Pick Round-Auftakt gegen Wien

Als letztes der elf EBEL-Teams steigt am Sonntagabend auch der EC-KAC in die Zwischengrunde ein, am Programm steht das Heimspiel gegen die Vienna Capitals.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

In seinem 41. Saisonspiel, dem ersten im Rahmen der Pick Round, empfängt der EC-KAC am Sonntagabend (17.30 Uhr) die Vienna Capitals in der Stadthalle Klagenfurt. Die Nachfrage nach Sitzplatz-Karten für diese Begegnung war bislang hoch, sodass im Online-Ticketshop des EC-KAC nur noch rund 15 Stück verfügbar sind. Stehplätze sind hingegen noch knapp über 800 Stück im Verkauf. Diese Begegnung wird nicht im TV oder als Online-Videostream übertragen, über den Verlauf der Partie berichten wie üblich der Live-Ticker auf kac.at sowie das Kärntner Eishockeymagazin im Programm von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC war am Freitag spielfrei, behielt aufgrund seines in die Pick Round mitgebrachten Bonuspunkts aber seinen dritten Tabellenrang. Im zweiten Teil des Grunddurchgangs vermochten die Rotjacken historisch betrachtet meist zu überzeugen: Seit der erstmaligen Einführung der Liga-Zweiteilung (2007/08) holte von den insgesamt 14 in der EBEL vertretenen Teams mit Orli Znojmo (1,87) nur ein Klub mehr Punkte pro Zwischenrundenspiel als Klagenfurt (1,77). Eine Verschlechterung seiner Platzierung erlebte Rot-Weiß in der oberen Gruppe zuletzt 2011/12.

Die Vienna Capitals sind optimal in die Pick Round gestartet, am Freitagabend besiegten sie auf eigenem Eis die Graz 99ers mit 5:2. Überhaupt sind die Wiener sprichwörtlich Experten für die zweite Grunddurchgangsphase: Sie qualifizierten sich im bereits achten Jahr in Folge für die Pick Round (längster Streak aller EBEL-Klubs), in der sie zudem seit der Saison 2014/15 am Ende stets zumindest jene Platzierung erreichten, die sie auch im ersten Abschnitt der Regular Season innehatten. Mit den Rotjacken hatten die Capitals zuletzt jedoch ihre Probleme: Seit Finalspiel drei im Vorjahr oder saisonübergreifend sieben direkten Konfrontationen vermochte Wien den EC-KAC nicht mehr in regulärer Spielzeit zu bezwingen, Klagenfurt holte in diesem Zeitraum 18 zu 3 Punkte bei 22 zu 11 Toren.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2,69 – Johannes Bischofberger (10 Tore, 16 Assists) war in der ersten Phase des Grunddurchgangs der effizienteste Scorer des EC-KAC, pro 60:00 Minuten Time-on-Ice sammelte der flinke Flügelstürmer 2,69 Zähler.

3 – In nur drei seiner 40 Saisonspiele kam der amtierende Meister bei Even Strength auf weniger Scheibenbesitz als sein jeweiliger Gegner. In jeder dieser Partien standen die Rotjacken den Vienna Capitals gegenüber.

5 – Der EC-KAC hat jedes seiner jüngsten fünf Heimspiele gegen die Vienna Capitals gewonnen. Seit sich die beiden Klubs in der höchsten Spielklasse gegenüberstehen (2001) gab es noch nie mehr KAC-Siege gegen Wien in der Stadthalle hintereinander. Lediglich am Übergang von der Saison 2003/04 zur Spielzeit 2004/05 gelangen ebenfalls fünf Erfolge in Serie.

21 – Mit einer Effizienz von 87,0 Prozent verfügen die Rotjacken über das beste Penalty Killing der Erste Bank Eishockey Liga. In den vier Saisonduellen mit Vizemeister Wien musste der EC-KAC in 21 Unterzahlsituationen (mit einer Gesamtdauer von 36:01 Minuten) überhaupt noch keinen Gegentreffer hinnehmen. 

22 – Rok Tičar blieb bei seinem Debüt im KAC-Trikot am vergangenen Sonntag zwar ohne Scorerpunkt, lieferte aber eine sehr starke Vorstellung ab: Mit acht Torschüssen stellte er den bisherigen teaminternen Saisonrekord von David Fischer ein, außerdem kam der Slowene auf eine Corsi-For-Percentage von 81,4 Prozent (während er am Eis stand: 22 Torschussversuche für Rot-Weiß, nur fünf für den Gegner).

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals brachten heuer einen fast schon traditionell guten ersten Teil des Grunddurchgangs auf das Eis: Im zehnten Jahr des EBEL-Modus mit Zwischenrunde schafften es die Hauptstädter zum neunten Mal in deren obere Gruppe, nur der EC Salzburg war ebenso oft in der nunmehrigen Pick Round vertreten. Nach dem erfolgreichen Auftakt im zweiten Saisonabschnitt am Freitag gegen Graz hält Wien in der laufenden Spielzeit bei einer Winning Percentage von 63,4 Prozent, nur in zwei seiner vergangenen 14 Saisonen siegte der Klub häufiger.

Topscorer der Capitals ist der im Sommer von den Graz 99ers verpflichtete Ty Loney, der sich zuletzt in bestechender Form präsentierte: Der US-Amerikaner hat in jedem seiner 14 Ligaeinsätze seit Weihnachten gepunktet und dabei insgesamt 26 Zähler (11 Tore, 14 Assists) auf sein Konto gebracht. In der ligaweiten Scorerwertung liegt damit nur noch Znojmos Anthony Luciani vor ihm. Teamintern sorgen bei den Capitals die Importspieler für den Großteil der Offensive: Unter den punktebesten elf Cracks im Kader finden sich zehn Legionäre, durchbrochen wird diese Phalanx nur von Ali Wukovits, der mit seinen 26 Zählern bereits jetzt mehr Punkte eingefahren hat, als in jeder seiner bisherigen Saisonen in der Liga. Fehlen wird den Wienern in Klagenfurt erneut Brenden Kichton, der verletzungsbedingt seit 17. Januar nicht mehr eingesetzt werden konnte, der aber hinsichtlich des Scorings nach wie vor der erfolgreichste Verteidiger in der Liga ist.

Den Rotjacken begegneten die Capitals seit ihrem Einstieg in die höchste Spielklasse (2001) meist auf Augenhöhe, in bislang 131 direkten Duellen siegte Klagenfurt 69 Mal, Wien durfte in 62 Fällen jubeln. Zuletzt biss sich die Truppe von Head Coach Dave Cameron aber häufig die Zähne an der KAC-Abwehr aus: In den jüngsten zehn Konfrontationen gelangen Wien nie mehr als drei Tore und insgesamt lediglich 17 Treffer.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC kehren die am vergangenen Sonntag geschonten David Fischer, Patrick Harand und Johannes Bischofberger allesamt wieder ins Lineup zurück. Finale Entscheidungen das Aufgebot betreffend fällt der Trainerstab erst nach dem Morning Skate am Spieltag, gegen Wien fix fehlen werden allerdings Lars Haugen, Nick Petersen, Lukas Haudum und Marcel Witting (alle verletzt). Im Angriff ist davon auszugehen, dass Rok Tičar auf den Flügel und in den Block mit Thomas Koch und Matthew Neal wechselt, während Daniel Obersteiner ins Zentrum (zwischen Andrew Kozek und Marco Richter) rückt. Die Formation rund um Thomas Hundertpfund kehrt wieder zu ihrer gewohnten Konstellation zurück, Siim Liivik wird die Geier-Zwillinge centern. Gewechselt wird zum Pick Round-Auftakt auf der Torhüterposition, gegen die Capitals steht wieder David Madlener zwischen den Pfosten.

 

Der Kommentar:

„Der Start in die Pick Round ist für uns sehr wichtig, mit Wien kommt gleich ein echter Gradmesser nach Klagenfurt. Gegen die Capitals erlebten wir zuletzt meist sehr enge und intensive Partien. Wir werden unser Spiel aus einer soliden Defensive heraus anlegen, es geht darum, den ersten Schritt in unserem neu gestarteten Prozess zu machen, denn ab sofort stehen noch acht Partien am Programm, an deren Ende wir unsere Bestform erreichen und somit stark in die Play-Offs starten wollen.“ (Martin Schumnig, Verteidiger EC-KAC)