Heimspiel bringt nächste Gelegenheit

Am Ostermontag hat der EC-KAC auf eigenem Eis die nächste Möglichkeit, die Halbfinalserie gegen den EC Salzburg zu seinen Gunsten zu entscheiden.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Beim Serienstand von 3:1 empfängt der EC-KAC den EC Salzburg am Montagabend zum fünften Halbfinalduell in der bet-at-home ICE Hockey League in der Stadthalle Klagenfurt. Spielbeginn ist erneut um 19.30 Uhr, im sechsten Playoff-Heimspiel der Rotjacken überträgt Puls24 zum sechsten Mal live, daher entfällt der Ticker auf kac.at. Die Sendung kann auch im weltweit verfügbaren Livestream unter puls24.at/eishockey verfolgt werden. Ebenfalls direkt aus der Spielstätte sendet Radio Kärnten, das Kärntner Eishockeymagazin mit zwei Kommentatoren beginnt um 19.04 Uhr.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste am Samstagabend auswärts in Salzburg das Ende einer eindrucksvollen Serie akzeptieren: Die 3:4-Niederlage war der erste Verlust in einem Halbfinalspiel nach zuvor saisonübergreifend elf Siegen hintereinander. Die Klagenfurter liegen im Semifinalduell mit den Bullen damit nur noch mit 3:1 in Führung, finden aber noch drei Chancen vor, mit einem weiteren Erfolg in die Finalserie einzuziehen. Ein derartiger Vorsprung ist für Rot-Weiß ein gutes Omen: Jede der bislang elf „Best-of-Seven“-Konfrontationen der Vereinshistorie, in denen der EC-KAC mit 3:1 in Front lag, konnte er auch gewinnen. Die letzten zehn davon sogar allesamt im folgenden fünften Spiel der Serie, lediglich im Halbfinale 1997 gegen Villach bedurfte es eines sechsten Duells. 

Der EC Salzburg stand vor Halbfinalspiel vier mit dem Rücken zur Wand, bäumte sich aber auf und schrieb erstmals in der Serie an. Beim 4:3-Heimerfolg am Samstag lag das Team von Head Coach Matt McIlvane nie im Rückstand, nachdem man zuvor nur knapp dreieinhalb von mehr als 184 Semifinalminuten in Führung gelegen war. Die Bullen müssen allerdings am Montag in Klagenfurt nachlegen, soll die 37. Playoff-Serie ihrer Erstligageschichte nicht zur ersten werden, in der sie nicht zumindest zwei Siege einfahren. Auch ist die Situation für die Mozartstädter unverändert prekär: Jede weitere Niederlage in einem der nächsten bis zu drei Spiele beendet ihre Saison vorzeitig. In der Stadthalle trat Salzburg in der laufenden Spielzeit bislang fünf Mal an, in vier Fällen setzte sich dabei der EC-KAC durch.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1,56 – Nick Petersen hat in acht der neun bisherigen Playoff-Partien gepunktet und insgesamt bereits 14 Zähler gesammelt. Der sich daraus ergebende Schnitt von 1,56 Punkten pro Spiel liegt deutlich über jenem seiner ersten und bisher einzigen Post Season beim EC-KAC (1,25 im Meisterjahr 2018/19). Heuer ebenfalls auf mehr als 1,00 Scorerpunkte pro Playoff-Einsatz kamen bislang Matt Fraser (1,22) und Rok Tičar (1,11). 

2 – Mit Heimspielen am 5. April verbinden die Rotjacken mehrheitlich gute Erinnerungen: Zwei der jüngsten drei Meistertitel wurden just an diesem Tag und auf eigenem Eis fixiert. 2009 entschied Christoph Harand Spiel sieben gegen Salzburg (2:1), 2013 sorgte John Lammers für das Championship Winning Goal gegen Wien (5:3).

3 – Blaž Gregorc verbuchte am Samstagabend beim knappen 3:4-Verlust in Salzburg gleich drei Zähler, davon zwei Treffer. Das letzte Drei-Punkte-Spiel eines KAC-Verteidigers in den Playoffs lag mehr als fünf Jahre zurück (Jason DeSantis am 6. März 2016, ebenfalls auswärts im Volksgarten). Dazwischen bestritten die Rotjacken 48 Post Season-Begegnungen.  

6 – Die Auswärtsniederlage am Samstag war die erste des EC-KAC nach zuvor sechs Siegen am Stück. Nur zwei Mal in der Klubgeschichte gelangen den Rotjacken in einer Post Season mehr Erfolge hintereinander: Sowohl am Übergang Viertel-/Halbfinale 2009 als auch über Halbfinale/Finale 2013 hinweg wurden sieben Siege in Folge eingefahren.

11:52 – Dass die Rotjacken am Samstag ihre erste von vier Chancen, die Serie zu ihren Gunsten zu entscheiden, nicht nutzen konnten, lag auch an ihrer Undiszipliniertheit: Insgesamt spielte Klagenfurt 11:52 Minuten lang in Unterzahl. Länger im Penalty Killing agieren musste der EC-KAC zuletzt vor 55 Ligaspielen, am 27. September 2020 auswärts gegen den Dornbirner EC (mit damals 12:00 Minuten).

22 – In sieben Unterzahlsituationen konnten sich die Rotjacken in Spiel vier insgesamt gleich 22 Mal aus dem Defensivdrittel befreien. Damit gelang es ihnen, die Zone Time Salzburgs im Powerplay massiv zu beschneiden - von durchschnittlich 78,3 Prozent in den ersten drei Partien auf 58,3 Prozent.

700 – Nach Stefan Geier, Thomas Hundertpfund und Manuel Geier avanciert Martin Schumnig am Montag zum vierten Kaderspieler des EC-KAC, der in dieser Saison sein 700. Ligaspiel für den Klub bestreitet. Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 hatten diesen Wert zuvor nur Johannes Reichel und Thomas Koch erreicht.

 

Der Gegner:

Der EC Salzburg konnte im Heimspiel am Samstag mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung die vierte Niederlage am Stück und damit das vorzeitige Saisonende abwenden, die Bullen benötigen jedoch drei weitere Siege hintereinander, um sich erstmals seit 2018 wieder für das Finale in der bet-at-home ICE Hockey League (bzw. damals noch Erste Bank Eishockey Liga) zu qualifizieren. In der bisherigen Halbfinalserie war Dominique Heinrich der auffälligste und produktivste Akteur im Trikot der Mozartstädter, in Spiel vier am Samstag trat er wieder mit einem Tor und einer Vorlage in Erscheinung, insgesamt war er damit an fünf der acht Semifinaltreffer Salzburgs aktiv beteiligt. Stabilität verlieh dem Team auch die Rückkehr von Thomas Raffl in das Lineup, der Kapitän ist neben Rick Schofield der einzige der insgesamt 21 in der Serie eingesetzten Feldspieler der Bullen, der mit einer positiven Plus/Minus-Bilanz aufwarten kann (jeweils +1). 

Insgesamt hatten die Mozartstädter in der bisherigen Halbfinalserie veritable Probleme, bei Even Strength sauber und kontrolliert in die Angriffszone einzudringen: In jeder der vier Begegnungen kam der EC-KAC auf mehr Zone Entries (via Pass oder Stickhandling) als der EC Salzburg, insgesamt lautet die Zwischenbilanz hier 153:116 für Klagenfurt. Im vierten Duell am Samstag verfügten die Bullen erstmals im Rahmen dieser Semifinalkonfrontation auch über weniger Puckbesitz bei gleicher Spieleranzahl am Eis (18:38 gegenüber 20:15 Minuten). Zudem brachte das Team von Matt McIlvane im ersten Abschnitt der Begegnung mehr Schüsse aufs Tor (17) als im zweiten und dritten Drittel zusammen (15). Vorteile hatte Salzburg hingegen im Passspiel, freilich auch bedingt durch deutlich längere Zeit bei numerischem Vorteil: 282 kompletten Pässen standen am Samstag 219 der Rotjacken gegenüber.

Halbfinalspiel Nummer fünf am Montag ist das bereits 149. der Ligageschichte zwischen dem EC Salzburg und dem EC-KAC. In den Playoffs kreuzten die beiden Klubs bislang 48 Mal die Schläger, aktuell stehen jeweils 24 Siege zu Buche, das Torverhältnis spricht mit 149:143 leicht für die Bullen.

 

Die Personalien:

Wie schon in den vergangenen Wochen und Monaten müssen die Rotjacken auch in diesem Spiel ohne David Fischer, Paul Postma und Dennis Sticha auskommen, die drei Langzeitverletzten stehen auch allesamt noch nicht im Eistraining. Für den Montag fraglich sind zudem Steven Strong und Stefan Geier, die zuletzt ebenfalls beide verletzt bzw. angeschlagen fehlten, ebenso steht ein Fragezeichnen hinter der Mitwirkung von Kele Steffler, der bereits seit Spiel drei der Halbfinalserie von einer kleinen Blessur eingeschränkt wird.

 

Der Kommentar:

„Wir müssen definitiv besser aus der Kabine kommen als das am Samstag in Salzburg der Fall war. Das ist unser vorrangigstes Ziel, darauf möchten wir dann unser gewohntes Spiel aufbauen. Sprich: Defensiv so gut zu stehen, wie uns das in den vergangenen Heimspielen häufig gelungen ist. Auf eigenem Eis haben wir in dieser Serie bisher gut performt und sehr viel Energie in die Partien gebracht, schaffen wir das erneut, haben wir gute Chancen, wieder als Sieger dazustehen.“ (Sebastian Dahm, Torhüter EC-KAC)