EC-KAC in Linz gefordert

Die bisher so auswärtsstarken Rotjacken treten am Freitag beim aktuellen Tabellenschlusslicht, den Black Wings 1992, an.

Foto: Black Wings 1992/Eisenbauer

 

Die Eckdaten:

Vor einer Serie von vier Heimpartien am Stück muss der EC-KAC in seinem 29. Saisonspiel noch einmal auswärts antreten: Am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) gastieren die Rotjacken beim aktuellen Tabellenschlusslicht der bet-at-home ICE Hockey League, den Black Wings 1992. Diese Begegnung wird vom Gastgeber als Online-Videostream über die Liga-Plattform live.ice.hockey (Pay-per-View) übertragen, zudem berichten auch der Live-Ticker auf kac.at und das Kärntner Eishockeymagazin im Programm von Radio Kärnten direkt aus der Eisarena an der Unteren Donaulände.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC holte in den vier Begegnungen innerhalb der Regionalgruppe zwischen Weihnachten und Dreikönig zehn von zwölf möglichen Punkten und liegt damit weiterhin auf Tabellenplatz vier. Insgesamt 51 Zähler aus 28 Saisonspielen ergeben einen Schnitt von 1,82 pro Begegnung, ein Wert, den die Klagenfurter nur in einer der letzten neun Saisonen übertreffen konnten. Speziell auswärts wusste das Team von Petri Matikainen und Juha Vuori zuletzt zu überzeugen: In jedem der jüngsten sieben Spiele in der Fremde punktete Rot-Weiß, in sechs davon blieb man siegreich. Keine andere Mannschaft in der Liga hat auswärts mehr Punkte gesammelt als der EC-KAC (30), in ihrem ersten Saisonspiel in Oberösterreich setzten sich die Klagenfurter Anfang Dezember mit 4:0 durch.

Die Black Wings 1992 feierten in ihrem ersten Spiel nach Weihnachten einen 2:1-Auswärtserfolg in Wien, mussten seither aber bereits wieder fünf Niederlagen am Stück hinnehmen. Allerdings trennte die Oberösterreicher bei jedem der letzten vier Verluste nur ein Treffer vom jeweiligen Sieger. Insgesamt liegt Linz mit 18 Zählern aus 29 Spielen abgeschlagen am Tabellenende, der Rückstand auf den Vorletzten aus Villach beträgt bereits elf Punkte, die Qualifikation für die obere Gruppe der Zwischenrunde (in der man von 2008 bis 2018 Stammgast war) ist auch rechnerisch nicht mehr möglich. Allerdings gehört der EC-KAC zur Gruppe jener fünf Teams im Bewerb, die sich den Black Wings 1992 in der laufenden Spielzeit bereits geschlagen geben mussten: Am ersten Spieltag siegte Linz in Klagenfurt mit 4:1.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2 – Die Rotjacken gaben nur in zwei ihrer jüngsten 18 Spiele, den Auswärtspartien in Wien und Bolzano, weniger Schüsse aufs Tor ab als ihre jeweiligen Gegner. Auch übertrafen sie im bisherigen Saisonverlauf die Scoring Efficiency ihrer jeweiligen Kontrahenten klar: 8,91 Prozent der eigenen, aber nur 7,26 Prozent der gegnerischen Schüsse landeten im Tor. 

13 – Stürmer Nick Petersen hat in sieben der jüngsten acht Spiele gepunktet und in diesem Zeitraum insgesamt 13 Zähler auf sein individuelles Konto gebracht. In der laufenden Saison hält er somit bei 27 Scorerpunkten und einem Plus/Minus-Rating von +13, beides Höchstwerte unter allen Kaderspielern des EC-KAC.

17 – Die Black Wings 1992 haben 17 ihrer heuer bislang 18 gesammelten Punkte gegen österreichische Klubs eingefahren. Sämtliche zehn Partien gegen die internationalen Teams aus Székesfehérvár, Bratisava und Bolzano gingen verloren (1:29 Punkte und -22 Tore).

32 – Nach seinen drei Torvorlagen im Kärntner Derby am Sonntag hält Rok Tičar bei nun 32 Scorerpunkten in 38 Ligaspielen für den EC-KAC. In der Rangliste der punktebesten slowenischen Spieler in der Klubgeschichte überholte er damit Žiga Pance (31 Zähler in 68 Partien) und liegt nur noch einen Punkt hinter dem führenden Mitja Robar (33 Punkte in 110 Begegnungen).

65:29 – Steven Strong erwies sich im bisherigen Saisonverlauf als der defensivstärkste Verteidiger der Rotjacken: Steht er bei Even Strength am Eis, dauert es 65:29 Spielminuten, ehe der EC-KAC einen Gegentreffer kassiert. Auf den Plätzen folgen Aushilfskraft Fredrik Eriksson (48:35) und Thomas Vallant (47:55).

 

Der Gegner:

Die Black Wings 1992 durchlebten zuletzt zehn enorm turbulente Monate, in denen sie vom Anwärter auf ein Halbfinalticket zum abgeschlagenen Tabellenschlusslicht mutierten. In der laufenden Spielzeit liegt die Winning Percentage bei nur 20,7 Prozent, die bisher niedrigste Siegquote als Teil Österreichs höchster Spielklasse wiesen die Oberösterreicher mit 41,7 Prozent in der Saison 2004/05 auf, die für sie bekanntlich im Konkurs endete. Speziell auf eigenem Eis kommen die Black Wings kaum zu Punkten, nach 14 in der heimischen Halle ausgetragenen Partien halten sie bereits bei zwölf Niederlagen. Damit zeichnet sich in absoluten Zahlen gemessen schon jetzt ein Negativrekord ab: In acht der letzten zehn Spielzeiten verlor Linz im gesamten Saisonverlauf weniger Heimspiele als heuer.

Aktuell punktebester Spieler der Oberösterreicher ist Dragan Umičević, der Rang zwei in der ICE-Scorerwertung einnimmt und an 33 der 58 Saisontreffer seines Teams als Schütze oder Vorlagengeber beteiligt war. Die teaminterne Torschützenliste führt wie in jedem der letzten vier Jahre Brian Lebler an, der bisher (wie sein Gegenstück beim EC-KAC, Rok Tičar) 13 Treffer erzielte. Nur zwei Cracks in der Liga - Daniel Ciampini (Innsbruck/18) und Ty Loney (Wien/16) - erzielten im bisherigen Saisonverlauf mehr Tore. Hinter dem Spitzenduo fehlt den Black Wings allerdings offensive Produktivität, mit den Imports Will Pelletier und Juha-Pekka Hytönen kommen nach 29 Saisonspielen nur zwei weitere Kaderspieler auf eine zweistellige Anzahl an Scorerpunkten. Gemessen an den bisherigen Ergebnissen überraschend erfolgreich präsentieren sich die Special Teams der Linzer, sowohl im Powerplay (Rang fünf) als auch im Penalty Killing (Sechster) platziert man sich im Liga-Mittelfeld.

Obwohl die Rotjacken die jüngste Konfrontation mit den Black Wings 1992 Anfang Dezember auswärts klar mit 4:0 für sich entscheiden konnten, sind die Oberösterreicher historisch betrachtet ein sehr unangenehmer Gegner für die Klagenfurter: Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 weist der EC-KAC gegen kein anderes Team eine niedrigere Winning Percentage auf als gegen Linz (44,5 Prozent), von bislang 137 Begegnungen gingen 76 an die Wings.

 

Die Personalien:

Den Rotjacken steht mit Ausnahme der Langzeitverletzten David Fischer und Niki Kraus aktuell der gesamte Kader zur Verfügung. Johannes Bischofberger, der das Kärntner Derby am vergangenen Sonntag aufgrund einer leichten Unterkörperverletzung als Vorsichtsmaßnahme ausgelassen hatte, ist wieder vollständig fit und kehrt gegen Linz in das Lineup zurück. Alle aktuell überzähligen Kaderspieler, die die Reise nach Oberösterreich am Freitag nicht antreten werden, sind für Einsätze im parallel stattfindenden Heimspiel in der Alps Hockey League vorgesehen. Zwischen den Pfosten steht bei den Klagenfurtern erneut Sebastian Dahm.

 

Der Kommentar:

„Auch wenn wir auswärts bisher sehr gut performen, so ist es nie leicht, in Linz zu spielen. Dazu kommt, dass wir sprichwörtlich nur verlieren können, weil sich jeder erwartet, dass wir den Tabellenletzten schlagen. Davon sind wir aber gänzlich unbeeinflusst, denn die Black Wings haben zuletzt durch die Bank knappe Resultate geliefert und verfügen zudem über eine sehr gefährliche erste Angriffsformation. Bei unserem ersten Auftritt heuer in Linz waren wir kompakt und souverän, dieses Level müssen wir auch diesmal wieder erreichen, denn jede Nachlässigkeit wird in dieser Liga bestraft. Vor uns liegt eine Reihe wichtiger Partien und diese möchten wir am Freitag angemessen eröffnen.“ (Thomas Vallant, Verteidiger EC-KAC)