Optimistisch ins vierte Spiel

Trotz eines 0:3-Rückstands in der Finalserie gehen die Rotjacken voll Zuversicht in die vierte Begegnung mit den Vienna Capitals am Freitagabend.

Optimistisch ins vierte Spiel

 

Die Eckdaten:

Der EC-KAC empfängt am Freitagabend (Spielbeginn: 20.15 Uhr) die Vienna Capitals zum vierten Spiel der EBEL-Finalserie in der restlos ausverkauften Stadthalle Klagenfurt. ServusTV (ab 20.10 Uhr), Sky Sport Austria (ab 20.00 Uhr) und Radio Kärnten (ab 20.03 Uhr) übertragen diese Begegnung live, über den Spielverlauf informiert der EC-KAC auch im Ticker auf kac.at. Geleitet wird die Begegnung von Mark Lemelin und Ladislav Smetana.

 

Die Ausgangssituation:

In den ersten drei Finalspielen musste der EC-KAC - erstmals seit Anfang Januar - drei Niederlagen am Stück hinnehmen. Am Sonntag unterlagen die Rotjacken vor eigenem Publikum nach 4:1-Führung mit 4:5 nach Verlängerung, am Dienstag mussten sie sich auswärts in einem nicht minder dramatischen Spiel, der torreichsten Finalpartie der jüngeren Ligageschichte, mit 5:7 geschlagen geben. Damit benötigen die Klagenfurter nun vier Siege hintereinander, um sich erstmals seit 2013 wieder zum EBEL-Champion zu küren.
Die Vienna Capitals wankten im Verlauf der bisherigen Endspielserie mehrfach, kamen jedoch nie zu Fall und hatten, basierend auf der individuellen Klasse ihrer Akteure, auf taktische Veränderungen des EC-KAC stets rasche Antworten parat. Die Wiener sind in den laufenden Play-Offs noch ungeschlagen, ihre letzte Niederlage datiert vom Auswärtsspiel in Klagenfurt in der Pick Round am 19. Februar. Der Hauptstadtklub ist nur noch einen Sieg vom zweiten Titelgewinn seiner Geschichte nach 2005 entfernt.

 

Die Zahlen zum Spiel:

3 – Die drei bisherigen Finalspiele wurden in erster Linie im Spiel bei numerischem Gleichstand am Eis entschieden. Während die Rotjacken bei Even Strength nur alle 30:28 Spielminuten trafen, konnten die Capitals pro 10:53 Minuten ein Mal anschreiben.

3 – Drei Spieler des EC-KAC sammelten in jedem der heurigen Finalspiele, in denen sie zum Einsatz kamen, mindestens einen Scorerpunkt: Manuel Ganahl (insgesamt ein Tor und vier Assists), Stefan Geier (ein Tor, drei Assists) und Kevin Kapstad (ein Tor, ein Assist).

9 – Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 bestritt der EC-KAC (in "Best-of-Seven"-Serien) insgesamt neun "Elimination Games", also Spiele, in denen eine Niederlage das Saisonende bedeutet hätte. Gewinnen konnte Rot-Weiß davon nur zwei, zuletzt das sechste Viertelfinale gegen Salzburg im Jahr 2010. Seither verloren die Klagenfurter fünf solche Partien in Serie.

10 – Im Verlauf der bisherigen Finalserie erzielten die Rotjacken zehn Tore, die von zehn verschiedenen Spielern erzielt wurden.

13 – Aus Wiener Sicht drückten den ersten drei Finalduellen vor allem die beiden Kanadier Kelsey Tessier und Riley Holzapfel ihren Stempel auf. Das Duo verbuchte in drei Partien bereits 13 Scorerpunkte: Der aktuelle EBEL-MVP sammelte sieben Zähler (und ein +5-Rating), sein Linienkollege sechs Punkte (und +6).

19 – Seit der erstmaligen Einführung von Play-Offs in Österreichs höchster Spielklasse (1973/74) stand der KAC bzw. EC-KAC in 19 von 33 Saisonen im Finale. Die neben den Rotjacken häufigsten Teilnehmer an einer Endspielserie waren der EC VSV (13 Mal) sowie der EC Salzburg (9 Mal).

45 – In den vergangenen Wochen waren die Rotjacken insbesondere im Powerplay brandgefährlich: Aus 20 Überzahlsituationen in den jüngsten fünf Partien resultierten gleich neun Treffer, was einer Erfolgsquote von 45 Prozent entspricht.

125 – Nach seiner verbüßten Sperre kehrt Steven Strong im vierten Finalspiel wieder ins Lineup zurück. Seine Suspendierung beendete den starken Streak des Verteidigers, der seit seinem Wechsel zum EC-KAC im Sommer 2015 kein einziges Ligaspiel verpasst  und 125 Einsätze en suite abgespult hatte.

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals stehen in der Endphase der bisher erfolgreichsten Saison ihrer Klubgeschichte: Bisher gewannen die Wiener 50 ihrer 65 Partien, nur einem Team, dem EC-KAC, gelang es heuer, die Donaustädter öfter als zwei Mal zu besiegen. Grundlagen für den positiven Verlauf des Spieljahres waren in erster Linie gutes Coaching und eine gelungene Kaderzusammenstellung. Dem Aufgebot der Donaustädter gehören elf Importspieler an, die allesamt eine der besseren Saisonen ihrer Laufbahnen absolvieren. Insbesondere im Angriff zeichnet die Capitals hohe individuelle Klasse aus, von jedem der drei ersten Offensivblöcke geht permanente Torgefahr aus.
Aus dem starken Kollektiv stachen in der Finalserie bisher das Duo Riley Holzapfel und Kelsey Tessier im ersten Sturm, der immer besser in Form kommende Taylor Vause oder auch der vorbildhaft arbeitende Kapitän Jonathan Ferland heraus. Wesentlich war zuletzt auch, dass mit David Kickert ein jederzeit einsetzbarer Backup-Goalie zur Verfügung stand, der mit Blick auf die statistischen Kennzahlen sogar eine bessere Saison spielt als die nominelle Nummer eins, J.-P. Lamoureux.
Im dritten Finalspiel am Dienstag gelang den Capitals ihr 50. Sieg der Vereinsgeschichte gegen den EC-KAC, etwas häufiger, nämlich 58 Mal, musste man sich den Klagenfurtern aber geschlagen geben. In der Stadthalle traten die Caps zuletzt meist sehr erfolgreich auf: Seit der verlorenen Finalserie des Jahres 2013 gewann man acht von zehn Auswärtspartien am Wörthersee.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken fehlt unverändert Johannes Bischofberger, der in dieser Saison nicht mehr aufs Eis zurückkehren wird. Steven Strong hat hingegen seine Sperre abgesessen und rückt somit zum vierten Finalspiel wieder ins Lineup auf. Fraglich ist die Mitwirkung des angeschlagenen Mark Hurtubise, über dessen Einsatz erst am Spieltag entschieden wird.

 

Der Kommentar:

"Am Papier stehen wir mit dem Rücken zur Wand, unser Gefühl ist jedoch ein anderes. Jeder Spieler, Trainer und Mitarbeiter in und um unsere Mannschaft glaubt daran, dass wir die Finalserie noch drehen können. Wie es geht, haben wir über weite Strecken von Spiel zwei und drei gezeigt, nun müssen wir es bewerkstelligen, diese Phasen auf die gesamte Dauer der Partie auszudehnen und so die Serie zu verlängern. Aufzugeben wird keine Option sein, weder für uns am Eis noch für unsere Fans auf den Rängen. Auf geht’s!" (Thomas Koch, Stürmer EC-KAC)