KAC will nächsten Derbysieg

Im vierten und möglicherweise bereits letzten Kärntner Derby der Saison empfängt der EC-KAC die Adler aus Villach in der Landeshauptstadt.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

In seinem 28. Saisonspiel in der bet-at-home ICE Hockey League trifft der EC-KAC zum bereits vierten Mal auf den EC VSV. Das 333. Kärntner Derby der Geschichte geht am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.30 Uhr) in der Stadthalle Klagenfurt über die Bühne, Puls24 überträgt ab 16.10 Uhr live. Daher entfällt der Live-Ticker auf kac.at. Ebenfalls direkt aus der Arena berichtet wie gewohnt das Kärntner Eishockeymagazin im Programm von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken prolongierten ihre insgesamt gute Form der vergangenen Wochen am Freitag mit einem klaren 6:2-Auswärtserfolg in Graz und haben damit in neun ihrer letzten elf Spiele gepunktet. Der klare Trend in Richtung Qualifikation für die Pick Round wird allerdings von der eher dürftigen Heimbilanz abgeschwächt: Vier der jüngsten fünf Heimspiele gingen verloren, zwei davon allerdings erst in der Verlängerung. Insgesamt präsentierten sich die Klagenfurter im bisherigen Saisonverlauf einmal mehr als defensiv kompakt, aktuell 2,11 Gegentore pro Partie sind der niedrigste Wert seit der Spielzeit 2000/01, in den drei Derbys gegen Villach kassierte der EC-KAC nur drei Verlusttreffer.

Der EC VSV konnte drei seiner letzten vier Spiele gewinnen und zog somit nach Punkten mit dem Tabellenneunten aus Bratislava gleich. Der Weg in die Top-Fünf erscheint für die Adler bei noch 13 ausständigen Partien, 14 Zählern Rückstand und fünf zu überholenden Teams allerdings recht aussichtslos, die Pick Round wird mit großer Wahrscheinlichkeit zum sechsten Mal in Folge ohne Villacher Beteiligung über die Bühne gehen. Auswärts hat Blau-Weiß heuer bislang in knapp mehr als der Hälfte seiner Spiele – sieben Mal bei 13 Auftritten – gepunktet, in Klagenfurt tat man sich in der jüngeren Vergangenheit aber sehr schwer, saisonübergreifend erzielte der EC VSV in der Stadthalle in den letzten knapp 270 Spielminuten nur einen Treffer.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1,32 – Torhüter Sebastian Dahm kassierte bei 16 seiner bislang 22 Saisoneinsätze zwei Gegentreffer oder weniger. Bei seinen drei Starts seit Weihnachten parierte der Däne 95,0 Prozent der auf ihn abgegebenen Torschüsse, sein Gegentorschnitt (GAA) in diesem Zeitraum lag bei 1,32. 

5 – In den drei Spielen seit seiner Rückkehr in das Lineup nach Erkrankung sammelte Thomas Hundertpfund fünf Scorerpunkte. Mit seinen beiden Torvorlagen in Graz am Freitag übernahm er die Führung in der teaminternen Assist-Wertung (wie Nick Petersen aktuell 15 Zuspiele), auch seine Plus/Minus-Bilanz (+13) wird von keinem anderen Kaderspieler übertroffen.

9 – Die Rotjacken verteidigen am Sonntag eine eindrucksvolle Serie, jedes der jüngsten neun Kärntner Derbys auf eigenem Eis konnten sie gewinnen. Der letzte Villacher Erfolg in der Stadthalle liegt fast fünf Jahre zurück, er datiert vom 2. Februar 2016. 

12 – In Hochform präsentierte sich in den vergangenen Wochen auch Blaž Gregorc: Der Verteidiger beendete nur einen seiner letzten zwölf Einsätze mit einer negativen Plus/Minus-Bilanz, insgesamt hält er bei einem +12-Rating (Bestwert aller KAC-Verteidiger). Nachdem er das Heimspiel gegen Innsbruck am 20. Dezember krank verpasst hatte, notierte der Slowene in seither vier Partien mit +7.

600 – Nach seinem Powerplay-Treffer am Freitag in Graz steht Routinier Thomas Koch vor einem weiteren Meilenstein in seiner Karriere: Sein nächster Scorerpunkt wird sein 600. in einem Ligaspiel für den EC-KAC sein. Seinen ersten Zähler verbuchte er vor fast genau 21 Jahren, am 14. Januar 2000 im IEL-Auswärtsspiel in Székesfehérvár.

 

Der Gegner:

Der EC VSV zeigte zuletzt einen klaren Aufwärtstrend hinsichtlich seiner Punkteausbeute, insgesamt stehen aus 27 Partien dennoch nur sechs Siege in regulärer Spielzeit zu Buche. Mit 2,26 erzielten Treffern pro Partie verfügen die Adler aktuell über den niedrigsten Torschnitt ihrer 21 Spielzeiten seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000. Aktueller Topscorer Villachs ist Mittelstürmer Sahir Gill (acht Tore, zehn Assists), der in den letzten sechs Partien allerdings nur zwei Zähler auf sein Konto bringen konnte. Insgesamt ist die offensive Produktivität des EC VSV stark von jener seiner Importspieler abhängig, unter den ersten Zehn der teaminternen Punkteliste findet sich mit Martin Ulmer (drei Treffer, elf Vorlagen) nur ein einziger österreichischer Crack.

Besonders auffällig ist, dass sich Blau-Weiß im bisherigen Saisonverlauf gegen nominell stärkere Gegner leichter tut: Gewannen die Adler 50,0 Prozent ihrer (zwölf) Partien gegen Teams, die aktuell auf einem der ersten fünf Tabellenplätze liegen, so lag die Erfolgsquote gegen Mannschaften von Rang sechs abwärts bei nur 26,7 Prozent (vier Siege in 15 Spielen). Während Villachs Powerplay – Rang zehn im Ligavergleich, kein Treffer in 15:06 Überzahlminuten in den bisherigen Saisonderbys – heuer noch wenig Durchschlagskraft bewies, konnte das Unterzahlspiel in den vergangenen Wochen deutlich stabilisiert werden: In den jüngsten acht Runden kassierte der EC VSV (in 23 Penalty Killing-Situationen) nur zwei Gegentreffer bei numerischer Unterlegenheit.

Auf den EC-KAC treffen die Draustädter am Sonntag zum 333. Mal in einem Bewerbsspiel, 135 dieser Begegnungen wurden seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 ausgetragen. Davon gewannen die Klagenfurter 72, Villach setzte sich 63 Mal durch. Besonders stark war der Trend in Richtung Rotjacken in den vergangenen Jahren ausgeprägt: Der EC-KAC konnte 14 der jüngsten 17 Konfrontationen für sich entscheiden, zuletzt 2015/16 war den Adlern mehr als ein Derbysieg pro Saison vergönnt.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC muss im Kärntner Derby weiterhin auf David Fischer, Niki Kraus und Valentin Hammerle verzichten, Stefan Geier ist nach seiner kurzfristigen und leichten Erkrankung, die einen Einsatz am Neujahrstag verunmöglicht hatte, hingegen wieder gesund und kehrt gegen Villach in das Lineup zurück. Ein kleines Fragezeichnen steht hinter der Mitwirkung des leicht angeschlagenen Johannes Bischofberger, die Entscheidung, ob er auflaufen kann, fällt erst am Spieltag.

 

Der Kommentar:

„Wie immer ist es unser vorrangiges Ziel, defensive Stabilität aufs Eis zu bringen und dann aus dieser gesicherten Abwehr heraus unser Offensivspiel aufzuziehen. Villach ist eine eher passive Mannschaft, die auf Fehler des Gegners wartet und dann aus gutem Umschaltspiel heraus zu Gelegenheiten kommt, da gilt es für uns auf der Hut zu sein. Wir brauchen gute Scheibenkontrolle und dürfen nur wenige Turnovers produzieren, damit minimieren wir die Torchancen des Gegners. Das wäre die halbe Miete, vorne müssen wir dann konsequent in der Verwertung unserer eigenen Gelegenheiten sein, dann haben wir gute Chancen, auch diese Partie für uns zu entscheiden.“ (Thomas Hundertpfund, Stürmer EC-KAC)