Finalauftakt in der PalaOnda

Der EC-KAC startet am Sonntagabend auswärts beim HCB Südtirol in seine bereits 22. Finalserie der Klubgeschichte.

Foto: HCB Südtirol/Antonello

 

Die Eckdaten:

Die erste von bis zu sieben Konfrontationen im Rahmen der Finalserie der bet-at-home ICE Hockey League 2020/21 zwischen dem HCB Südtirol und dem EC-KAC geht am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) in Bolzano in Szene. Beide TV-Partner der Liga, Puls24 und Sky Sport Austria, übertragen diese Begegnung live, die Free-TV-Produktion ist zudem im nicht-geogeblockten Stream auf puls24.at/eishockey verfügbar. Außerdem sendet wie üblich auch Radio Kärnten direkt aus der Spielstätte, das Kärntner Eishockeymagazin mit zwei Kommentatoren startet (wie die TV-Übertragungen) um 17.10 Uhr.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC hat sich in insgesamt recht souveräner Manier für seine dritte Finalserie im Verlauf der letzten vier kompletten Spielzeiten qualifiziert: Die Rotjacken besiegten sowohl im Viertelfinale den EC VSV als auch im Halbfinale den EC Salzburg mit 4:1. In den bis zu sieben Endspielen wartet nun der HCB Südtirol als Gegner, die Klagenfurter, Tabellenzweiter der ersten Grunddurchgangsphase und der Pick Round, treffen also auf den jeweils Erstplatzierten der beiden bisherigen Saisonabschnitte. Mit vier Siegen aus sechs Begegnungen fällt die rot-weiße Bilanz in Duellen mit den Füchsen in diesem Spieljahr positiv aus, der EC-KAC konnte auch zwei seiner drei Auswärtsauftritte in der Südtiroler Metropole erfolgreich gestalten.

Der HCB Südtirol führte die Liga über weite Strecken der Saison souverän an, in den ersten beiden Playoff-Runden setzte man sich gegen die Capitals aus Bratislava (4:1) und Wien (4:2) durch. Die Füchse stehen damit zum dritten Mal nach 2014 und 2018 im Finale, beide bisher bestrittenen Endspielserien konnte der HCB (jeweils gegen den EC Salzburg) auch erfolgreich gestalten und sich den Titel holen. In den Playoffs trafen die Italiener bislang zwei Mal auf den EC-KAC: Sowohl 2018 als auch 2019 trat man im Viertelfinale gegeneinander an, jenes Team, das sich dabei durchsetzen konnte (im ersten Jahr mit 4:2 der HCB, im zweiten mit 4:1 der KAC), holte sich später auch das Championat.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – Spiel eins einer Playoff-Konfrontation hatte für den EC-KAC in der jüngeren Vergangenheit eine durchaus große Bedeutung: Die Rotjacken haben jede der letzten acht Serien, in denen sie mit 1:0 in Führung gingen, am Ende auch gewonnen. Letztmals nicht der Fall war dies im Finale 2012 gegen Linz. 

8 – In der diesjährigen Finalserie, der 20. seit der Neugründung der Liga im Jahr 2000, treffen zum insgesamt neunten Mal der Tabellenerste und der -zweite des Grunddurchgangs aufeinander. Zuletzt war dies 2016 der Fall, als sich der EC Salzburg und Orli Znojmo gegenüberstanden. Von den bisher acht Finalserien diesen Zuschnitts setzte sich vier Mal der Regular Season-Champion und ebenfalls vier Mal der Zweitplatzierte durch. 

11 – In den sechs bisherigen Saisonbegegnungen zwischen dem EC-KAC und dem HCB Südtirol spielten die Special Teams eine besonders große Rolle, knapp 38 Prozent aller Treffer - elf von 29 - fielen im Powerplay. Die gute Erfolgsquote der Rotjacken bei numerischer Überlegenheit in den direkten Duellen (20,0 Prozent) wurde von jener der Füchse (26,7 Prozent) sogar noch deutlich überboten.

26 – Die Rotjacken setzten in den sechs Saisonpartien gegen den HCB Südtirol insgesamt 26 verschiedene Feldspieler ein, 23 davon bilanzierten in der Kategorie Plus/Minus ausgeglichen oder positiv. Am besten schnitt Clemens Unterweger ab (+3), die meisten Scorerpunkte in Duellen mit den Füchsen sammelten Nick Petersen und Thomas Koch (jeweils ein Tor und vier Assists).

51 – Seit der Neugründung der Liga im Jahr 2000 hat der EC-KAC exakt 51 Finalspiele bestritten, die knappe Mehrheit davon, nämlich 26, konnten die Klagenfurter gewinnen. Die Rotjacken siegten in jedem ihrer letzten drei Endspiele 2019. Bolzano trat bislang in zwölf Finalpartien an und entschied sieben davon für sich, darunter die beiden jüngsten Begegnungen (mit dem EC Salzburg im Jahr 2018).

999 – Thomas Koch steht in der am Sonntag beginnenden Finalserie vor einem weiteren Meilenstein in seiner großen Laufbahn: Sein nächster Scorerpunkt wird der 1000. seiner Karriere in Österreichs höchster Spielklasse sein. Von seinen bislang 999 Zählern sammelte er 627 für den EC-KAC und 372 für den EC Salzburg.

 

Der Gegner:

Der HCB Südtirol spielte heuer bislang die erfolgreichste Saison seiner Ligazugehörigkeit: Nach 59 absolvierten Partien hält Italiens Rekordmeister bereits bei 40 Siegen, woraus sich eine Winning Percentage von 67,8 Prozent ergibt. Der Durchschnittswert in den ersten sieben Jahren im Bewerb (mit zwei Meistertiteln) lag bei 53,8 Prozent. Die Füchse führten die Tabelle über weite Strecken des Spieljahres souverän an, je länger die Saison dauerte, desto näher rückte der EC-KAC als erster Verfolger im Ranking jedoch. Im Finale 2021 kommt es damit zum Duell der beiden über die Spielzeit hinweg betrachtet kompaktesten Mannschaften.

Die Truppe von Head Coach Greg Ireland überzeugte vor allem mit ihrer Kadertiefe, durchgängiges Vier-Linien-Spiel ermöglichte es dem Team, Intensität und Druck kontinuierlich hochzuhalten. Dieser Vorteil schwand jedoch im Verlauf der hart umkämpften Halbfinalserie gegen die Vienna Capitals, die das HCB-Aufgebot aufgrund von Verletzungen und Sperren merklich dezimierte: So werden zum Finalauftakt am Sonntag Mike Halmo (noch drei Spiele suspendiert) sowie Karl Stollery und Marco Insam (beide verletzt) fehlen. Auch hinter der Mitwirkung von Offensivwaffe Dustin Gazley (zwei Tore und zwei Assists beim letzten Sieg gegen Klagenfurt, einem 4:3 auf eigenem Eis) und Viertliniencenter Domenic Alberga steht jeweils ein Fragezeichen. Die Ausfälle schwächen den Grunddurchgangssieger vor allem hinsichtlich seiner Durchschlagskraft im Spiel bei numerischem Vorteil: Die Powerplay-Erfolgsquote sank von 23,8 Prozent in der Regular Season (und famosen 34,3 Prozent in der Pick Round) auf 16,3 Prozent in den bisherigen elf Playoff-Partien. Diametral entgegengesetzt entwickelte sich das Unterzahlspiel, wo den 76,8 Prozent Effizienz aus dem Grunddurchgang (schwächster Wert aller elf ICE-Teams) nunmehr starke 86,1 Prozent in den Playoffs gegenüberstehen.

Eishockeyduelle zwischen Bolzano und Klagenfurt haben eine große, bis in den Dezember 1928 zurückreichende Tradition. In Bewerbsspielen stand man sich allerdings erst ab Oktober 1977 gegenüber, bislang kam es in Europacup, Alpenliga, Europäischem Ligacup, EBEL und ICE zu 74 Begegnungen: 38 Mal siegten die Kärntner, in 34 Fällen die Südtiroler, zwei Partien endeten unentschieden. Auch rein im Ligaspielbetrieb seit 2013 betrachtet, als der HCB in die damalige Erste Bank Eishockey Liga wechselte, spricht die Bilanz für die Rotjacken, die 30 der 53 Konfrontationen für sich entscheiden konnten. In der PalaOnda hatte der EC-KAC zuletzt viel Mühe: Von den jüngsten 13 Partien gewann Klagenfurt nur drei in regulärer Spielzeit, allerdings auch drei weitere nach Verlängerung.

 

Die Personalien:

Den Rotjacken fehlen zum Finalauftakt unverändert die Langzeitverletzten David Fischer, Paul Postma und Dennis Sticha. Alle anderen Kaderspieler stehen zur Verfügung, sodass davon auszugehen ist, dass die Klagenfurter mit dem exakt gleichen Lineup antreten werden wie beim entscheidenden Halbfinalsieg gegen Salzburg am Montag dieser Woche. Wie in den Playoffs üblich, reist der EC-KAC mit einem dritten Torhüter (Florian Vorauer) zu Auswärtsspielen. Die Anreise nach Südtirol erfolgt bereits am Samstag, der Morning Skate am Spieltag findet also schon in der PalaOnda statt.

 

Der Kommentar:

„Die gesamte Mannschaft freut sich, dass es endlich mit der Finalserie losgeht, alle brennen auf die erste Partie in Bolzano. Wir haben uns in der bisherigen Saison und auch in den letzten Jahren meist hitzige und intensive Duelle mit dem HCB geliefert. Der Gegner verfügt über ein sehr starkes, talentiertes Team, ein gefährliches Powerplay, wir wissen aber, wie wir diese Mannschaft bezwingen können und möchten gleich im ersten Aufeinandertreffen unsere eigenen Vorzüge ausspielen.“ (Martin Schumnig, Verteidiger EC-KAC)