KAC vor schwerem Spiel in Südtirol

Zum Abschluss der „Woche der Spitzenspiele“ wartet am Sonntag die nächste herausfordernde Auswärtspartie auf die Rotjacken, sie gastieren beim HCB Südtirol.

Foto: HCB Südtirol/Antonello

 

Die Eckdaten:

Am 24. Spieltag der Erste Bank Eishockey Liga trifft der EC-KAC am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.00 Uhr) auswärts auf den HCB Südtirol. Das Duell der EBEL-Champions von 2018 und 2019 wird nicht im TV oder als Online-Videostream übertragen, über den Spielverlauf informiert ausschließlich der Live-Ticker auf kac.at, Radio Kärnten bringt in seinem Programm Live-Einstiege aus der PalaOnda.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC konnte jedes seiner jüngsten fünf Spiele gewinnen und blieb in vier dieser Partien - gegen Schlusslicht Dornbirn sowie gegen die Spitzenteams Bolzano, Salzburg und Wien - ohne Gegentor. Der aktuelle Saisonschnitt an Verlusttreffern pro Partie liegt bei 1,83 und entspricht dem niedrigsten aller 20 Spielzeiten seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000. Auf die Füchse, ihren letztjährigen Viertelfinalgegner, trafen die Rotjacken heuer bislang zwei Mal, in beiden Begegnungen feierte der jeweilige Gastgeber einen 3:0-Shutout-Erfolg. Auch historisch ist die PalaOnda für die Klagenfurter eher schwieriges Terrain: Bei bislang 21 EBEL-Auftritten dort fuhr Rot-Weiß lediglich sechs „Dreier“ ein.

Der HCB Südtirol liegt aktuell fünf Zähler hinter den zweitplatzierten Rotjacken auf Tabellenrang vier der Erste Bank Eishockey Liga. Nach einem eindrucksvollen Lauf von Anfang Oktober bis Ende November, als die Italiener in 13 aufeinanderfolgenden Partien nur ein Mal keine Zähler auf ihr Konto bringen konnten, geriet der HCB-Motor jüngst etwas ins Stottern: In den vergangenen sechs Runden wechselten sich Siege und Niederlagen jeweils ab, am Freitag unterlag man bei den Graz 99ers mit 1:4. Allerdings hat die Truppe von Head Coach Clayton Beddoes seit dem fünften Spieltag oder Ende September nie mehr zwei Partien am Stück verloren.

 

Die Zahlen zum Spiel:

5 – Topscorer Thomas Hundertpfund verlängerte seinen Scoring Streak mit seiner Torvorlage zum 2:0-Treffer gegen die Bullen am Freitag auf fünf Spiele. Damit verfügt er (gemeinsam mit Andrew Kozek) über die zweitlängste Punkteserie eines KAC-Spielers in der laufenden Saison, nur Thomas Koch (Zähler in sechs Begegnungen im Oktober) schrieb heuer noch öfter am Stück an.

50 – Der Treffer von Johannes Bischofberger zum 2:0-Endstand im Heimspiel gegen seinen Ex-Klub Salzburg am Freitag war das 50. Liga-Tor des Vorarlbergers im Trikot des EC-KAC. In seinen 183 EBEL-Einsätzen für die Rotjacken lieferte der flinke Stürmer außerdem 58 Assists.

70,7 – Seine Spielmacher-Rolle unverändert perfekt übt Thomas Koch aus: Der Mittelstürmer spielt pro 60:00 Minuten am Eis durchschnittlich 70,7 Pässe, was dem Höchstwert aller KAC-Angreifer entspricht (Schnitt aller Stürmer im Kader: 53,8).

86,5 – Auch gegen Leader Salzburg blieb Rot-Weiß am Freitag (in vier entsprechenden Situationen) ohne Gegentreffer bei numerischer Unterlegenheit. Die Effektivität des Penalty Killings des EC-KAC liegt damit beim EBEL-Bestwert von 86,5 Prozent. Nach 23 Spielen im Vorjahr waren es mit 79,5 Prozent deutlich weniger, aktuell erreichen die Rotjacken schon beinahe den Fabelwert aus den letztjährigen Play-Offs (87,7 Prozent).

187:40 – Die Torsperre der Rotjacken hält mittlerweile seit exakt 187:40 Spielminuten, was einem neuen Vereinsrekord entspricht. Der bisherige Bestwert aus dem Zeitraum seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 lag bei 182:14 Minuten, aufgestellt in der Saison 2017/18 in Partien gegen Innsbruck, zwei Mal Bolzano, Székesfehérvár und Linz (24. November bis 8. Dezember).

 

Der Gegner:

Der im Jahr 2013 in die Erste Bank Eishockey Liga gekommene HCB Südtirol erwies sich von Beginn an als wesentliche Bereicherung für den Bewerb: Parallel zur stetigen Professionalisierung der Organisation agierten die Füchse auch sportlich stets sehr erfolgreich, in sechs Saisonen konnte man (2014 und 2018) gleich zwei Meistertitel auf die Südseite der Alpen holen. Nach vier von hoher Konstanz geprägten Saisonen (von 2014/15 bis 2017/18 pendelte die Winning Percentage stets im schmalen Korridor zwischen 49,2 und 53,3 Prozent) blieben die Italiener im vergangenen Spieljahr etwas hinter den Erwartungen zurück: Auf eine gute erste Phase des Grunddurchgangs folgte eine sehr durchwachsene Pick Round, sodass unmittelbar vor Play-Off-Beginn der Trainer gewechselt wurde. Unter Clayton Beddoes rangen die Füchse dem EC-KAC im Viertelfinale dann zwar alles ab, mussten sich aber dennoch nach fünf Spielen geschlagen geben.

In die heurige Saison startete der HCB eher holprig, von den ersten fünf Partien wurde nur eine - 3:0 vor eigenem Publikum gegen den EC-KAC - gewonnen. Seither hat das Team jedoch längst wieder in die Spur gefunden, nach nur vier der letzten 18 Begegnungen stand man am Ende ohne Punktezuwachs da. Aktueller Topscorer der im Sommer speziell im Import-Sektor weitreichend umgebauten Mannschaft ist Neuzugang Sébastien Sylvestre mit 20 Punkten, ihm dicht auf den Fersen ist der Italo-Kanadier Anthony Bardaro, der den Sprung aus der Alps Hockey League (147 Zähler in 94 Spielen für Asiago zwischen 2017 und 2019) in die Erste Bank Eishockey Liga eindrucksvoll gemeistert hat. Den Stamm des Kaders bilden der starke Goalie Leland Irving sowie die beiden etablierten und mit viel Führungskompetenz ausgestatteten Angreifer Anton Bernard und Marco Insam.

Auf den EC-KAC traf der HCB Südtirol seit seinem Einstieg in die Erste Bank Eishockey Liga bereits 43 Mal, in fast 70 Prozent der Begegnungen (30 Spiele) setzte sich dabei die jeweils gastgebende Mannschaft durch. Die historische Bilanz aus dem EBEL-Zeitalter spricht mit 25 zu 18 Siegen (bei 123 zu 104 Toren) für die Klagenfurter. Doch Duelle zwischen diesen beiden Klubs haben eine viel weiter zurückreichende Geschichte: Bereits am Neujahrstag 1929, vier Jahre vor der Gründung des HCB, trafen die Rotjacken in Cortina d’Ampezzo erstmals auf eine Stadtauswahl aus Bolzano. Über die Jahrzehnte folgten zahlreiche Freundschaftsspiele, Europacup-Duelle 1977 und 1979 und insgesamt 17 Alpenliga-Begegnungen zwischen 1991 und 1998 (9:7 Siege zu Gunsten der Südtiroler bei einem Unentschieden).

 

Die Personalien:

An der Personalsituation hat sich beim EC-KAC gegenüber dem Freitag nichts verändert, die Reise nach Südtirol nicht mitmachen werden Marcel Witting (verletzt), Niki Kraus, Philipp Kreuzer (jeweils rekonvaleszent), Daniel Obersteiner (krank) und Michael Kernberger (gesperrt). Daher ist für das Duell der beiden letzten EBEL-Champions mit dem exakt gleichen Rotjacken-Lineup zu rechnen wie im Spiel gegen Salzburg. Lars Haugen bleibt wie vorgesehen Starting Goalie.

 

Der Kommentar:

„Wir freuen uns auf ein weiteres Spitzenspiel, diesmal in Bolzano. Als wir das letzte Mal dort spielten, hatten wir Probleme, einen Treffer zu erzielen, insofern wird das ein guter Test für uns hinsichtlich der Entwicklung, die wir in den letzten Wochen durchgemacht haben. Defensiv standen wir in den vergangenen Partien sehr gut, das erleichtert es der Offensive, die für Siege nötigen Tore zu erzielen. Ich freue mich auch darauf, dass wir zwei Tage lang unterwegs sind, weil wir die ohnehin schon tolle Chemie in unserem Team so weiter verbessern und noch enger zusammenrücken können. Erfolg haben wir als eine verschworene Gemeinschaft und das sind wir.“ (Adam Comrie, Verteidiger EC-KAC)