Letzte Chance in Linz

Unter Siegeszwang steht der EC-KAC am Dienstagabend im vierten Viertelfinalspiel in Linz, eine Niederlage würde das Saisonende bedeuten.

Foto: EHC Linz/Eisenbauer

 

Die Eckdaten:

Viertelfinalspiel Nummer vier zwischen dem EHC Linz und dem EC-KAC findet am Dienstagabend wieder in Oberösterreich statt. Die Partie mit Spielbeginn um 19.15 Uhr wird von ServusTV als Online-Videostream auf servushockeynight.com übertragen, auch Radio Kärnten berichtet im Rahmen des Kärntner Eishockeymagazins wie üblich direkt aus der Halle.

 

Die Ausgangssituation:

Nach dem klaren Auftaktverlust (3:6) und den beiden knappen folgenden Niederlagen (3:4 n.V. und 2:3) steht der EC-KAC im Viertelfinalduell mit dem EHC Linz mit dem Rücken zur Wand: Die Rotjacken müssen jedes der nächsten vier Spiele gewinnen, jeder weitere Niederlage gegen die Black Wings würde ihre Saison 2019/20 vorzeitig beenden. In der Fremde hatten die Klagenfurter in den vergangenen Wochen allerdings erhebliche Probleme: Mit Ausnahme des 5:2-Erfolgs in Graz wurden sieben der jüngsten acht Auswärtsspiele verloren, wenngleich man in den beiden letzten (in Wien und Linz) jeweils erst in der Verlängerung die Segel streichen musste.

Der EHC Linz startete erstmals seit dem Halbfinale 2012 gegen Olimpija Ljubljana mit drei Siegen am Stück in eine Play-Off-Serie und verfügt nun über vier Chancen, zum siebten Mal in neun Jahren in das Halbfinale aufzusteigen. Die Black Wings präsentierten sich in der jüngeren Vergangenheit nicht zuletzt aufgrund ihrer Effizienz als in der Offensive sehr erfolgreich: Seit dem 1:4-Heimverlust gegen den EC VSV Mitte Februar konnte Linz in acht aufeinanderfolgenden Partien zumindest drei (und insgesamt 35) Treffer erzielen. Verlassen konnte sich das Team von Head Coach Tom Rowe dabei auch auf sein gutes Überzahlspiel: Mit einer Effizienz von 24,2 Prozent ist das Powerplay des EHC aktuell das statistisch beste in der Erste Bank Eishockey Liga.

 

Die Zahlen zum Spiel:

0 – Seit der erstmaligen Einführung von Play-Offs in Österreichs höchster Spielklasse zur Saison 1973/74 hat der EC-KAC insgesamt 67 Serien bestritten, in fünf davon konnte er keine Begegnung gewinnen: 1992 gegen den EC VSV (0:2), 2003 gegen den EHC Linz, 2008 gegen Olimpija Ljubljana (jeweils 0:3), 2015 gegen den EC Salzburg und 2017 gegen die Vienna Capitals (jeweils 0:4).

4 – Wie schon im Vorjahr, als ihm am Weg zum Titel sieben Treffer gelangen, ist Andrew Kozek auch in den heurigen Play-Offs der erfolgreichste Torjäger der Rotjacken: Der Kanadier schrieb bislang in jedem Viertelfinalspiel an, traf insgesamt vier Mal und zeichnete damit für die Hälfte aller KAC-Tore verantwortlich.

4 – Besonders augenscheinlich wurde die höhere Effizienz des EHC Linz in der bisherigen Viertelfinalserie im Spiel bei numerischer Überlegenheit: Während die Rotjacken 67,6 Prozent ihrer Powerplayzeit in den drei Begegnungen mit Scheibenbesitz in der Angriffszone verbrachten, waren es bei den Oberösterreichern lediglich 53,4 Prozent. Jedoch resultierten bei den Black Wings aus 13 Torschüssen in Überzahl nicht weniger als vier Treffer, während Klagenfurt bei 15 Abschlüssen nur auf einen Torerfolg kam.

11 – In den (saisonübergreifend) letzten 13 Play-Off-Spielen mit Beteiligung des EC-KAC setzte sich elf Mal jenes Team durch, das den ersten Treffer der Partie erzielen konnte. Einen Sieg der Mannschaft, die mit 0:1 im Hintertreffen lag, gab es nur zwei Mal: In den beiden Spielen, in denen die Rotjacken die letztjährigen Serien im Halbfinale und Finale zu ihren Gunsten entschieden.

20 – Im Heimspiel gegen Linz am Sonntag lieferte Matthew Neal seine 20. Torvorlage in der laufenden Saison. Er führt damit die teaminterne Assist-Wertung vor Thomas Hundertpfund und Johannes Bischofberger (jeweils 19) sowie David Fischer (18) an.

126 – Thomas Hundertpfund bestreitet am Dienstag sein 126. Play-Off-Spiel für den EC-KAC, wodurch er Johannes Reichel (125) überholt und zum Rotjacken-Spieler mit den meisten Einsätzen in der Post Season seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 avanciert.

 

Der Gegner:

Der EHC Linz schaffte es auch im dritten Viertelfinalspiel am Sonntag in Klagenfurt, einen Treffer mehr zu erzielen als die Rotjacken, und verfügt damit über eine komfortable Ausgangsposition, fehlt den Black Wings nun doch nur noch ein Sieg (aus maximal vier weiteren Begegnungen), um in das Halbfinale aufzusteigen. Die Oberösterreicher haben im Heimspiel am Dienstag die Möglichkeit, zum ersten Mal seit dem Halbfinalduell mit den Vienna Capitals im Jahr 2002 eine „Best-of-Seven“-Serie ohne Niederlage zu beenden. Die Chancen dafür, dass dies gelingt, stehen, nimmt man die bisherigen Saisonduelle mit dem EC-KAC als Maßstab, durchaus gut: Sechs der bisher sieben Begegnungen gingen an den EHC, der sich den Klagenfurtern nur im Heimspiel Ende Oktober mit 2:3 nach Penaltyschießen geschlagen geben musste. Auch historisch betrachtet stehen die Black Wings gegen den Rekordmeister gut da: Gegen keinen der bisher 19 bespielten Gegner seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 weisen die Rotjacken eine niedrigere Winning Percentage auf (44,4 Prozent).

Stärkste Waffe der Oberösterreicher ist unverändert ihre erste Sturmformation: Rick Schofield und Dragan Umičević sammelten in den bisherigen drei Viertelfinalspielen gemeinsam bereits zwölf Scorerpunkte, der Dritte im Bunde, Brian Lebler, drang hinsichtlich der seinem persönlichen Konto gutgeschriebenen Zähler zwar noch nicht in diese Sphären vor, erzielte aber bei den beiden Auswärtserfolgen in der Stadthalle jeweils einen den Spielverlauf entscheidend prägenden Treffer. Als insgesamt beeindruckend präsentierte sich in den ersten drei Play-Off-Begegnungen die Linzer Treffsicherheit: Aus lediglich 73 Abschlüssen resultierten 13 Treffer, was einer Scoring Efficiency von 17,8 Prozent entspricht. Jene des EC-KAC nahm hingegen von Spiel zu Spiel ab und lag im Durchschnitt bei nur 7,0 Prozent (acht Tore aus 114 Schüssen).

 

Die Personalien:

Die Mannschaft des EC-KAC reist bereits am Montag nach Oberösterreich, im Bus sitzen werden inklusive der zuletzt als Healthy Scratches gelisteten Spieler Niklas Würschl, Dennis Sticha und Niki Kraus 24 Akteure. In Klagenfurt verbleiben Nick Petersen (verletzt) und Johannes Bischofberger (krank), die im Falle rascher Genesung noch am Spieltag nachkommen könnten. Über das endgültige Lineup für das vierte Play-Off-Spiel entscheidet der Trainerstab nach dem Morning Skate in Linz am Dienstag.

 

Der Kommentar:

„Wir liegen in der Serie mit 0:3 hinten, aber ich denke, dass wir morgen verkürzen werden, jedenfalls werden wir alles dafür geben, endlich anzuschreiben. Linz wird in den ersten Minuten sicher sehr hart kommen, dafür sind wir gewappnet, unser Ziel muss es sein, so lange wie möglich ohne Gegentreffer zu bleiben. Gelingt uns das, haben wir gute Chancen, denn in den bisherigen Begegnungen hatten wir mit Fortdauer der Partien immer größere Spielanteile. Das Glück, das uns bisher gefehlt hat, werden wir uns morgen erarbeiten, wir werden alles reinhauen, um die Serie nach Klagenfurt zurückzuholen.“ (Thomas Hundertpfund, Stürmer EC-KAC)