EC-KAC startet in die Play-Offs

Mit dem Heimspiel gegen den EHC Linz eröffnen die Rotjacken am Mittwochabend die KO-Phase der Erste Bank Eishockey Liga.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Im ersten Spiel der Play-Offs 2020 empfängt der EC-KAC am Mittwochabend (19.15 Uhr) den diesjährigen Viertelfinalgegner EHC Linz zum ersten Duell im Rahmen der „Best-of-Seven“-Serie. Für diese Begegnung sind im Online-Ticketshop des EC-KAC, an den bekannten Vorverkaufsstellen und am Spieltag ab 17.45 Uhr an der Abendkassa noch rund 160 Sitz- und 790 Stehplatzkarten verfügbar. Der Viertelfinalauftakt wird nicht im TV oder als Online-Videostream übertragen, über den Spielverlauf informieren der Live-Ticker auf kac.at sowie (ab 20.04 Uhr) das Kärntner Eishockeymagazin im Programm von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC beendete die Regular Season der Erste Bank Eishockey Liga auf Tabellenplatz vier und geht damit im vierten Jahr in Folge mit Heimrecht in die erste Play-Off-Runde. Am Eis der Stadthalle konnten die Rotjacken neun ihrer letzten zehn KO-Phasen-Partien gewinnen, darunter sämtliche acht am Weg zum letztjährigen Meistertitel, dem 31. in der Vereinshistorie. Dem EHC Linz unterlagen die Klagenfurter allerdings in beiden bisher ausgetragenen Saisonduellen zu Hause, trotz phasenweise drückender Überlegenheit (166 zu 64 Torschussversuche in zwei Partien) siegten die Oberösterreicher Ende September mit 4:2 und Mitte Dezember mit 5:4. Auch taten sich die Klagenfurter im Verlauf der vergangenen Dekade bei ihrem Home Opener in den Play-Offs meist sehr schwer: Seit einem 8:2 gegen den HC Innsbruck 2009 konnte der EC-KAC nur zwei seiner neun Auftakt-Heimspiele einer Post Season in regulärer Spielzeit gewinnen (und dies jeweils nur mit einem Tor Vorsprung), drei Mal siegte Rot-Weiß in der Verlängerung, vier Mal musste man sich geschlagen geben.

Der EHC Linz, bis 2018 als einziger Klub der Liga in jedem Jahr in der oberen Gruppe der Zwischenrunde vertreten, musste heuer zum zweiten Mal hintereinander den Umweg über die Qualifikationsrunde nehmen, um sich das Viertelfinalticket zu sichern. Diese Aufgabe meisterten die Black Wings recht souverän, nach acht von zehn Partien stand die 14. Play-Off-Teilnahme am Stück bereits fest. Insgesamt gestaltete sich die Saison der Oberösterreicher bislang jedoch eher durchwachsen, pro Partie wurden 1,62 Zähler eingefahren, nur in einer der jüngsten acht Spielzeiten, dem Vorjahr (1,52), lag dieser Wert niedriger. Allerdings ist Linz die treffsicherste Mannschaft der Erste Bank Eishockey Liga: Sowohl in absoluten (170 Treffer) als auch in relativen Zahlen (3,40 Tore pro Partie) führen die Black Wings die Wertung aller elf Klubs an.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – In zehn der letzten 13 Play-Off-Serien mit KAC-Beteiligung setzte sich jenes Team durch, das Spiel eins gewonnen hat. Einen 0:1-Serienrückstand zu drehen gelang dabei nur den Rotjacken (2013 gegen Linz, 2017 gegen Salzburg, 2019 gegen Wien). Die letzte Mannschaft, gegen die der EC-KAC nach einem Sieg im ersten Spiel eine Serie verlor, war der EHC Linz im Finale 2012.

4 – Der EC-KAC und der EHC Linz trafen bislang vier Mal in den Play-Offs aufeinander, jeder Klub entschied jeweils zwei Serien für sich (Klagenfurt 2009 und 2013, Linz 2003 und 2012). In jedem dieser vier Fälle krönte sich am Ende der Saison jene Mannschaft zum Meister, die das Duell zwischen Rotjacken und Black Wings für sich entscheiden konnte.

6 – Die Rotjacken können auch in den Play-Offs 2020 auf jede Menge Post Season-Erfahrung in ihrem Kader bauen: Von den 13 noch aktiven Cracks in der Liga, die in ihrer Karriere mehr als 100 EBL-Play-Off-Partien bestritten haben, stehen sechs (Koch, Hundertpfund, Schumnig, M. und S. Geier, Harand) beim EC-KAC unter Vertrag. Der EC Salzburg kommt auf fünf, die Vienna Capitals und die Graz 99ers jeweils auf einen Spieler dieser Kategorie.

11 – Der EC-KAC bestritt in seiner Geschichte bislang elf „Best-of-Seven“-Serien in einem Viertelfinale: Acht davon konnten die Klagenfurter gewinnen, jede der drei verlorenen Konfrontationen (2010 und 2016 gegen Salzburg, 2018 gegen Bolzano) erstreckte sich über zumindest sechs Begegnungen.

15 – Mit 15 Scorerpunkten war Nick Petersen im Vorjahr der erfolgreichste Play-Off-Scorer der Rotjacken am Weg zum Meistertitel. Der Kanadier wird voraussichtlich im Laufe der heurigen Viertelfinalserie gegen die Black Wings in das Lineup zurückkehren, die 2018/19 unmittelbar hinter ihm folgenden Punktesammler (Andrew Kozek und Thomas Koch mit jeweils 14 sowie Matthew Neal mit 13 Zählern) sind von Beginn an mit dabei.

57,1 – Probleme bereitete den Rotjacken in den bisherigen Saisonbegegnungen mit Linz vor allem das EHC-Überzahlspiel, das 14 Powerplay-Möglichkeiten in sechs Treffer ummünzen konnte. Während der EC-KAC gegen die übrigen neun EBEL-Konkurrenten auf eine überragende Penalty Killing-Quote von 89,3 Prozent kam, lag dieser Wert gegen Linz bei nur 57,1 Prozent.

341,9 – Gegen keinen der bis Samstag vier möglichen Viertelfinalgegner verbuchte der EC-KAC im bisherigen Saisonverlauf mehr komplette Pässe (pro 60:00 Spielminuten) als gegen Linz (341,9). Aus dem Quartett in der unteren Hälfte des Play-Off-Baums gaben die Rotjacken heuer zudem gegen den EHC die meisten Torschüsse ab (37,7 pro 60:00) und agierten am erfolgreichsten am Faceoff-Punkt (56,1 Prozent).

 

Der Gegner:

Nach Jahren in der erweiterten Spitzengruppe der Erste Bank Eishockey Liga - von 2012 bis 2018 stand man in sechs von sieben Spielzeiten zumindest im Halbfinale - musste der EHC Linz seine Ansprüche in den beiden vergangenen Jahren etwas nach unten schrauben, sowohl in der letzten als auch der aktuellen Spielzeit erreichten die Stahlstädter nur den siebten Rang im Grunddurchgangsranking. Während die offensiven Kennzahlen der Black Wings unverändert zu den stärksten in der Liga gehören, hatten die Oberösterreicher heuer im Defensivbereich einige Herausforderungen zu bewältigen: Die aktuell 3,28 Gegentreffer pro Partie sind der höchste Wert in 20 EHC-Erstligajahren und übertreffen sogar hauchdünn den Durchschnitt aus den beiden letzten Saisonen ohne Play-Off-Qualifikation (2004/05 und 2005/06). 

Diese Entwicklung führte auch zu personellen Adaptionen im Verlauf der Spielzeit: In der Abwehr wurde der Slowake Juraj Valach Anfang Februar durch den mit 80 NHL-Einsätzen dekorierten US-Amerikaner Steve Oleksy ersetzt, bereits einen Monat zuvor wurde mit Jeff Glass ein Import-Torhüter verpflichtet. Der Kanadier hat eine außergewöhnliche Karriere hinter sich, empfahl er sich doch erst mit sieben KHL-Saisonen für ein NHL-Engagement, erst nach seinem 32. Geburtstag debütierte er (Ende 2017) in der stärksten Liga der Welt. Bei den Black Wings vermochte der Goalie rasch zu überzeugen, am letzten Spieltag der ersten Grunddurchgangsphase sicherte er seinem Team einen 3:0-Heimerfolg gegen den EC-KAC und sich persönlich damit sein erstes EBEL-Shutout. Ebenfalls verstärkt hat den Linzer Kader der im Dezember verpflichtete Hunter Fejes, der flinke Flügelstürmer verbuchte in bislang 24 Einsätzen bereits 21 Scorerpunkte.

Für die Rotjacken waren die Black Wings in den zwei Dekaden ihrer Ligazugehörigkeit meist ein unangenehmer Gegner: Seit der Neugründung der höchsten Spielklasse im Jahr 2000 hat der EC-KAC nur gegen Salzburg (44,9 Prozent) noch seltener gewonnen als gegen Linz (45,5). Von den insgesamt 132 ausgetragenen Duellen gingen 60 an die Kärntner und 72 an die Oberösterreicher. Speziell zu Hause hatte Rot-Weiß in der jüngeren Vergangenheit seine Probleme: Der EHC verließ das Eis der Stadthalle bei neun seiner letzten 15 Auftritte als Sieger.

 

Die Personalien:

Die Mehrheit der im Auswärtsspiel in Wien am Samstag fehlenden neun Akteure steht den Rotjacken zum Play-Off-Auftakt wieder zur Verfügung: David Fischer, Martin Schumnig, Manuel Geier, Johannes Bischofberger und Siim Liivik sind allesamt wieder gesund bzw. fit, auch der erkrankte Goalie David Madlener konnte am Dienstag wieder vollumfänglich ins Training einsteigen. Verzichten muss der EC-KAC im ersten Viertelfinalspiel auf Nick Petersen und Niki Kraus, beide stehen aber bereits wieder im Eistraining. Fraglich ist der Einsatz von Rok Tičar, der leicht erkrankt ist.

 

Der Kommentar:

„Wir haben zwei sehr gute Trainingstage hinter uns und physisch wie taktisch unsere Hausaufgaben gemacht. Die Vorbereitung auf den Play-Off-Auftakt lief durchwegs positiv und wir brennen darauf, dass es am Mittwoch losgeht. Die erste Begegnung in einer Serie bringt immer ein wenig Ungewissheit mit sich, aus den zehn Zwischenrundenpartien des Gegners lassen sich nur bedingt Schlüsse ziehen, aber wir sind insgesamt sehr gut darauf eingestellt, was Linz aufs Eis bringen kann und wird. Wichtiger ist aber, dass wir auf uns selbst schauen, von Anfang an voll da sind und unser Kampflevel vom ersten Scheibenaufwurf an auf die höchste Stufe anheben.“ (Manuel Ganahl, Stürmer EC-KAC)