjacken haben sieben ihrer letzten acht Ligaspiele gewonnen, darunter auch das erste Duell mit dem EC VSV auf eigenem Eis (1:0). Überhaupt liest sich die Derby-Bilanz der jüngeren Vergangenheit aus KAC-Sicht recht positiv: Zehn der letzten elf Lokalduelle gingen an Klagenfurt, Rot-Weiß siegte auch in sechs der letzten acht Begegnungen auf Villacher Eis.

Der EC VSV startete sehr gut in die neue Saison, punktete in acht seiner ersten zehn Ligaspiele, ging zuletzt allerdings drei Mal in Folge leer aus. Speziell in der Fremde klappt es für die Adler noch nicht sonderlich gut, nur Schlusslicht Dornbirn (drei) hat auswärts weniger Zähler eingefahren als Villach (vier). Nahezu gänzlich gegensätzlich fällt die Heim-Bilanz für Blau-Weiß aus: In der Stadthalle holte der EC VSV bislang bereits 16 Punkte, kein anderes Team in der Liga fuhr zu Hause mehr ein, nur der EC-KAC gleich viele. Die Stärke der Draustädter im bisherigen Saisonverlauf lag eindeutig in der Offensive: 3,62 erzielte Treffer pro Partie sind der zweithöchste Wert in der EBEL hinter Salzburg.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – In jedem der jüngsten fünf auf Villacher Eis ausgetragenen Derbys trennte die beiden Teams am Ende des Spiels nur ein einziger Treffer (je zwei Mal 4:3 und 2:1, ein Mal 3:2).

2 – Der EC VSV ist neben den Vienna Capitals die einzige Mannschaft in der Erste Bank Eishockey Liga, die im laufenden Spieljahr ein Duell mit dem EC-KAC mit einem Plus an Torschüssen beenden konnte (25:24 Shots on Goal aus Villacher Sicht im ersten Saisonderby).

3 – Im Heimspiel gegen den Dornbirner EC am Freitag (5:1) erzielte Manuel Ganahl seinen ersten Ligaspiel-Hattrick im Trikot des EC-KAC: Nach zuvor fünf „Doppelpacks“ in insgesamt 201 Partien traf der gebürtige Vorarlberger zum ersten Mal in dreifacher Ausführung.

7 – Kapitän David Fischer hat keines seiner letzten sieben Ligaspiele mit einem negativen Plus/Minus-Wert beendet und in diesem Zeitraum insgesamt mit +9 bilanziert. Hinter Nick Petersen (acht) lieferte der Verteidiger in der bisherigen EBEL-Saison mit sieben auch die zweitmeisten Torvorlagen aller KAC-Spieler.

8 – Neben dem ersten EBEL-Saisonderby am 18. Oktober trafen die diversen Nachwuchsteams des EC-KAC und des EC VSV in der laufenden Spielzeit im Rahmen der österreichischen oder slowenischen Meisterschaft bereits acht Mal aufeinander. Sämtliche dieser Duelle gingen (bei einer Tordifferenz von 64:14) an die jungen Rotjacken.

12,4 – Manuel Geier versteht es, seine Mitspieler in Szene zu setzen: Pro 60:00 Minuten am Eis spielt der Stürmer um durchschnittlich 12,4 Pässe mehr als er annimmt, was dem höchsten Saldo aller Kaderspieler entspricht. 

33 – Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 gewann der EC-KAC nur in Graz noch mehr Auswärtsspiele als in Villach. Die Rotjacken siegten in der Draustadt bei bislang 63 Auftritten in dieser Epoche insgesamt 33 Mal.

 

Der Gegner:

Nach drei Jahren ohne Play-Off-Teilnahme startete der zum wiederholten Male rundum erneuerte EC VSV sehr erfolgreich in die Saison 2019/20: Villach gewann vier seiner ersten fünf Spiele und rangierte zwischenzeitlich sogar auf Tabellenplatz zwei. Danach lief es für die Adler allerdings bescheidener, von den jüngsten acht Partien wurden nur noch zwei gewonnen, gute bis sehr gute Leistungen (3:4 n.P. in und 1:2 gegen Salzburg, 0:1 in Klagenfurt) blieben meist unbelohnt. 

Villachs vordergründige Stärke im bisherigen Saisonverlauf ist die Offensivabteilung: 3,62 Treffer pro Spiel entsprechen einem Wert, den der EC VSV nur in einer einzigen seiner letzten 17 Saisonen - dem Spieljahr 2013/14 mit Kapazundern wie Derek Ryan und John Hughes im Kader - erreichen konnte. Aktueller Topscorer der Draustädter ist der Schwede Anton Karlsson, der in 13 Partien ebenso viele Zähler für sich verbuchen konnte. Seit dieser Woche neu im Aufgebot der Adler ist Stürmer Ville Korhonen: Der Finne ist der bereits zwölfte Import im Team und kann aktuell nur eingesetzt werden, weil Center Patrick Bjorkstrand verletzungsbedingt zum Zusehen verurteilt ist. Zu den prägenden Akteuren in Villachs Spiel zählen auch Jerry Pollastrone und Kapitän Jamie Fraser, die beiden einzigen Legionäre, die aus dem letztjährigen VSV-Kader übriggeblieben sind.

Das Kärntner Derby am Sonntag ist das 327. der Geschichte, gleichzeitig Duell Nummer 130 seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000. Die über weite Strecken dieses Zeitraums sehr ausgeglichene Bilanz kippte erst in den vergangenen beiden Jahren leicht zu Gunsten des EC-KAC, der auf 68 Derby-Erfolge seit 2000 verweisen kann, während der EC VSV aktuell bei 61 hält. Bemerkenswert: Die Adler siegten in diesen gut 19 Jahren öfter in Klagenfurt (31 Mal) als auf eigenem Eis (30).

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC fehlen unverändert die Langzeitverletzten Marcel Witting und Niki Kraus, alle übrigen Kaderspieler stehen für das Derby zur Verfügung. Das gilt auch für Stürmer Thomas Koch, der nach einem Bandencheck im Spiel am Freitag noch während der Partie genäht werden musste, dann jedoch weiterspielte und auch für das Duell mit Villach grünes Licht gab. Auf das exakte Lineup im Auswärtsspiel beim EC VSV wird sich der Trainerstab erst nach der AHL-Begegnung am Samstagabend (mit Lukas Haudum und Marco Richter) festlegen, ebenso auf den Starting Goalie für Sonntag.

 

Der Kommentar:

„Das letzte Spiel vor dem International Break ist ein sehr wichtiges für uns, wir werden es uns hart erarbeiten müssen, danach ein paar Tage frei zu bekommen. Ein Kärntner Derby ist immer eine besondere Partie, für uns ist es wichtig, dass wir uns in der Tabelle vorne festsetzen, dementsprechend wollen wir diese Begegnung auch für uns entscheiden. Wir werden alles dafür geben, dass wir unser Spiel, unser System von Beginn weg durchziehen können. Villach ist ein gutes Team und sehr heimstark, wird an diesem Abend alles in die Waagschale werfen, dieser Herausforderung stellen wir uns gerne.“ (Manuel Ganahl, Stürmer EC-KAC)