Drittes Duell mit den Roten Bullen

Im dritten Halbfinalspiel gegen den EC Salzburg genießt der EC-KAC, der in der Serie mit 2:0 voranliegt, am Donnerstag wieder Heimrecht.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Getreu dem im Halbfinale aufgrund der Osterfeiertage gültigen Zwei-Tages-Rhythmus kommt es bereits am Donnerstagabend zum dritten Duell zwischen dem EC-KAC und dem EC Salzburg. Die Rotjacken verfügen dabei wieder über das Heimrecht, das Spiel in der Stadthalle beginnt um 19.30 Uhr. Wie auch jede andere bisherige Playoff-Heimpartie der Klagenfurter wird auch diese im Free-TV übertragen, Puls24 sendet ab 19.10 Uhr live (sowie im weltweit verfügbaren Stream auf puls24.at/eishockey). Der Live-Ticker auf kac.at entfällt aufgrund der frei empfangbaren Fernsehübertragung. Direkt aus der Spielstätte und mit zwei Kommentatoren am Mikrofon sendet auch wieder Radio Kärnten, das Kärntner Eishockeymagazin beginnt am Gründonnerstag ausnahmsweise erst um 20.04 Uhr.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ließ auf den Auftakterfolg am Sonntag auf eigenem Eis (4:2) am Dienstag einen 3:2-Auswärtssieg nach Verlängerung folgen und liegt in der Halbfinalserie damit mit 2:0 in Front. Saisonübergreifend haben die Rotjacken damit nun zehn Semifinalspiele hintereinander gewonnen: Jeweils vier gegen Salzburg (2017) und Graz (2019) sowie heuer nun zwei weitere gegen die Roten Bullen. Auch aktuell stimmt die Formkurve der Truppe von Petri Matikainen und Juha Vuori: Im zu Ende gehenden Monat März konnte Rot-Weiß neun seiner zehn Partien gewinnen, lediglich dem EC VSV war man im zweiten Viertelfinalduell auswärts unterlegen. Auch in heimischen Gefilden läuft es für die Klagenfurter gut: 18 Siege aus bislang 28 Auftritten in der Stadthalle entsprechen einer Winning Percentage von 64,3 Prozent, dieser Wert lag nur in einer der letzten sieben Saisonen - dem vom Titel gekrönten Spieljahr 2018/19 - höher.

Der EC Salzburg hat sechs der acht Saisonduelle mit den Rotjacken verloren und steht am Donnerstag in Klagenfurt schon ein wenig unter Zugzwang. Allerdings haben die Bullen in der Vergangenheit häufig bewiesen, dass sie auch von einem 0:2-Serienrückstand nicht so leicht aus dem Konzept gebracht werden können: Fünf Mal in der Klubgeschichte (in „Best-of-Seven“-Serien) ergab sich dieses Szenario bereits, in drei dieser Fälle (Finale 2010, Viertelfinale 2014 und 2021) konnten sich die Mozartstädter am Ende dennoch durchsetzen. Auf Klagenfurter Eis lief es für das Red Bull-Team in der jüngeren Vergangenheit meist nicht nach Wunsch: Nur bei zwei der letzten zwölf Gastspiele in der Stadthalle siegte Salzburg in regulärer Spielzeit.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2 – Der EC-KAC stand in der bisherigen Serie bei Even Strength defensiv sehr gut: In insgesamt 88:19 gespielten Minuten bei „Fünf-gegen-Fünf“ oder „Vier-gegen-Vier“ ließ Rot-Weiß nur zwei Gegentreffer zu - beide innerhalb eines 61-sekündigen Zeitfensters früh in Drittel zwei des Auftaktspiels.

11 – In seiner Klubgeschichte lag der EC-KAC in „Best-of-Seven“-Serien bislang zwölf Mal mit 2:0 in Führung, in elf Fällen davon konnte er die Konfrontation letztlich auch für sich entscheiden. Lediglich im Halbfinale 2002 gegen Villach folgten auf einen solchen Vorsprung vier Niederlagen am Stück und das Saisonende. 

23 – Der EC Salzburg und der EC-KAC trafen bislang in 46 Playoff-Partien aufeinander, die Bilanz ist vor Halbfinalspiel Nummer drei völlig ausgeglichen: Beide Klubs gewannen je 23 direkte Begegnungen in der Post Season.

24 – Auch 2021 ist Nick Petersen wieder einer der Difference Maker für die Rotjacken in der Post Season: Der Kanadier punktete in sechs der bislang sieben Playoff-Spiele, sammelte insgesamt neun Zähler und hält damit bei einem besseren Schnitt (1,29) als in den Playoffs 2019 (1,25). Insgesamt verbuchte der Stürmer im KAC-Trikot 24 Scorerpunkte in 19 bestrittenen Partien in der KO-Phase der Meisterschaft. 

26 – Nach seiner mehr als dreiwöchigen Verletzungspause setzte der am Sonntag ins Lineup zurückgekehrte Martin Schumnig seine eindrucksvolle Serie weiter fort: Der Verteidiger hat (seit dem Auswärtsspiel bei Fehérvár AV19 am 17. Dezember) keinen seiner letzten 26 Einsätze mit einer negativen Plus/Minus-Bilanz beendet.

66,9 – Michael Kernberger kam in den laufenden Playoffs bislang auf 86:10 Minuten Time-on-Ice, seine Corsi-For-Percentage ist mit 66,9 Prozent die beste aller KAC-Verteidiger: Stand er bei Even Strength am Eis, gaben die Rotjacken 85 Torschussversuche ab, während die Gegner auf nur 42 kamen.

 

Der Gegner:

Wie schon in der ersten Playoff-Runde eröffnete der EC Salzburg auch das Halbfinale mit zwei Niederlagen, die Bullen müssen also vier von den maximal fünf weiteren Begegnungen mit dem EC-KAC für sich entscheiden, um in ihrem 17. Jahr der Ligazugehörigkeit zum elften Mal ins Finale einzuziehen. Den Serienausgleich verpassten die Mozartstädter am Dienstagabend auf eigenem Eis in letzter Konsequenz aufgrund von Undiszipliniertheiten in der Schlussphase der regulären Spielzeit. Allerdings hatte Salzburg schon im Verlauf der Partie einige Probleme, zu einer erfolgsversprechenden Anzahl an Abschlüssen zu kommen: Bei Even Strength brachten man in 11:24 Minuten Scheibenbesitz in der Angriffszone nur 14 Schüsse auf das Tor, Klagenfurt hingegen feuerte in 7:27 Minuten mit Puckkontrolle im Offensivdrittel 21 Mal auf den gegnerischen Kasten.

Salzburgs bester Scorer in den bislang acht Saisonduellen mit dem EC-KAC war Thomas Raffl (fünf Tore, vier Assists), obwohl er bereits drei Mal fehlte und auch am Donnerstag nicht zur Verfügung stehen wird, da er das zweite und letzte Spiel seiner Sperre absitzt. Acht Zähler verbuchten Rick Schofield (zwei Treffer, sechs Vorlagen) und John Hughes (ein Tor, sieben Assists). Die drei Stürmer sind neben dem nachverpflichteten Verteidiger Alexander Urbom auch die einzigen vier Kaderspieler, die in den Saisonbegegnungen 2020/21 mit den Klagenfurtern über eine positive Plus/Minus-Bilanz verfügen. Torhüter J.-P. Lamoureux steht am Donnerstag in Klagenfurt einmal mehr vor einer großen persönlichen Herausforderung, musste der MVP der vergangenen Saison doch bei jedem seiner jüngsten elf Starts in der Stadthalle das Eis als Verlierer verlassen. Sein letzter Auswärtssieg in der Kärntner Landeshauptstadt datiert - damals noch im Trikot der Vienna Capitals - vom 6. Oktober 2016.

Auf den EC-KAC trifft der EC Salzburg im dritten Halbfinalspiel zum 147. Mal, in der historischen Bilanz liegen die Roten Bullen mit 78:68 Siegen bei 473:429 Toren voran. In Klagenfurt holte sich der sechsfache Ligachampion bislang 31 Siege bei 73 Auftritten.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC wird es mit größter Wahrscheinlichkeit zu keinen personellen Änderungen gegenüber dem Auswärtsspiel in Salzburg am Dienstag kommen. Neben den Langzeitverletzten David Fischer, Paul Postma und Dennis Sticha fällt weiterhin auch Steven Strong aus, bei dem nach weiterführenden Untersuchungen eine Rückkehr ins Lineup im weiteren Verlauf der Halbfinalserie aktuell unwahrscheinlich erscheint. Die Rotjacken treten also wieder mit fünf Importspielern und 17 einheimischen Akteuren (davon acht Eigenbauspieler) an, der Punktewert des Aufgebots im Rahmen der Punkte- und Kaderregel der ICE wird im 56. Saisonspiel zum 56. Mal unter der 50,0-Marke (von 60,0 erlaubten Zählern) liegen.

 

Der Kommentar:

„Wir liegen in der Serie mit 2:0 voran, aber das hat keinerlei Bedeutung für uns. Unsere Gedanken bewegen sich von Spiel zu Spiel und da stehen wir am Donnerstag wieder vor einer großen Aufgabe gegen einen starken Gegner. Die Auswärtspartie in Salzburg war keinesfalls perfekt, wir können, möchten und werden uns noch in einer ganzen Reihe von Bereichen steigern. Es wird für uns erneut darum gehen, Salzburgs Anfangsschwung abzufangen, kompakt zu stehen und in jeden Zweikampf alles reinzuwerfen. Wir sind eine homogene Gruppe, richtig verschworen, das ist die Basis unseres Spiels und das werden wir am Donnerstag wieder unter Beweis stellen.“ (Blaž Gregorc, Verteidiger EC-KAC)